Hier findet ihr Nachrichten/Meldungen aus der Gemeinde und der Samtgemeinde Dörpen, zudem aus dem weiteren Emsland und angrenzenden Landkreisen. Hintergrund ist, dass lokale Medien immer seltener aus kleineren Gemeinden berichten und lokal interessante Vorkommnisse nicht mehr in den Medien erscheinen. Mit dieser Initiative unterstützen wir die Verbreitung regionaler Nachrichten. Ergänzt wird das Angebot mit überregionalen Informationen, die uns interessant erscheinen.
Informationen und Themenvorschläge nehmen wir gern an. Gastbeiträge können nach Abstimmung veröffentlicht werden.
Kontakt: redaktion-nordwest@gruenealternative.de
Klimarisikoindex: Risiken steigen im Emsland überdurchschnittlich
12.01.2026
Am 5. Januar 2026 veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine Klimarisikoanalyse und zeigte damit auf, welche Regionen in Deutschland besonders vom Klimawandel bedroht sind. Alle Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland wurden bewertet und in einer Karte mit entsprechenden farblichen Unterschieden dargestellt. Der Index reicht von 0 für geringes Risiko bis 10 für hohes Risiko. Es erfolgte damit eine Bewertung für den aktuellen Stand mit dem Gesamtindex now und eine Einschätzung für das Jahr 2050 (Gesamtindex 2050)
Das Ergebnis:
Die größten Klimarisiken für die städtische Infrastruktur bestehen in Wilhelmshaven. Das spiegelt sich im Index wider: Wilhelmshaven liegt aktuell bei 5,7 und steigt bis 2050 auf 5,9 – der höchste Wert aller untersuchten Regionen. Die weiteren stark gefährdeten Regionen liegen vornehmlich an der Küste und im Bereich von Flüssen.
Deutlich höhere Risiken in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim zu erwarten
Das IW stellt auf seiner Homepage auch die Rohdaten der Untersuchung zur Verfügung. Mit diesen Daten haben wir eine Excel-Schnellanalyse durchgeführt und festgestellt, dass die Landkreise Emsland (Gesamtindex now: 3,18 – Gesamtindex 2050: 3,73) und Grafschaft Bentheim (Gesamtindex now: 3,06 – Gesamtindex 2050: 3,82) mit 0,55, bzw. 0,76 relativ hohe Anstiege aufweisen. Wie dieser Anstieg zu erklären ist, konnten wir allerdings nicht aus den Daten entnehmen. Wir haben deshalb beim IW-Ansprechpartner Johannes Ewald um diese Erklärung nachgefragt und vorweg eine Erläuterung zur Datenbasis erhalten. Für die Analyse wurden Daten des Risikomodells K.A.R.L. der Köln.Assekuranz, einer Tochter der ERGO Versicherung, genutzt.
Für uns hat das IW Rücksprache mit den Naturwissenschaftlern der Köln.Assekuranz gehalten. Folgende Antwort wurde uns von dort vom IW weitergeleitet:
Die vergleichsweise starken Anstiege des Gesamtindex zwischen der Gegenwart und 2050 in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim lassen sich gut und fachlich plausibel erklären.
Beide Landkreise weisen aufgrund ihrer räumlichen Nähe und ähnlichen naturräumlichen Voraussetzungen bereits heute ein sehr ähnliches Risikoprofil auf, was sich auch in der Zukunftsbetrachtung fortsetzt. Die deutlichen Indexanstiege resultieren dabei nicht aus einer einzelnen Gefahr, sondern aus gleichzeitigen Zunahmen mehrerer Klimarisiken:
Den mit Abstand größten Beitrag zum Indexanstieg leisten die Überschwemmungsrisiken. Diese zeigen in beiden Kreisen deutliche Zuwächse und wirken sich besonders stark auf den Gesamtindex aus, da Überschwemmungen im Klimarisikoindex mit der höchsten Gewichtungsstufe (15 %) berücksichtigt werden (Hintergrund dieser Gewichtung ist das hohe Schadenpotenzial dieser Gefahr). Die Zunahme der Überschwemmungsrisiken ist vor allem auf die Lage der Kreise in größeren Flusssystemen zurückzuführen – im Emsland auf das Einzugsgebiet der Ems, in der Grafschaft Bentheim insbesondere auf die Vechte. In Kombination mit einer projizierten Zunahme intensiver Niederschlagsereignisse im nordwestdeutschen Raum und in den jeweiligen Einzugsgebieten steigt die Wahrscheinlichkeit hydrologischer Belastungen, was sich entsprechend in höheren Risikowerten niederschlägt.
Darüber hinaus nehmen bis 2050 auch Hitzegefahren, Wasserknappheit und Dürrestress spürbar zu. Obwohl diese Risiken in der Gegenwart noch eine untergeordnete Rolle spielen, gewinnen sie im Zuge des Klimawandels folglich deutlich an Bedeutung.
In der Summe führt diese breite Zunahme mehrerer, unterschiedlich gewichteter Risiken dazu, dass Emsland und Grafschaft Bentheim im Zukunftsszenario einen vergleichsweise starken Anstieg des aggregierten Klimarisikos aufweisen, auch wenn sie nicht unmittelbar küstennah gelegen sind.
Der Klimarisikoindex ist als vergleichendes Instrument konzipiert, das die relative Verwundbarkeit der Infrastruktur deutscher Städte und Kreise gegenüber klimatischen Gefahren im innerdeutschen Vergleich abbildet. Ein hoher Indexwert bedeutet dabei nicht ein absolutes Katastrophenszenario oder eine konkrete Schadensprognose, sondern zeigt an, dass eine Stadt oder ein Kreis im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland stärker von klimatischen Gefahren betroffen sein kann. Die Indexwerte sind daher ausdrücklich nicht linear oder absolut zu interpretieren.Wichtig ist zudem, dass der Index ausschließlich die potenzielle Anfälligkeit der Infrastruktur gegenüber klimatischen Risiken berücksichtigt. Bereits bestehende oder geplante Anpassungs- und Schutzmaßnahmen (z. B. Küstenschutz, Hochwasserschutz, technische Vorsorge) fließen nicht in die Berechnung ein, da entsprechende Informationen häufig nicht flächendeckend und vergleichbar vorliegen.
Ergänzend zu der Betrachtung der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim erscheinen uns die Werte für unsere nördlichen Nachbarn interessant:
Landkreis Leer: Gesamtindex now: 4,23, Gesamtindex 2050: 4,84;
Landkreis Aurich: Gesamtindex now: 4,56, Gesamtindex 2050: 4,97
Stadt Emden: Gesamtindex now: 5,45, Gesamtindex 2050: 5,59
Der Klimarisikoindex liegt in den Gebieten also deutlich höher als im Emsland.
Nahverkehrsplan des Landkreises Emsland: Bürger können Vorschläge einbringen
11.01.2026
Der Landkreis Emsland erarbeitet alle fünf Jahre einen Nahverkehrsplan, der der Steuerung der ÖPNV-Entwicklung im Emsland sowie der Feststellung von Entwicklungen und Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr dient. Ein wesentlicher Bestandteil der Erarbeitung des Nahverkehrsplans ist das aktuell laufende öffentliche Beteiligungsverfahren.

Hier haben nicht nur diverse Organisationen, Behörden und Kommunen, sondern vor allem auch Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Stellungnahmen zum Plan abzugeben. Der Entwurf ist öffentlich unter www.emsland.de/nvp einsehbar.
Bis einschließlich Samstag, den 31. Januar 2026 werden Stellungnahmen unter nvp@emsland.de entgegengenommen, gesammelt und anschließend beantwortet sowie gegebenenfalls in den finalen Plan eingearbeitet.
Wir haben übrigens den nachfolgenden Vorschlag eingereicht:
Schnellbusverbindung zwischen dem Bahnhof Dörpen und der Stadt Oldenburg
Unsere Begründung:
Bedingt durch die Umstiegszeiten im Bahnhof Leer dauert die Reise mit einem Regionalzug aus dem nördlichen Emsland nach Oldenburg relativ lang. Viele Einwohner des Emslandes entscheiden sich deshalb für die Fahrt mit einem PKW nach Oldenburg.
Durch eine direkte Schnellbusverbindung zwischen Dörpen und Oldenburg über die B401 könnte ein attraktives Angebot geschaffen werden. Begünstigt würde ein solches Angebot durch den Fahrplan der Regionalbahn R15, denn in beiden Richtungen halten die Züge jeweils etwa 30 Minuten nach einer vollen Stunde in Dörpen. Zugreisende aus beiden Richtungen mit dem Ziel Oldenburg (oder einem Ort entlang der B401) könnten also hier in einem wenige Minuten später abfahrenden Schnellbus umsteigen; die Fahrten in Gegenrichtung sollten so gelegt werden, dass Reisende in Dörpen wieder ohne längere Wartezeit in den Regionalzug umsteigen könnten.
Der Bus sollte die B401 nicht verlassen, damit die Fahrzeit nach Oldenburg so kurz wie möglich bleibt. An der B401 könnten jedoch Reisende an einigen Orten zusteigen, damit auch für die Orte ein weiteres Angebot in Richtung Oldenburg geschaffen wird.
Wer den Vorschlag unterstützen, bzw. ergänzen möchte, könnte dies in einer E-Mail an nvp@emsland.de zum Ausdruck bringen.
Datenschutzgrundverordnung gilt auch beim Einsatz von Wildkameras
10.01.2026
Die Winterlandschaft regt viele Menschen zu einem Spaziergang in der Natur an. Doch die Freude an einer Winterwanderung im Wald oder in der freien Landschaft kann schnell getrübt werden, wenn man eine Wildkamera übersehen hat und davon ausgehen muss, dass Fotos vom eigenen Spaziergang bei einer Jägerin oder einem Jäger auf dem PC landen.
Was viele Hobbyjäger offenbar nicht wissen – oder vorsätzlich ignorieren: Die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) gilt auch beim Einsatz von Wildkameras im Wald und in der freien Natur. Da das Thema in den Fachmedien häufig diskutiert wird, darf man Unkenntnis aber wohl eher ausschließen. Und selbst Jäger, die keine Fachliteratur lesen, sollten über den Landesjagdverband entsprechende Informationen erhalten, zumal dort die Orientierungshilfe „Videoüberwachung mit Wildkameras“ vom niedersächsischen Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen bekannt sein dürfte; auch wir nutzen die Informationsschrift als Quelle für unseren Artikel.
Der Einsatz von Videokameras richtet sich dabei nach Maßgabe des Art. 6 Abs. 1 lit. f der DS-GVO. Danach ist die Verarbeitung personenbezogener Daten nur dann rechtmäßig, wenn sie zur Wahrung berechtigter Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich ist. Vor dem Einsatz von Wildkameras muss daher zunächst immer eine am Einzelfall orientierte Prüfung erfolgen. Dabei ist zunächst zu ermitteln, ob die Durchführung einer Videoüberwachung mit Hilfe von Wildkameras für die Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen, d. h. für die vorab festgelegten Zwecke überhaupt geeignet und erforderlich ist. Ist das der Fall, muss anschließend immer die Abwägung der Interessen des Verantwortlichen der Videoüberwachung mit den Interessen der von der Videoüberwachung Betroffenen vorgenommen werden.
Beim Einsatz von Wildkameras ist zunächst zu beachten, dass Waldflächen grundsätzlich von jedermann betreten werden dürfen. Ausnahmen, in denen hingegen ein grundsätzliches Betretungsverbot bestehen könnte, wären z. B. Waldkulturen, Waldbaumschulen, jagdliche Einrichtungen oder Flächen, auf denen gerade Holz eingeschlagen wird.
Aber auch wenn im Einzelfall der Einsatz einer Wildkamera für die Wahrung berechtigter Interessen bzw. Zwecke für erforderlich gehalten wird, ist bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass gewichtige Anhaltspunkte vorliegen müssen, die gegenüber dem schutzwürdigen Interessen der betroffenen Waldbesucher überwiegen. Denn diese suchen im Wald z. B. Erholung und rechnen nicht mit einer Videoüberwachung. Dieses Interesse an einem unbeobachteten Aufenthalt in der freien Natur ist besonders hoch einzuschätzen.

Ein zulässiger Einsatz von Wildkameras kommt daher nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht, insbesondere zu Naturschutz- oder Forschungszwecken, wie z. B. zum Zwecke der Beobachtung seltener oder neu angesiedelter Tierarten im Rahmen eines Artenschutzprogramms. Da Hobbyjäger sich wohl kaum kurzerhand zu Wildbiologen mit einem wichtigen Forschungsvorhaben erklären können, dürften derartige Ausnahmefälle für die meisten Jagdausübungsberichtigten im Emsland nicht in Betracht kommen. Und selbst wenn Jägerinnen und Jäger ein berechtigtes Interesse an der Verwendung von Wildkameras hätten, müssten weitere Vorgaben der DSGVO erfüllt werden.
Die sich aus Art. 12 ff. DS-GVO ergebenden Anforderungen an eine transparente und umfassende Information der Betroffenen sind auch beim Einsatz einer Wildkamera zu beachten, kann man der Orientierungshilfe „Videoüberwachung mit Wildkameras“ entnehmen (file:///C:/Users/Anwender/Downloads/20190409_OH_Wildkameras_DSGVO-3.pdf).
Dabei ist der Informationskatalog des Art. 13 Abs. 1 und 2 DS-GVO zu beachten, der folgende Mindestanforderungen an eine Vor-Ort-Information umfasst:
– Umstand der Beobachtung – Piktogramm, Kamerasymbol,
– Identität des für die Videoüberwachung Verantwortlichen – Name einschl. Kontaktdaten,
– Kontaktdaten des betrieblichen Datenschutzbeauftragten – soweit bestellt, dann aber zwingend,
– Verarbeitungszwecke und Rechtsgrundlage in Schlagworten,
– Angabe des berechtigten Interesses,
– Dauer der Speicherung,
– Hinweis auf Zugang zu den weiteren Pflichtinformationen – wie Auskunftsrecht, Beschwerderecht, ggf. Empfänger der Daten.

Hierzu wird in der Orientierungshilfe ein Muster für ein Hinweisschild angeboten.
Eine entsprechende Information haben wir bei Wildkameras weder im Wald westlich der B70 in Dörpen, noch am Rande des Wäldchens im nördlichen Wippingen vorgefunden.
Beschwerden gegen einen unangemessenen Einsatz von Wildkameras können übrigens beim Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen eingereicht werden.
Webinar: Balkonkraftwerke – Die neue Produktnorm für Steckersolargeräte
10.01.2026
Am 18.12.2025 haben wir über die Veröffentlichung der Produktnorm für die Sicherheit von Steckersolargeräten berichtet. Die Verbraucherinteressen wurden durch Jörg Sutter von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) eingebracht. Nun bietet der DIN-Verbraucherrat ein öffentliches Webinar zu diesem Thema mit dem Experten an:
Einladung für externe Interessierte:
Solarstrom vom eigenen Balkon? Mit Steckersolargeräten ist das kinderleicht! Erfahre in unserem Webinar, was die neue Produktnorm für deine Sicherheit bedeutet und wie die Sonnenzwerge optimal genutzt werden können.
Termin: Freitag, 16. Januar 2026 | 13:00 – 14:00 Uhr
Darum lohnt sich die Teilnahme:
Mit kleinen Steckersolargeräten können Mieter*innen und Hauseigentümer*innen die Sonne zur Stromerzeugung nutzen – und das mit ganz wenig Aufwand. Seit die rechtlichen Hürden in den vergangenen Jahren abgebaut wurden, boomen die Solarzwerge in ganz Deutschland.
Doch diese Geräte, die nach der Anschaffung einfach aufgebaut und in die Steckdose gesteckt werden, müssen auch sicher sein. Um das zu gewährleisten, wurde in den vergangenen Jahren eine Produktnorm für Steckersolargeräte entwickelt, die am 1. Dezember 2025 gültig wurde. In dieser Norm werden viele Sicherheitsaspekte festgelegt – von der stabilen Befestigung am Balkongeländer bis zur elektrischen Sicherheit. Das Besondere: Es ist weltweit die erste Produktnorm für diese Geräte.
In diesem Webinar wird behandelt:
·Wie Steckersolargeräte funktionieren und genutzt werden
·Wie die neue Produktnorm entstanden ist
·Was die Sicherheitsaspekte in der Norm konkret für Verbraucher*innen bedeuten
·Welche Entwicklungen in Zukunft zu erwarten sind
Der Experte:
Jörg Sutter ist langjähriger Photovoltaik-Experte, unter anderem bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) aktiv, und hat über den DIN-Verbraucherrat an der Entwicklung der neuen Produktnorm mitgewirkt.
Für wen ist das Webinar?
Für alle, die bereits eine Steckersolaranlage besitzen, sich eine anschaffen möchten oder einfach mehr über das Thema erfahren wollen. Keine Vorkenntnisse erforderlich!
Am 16.01.2026 kostenfrei teilnehmen unter folgendem Link:
Webex-Link: https://din.webex.com/din/j.php?MTID=m34b2f9a61356b33239862ff65dc3a88b
Passwort: UMy6vu2h9VN
Fragen? Kontaktiere mich gerne: michaela.hildebrandt@din.de
Michaela Hildebrandt Projektmanagerin, DIN-Verbraucherrat
Nach Jagdunfällen: PETA fordert von Bundesminister Dobrindt Verbot der Hobbyjagd
09.01.2025
Medienberichten zufolge (NWZ vom 08.01.2026) hat ein Jäger am Mittwoch in Beckeln auf eine 58-Jährige geschossen und sie schwer verletzt. Demnach verwechselte der 77-Jährige, der sich in einem Hochsitz befand, wohl eine Gruppe Spaziergänger mit Tieren. Er setzte einen Schuss ab und traf die Frau in den Oberschenkel. Sie musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei Wildeshausen ermittelt und hat die Schusswaffe sichergestellt.
PETA weist darauf hin, dass Hobbyjagende jedes Jahr ungewollt mehrere Dutzend Tiere und Menschen verletzen oder sogar töten. Zudem fügen sie Hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zu. Angesichts ständiger „Fehlschüsse“ von Jägern auf Unbeteiligte fordert die Tierrechtsorganisation Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf, das Waffenrecht zu verschärfen und ein Verbot der Hobbyjagd einzuleiten.
„Wie viele Menschen und Tiere müssen noch sinnlos sterben oder verletzt werden, bevor die Hobbyjagd endlich verboten wird? Jedes Jahr ereignen sich zahlreiche solcher Tragödien, weil schießwütige Spaßjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Um weiteres Leid zu verhindern, ist nun der Gesetzgeber gefragt“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wir fordern zudem die Jagdbehörde des Landkreises Oldenburg auf, sicherzustellen, dass dieser Jäger nie wieder eine Waffe in der Hand halten darf.“
Hintergrundinformationen:
Unfälle mit tödlichen Schüssen und Selbstverletzungen häufen sich
In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Im November 2025 hat der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf seinen 20-jährigen Begleiter angeschossen, als sich beim Kontrollieren des Ladezustandes ein Schuss aus der Waffe löste. Ende April 2025 wurde ein 69-Jähriger in Haltern am See schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Jagdwaffe seines 56-jährigen Begleiters löste. Im selben Monat erschoss sich ein Jäger in Hagen versehentlich selbst, als sich bei der Beobachtung von Wildschweinen ein Schuss aus seiner Waffe löste. Anfang Januar 2025 wurde ein Jäger auf einem Hochstand bei Ruchow von einer mutmaßlich verirrten Kugel eines Jagdkollegen tödlich getroffen. Im Dezember 2024 wurde eine Frau bei einer Treibjagd in Barßel vor ihrem Wohnhaus durch einen Schuss schwer verletzt. Im August 2024 verletzte ein Jäger seinen Jagdbegleiter in Heubach schwer durch einen Schuss im Kopfbereich. Im Juni 2024 erlitt eine Frau in Huglfing einen Oberschenkeldurchschuss.
Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig
Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Den rund 400.000 Hobbyjagenden in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjägerinnen und -jäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6. [2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK. Springer-Verlag 2005.
(Quelle: Pressemitteilung PETA vom 09.01.2026)
Ergänzung:
Zu einem Jagdunfall ist es im November 2025 auch in Großefehn gekommen: Dabei wurden zwei Spaziergänger während einer Treibjagd von Schrotkörnern getroffen und verletzt. Gegen die Jägerin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, berichtet die NWZ am 24.11.2025.
Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn zum Jahresende gestiegen
08.01.2026
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Emsland, Grafschaft Bentheim) im Dezember 2025 gestiegen. 9.821 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 354 Personen mehr als im November und 120 Personen bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug – wie im Dezember 2024 – 3,5 Prozent.
„Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Nordhorn ist zum Jahreswechsel für diese Jahreszeit nicht unüblich, zeigt aber, dass auch unser regionaler Arbeitsmarkt nicht mehr der “Selbstläufer“ der vergangenen Jahre ist“, erläutert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Die schwierige wirtschaftliche Lage hält weiterhin an und hinterlässt zunehmend Spuren am Arbeitsmarkt in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland“, so Duvinage. „Die Situation am Arbeitsmarkt in unserer Region verschärft sich zunehmend, in der Folge wird die Arbeitslosigkeit aufgrund unserer Beobachtungen und Rückmeldungen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern möglicherweise weiter steigen“, erläutert der Arbeitsmarktexperte abschließend.
Die Spanne der Quoten in den Geschäftsstellenbezirken reichten im Dezember 2025 von 3,1% in Lingen bis 4,4 % in Papenburg. Im Dezember 2024 betrug die Quote hier 4,1 %. Die Arbeitslosigkeit stieg damit im Bereich der Geschäftsstelle Papenburg um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
In der Geschäftsstelle Sögel lag die Arbeitslosigkeit im Dezember 2025 bei 3,2 % und reduzierte sich damit um 3,4 % gegenüber dem Dezember 2024. (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn, Pressemitteilung, Arbeitsmarktreport Dezember 2025)
Dünenbad morgen geschlossen
08.01.2026
Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen muss das Dünenbad am morgigen Freitag, den 09.01.26 geschlossen bleiben. Die Schließung ist ausschließlich für morgen vorgesehen. Badegäste sollten sich dennoch am besten bis auf Weiteres tagesaktuell unter https://www.duenenbad.de/ über die Öffnungszeiten informieren, falls weitere Schließungen erforderlich werden sollten.
Öffentliche Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
07.01.2026
Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte. Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Quellen stagnierte 2025, wobei die rückläufige Braunkohlestromerzeugung durch eine steigende Erdgasnutzung ausgeglichen wurde.
Stärkster Nettostromerzeuger war die Windkraft, obwohl die Produktion aufgrund schlechterer Windverhältnisse mit 132 Terawattstunden (TWh) um 3,2 Prozent niedriger war als im Vorjahr. Der Anteil von Wind onshore betrug etwa 106 TWh, Wind offshore erzeugte etwa 26,1 TWh. Onshore wurden 4,5 Gigawatt (GW) neuer Leistung zugebaut, offshore nur 0,29 GW. Damit bleibt der Windausbau deutlich unter den deutschen Ausbauzielen zurück: Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 GW vorgesehen, tatsächlich installiert sind nur 68,1 GW.
Photovoltaikanlagen haben im Jahr 2025 ca. 87 TWh Strom erzeugt. Davon wurden ca. 71 TWh in das öffentliche Netz eingespeist und 16,9 TWh selbst verbraucht. Die gesamte Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 15 TWh bzw. 21 Prozent erhöht, wodurch die Photovoltaik bei der öffentlichen Nettostromerzeugung auf Platz zwei vorrückte. Die installierte Solarleistung lag Ende 2025 bei 116,8 Gigawatt Modulleistung (DC).
Aus Biomasse wurden in Deutschland ca. 41,1 TWh Strom produziert (2024: 37 TWh), wobei 36 TWh ins Netz eingespeist und 5,1 TWh selbst verbraucht wurden. Die Wasserkraft produzierte aufgrund niedriger Niederschläge nur ca. 17,8 TWh (2024: 22,3 TWh).

Wind und Photovoltaik waren in 2025 erstmals die führenden Nettostromerzeuger. (© Fraunhofer ISE/energy-charts.info)
Bei Batteriespeichern ist eine besonders dynamische Entwicklung zu beobachten. Hohe untertägige Strompreisschwankungen machen ihren Betrieb attraktiv, während stark gesunkene Kosten infolge der Skalierung im Mobilitätssektor Investitionen begünstigen. Entsprechend wächst das Interesse an Netzanschlüssen für Großbatteriespeicher, von denen bereits mehrere in Betrieb sind. Die Kapazität der Großbatteriespeicher stieg im Jahresverlauf von 2,3 auf 3,7 GWh (+60 Prozent). Insgesamt sind derzeit knapp 25 GWh Batteriespeicher-Kapazität installiert, der Großteil mit knapp 20 GWh als Heimspeicher. Die Modellierungen des Fraunhofer ISE zeigen je nach Szenario bis 2030 einen Speicherbedarf von 100 bis 170 GWh auf.
„Mit dem Hochlauf von Großbatteriespeichern verändert sich die Funktionsweise des deutschen Stromsystems grundlegend. Während Effekte auf die kurzfristige Flexibilitätsbereitstellung bereits sichtbar sind, lassen sich systemische Auswirkungen z. B. auf Reservekraftwerke bislang nur abschätzen. Diese Entwicklungen erfordern, Batteriespeicher explizit in der Ausbauplanung, in der Systemplanung sowie im Strommarktdesign zu berücksichtigen“, erklärt Leonhard Gandhi, Projektleiter Energy-Charts am Fraunhofer ISE. (Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Presseinformation vom 01.01.2026)
Deutsche Papierindustrie strauchelt
06.01.2026
Ein kurzer Blick auf die Meldungen im Branchenfachportal Euwid zeigt, wie viele Unternehmen der Papier- und Verpackungsindustrie aktuell turbulenten Zeiten erleben. Kaum ein Monat schien 2025 zu vergehen, in dem nicht ein Betrieb Insolvenz angemeldet, ein Werk geschlossen oder eine Firma »Sanierungen« angekündigt hatte, schreibt die Tageszeitung junge Welt in ihrer Internetausgabe vom 03.01.2026.
Die Zeitung geht genauer auf das Insolvenzverfahren der Papierfabrik Feldmuehle im schleswig-holsteinischen Uetersen Mitte Dezember 2025 ein; zum Jahresende wurde der Schritt vollzogen. Dabei stehe das Papierwerk exemplarisch für die schwierige Lage der gesamten Branche in der BRD, schreibt die Zeitung weiter.
Für das Unternehmen sei es bereits das dritte Insolvenzverfahren innerhalb von sieben Jahren gewesen. Bei der Konkursmeldung im Mai 2025 habe die Geschäftsführung vor allem die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise für die schlechten Bilanzen verantwortlich gemacht, hat die junge Welt der Branchenzeitung Neue Verpackung entnommen.
Laut Schleswig-Holstein-Magazin des NDR vom 10.12.2025 erhalten die etwa 180 Beschäftigten keine Abfindungszahlungen, da es sich um eine Insolvenz handelt.
Die Geschichte des Unternehmens Feldmühle kann man bei Wikipedia nachlesen. Danach zählte die Feldmühle nach Wertschöpfung zeitweise zu den zehn größten Unternehmen Deutschlands. Seit 2015 lagen die Namensrechte beim Werk in Uetersen, das seither als Feldmuehle GmbH firmierte.
Bei der Ankündigung zum endgültigen Schließen des Werkes monierte das Unternehmen neben den hohen Stromkosten laut junge Welt auch die angeblich zu hohen bürokratischen Hürden. Das entspreche im Großen und Ganzen der Linie der Branchenlobby. „Wer die Deindustrialisierung Deutschlands aufhalten will, muss bei den entscheidenden Standortfaktoren Energie, Bürokratie und Abgaben nachbessern“, wird Hans-Christoph Gallenkamp, Präsident des Verbandes „Die Papierindustrie“ zitiert. Schuld an der Misere seien also wie immer: alle anderen, schlussfolgert die junge Welt.
Die von der Branche selbst geschaffenen Überkapazitäten und der schon vor Jahren absehbare Nachfragerückgang – abgesehen von Verpackungsprodukten durch den Bedarf im Internethandel – sieht der Verband offensichtlich nicht als ein Grund für die Misere.
Dry January: Alkoholische Getränke in Deutschland so billig wie in fast keinem anderen EU-Land
05.01.2026
Im Dry January („trockener Januar“) verzichten viele Menschen den kompletten Monat auf den Konsum von Alkohol und erhoffen sich unter anderem positive Effekte auf ihre Gesundheit. Wein, Spirituosen und Bier waren in Deutschland zuletzt im europäischen Vergleich günstig. Die Preise alkoholischer Getränke im Einzelhandel lagen im Oktober 2025 in Deutschland 14 % unter dem Durchschnitt der Staaten der Europäischen Union (EU), wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Lediglich in Italien waren alkoholische Getränke noch günstiger (-19 % gegenüber EU-Durchschnitt). In Finnland war das Preisniveau für Alkohol EU-weit am höchsten und lag 110 % über dem EU-Durchschnitt. Auch in einigen Nachbarstaaten Deutschlands war Alkohol vergleichsweise teuer: In Dänemark kosteten alkoholische Getränke 23 % mehr als im EU-Durchschnitt. Auch in Belgien (+13%) und in Polen (+9 %) war das Preisniveau für Alkohol höher. Frankreich, die Niederlande und Luxemburg lagen ungefähr im EU-Durchschnitt. In Tschechien (-7 %) und in Österreich (-11 %) lagen die Preise für alkoholische Getränke hingegen unter dem EU-weiten Durchschnitt.

Alkoholkonsum pro Kopf binnen zehn Jahren um knapp einen Liter gesunken
Der Alkoholkonsum in Deutschland ist vergleichsweise hoch: Im Jahr 2022 wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Deutschland 11,2 Liter reiner Alkohol pro Person ab 15 Jahren getrunken – das entspricht umgerechnet 448 Gläsern Bier (0,5 Liter, Alkoholgehalt 5 % vol.). Der Konsum ist rückläufig: Zehn Jahre zuvor war es mit 12,1 Liter pro Kopf noch knapp ein Liter mehr. Im EU-Vergleich lag Deutschland 2022 beim Pro-Kopf-Alkoholkonsum zusammen mit Frankreich und Portugal auf dem neunten Platz. EU-weit am meisten wurde im Jahr 2022 mit 17,1 Liter reinem Alkohol pro Kopf in Rumänien getrunken. Auf Platz 2 lag Lettland (14,7 Liter pro Kopf) und auf dem dritten Platz Tschechien (13,7 Liter pro Kopf). Am wenigsten Alkohol wurde in der EU in Griechenland (7,0 Liter pro Kopf), Malta (6,2 Liter pro Kopf) und Zypern (5,2 Liter pro Kopf) getrunken. (Quelle und weitere Details: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N001 vom 5. Januar 2026)
„Nacht der Ausbildung“ bei UPM in Dörpen am 6. Februar 2026
05.01.2026
UPM ist nach eigenen Angaben ein Unternehmen für Materiallösungen, das Produkte und ganze Wertschöpfungsketten mit einem umfangreichen Portfolio an erneuerbaren Fasern, fortschrittlichen Materialien, Dekarbonisierungslösungen und grafischen Papieren transformiert. Das Unternehmen ist weltweit tätig und beschäftigt rund 15.800 Mitarbeitende bei einem Jahresumsatz von rund 10,3 Milliarden Euro.
Die UPM-Betriebe in Dörpen laden am Freitag, den 6. Februar 2026 interessierte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren und deren Eltern zur „Nacht der Ausbildung“ ein. Von 15.00 bis 21.00 Uhr können sich junge Leute bei einer Werksführung über die Ausbildungsberufe bei Nordland Papier GmbH, UPM Sales GmbH, nortrans Speditionsgesellschaft mbH und NorService GmbH informieren.
Aktuell wird in folgenden Berufen ausgebildet:
Industriemechaniker/-in
Industriekaufmann/-frau
Papiertechnologe/-technologin
Bachelor of Engineering – Fachrichtung Papiertechnik
Fachkraft für Lagerlogistik
Maschinen- und Anlagenführer/-in
Elektroniker/-in für Betriebstechnik
Zudem werden Plätze für FOS-Praktikanten/innen im technischen und kaufmännischen Bereich angeboten.
Während des zweieinhalbstündigen Rundgangs werden Auszubildende und Ausbilder vor Ort über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten informieren und gern auch Fragen beantworten. Um 18.30 Uhr findet die letzte Führung statt. Bitte achten Sie auf festes Schuhwerk.
Um die Organisation zu erleichtern, ist eine Anmeldung bis zum 02.02.2026 entweder per E-Mail an
nachtderausbildung@upm.com,
per Post an UPM Nordland Papier, Nacht der Ausbildung, Nordlandallee 1, 26892 Dörpen
oder telefonisch unter 04963/401-1877
notwendig.
VVN-BdA verurteilt völkerrechtswidrigen US-Angriff auf Venezuela
03.01.2026
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) nimmt mit folgender Pressemitteilung Stellung zum Angriff der USA auf Venezuela:
Mit Entsetzen nimmt die VVN-BdA zur Kenntnis, dass auf die völkerrechtswidrigen US-Militäreinsätze gegen venezolanische Schiffe und Boote nun ein großangelegter Militäreinsatz im Landesinnern gefolgt ist. Strategie und Taktik der USA orientieren sich dabei ganz offensichtlich an der US-Politik der 70er und 80er Jahre in Lateinamerika. Handlungsleitend ist dabei weiterhin die sogenannte Monroe-Doktrin nach der die USA die unabänderliche Vormachtstellung in Mittel- und Südamerika haben sollten. Die Botschaft an die anderen lateinamerikanischen Staaten ist klar: die USA nehmen ihren „Hinterhof“ wieder in Besitz und wer sich den US-amerikanischen Interessen nicht beugt, muss mit härtesten Konsequenzen rechnen.
Unabhängig davon, wie die Regierung Maduro politisch einzuschätzen ist, führt das Vorgehen der Trump-Administration zu einer weiteren Implosion regelbasierten Vorgehens in der Weltpolitik. Mit Donald Trump und seiner Administration sind eine regelbasierte Ordnung und Rechtsstaatlichkeit nicht möglich und Frieden unerreichbar.
Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen Angriff zu verurteilen und der Erosion des Völkerrechts mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten.
USA raus aus Venezuela – Lateinamerika ist kein „Hinterhof“!
Wolfsangriffe: Herdenschutz entspricht häufig nicht den Vorschriften
02.01.2026
Der NDR berichtet heute über die Auswertungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu Wolfsangriffen in Niedersachsen. Landesweit wurden bis zum 30.12.2025 demnach 238 Wolfsangriffe offiziell bestätigt. Die meisten Angriffe gab es dem NLWKN zufolge im Landkreis Cuxhaven mit 52 Wolfsrissen, wobei 147 Nutztiere getötet wurden.
Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und hebt sich deutlich von anderen Landkreisen ab: An zweiter Stelle steht mit 27 Rissen der Landkreis Uelzen, gefolgt vom Landkreis Harburg mit 18 Rissen und dem Landkreis Emsland mit 16 Rissen.
Allerdings ist der Landkreis Emsland flächenmäßig etwa doppelt so groß wie die Landkreise Uelzen und Harburg. Dies sollte bei einem direkten Vergleich der Risszahlen bedacht werden. Bezogen auf die Fläche wären die Zahlen also nicht einmal halb so hoch wie in den beiden Landkreisen im Osten Niedersachsens.
Expertinnen und Experten der Landwirtschaftskammer überprüfen jeweils, ob ein Riss tatsächlich einem Wolf zuzuordnen ist und begutachten auch den Herdenschutz. Dabei stellte sich heraus, dass von allen gemeldeten Fällen im Jahr 2025 der Herdenschutz nur in 32 Fällen den Vorgaben der Richtlinie Wolf entsprach, in 140 Fällen dagegen nicht.
Über die im Seitenkanal Gleesen-Papenburg am Zufluss der Wippinger Dever entstandenen Inseln haben wir wiederholt berichtet. Dabei stand für uns die Frage im Mittelpunkt, ob der Kanalabschnitt zwischen der Neudörpener Straße und dem Mittelweg das aus Entwässerungsgräben in den Kanal eingeleitete Wasser auch zukünftig noch sicher ableiten kann. Dabei wären nach unserer Einschätzung nicht nur übliche Niederschlagsmengen in Betracht zu ziehen, sondern auch die Folgen möglicher Starkregenereignisse zu berücksichtigen.
Auf dieses Thema wird in den Medien und auch in Veröffentlichungen der Landesregierung hingewiesen. So greift das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die Gefahren durch Starkregen in der neuen Studie „Klimarisikoanalyse für Niedersachsen 2025“ auf. Im Abschnitt 4.3.2 wird erläutert, dass Starkregen überall in Niedersachsen auftreten kann. Dabei können kleinere Fließgewässer schnell anschwellen, sich in reißende Ströme verwandeln und großräumig über die Ufer treten. Durch geringe Fließgeschwindigkeiten und/oder fehlender Entwässerungs- oder Abflussmöglichkeit im Flachland kann das Wasser z. B. auf landwirtschaftlichen Flächen lange stehen und durch Staunässe Schäden an den Pflanzen verursachen. Darüber hinaus können Starkregenereignisse indirekt auch zu erhöhten Stoffeinträgen ins Grundwasser führen. Bedingt durch den Klimawandel wird davon ausgegangen, dass zukünftig mit einer Zunahme von Wetterextremen zu rechnen ist.
Diese Erkenntnisse waren für uns vor einigen Wochen Anlass, beim Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände um eine Bewertung der aktuellen Situation im Seitenkanal am Zufluss der Wippinger Dever nachzufragen, da hier der Wasserabfluss offensichtlich durch die entstandene Insellandschaft eingeschränkt ist.
Der Kreisverband hat uns nun mitgeteilt, dass man „im Moment keine Gefährdung für den Wasserabfluss“ sehe, und auch die letzte Gewässerschau habe nichts anderes ergeben. Dennoch sei es richtig, dass die Wippinger Dever in diesem Bereich weiter genau beobachtet werden müsse.
Auf unsere konkrete Frage, ob der Wasserabfluss der Wippinger Dever über den Seitenkanal auch bei einem Starkregenereignis gesichert sei, geht der Kreisverband in seinem Antwortschreiben allerdings nicht ein.
Zur Erinnerung: In einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Gemeinde Dörpen aus dem Jahr 1967 ist festgelegt, dass die Gemeinde Dörpen für die Folgen der Einleitung der Wippinger Dever in den Seitenkanal verantwortlich ist. Und es wird wohl kaum zu bestreiten sein, dass die Inselbildung im Kanal eine Folge der Einleitung des Entwässerungsgrabens ist, denn dieser führt reichlich Sediment und Treibgut mit sich, das sich dann im Seitenkanal ablagert. Als Beispiele seien hier Ausspülungen von Bisam- und Nutriahöhlen oder ins Wasser geratenes Mähgut von den Grabenseitenflächen genannt.
Die Folgen dieser Fracht aus der Wippinger Dever ist eine bereits jetzt ca. 150 Meter lange Insellandschaft und eine über zwei Meter hohe Schlammschicht im weiteren Verlauf des Kanals bis zum Mittelweg. Inseln und Schlamm müssten zumindest teilweise entfernt werden, wenn kein ausreichender Wasserabfluss in Fließrichtung des Seitenkanals mehr möglich ist. Doch aufgrund eines vor Jahrzehnten festgestellten Munitionsverdachtes für den Kanalabschnitt dürften Baggerarbeiten wohl kaum ohne eine vorherige Klärung der Ablagerung von Munition im Gewässer vorgenommen werden. Schon diese Munitionssondierung und eine evtl. erforderliche Bergung dürften Kosten verursachen, die die stark verschuldete Gemeinde kaum tragen könnte. Es ist also an der Zeit, das Problem der Inselbildung im Seitenkanal verbunden mit der Klärung der Gefahren durch Weltkriegsmunition im Seitenkanal anzugehen und Lösungen für die Wasserableitung der Wippinger Dever zu suchen. Ansonsten könnten ein Starkregenereignis oder ein nächstes Hochwasser die Gemeinde unvorbereitet treffen und zumindest für das Umfeld des Seitenkanals östlich von Dörpen schlimmere Folgen nach sich ziehen als das Winterhochwasser 2023/2024.
Baumfällungen an der alten B401 nördlich des DUK-Hafengeländes
31.12.2025
Nördlich des Geländes der Dörpener Umschlaggesellschaft (DUK) östlich des Hafenbeckens wurden gestern Bäume entlang der Straße nach Dörpen-Haar (ehemalige B401) gefällt. Die Mannschaft und ihre Ausrüstung ließ nicht auf einen gewerblichen Forstdienstleistungsbetrieb schließen. Offenbar waren hier private Holzwerber am Werk, die die freie Zeit zwischen den Jahren zur Brennholzbeschaffung nutzten.
Besonders auskunftsfreudig waren die mit Motorsägen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen ausgestatteten Holzfäller nicht. Bei Nachfragen sollten sie an die Gemeinde verweisen, wurde kurz mitgeteilt. In der Verwaltung war aber niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Sicherlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Holz von Gemeindeflächen an private Brennholzwerber abgegeben wird. Nur sollten alle Interessierten in der Gemeinde davon erfahren, wenn die Gemeinde Holz abzugeben hat. So kann Neid und Missstimmung bei den nicht informierten Ofenbesitzern vermieden werden, und das Holz bleibt in der Gemeinde, in der es gewachsen ist.
Grund für die Baumfällung dürfte sein, dass die schmale Straße vom nördlichen Tor des DUK-Geländes bis zur breiteren, ehemaligen B401 für längere Fahrzeuge zu beengt ist. In der Vergangenheit mussten für den Abtransport von Rotorblättern für Windkraftanlagen besondere Vorkehrungen zur Sicherung der Straßenränder getroffen werden. Die langen Bauteile konnten nur mit Nutzung des Straßenseitenraums um die Kurve zum breiten Straßenabschnitt transportiert werden. Nach den Baumfällungen ist nun mehr Freiraum für weitere Transport geschaffen.
Burgdorf-Interview: E 233 und Sirenen, aber keine Geburtsstation in Sögel und keine Wohnungsbaugesellschaft
31.12.2025
Landrat Burgdorf hat der Neuen Osnabrücker Zeitung am 28.12.2025 ein Interview mit einem Ausblick auf das Jahr 2026 gegeben. Hallo Wippingen hat dieses Interview analysiert und kommentiert. Nachfolgend übernehmen wird den Text.
„Die Politik auf Bundesebene muss sich endlich durchringen zu großen Reformen, die es braucht, die aber auch wehtun werden.“ Mit diesem Nonsense-Satz endet die erste Antwort in dem Interview der Ems-Zeitung mit Landrat Marc-André Burgdorf. Dieser Satz heißt nichts und kann auch alles bedeuten. Etwas Kritik darf sein, aber mit dem „auch wehtun werden“ wird Einverständnis mit dem von der Bundesregierung betriebenen Sozialabbau signalisiert.
Dann ärgert sich Burgdorf darüber, dass die E 233 noch immer nicht gebaut worden ist, weil Planung, Genehmigung und Bauausführung in Deutschland lange brauchen. Vielleicht liegt es ja gar nicht daran, sondern daran, dass diese Straße die 1,2 Mrd. €, die sie mindestens kosten wird, einfach nicht wert ist. Und daran, dass die Gegner des Vorhabens, wie der Nabu einfach ein paar gute Argumente haben und das Ganze auch umweltfreundlicher und billiger zu haben wäre.
Das Krankenhaussterben hält Burgdorf offensichtlich für einen schicksalhaften Vorgang. Hier ist nicht zu kritisieren, dass der Landkreis die Zusammenschlüsse der Krankenhäuser auf Landkreisebene unterstützt hat. Aber mit der Schließung der Geburtsstation in Sögel hat Burgdorf sich offensichtlich abgefunden und gibt als Beruhigungspille aus, dass dies nicht den Anfang vom Ende des Hümmling-Hospitals bedeuten müsse. Was man aber vom Landrat und der Kreispolitik erwarten könnte, ist der Widerstand gegen die Krankenhauspläne der Bundes- und Landesregierung. Stattdessen werden die Parteipolitiker der CDU und SPD, die das Krankenhaussterben offensiv betreiben, von der hiesigen Politik hofiert.
Dass Klimaereignisse wie Hochwasser, Moorbrände oder Stromausfälle entsprechende Katastrophenschutzpläne brauchen, wird niemand bestreiten. Aber Burgdorf fordert im Zusammenhang mit seinem Lob des Ausbaus der Sireneninfrastruktur durch den Landkreis, die Bevölkerung müsse resilienter werden. Er selbst outet sich als Prepper, der Vorräte für den Kriegsfall angelegt hat.
Nun könnte man das als einen gewissen Fatalismus durchgehen lassen, wenn Burgdorf in der nächsten Antwort nicht die Hoffnung auf die Ansiedelung von Rüstungsindustrie äußern würde. Eine Geburtsstation kann es nicht mehr in Sögel geben, aber Produktionsstätten für Mordwerkzeug werden als erstrebenswerte Zukunftsvision angeboten. Logisch, dass bei solchen Zukunftsaussichten auch jeder Vorräte bunkern sollte. Das klingt nicht einfach nach Vorsorge. In der Friedensbewegung wird die Werbung für den sogenannten Zivilschutz für einen Teil der Kriegspropaganda gehalten.
Witzig wird es, wenn Burgdorf die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft durch den Landkreis Emsland mit der Begründung ablehnt, es brauche individuelle Lösungen vor Ort. Burgdorf tut hier so, als sei er Chef eines großen Landes, in dem die Regierung nicht weiß, was in den entlegenen Regionen so vor sich geht. Er ist aber Landrat eines Landkreises mit 335.000 Einwohnern. Da sollte der Landrat noch wissen, was so vorgeht, zumal die vom Landkreis Emsland in Auftrag gegebene Aktualisierung des Wohnraumversorgungskonzeptes genau benennt, wo welche Wohnungen fehlen. Man stelle sich vor, der Oberbürgermeister von Köln würde öffentlich sagen, er könne zur Wohnraumversorgung in Köln-Deutz leider nichts sagen.
Er verweist in seiner Antwort ausschließlich auf die Ausweisung von neuem Bauland, für die in der Tat die Gemeinden zuständig sind. Das Wohnraumversorgungskonzept schlägt aber ausdrücklich den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen durch die Öffentliche Hand vor. Das hatte auch die SoVD-Kreisvorsitzende Kötter gefordert. Eine Wohnungsbaugesellschaft auf Kreisebene könne gerade den finanzschwächeren Gemeinden helfen. Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft würde dem Landkreis deutlich einfacher von der Hand gehen, als einer finanzschwachen Kommune. Eine kreisweite Wohnungsbaugesellschaft könnte zudem Rationalisierungseffekte beim Bau von Mietshäusern besser ausnutzen. Burgdorf fällt stattdessen ein, Senioren sollten ihre Wohnungen aufgeben und an junge Familien vermieten. Dafür brauche es „aber alternativen Wohnraum für die ältere Generation“ fällt ihm dazu ein. Da hat er mal recht. (Quelle: jdm/Hallo Wippingen)
Wetter 2025: Ein Sonnenjahr mit ungewöhnlicher Wärme und deutlichem Niederschlagsdefizit
30.12.2025
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits einen Tag vor Jahresende eine Einordnung des Wetters im Jahr 2025 vorgenommen – es war sehr warm, sonnenreich und niederschlagsarm. Dies gilt so auch für Niedersachsen und auch für Dörpen. Die Jahresmitteltemperatur erreichte hier 10,4 °C und lag damit 1,8 Grad über dem Referenzwert 8,6 °C der Referenzperiode 1961-1990.
Die Jahresniederschlagsmenge betrug nur 600 l/m² und blieb rund ein Fünftel unter dem Mittel (746 l/m²). In Dörpen lag die Summe der Niederschläge an der DWD-Wetterstation bei etwa 670 l/m².
Die kältestete Phase etablierte sich Mitte Februar: Mit -15,2 °C meldete Bad Harzburg am 17.02. das Minimum für Niedersachsen. Zum Vergleich: In Dörpen wurden am 17.02. Minus 5,2 °C und am 18.02. Minus 7 °C gemessen, am Boden waren es Minus 10,5 °C.
Das Frühjahr 2025 setzte als Sonnigstes neue Maßstäbe, und war in Niedersachsen zugleich außergewöhnlich trocken.
Der Sommer brachte am 02.07. mit subtropischen 38,7 °C in Barsinghausen-Hohenbostel (20 km westlich von Hannover) den Höhepunkt der warmen Jahreszeit. In Dörpen waren es an dem Tag 33,6 °C, und am 13.08. waren es mit 33,9 °C sogar noch etwas mehr.
In der insgesamt sehr positiven Sonnenscheinbilanz für Niedersachsen mit 1860 Stunden (Referenzwert 1456 Stunden), einem Plus von rund 28 Prozent, fielen lediglich Juli und Oktober aus dem Rahmen und wiesen als Monate eine negative Abweichung auf. In Dörpen wurden etwa 1800 Sonnenstunden erfasst.
(Quelle und weitere Details: Pressemitteilung DWD, Werte für Dörpen wurden der Michael Theusners Wetter- und Klimaseite entnommen: mtwetter.de)
Ärztepräsident zu Böllerverbot: Bund und Länder müssen endlich handeln
29.12.2025
Wenige Tage vor Silvester hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt an die Politik appelliert, mit einem Böllerverbot ihrer Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung gerecht zu werden. „Die Innenministerinnen und -minister von Bund und Ländern müssen endlich handeln und die Bevölkerung vor den Gefahren der Knallerei schützen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)
Gegen organisierte Feuerwerke an zentralen Plätzen sei nichts einzuwenden, doch die „ungeregelte Knallerei“ führe immer wieder zu schweren Verletzungen auch bei Unbeteiligten. Diese ängstige viele Menschen, sei schlecht für das Klima und verursache enormen Müll. „Das hat nichts mit Verbotskultur zu tun, sondern zeugt von der Einsicht einer reifen Gesellschaft, etwas Gefährliches zu lassen“, betonte Reinhardt. Jedes Jahr erlitten zahlreiche Menschen Verletzungen durch explodierende Feuerwerkskörper. Kinder und Jugendliche seien häufig von Knalltraumata betroffen. Hinzu kämen Verletzungen am Auge und Verbrennungen. „Das sorgt für volle Notaufnahmen in den Kliniken und kostet die gesetzliche Krankenversicherung Millionen.“
In der Vergangenheit seien zudem immer wieder Knallkörper als Waffen gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte eingesetzt worden. Es sei auch vollkommen daneben, das neue Jahr mit Raketen zu begrüßen, während hierzulande mehr als eine Million Kriegsflüchtlinge lebten – etwa aus der Ukraine, aus Syrien oder aus Gaza. „Viele von ihnen haben in ihrer Heimat Bomben und Granaten erleben müssen. Da löst die Silvesterknallerei nicht selten sogar Todesängste aus“, warnte Reinhardt. (Quelle: Pressemitteilung Bundesärztekammer)
Krickente ohne typisches Fluchtverhalten auf einem Graben nördlich von Neudörpen
28.12.2025
Krickenten sind in den Wintermonaten auf unseren Gewässern keine Seltenheit. In der Regel kann man diese Enten in größeren Gruppen auf breiteren Gewässern, wie dem Seitenkanal Gleesen-Papenburg, beobachten. Allerdings sind die Tiere in der Regel Scheu und flüchten oft schon bei einer Annäherung von etwa 50 Metern.
Das Verhalten einer einzelnen weiblichen Ente auf einem schmalen Graben nördlich von Neudörpen gibt jedoch Rätsel auf. Die kleine Ente zeigte kaum Fluchtverhalten. Erst als wir uns ihr auf etwa zehn Meter genähert hatten, schwamm sie etwas beunruhigt auf dem Wasser, entfernte sich aber nicht von der Stelle.
Stunden später war das Tier an derselben Stelle anzutreffen. Es ruhte mit eingezogenem Kopf am Ufer des Grabens. Wie zuvor schwamm die Ente bei Annäherung ein wenig auf der Stelle, ohne ein typisches Fluchtverhalten zu zeigen.
EU-Parlament: EVP bereit mit Rechten abzustimmen
28.12.2025
Der Chef der konservativen Parteiengruppe im Europaparlament EVP, Manfred Weber (CSU), schließt weitere gemeinsame Abstimmungen mit rechten und rechtsextremen Parteien nicht aus. Vergangenen November konnte die EVP das Lieferkettengesetz im Europaparlament nur mit den Stimmen rechter und rechtsextremer Parteien abschwächen. Dies war auf Kritik gestoßen.
(Quelle und mehr: ZDFtext, 27.12.25, 12:04:24 Uhr)
Landkreis Emsland gewinnt Niedersächsischen Preis für Kommunale Prävention
27.12.2025
Eine besondere Auszeichnung konnte der Landkreis Emsland in Hannover von Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann entgegennehmen: Der Niedersächsische Preis für Kommunale Prävention wurde dem Landkreis Emsland als einzigem Preisträger 2025 für herausragende Projekte in der Jugendarbeit zugesprochen. Der Preis, der mit 5000 Euro für die Jugendarbeit dotiert ist, wird vom Landespräventionsrat (LPR) ausgelobt.
Insbesondere der erzieherische Kinder- und Jugendschutz im Bereich der Sucht-, Medien- und Gewaltprävention ist neben dem gesetzlichen Jugendschutz mit Jugendschutzkontrollen im Landkreis Emsland von großer Relevanz. So sind ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol, beim Konsum von E-Zigaretten und bei der Nutzung Sozialer Medien Themen, die in der Arbeit mit Jugendlichen eine maßgebliche Rolle spielen.
Konkrete Projekte, die Präventionsansätze verfolgen sind u. a. Communities That Care (CTC), das 2009 als niedersächsisches Pilotprojekt im Landkreis Emsland gemeinsam mit der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und dem Landespräventionsrat Niedersachsen als Langzeitprojekt gestartet war. Mittlerweile findet CTC in acht emsländischen Kommunen statt. (Quelle und weitere Infos hierzu: Pressemitteilung Landkreis Emsland)
44 Millionen Euro für den Waldumbau: Neue Förderrichtlinie startet zum 1. Januar
26.12.2025
Zum 1. Januar 2026 tritt die überarbeitete Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen in Kraft. Waldbesitzende können ab dem neuen Jahr über die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) Anträge stellen. Formulare und weiterführende Informationen gibt es online unter https://www.agrarfoerderung-niedersachsen.de/ sowie unter https://www.ml.niedersachsen.de/forstfoerderportal.
Die Förderung umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen, die den Wald als Lebensraum, Wirtschaftsfaktor und Klimaschützer stärken sollen. Dazu zählen unter anderem:
- Klimagerechter Waldumbau und Wiederaufforstung nach Schadereignissen
- Jungbestandspflege zur Stabilisierung und Förderung standortgerechter Baumarten
- Erstaufforstung
- Pflege und Entwicklung von Waldrändern
- Bodenschutzkalkung zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit
- Investitionen in die forstwirtschaftliche Infrastruktur, z. B. Wegebau oder Lagerplätze
Eine wesentliche Neuerung betrifft die Umstellung der Waldentwicklungstypen auf neue Förderverjüngungstypen und die damit einhergehende Baumartenzusammensetzung. Diese greift eine geeinte Forderung der Partner des Niedersächsischen Wegs auf. Noch stärker als bisher werden die europäischen Laubbäume in das Zentrum der forstlichen Verjüngung gesetzt. Zudem wurde das Thema Waldbrandprävention verstärkt: Förderungen für die Errichtung von Löschwasserentnahmestellen sind beispielsweise nun in waldbrandgefährdeten Gebieten möglich. Nicht zuletzt wurde seitens der Landesregierung eine kontinuierliche und sichere Abrufbarkeit der Fördergelder durch eine dreijährige Planung sichergestellt. Hierdurch werden bürokratische Hürden abgebaut, die Pflanzungen oder andere forstliche Maßnahmen in der Planung erschwert hatten. (Quelle und mehr: Pressemitteilung Landwirtschaftsministerium Niedersachsen.
Deutsche Banken: Willige Helfer gegen die Meinungsfreiheit
25.12.2025
Kurz hintereinander haben die GLS Bank und die Sparkasse am Sitz der Solidaritätsvereinigung Rote Hilfe e.V. in Göttingen alle Konten des strömungsübergreifenden linken Zusammenschlusses gegen staatliche Repression gekündigt.
Die Rote Hilfe geht davon aus, dass die Listung der sogenannten »Antifa Ost« als ausländische Terrororganisation durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump der Grund der plötzlichen Kontokündigungen ist. Eine Gruppe namens »Antifa Ost« gibt es gar nicht…
Dies und mehr berichtet die Tageszeitung junge Welt in ihrer Internetausgabe.
Ebenso erging es dem Schweizer Ex-Militär und Buchautor Jacques Baud. Der EU-Rat für Auswärtige Angelegenheiten hatte Baud mit seinem Beschluss vom 15. Dezember mit Sanktionen belegt, die unter anderem seine Konten sperrten und seine Reisefreiheit beendeten. Die NachDenkSeiten berichteten wiederholt über diesen Fall und über ähnliche Vorgänge.
Wehrdienstgesetz: Warum haben die Grünen diese Bundesrat-Entscheidung nicht verhindert?
24.12.2025
Am 5. Dezember 2025 verabschiedete der Bundestag Boris Pistorius’ Gesetz über ein neues Wehrdienstmodell. Am 19. Dezember 2025 stimmte der Bundesrat ebenfalls zu. Haben die Demonstrationen und der Streik der Schüler also nichts gebracht? Und warum haben die Grünen diese Bundesrat-Entscheidung nicht verhindert, obwohl das möglich gewesen wäre?
In einem Artikel auf den NachDenkSeiten befasst sich Maike Gosch mit diesen Fragen. Oft werde als Argument aufgeführt, es gehe gar nicht um eine neue Wehrpflicht, sondern nur um einen freiwilligen Wehrdienst. Den meisten sei aber klar, dass es sich hierbei um einen ersten Schritt hin zu einer Wiedereinführung einer allgemeinen Wehrpflicht handele, die aktuell politisch noch nicht durchsetzbar sei.
Falls aber die Personalziele der Bundeswehr verfehlt werden, wird der Bundestag über die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht entscheiden, mit der dann junge Männer zwangsweise zum Wehrdienst einberufen werden können.
Maike Gosch zitiert Sahra Wagenknecht, die auf Facebook sich folgendermaßen geäußert hatte:
„Die Grünen hätten das Wehrdienstgesetz im Bundesrat noch stoppen können. Doch ihre Landesregierungen haben dem Vorhaben von CDU/CSU und SPD zugestimmt. Obwohl sie im Bundestag noch dagegen votierten und laut Parteitagsbeschluss einen verpflichtenden Wehrdienst ablehnen. Wirklich überraschend ist das jedoch nicht, schließlich sind die Grünen längst von der einstigen Friedenspartei zu den größten Kriegsbefürwortern mutiert.“
Zum Abstimmungsverhalten der acht Bundesländer mit Grüner Regierungsbeteiligung hat Maike Gosch recherchiert, dass Bremen sich enthalten hat – allerdings nur aufgrund der Haltung der Linken, ebenso Brandenburg, dank des BSW, Mecklenburg-Vorpommern (dank der Linken) und Thüringen (wegen BSW).
Die Landesregierungen von Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben dem Gesetz trotz Grüner Regierungsbeteiligung zugestimmt. Für Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine öffentlich zugänglichen Angaben zum konkreten Abstimmungsverhalten im Bundesrat auffindbar. (Quelle und mehr: NachDenkSeiten)
Schwarzbuch sozial 2025 klärt über Rechte auf
23.12.2025
In einem „Schwarzbuch sozial“ sammelt der Sozialverband Deutschland, Landesverband Niedersachsen (SoVD) besonders haarsträubende Ungerechtigkeiten, die ihm im Beratungsalltag begegnen. Auch die Fälle der aktuellen Ausgabe zeigen wieder einmal: Recht haben heißt im Kampf mit Ämtern und Behörden leider nicht immer auch recht bekommen. Einmal im Monat stellt der SoVD einen dieser Fälle vor.
In dieser Broschüre zu blättern, dient nicht dazu, sich mal wieder über „den Staat“ aufzuregen, sondern Sie bekommen anhand von konkreten Beispielen aus dem Leben gegriffen Informationen, welche Rechte Sie wegen einer Behinderung oder Erkrankung in Anspruch nehmen können. Das komplette „Schwarzbuch sozial 2025“ gibt es hier. (Quelle: jmd/Hallo Wippingen)
Beteiligungsverfahren zum Nahverkehrsplan des Landkreises Emsland
22.12.2025
Der Landkreis Emsland erarbeitet alle fünf Jahre einen Nahverkehrsplan, der der Steuerung der ÖPNV-Entwicklung im Emsland sowie der Feststellung von Entwicklungen und Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr dient. (ÖPNV = öffentlicher Personennahverkehr)
Ein wesentlicher Bestandteil der Erarbeitung des Nahverkehrsplans ist das aktuell laufende öffentliche Beteiligungsverfahren. Hier haben nicht nur diverse Organisationen, Behörden und Kommunen, sondern vor allem auch Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Stellungnahmen zum Plan abzugeben. Der Entwurf ist öffentlich einsehbar unter:
https://www.emsland.de/pdf_files/nahverkehrsplan-lk-emsland-entwurf_7979_1.pdf. Bis einschließlich Samstag, den 31. Januar 2026 werden Stellungnahmen unter mailto:nvp@emsland.de entgegengenommen, gesammelt und anschließend beantwortet sowie gegebenenfalls in den finalen Plan eingearbeitet. (Quelle: Samtgemeinde Dörpen)
Hubertusmessen: Kurzzeitige Symbiose von Jägerschaft und Religion
21.12.2025
In einem Beitrag vom 29.06.2025haben wir die Meinung eines Jagdausbilders aufgegriffen, die dieser gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Ausdruck gebracht hatte. Töten sei eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ein Leben könne man nur einmal nehmen, wusste der Jäger zu berichten, um dann fortzufahren: „Wenn ich es nehme, ist das ein heiliger Akt.“
Nicht weniger fragwürdigt war ein Vorfall anlässlich einer Hubertusmesse im Kölner Dom. Ein Jagd-kritischer Besucher wurde des Gotteshauses verwiesen, nachdem das Abzeichen der Tierschutzorganisation „Pro Fuchs“ auf seinem T-Shirt Unmut bei anderen Dom-Besuchern erregt hatte.
Nach einem kurzen Gedankenaustausch zum Thema „Religion und Jagd“ mit der Publizistin Simone Horstmann konnte bei der Zeitschrift Ossietzky Interesse für einen Artikel geweckt werden, der im Heft Nr. 19/2025 veröffentlicht wurde; Redaktion und Autorin haben und die Übernahme des Textes gestattet – wir bedanken uns.
Simone Horstmann:
Care-Arbeit mit dem Gewehr?
Im beginnenden Herbst gibt es so manches Naturspektakel zu bestaunen: Blätter werden bunt, Bäume kahl und Jäger fromm. In katholischen Hubertusmessen zelebriert man die kurzzeitige Symbiose von Jägerschaft und Religion ihrem Seltenheitswert entsprechend schrill. Dröhnende Blasmusik, federgeschmückte Trachten und vor dem Altar ausgebreitete Tierkörper sind hier zumeist obligat.
Von Nicht-Jägern werden Veranstaltungen dieses Formats häufig belächelt – als bedürfnisorientierte Seelsorge, als befremdliche Sakral-Folklore oder als religiös-verbrämte Legitimation eines gewaltaffinen Hobbies. Man unterschätzt damit allerdings, dass es sich bei der Hubertusmesse um eine hochfunktionale und durchaus moderne Angelegenheit handelt – für Religiöse und Jäger gleichermaßen.
Theologisch lässt sich das, was in den Hubertusmessen passiert, mit einem Begriff der frühen Dogmengeschichte rekonstruieren, der aufzeigen sollte, was passieren kann, wenn zwei eigentlich klar separierte Bereiche der Wirklichkeit in Personalunion zusammenfinden. Die »Idiomenkommunikation«, also einen Tausch von Eigentümlichkeiten oder Eigenschaften, hat man etwa in der Begegnung der zwei Naturen Christi ausgemacht: Gott und Mensch nehmen hier jeweils Anteil aneinander und tauschen ihre Eigenschaften wechselseitig, so die dogmatische Überzeugung.
In der Moderne wurde diese Formel häufig aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst. Man kann sie daher durchaus mit analytischem Gewinn auf andere Szenerien übertragen – auch auf die Hubertusmesse. Diese Messe ist demnach nicht nur ein Translationsriemen, der Jagd und religiösen Kult jeweils ineinander übersetzbar macht, sondern sie ermöglicht einen regelrechten Eigenschaftstausch. Die Kirche erhält Anteil an jenen Eigenschaften, die man ihr jahrhundertelang abgesprochen hat – einem plakativ-behaupteten naturverbundenen Umweltschutz. Und die Jägerschaft profitiert umgekehrt von den ideellen Ressourcen der Religion; sie erhält Anteil am Leitmotiv der Kleriker als fürsorgliche Hirten der eigenen Herde.
Die Folgen dieser Idiomenkommunikation kann man in den Äußerungen von Jägern beobachten. Die Jagd auf Tiere, ihre gewaltsame, mit Leid, Qual und panischer Angst verbundene Verfolgung und Tötung präsentiert sich dort auffallend häufig als eine Art von Care, also von Pflege- und Sorgearbeit. Der schießbereite Schütze geriert sich als zugewandter Schützer und Beschützer, gar als Freund der Tiere – er zehrt in seinen Selbstbeschreibungen also von der symbolischen Sinnquelle, die ihm (zweifelsohne nicht nur, aber vielleicht vorrangig) von religiöser Seite eröffnet wird.
Sowohl der von Jägern routinemäßig vorgebrachte Hinweis, dass neuerdings vermehrt Frauen zur Jagd gingen, wie auch ihre Ablehnung der unpersönlich und maschinell tötenden Tierindustrie hat unmittelbar mit diesem Schema zu tun. Die von Jägern präferierte Gewalt wird in eine Form eingepasst, die das Töten von Tieren als eine Art von höchstpersönlicher Zuwendung deutet. Im Letzten rekurriert diese Deutung auf die Logik und Sprache von Sexualstraftätern: Hier wie dort wird gegen den offensichtlichen Erweis des Gegenteils behauptet, dass dem Opfer durch die zugefügte Gewalt eigentlich doch etwas Gutes getan würde – das naturgemäß ein wenig zurückgebliebene Opfer wisse dies bloß im Moment noch nicht so recht zu schätzen.
Ganz auf dieser Linie findet sich in der Jägerschaft demnach auch immer mal wieder die Argumentation, dass die Jagd den Tieren einen qualvollen natürlichen Tod erspare. Man stelle sich nur vor, jemand käme auf die Idee, diese Rhetorik im menschlichen Miteinander anzuwenden – etwa den eigenen Nachbarn kurz und schmerzlos zu erschießen und sich dann dadurch aus der Affäre ziehen zu wollen, dass man behauptet: Naja, früher oder später wäre er ja sowieso gestorben, und vielleicht ja sogar wesentlich qualvoller; eigentlich habe man ihm also einen Gefallen erwiesen?!
Der Versuch, die Deutungshoheit über das eigene Tun durch eine derart schräge Umdeutung zurückzugewinnen, funktioniert erschreckend gut: Mit dem denkbar banalen Bluff, Gewalt als Care-Arbeit zu verkaufen, gewinnt die Jägerschaft gesellschaftlich an Ansehen.
Man kann daher kaum überschätzen, wie erfolgreich diese Kommunikationsstrategie ist – in der Jagd und auch darüber hinaus. In einer Phone-In-Sendung zum Thema Tierschutz und Fleisch im DLF, an der ich selbst vor einiger Zeit als Gast teilgenommen habe, meldete sich ein Schafhalter telefonisch zu Wort. Seine tierschützerischen Ambitionen wollte er mit dem Hinweis belegen, dass er immer bei seinen Schafen sei und sie sogar, wie er sich ausdrückte, »beim Sterben begleiten« würde. Wenige Sätze später war dann klar, dass mit dem Hinweis auf diese aufopferungsvolle »Sterbebegleitung« wenig anderes als der Umstand gemeint war, dass er die Tiere selbst schlachtet.
Die Suggestion, dass tötende Gewalt eine Form der persönlichen Zuwendung und Sorge darstellt, prägt die Diskurslandschaft rund um das Thema Jagd. Sie bildet die zurzeit vielleicht prominenteste Legitimationsformel, die Menschen mit dem gewohnheitsmäßigen Töten der Jägerschaft versöhnen soll. Wer sich dennoch schwer damit tut, die jährliche Tötung von rund 1,5 Millionen Tieren als eine große Charity-Party anzuerkennen, dem entgegnen Jäger gern, dass sie doch immerhin enorme Zeit in die sogenannte Hege investierten. Wie sehr ihr Verständnis von Hege dabei von hegemonialen Überzeugungen durchzogen ist, bemerken sie in der Regel eher selten. Diese hegemoniale Seite zeigt sich aber bereits darin, dass Jäger die Tiere im Winter vorrangig deswegen füttern, weil sie so für das nächste Jahr ausreichend ortsfestes Wild zum Abschuss vorfinden.
Es sind aber nicht nur derart schlichte Zweckrationalitäten, die die vermeintlich selbstlose Care-Arbeit der Jägerschaft entlarven – noch gravierender ist, dass die Rede von der sorgenvollen Pflege einem rechtslibertären Phantasma folgt, das suggeriert: Indem man sich um andere kümmert, gewinnt man die Verfügungsgewalt über das fremde Leben. Der Jäger pflegt, um legitim zerstören und töten zu können; sein Verständnis von Fürsorge und Pflege folgt dem Bedürfnis, sich das Gegenüber vollständig zu eigen zu machen. Bis in das moderne Recht hinein gilt das Wild schließlich deswegen als Wild, weil es »herrenlos« und der Aneignung dementsprechend freigegeben ist. Man muss diese schiefe Überzeugung nicht erst auf unser Sozialleben übertragen, um zu begreifen, wie verquer sie ist. Der jägerischen Logik tut dies gleichwohl keinen Abbruch: Vor wenigen Jahren etwa drohte der Landesjagdverband Hessen im Stil eines trotzigen Dreijährigen damit, die Hege einzustellen, sollte die entsprechende Tierart nicht mehr getötet werden dürfen.
Die pflegende Zuwendung gegenüber anderen erleben wir in der Regel als einen Zweck an sich. Der Andere ist dabei stets normativer Maßstab aller Care-Bemühungen. In den Rhetoriken von Sorge, Hege und Pflege, wie sie im Kontext der Jagd vorgebracht werden, drückt sich völlig konträr dazu eine instrumentelle Logik aus, die nicht nur die fatale Verschränkung der Jagd mit dem Eigentum(srecht) als solchem, sondern auch mit jenen neoliberalen Zertrümmerungsgesten belegt, die als ultimatives Freiheitserleben dargestellt werden: Nur dann, wenn der Jäger das gehegte Objekt der Begierde final töten und zerstören kann, bewahrheitet sich, was Jagd-Magazine und -Verbände als besonderes Freiheitserlebnis in der wilden Natur beschwören. Erst die Zerstörung des Anderen beweist die Freiheit des Jägers – denn nur dann, wenn das Gegenüber leidet und stirbt, kann er sich wirklich vollkommen sicher sein, hier seine eigene Freiheit am Werk zu sehen: Seinen Tod nämlich kann das Tier niemals selbst gewollt haben, er muss also zwangsläufig auf den Jäger und dessen Agieren zurückzuführen sein. Für dieses prekäre Freiheitserleben sind Jäger dann in der Tat bereit, eine ganze Menge an Hege zu leisten – mit tatsächlicher Fürsorge und Zugewandtheit sollte man diese allerdings nicht verwechseln. (Ossietzky Ausgabe 19/2025)
Über die Autorin:
Simone Horstmann, geb. 1984 in Dortmund, studierte Philosophie, kath. Theologie, Germanistik und Pädagogik in Bochum und Hagen; von 2010 bis 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität und der TU Dortmund; 2014 Promotion zur Evolution moralischer Semantik; verschiedene Buchpublikationen zu Themen der Tierethik, zuletzt „Unwriting Nature. Zur Kritik der ökologischen Gewalt“ bei transcript. Sie lebt in Unna.
Wolfssichtung südlich von Neudörpen
20.12.2025
Heute Morgen gegen acht Uhr zogen zwei Wölfe entlang der Wippinger Dever südlich von Neudörpen in Richtung Wippingen. Die Tiere überquerten von Westen kommend in einem Abstand von ca. einhundert Meter die K157, liefen dann noch ca. 200 Meter parallel zur Wippinger Dever und hielten sich danach weiter südlich, wie der Fährtenverlauf im weichen Ackerboden zeigte. Man darf also wohl davon ausgehen, dass die Tiere sich nach ihrem nächtlichen Streifzug auf den Rückweg ins Schießgebiet südlich von Wippingen befanden.
Der Routenverlauf entlang der Wippinger Dever könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die Wölfe es auch auf Nutrias abgesehen hatten. Die am Wasser lebenden Tiere entfernen sich bei ihrer Nahrungssuche durchaus fünfzig Meter und mehr vom Ufer. Parallel zum Gewässer laufende Wölfe könnten den Nutrias also den Rückweg zum Wasser abschneiden und sie so erbeuten. Dass Nutrias zum Beutespektrum der Wölfe gehört, wurde vielfach nachgewiesen und veröffentlicht, so z. B. vom Thünen-Institut für Forstgenetik im Dezember 2024.
Interessant erscheint uns in diesem Zusammenhang auch der Artikel „Woran Wölfe sterben“ auf der Homepage der Leibniz-Gemeinschaft. Seit 2006 werden nahezu alle in Deutschland tot aufgefundenen Wölfe im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) untersucht, um den Gesundheitszustand und die Todesursachen der Tiere zu analysieren. Der tausendste sezierte Wolf hatte eine Nutria verspeist und starb im Verkehr.
Osnabrück: Zoll deckt Mindestlohnverstoß beim Kreisverband des Roten Kreuzes auf
19.12.2025
Das Hauptzollamt Osnabrück hat in einem umfangreichen Ermittlungsverfahren gegen einen Verantwortlichen des Kreisverbandes Osnabrück-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes bereits am 11. November 2025 Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Osnabrück vollstreckt.
14 Zollbeamte durchsuchten Geschäftsräume in Osnabrück und Melle. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden. Die Maßnahmen richteten sich gegen den damaligen Kreisgeschäftsführer.
Ihm wird vorgeworfen, dass er neben Melde-, Beitrags- und Aufzeichnungspflichtverstößen auch einigen Arbeitnehmern nicht den gesetzlichen Mindestlohn gezahlt hat. Grundlage der Durchsuchungsmaßnahmen waren Erkenntnisse aus einer Befragung von Beschäftigten in einem Corona-Testzentrum in Osnabrück im März 2022. Bei der anschließenden Geschäftsunterlagenprüfung beim Deutschen Roten Kreuz stellte sich heraus, dass zwei Arbeitnehmer nicht den vorgeschriebenen Mindestlohn erhielten. Erst nach dieser Prüfung zahlte der Beschuldigte die Mindestlohndifferenzen an die betroffenen Arbeitnehmer aus. Die Ermittlungen zum Tatumfang dauern an. (Quelle: Pressemitteilung Hauptzollamt Osnabrück vom 19.12.2025)
Strom vom Balkon: Veröffentlichung der Produktnorm für die Sicherheit von Steckersolargeräten
18.12.2025
Im November 2025 wurde die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 „Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb – Grundlegende Sicherheitsanforderungen und Prüfungen“ veröffentlicht. Diese Vornorm regelt erstmals die Vorgaben, die Hersteller von Steckersolargeräten berücksichtigen müssen, um eine hohe Sicherheit der Geräte zu gewährleisten.
Einsatz von Steckersolargeräten
Steckersolargeräte sind kleine Solarstrom-Erzeuger, die typischerweise privat ohne Elektriker als Set eingekauft werden und von Haus- oder Wohnungsbesitzer:innen selbst aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Sie werden einfach in eine Haushaltssteckdose eingesteckt und reduzieren damit die eigene Stromrechnung.
In den vergangenen Jahren gab es einen Boom der Steckersolargeräte in Deutschland, geschätzt sind inzwischen rund 1,5 Millionen dieser Geräte in Betrieb. Sie leisten mit jeder Kilowattstunde Solarstrom einen Beitrag zur Energiewende. Auch der Gesetzgeber hat das erkannt und den Einsatz deutlich vereinfacht, zum Beispiel mit Vereinfachungen bei der Anmeldung und einer Privilegierung im Mietrecht.
Während die Technik recht einfach ist, gab es in der Vergangenheit eine Vielzahl von Diskussionspunkten, weil zwar klare Anforderungen an einzelne Komponenten (wie zum Beispiel der Solarmodule) bestehen, aber bisher das sichere Zusammenspiel der Bauteile nicht normativ beschrieben war.
Welche Anforderungen muss ein Steckersolargerät erfüllen?
Die neue Produktnorm stellt nun klare Anforderungen an die Hersteller: So muss eine Montageanleitung beiliegen, in der klar die Einsatzmöglichkeiten des Geräts beschrieben sind. Die Ausführung der Anschlussleitung sowie eine Hinweisbeschriftung verhindern, dass ein solches Gerät unsachgemäß betrieben wird. Auch ist nun vorgegeben, wie schnell die Geräte abschalten müssen, wenn der Stecker gezogen wird.
Hersteller haben nun auch die Möglichkeit, ihre Geräte mit dem üblichen Haushaltsstecker auszustatten, jedoch muss der Stecker dann mit zusätzlicher Sicherheit, zum Beispiel mit Hülsen über den Steckerstiften oder zusätzlicher Elektronik ausgestattet sein.
Einfacher zum sicheren Steckersolargerät
Für Verbraucher:innen wird es nun einfacher, ein sicheres Steckersolargerät zu erwerben: Zukünftig weist eine Konformitätserklärung des Herstellers/Anbieters nach, dass bei einem angebotenen Gerät alle Anforderungen der Produktnorm eingehalten werden und das Gerät damit sicher ist. Interessenten und Anwender:innen, aber auch Vermieter:innen, Versicherungen und viele andere müssen nicht mehr technische Detailvorgaben machen, sondern es genügt ein Verweis auf die neue Produktnorm. Damit ist die Produktnorm ein Schritt zur weiteren, sicheren Verbreitung von Steckersolargeräten und damit auch unserer Energiewende.
Die Verbraucherinteressen wurden übrigens durch Jörg Sutter von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) eingebracht.
Erfolgreicher Start von zwei weiteren Galileo-Navigationssatelliten
17.12.2025
Zwei neue Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo wurden heute vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All befördert. Dabei kam zum ersten Mal eine Ariane-6-Rakete zum Einsatz, um europäische Navigationssatelliten im Orbit zu platzieren.
Mit einer Genauigkeit von besser als zwanzig Zentimetern im sogenannten High Accuracy Service ist Galileo das weltweit präziseste Navigationssatellitensystem (Global Navigation Satellite System, GNSS). Es basiert auf einer Konstellation von Satelliten im mittleren Erdorbit, die die Erde auf einer Höhe von 23.222 Kilometern umkreisen und zuverlässige Positions-, Navigations- und Zeitdaten liefern. Diese bilden die Grundlage für zahlreiche Anwendungen – von klassischen Ortungs- und Navigationsdiensten über die Präzisionslandwirtschaft bis hin zur Synchronisation von Stromnetzen. Darüber hinaus bietet Galileo auch einen globalen Such- und Rettungsdienst (SAR).
Nach dem erfolgreichen Start folgt nun die von der EUSPA (EU Agency for the Space Programme) koordinierte Inbetriebnahmephase, in der die Satelliten ihre endgültigen Orbitpositionen erreichen und umfangreichen Funktionstests unterzogen werden. Die offizielle Indienststellung erfolgt nach erfolgreichem Abschluss dieser Tests innerhalb einiger Wochen. (Quelle und mehr: OHB-Pressemitteilung vom 17.12.2025)
UPM-Sozialplan in Ettringen: Betriebsrat „sehr unzufrieden“ mit dem Ergebnis
16.12.2025
UPM berichtet heute aus Helsinki, dass die im Frühjahr 2025 angekündigte Schließung der Papierfabrik in Ettringen zum 31.12.2025 vollzogen wird. Der entsprechende Beteiligungsprozess mit den Arbeitnehmervertretern sei nun abgeschlossen. Der Personalabbau betreffe 189 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Eva Kriegbaum, General Managerin für die UPM-Papierwerke in Deutschland und damit auch für Nordland Papier in Dörpen, wird wie folgt zitiert: „Die Verhandlungen wurden im Rahmen eines Einigungsstellenverfahrens geführt, das als neutrale Instanz dazu beigetragen hat, einen konstruktiven Dialog zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Unternehmen zu unterstützen. Wir haben uns darauf konzentriert, sozialverträgliche Lösungen für die betroffene Belegschaft zu erarbeiten, mit der klaren Absicht, die Auswirkungen dieser Schließung abzumildern. Es werden marktorientierte Abfindungs- und Rentenmaßnahmen umgesetzt und eine Transfergesellschaft gegründet“.
BR24, der Nachrichtenkanal des Bayerischen Rundfunks, hatte bereits am 05.12.2025 über den Abschluss berichtet. Während der bisherige Ettringer Werksleiter Ohnesorg festgestellt habe, dass „der Abschluss vergleichbar mit anderen Abschlüssen in anderen Industriebereichen derzeit“ sei, kam der Betriebsratsvorsitzende Bernd Ulbrich dagegen zu einer völlig anderen Bewertung. Man sei „sehr unzufrieden mit dem Ergebnis„. Der Betriebsrat habe letztlich dem Kompromissangebot des Schlichters zustimmen müssen, um überhaupt noch eine Transfergesellschaft erreichen zu können.
Weil das Angebot des Unternehmens nicht sozialverträglich war, hatten im Juni etwa 250 Beschäftigte an einer Kundgebung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Augsburg gegen soziale Kälte bei UPM teilgenommen. Hallo Wippingen berichtete damals über die laufenden Verhandlungen.
Insgesamt dürften die Entwicklungen bei UPM auch die Arbeitnehmer bei Nordland Papier in Dörpen nicht hoffnungsvoll stimmen. Bei einer Umsetzung des mit Sappi geplanten Joint Ventures werden die Arbeitsbedingungen für die bisherigen UPM-Mitarbeiter wohl kaum besser werden.
Bundesrechnungshof kritisiert ausufernde Privatabrechnungen an Bundeswehrkrankenhäusern
15.12.2025
Details von Pressemitteilungen des Bundesrechnungshofes erscheinen oftmals nicht besonders interessant und erreichen deshalb nur selten das Interesse der Medien. So dürfte es auch der folgenden Meldung aus den Bemerkungen 2025 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes vom 10.12.2025 zur Bundeswehr ergehen:
Ausufernde Privatabrechnungen an Bundeswehrkrankenhäusern
Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) lässt immer noch zu, dass Bundeswehrärztinnen und -ärzte weit über das zulässige Maß hinaus privat behandeln und dies abrechnen. Damit diese Nebentätigkeit den dienstlichen Pflichten nicht entgegensteht, bestehen zeitliche und finanzielle Grenzen.
Der Bundesrechnungshof hat aber festgestellt, dass die Ärztinnen und Ärzte diese Grenzen in vielen Fällen teils deutlich überschritten. In Einzelfällen lagen die Zusatzeinkünfte beim Vierfachen des regulären Jahresgehalts. Einzelne Liquidationsberechtigte schafften neben ihrer Haupttätigkeit bis zu 191 Privatbehandlungen pro Woche.
Gleichzeitig belegen aktuelle Prüfungserkenntnisse des Bundesrechnungshofes, dass Soldatinnen und Soldaten oftmals nur schwer Facharzttermine bekommen. Sie müssen dann zivile Ärztinnen und Ärzte aufsuchen. Dies führt zu zusätzlichen Kosten für den Bund.
Aus früherer Kritik des Bundesrechnungshofes hat das BMVg keine ausreichenden Konsequenzen gezogen. Der Bundesrechnungshof erwartet, dass das BMVg für Privatabrechnungen endlich ein wirksames Kontrollsystem einführt.
Über eine frühere Kritik des Rechnungshofes hatte übrigens das Deutsche Ärzteblatt im Januar 2017 berichtet.
Vorkriegsberichterstattung: Der NDR ist allzeit bereit, nur NDRkultur ist noch nicht auf Linie
14.12.2025
Die Bevölkerung soll kriegstüchtig werden, und dafür muss sie nach und nach mit entsprechenden Berichterstattungen auf das scheinbar Unausweichliche vorbereitet werden. „Sirenen, Bunker, Wasser, Strom: Wie Landkreise Zivilschutz aufbauen“, lautet heute eine Schlagzeile auf der NDR-Homepage. Dabei werden die Maßnahmen, auf die sich beispielsweise der Landkreis Stade vorbereitet, gern mit einem Mehrfachnutzen begründet: „es geht um Naturkatastrophen, aber auch um Folgen möglicher militärischer Auseinandersetzungen“.
Tags zuvor, am 13.12.2025 berichtete Hallo Niedersachsen über Schnuppertage bei der Bundeswehr: Discovery Days genannt. Die Woche sei ein Schnelldurchlauf für Jugendliche, um die Aufgaben von Soldatinnen und Soldaten kennenzulernen, wird erläutert.
Im Podcast „Streitkräfte und Strategien“ auf NDR Info werden gern angebliche internationale Experten interviewt, womit wohl gezeigt werden soll, dass die Kriegsvorbereitungen keineswegs nur in Deutschland angelaufen sind. Schwedens General Michael Claesson spricht über die Durchhaltefähigkeit in einem langfristigen Krieg. Die Phase des ewigen Friedens sei vorbei, erklärt er. Dabei beklagt der Interviewer, dass die gesellschaftliche Verankerung der Wehrhaftigkeit in Deutschland deutlich geringer sei als in Schweden – der NDR arbeitet daran…
Und wenn der NDR einmal jemand zu Wort kommen lässt, der sich gegen die Kriegstüchtigkeit positioniert, wie etwa bei der Vorstellung des Buches „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“, von Ole Nymoen am 23.04.2025, werden gleich Gegenpositionen und Warnungen vor gesellschaftlichen Irrwegen von Militärexperten mitgeliefert, wie etwa von der Talkshow-Expertin Claudia Major oder von dem Ex-Zeitsoldat Wolf Gregis.
Peinlich wurde es dann am Sonntagabend in Hallo Niedersachsen. Gezeigt wurde, wie ein Spezialflugzeug der Marineflieger in Nordholz ins nahe gelegene Museum verbracht werden sollte. Dabei waren 65 Soldaten im Einsatz – und gerieten an ihre Grenzen; fünf Landwirtschafts-Azubis hätten diese Aufgabe mit Schleppern aus ihren Betrieben wohl ohne Probleme erledigt. Das NDR-Team berichtete trotzdem positiv, und der Kommodore der Marineflieger bezeichnete den Vorgang als historisch. Wir haben eher den Eindruck gewonnen, dass Marine und NDR hier die Bodenhaftung verloren haben – sowohl im praktischen Sinne also auch im übertragenen Sinne des Realitätsverlustes.
Nicht unerwähnt bleiben soll hier allerdings das NDRkultur-Interview mit Ole Nymoen vom 09.12.2025, in dem er seine Meinung ohne „Gegenrede“ äußern darf.
Hier ein Auszug: „Wir haben in Deutschland unglaublich viele Leute, die abstrakt für Kriegstüchtigkeit sind, aber wenn man sie selbst fragt, ob sie eigentlich dienen würden, dann lachen die nur und sagen Nein, natürlich nicht, das sollen die jungen Leute machen.“
Ausstellung der besonderen Art in der JVA Meppen eröffnet
14.12.2025
In der Justizvollzugsanstalt Meppen wird in der Advents- und Weihnachtszeit eine besondere Krippenausstellung gezeigt: Mehrere kleine Krippenlandschaften und weihnachtliche Szenen, die aus historischen Margarinefiguren der Jahre 1950 bis 1954 arrangiert wurden, sind dort zu sehen. Diese Figuren wurden damals vornehmlich als Beigaben zu Margarine, Kaffee, etc. ausgegeben und entwickelten sich rasch zu beliebten Sammelobjekten für Groß- und Klein – man nannte sie auch das „Elfenbein des kleinen Mannes“. Viele Serien umfassten neben Tier- und Märchenmotiven auch Krippen und Weihnachtsdarstellungen.
Die Ausstellung in der JVA Meppen ist vornehmlich für Gefangene und Bedienstete der JVA zugänglich. Aber auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Ziel der Ausstellung ist es, in der Weihnachtszeit für Besucher von drinnen und draußen einen Moment der Freude, des Staunens und der Besinnung zu ermöglichen.

Auf die Idee zu dieser Ausstellung kamen gemeinsam der Sammler Gerd-Peter Bragulla, der seine Kindheit als Flüchtling im Emsland verbracht hat und heute über eines der größten privaten Archive von Margarinefiguren verfügt, sowie die Gefängnisseelsorger Ulli Schönrock und Heinz-Bernd Wolters.
Gerd-Peter Bragulla stellte die Krippen aus seinem Fundus zusammen und drapierte die Figuren zu stimmungsvollen Szenerien, die nun in den Räumen der JVA Meppen präsentiert werden.
Nach der Ausstellungseröffnung am vergangenen Freitag finden weitere öffentliche Termine am 19.12 und 30.12.2025 jeweils um 14.00 Uhr statt. Wer Interesse hat, kann sich unter
JVMEP-B-Krippenausstellung@justiz.niedersachsen.de
bis zum 16.12.2025 mit Angabe des Wunschtermins anmelden.
Der Einlass ist nur mit einem gültigen Ausweisdokument möglich.
Handys sind in der JVA nicht erlaubt.
Adresse: JVA Meppen, Grünfeldstr.1, 49716 Meppen
Ergänzung: Hallo Niedersachsen berichtete am 14.12.2025 über die Ausstellungseröffnung.
Rote Liste: Tagfalter zunehmend gefährdet
13.12.2025
Von den 207 in Deutschland etablierten Arten und Unterarten der Tagfalter und Widderchen sind mittlerweile 103, also fast die Hälfte, bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Das geht aus der neuen Roten Liste der Tagfalter und Widderchen hervor, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Rote-Liste-Zentrum (RLZ) veröffentlicht hat. Besonders dramatisch ist die Situation beim Mosel-Apollofalter. Diese weltweit nur in Deutschland vorkommende Unterart des Apollofalters wurde erstmals als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Der Loreley-Dickkopffalter gilt nun offiziell als in Deutschland ausgestorbene Art. (Quelle: Bundesamt für Naturschutz über idw)
Streit um Vermögenswerte: Russland verklagt Euroclear
12.12.2025
Die russische Zentralbank verklagt nach eigenen Angaben Euroclear vor einem Moskauer Gericht. Bei dem Finanzdienstleister in Belgien lagert ein Großteil der in der EU eingefrorenen russischen Vermögenswerte. Die russische Zentralbank begründete ihre Klage mit dem Vorwurf, ihr sei durch Euroclears Vorgehen ein Schaden entstanden, zudem bezeichnet die Zentralbank jede unbefugte Nutzung als illegal und dem Völkerrecht widersprechend.
(Quelle: ZDFtext, 12.12.2025, 12:57:36 Uhr)
Leitfaden zur klimaschonenden Milchkuhhaltung veröffentlicht
12.12.2025
Mit einem neuen kompakten Leitfaden gibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Betrieben mit Milchkuhhaltung wertvolle Tipps, um klimaschädliche Treibhausgase (THG) wie Methan und Lachgas zu reduzieren – mit geringem Mehraufwand und ohne wesentliche Mehrkosten. Zugleich wird so strikteren Vorgaben zum THG-Ausstoß Rechnung getragen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Projekt mit rund 281.000 Euro gefördert. Nun steht der Leitfaden kostenfrei bereit: https://www.lfl.bayern.de/iba/agrarstruktur/390179/index.php.
Umbau zur klimaschonenden Landwirtschaft muss finanzierbar bleiben
Der Anteil der Landwirtschaft an in Deutschland ausgestoßenen, klimaschädlichen Treibhausgasen beträgt laut Umweltbundesamt 8,2 Prozent. Das entspricht 53,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten. Den Großteil davon nehmen Methan, hauptsächlich aus der Tierhaltung (62,1 Prozent), sowie Lachgas meist aus mineralischen und organischen Düngern (33,4 Prozent) ein.
Forschende haben seit 2021 einen Leitfaden zur Verbesserung der Treibhausgas-Bilanz von Milchkuh-Betrieben entwickelt. Neben der Senkung klimaschädlicher Emissionen nimmt der Leitfaden auch Wechselwirkungen mit anderen Nachhaltigkeitsaspekten wie Nahrungskonkurrenz und Flächennutzung in den Blick.
Neun Ansätze zur Reduktion von Treibhausgasen
Insgesamt 30 Landwirtschaftsbetriebe hat das Projekt untersucht – 14 im Östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins und 16 im Berchtesgadener Land in Bayern. Kooperationspartner waren die Universität Kiel, die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Aus den Erkenntnissen sind neun Ansätze entstanden, wie Milchproduzenten ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren können.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Wer Ressourcen intelligent einsetzt, spart selbst bei gleichbleibendem Ertrag Geld und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz.
Dies beziehe sich auf viele im Leitfaden detailliert ausgearbeitete Aspekte. Unter anderem kann eine Verlängerung der Nutzungsdauer angestrebt werden. Dadurch sinken die Emissionen aus der Bestandsergänzung, denn die Kuh bleibt länger produktiv, gesund und es müssen weniger Kalbinnen – also junge, weibliche Kühe ohne ersten Nachwuchs – aufgezogen werden. Ein anderer Ansatz ist beispielsweise die Optimierung des Erstkalbealters, denn die Tiere treten eher in ihre produktive Phase ein. Dadurch sinken Emissionen und auch Kosten in der Jungviehaufzucht.
Verlängerte Weidezeit, weniger Emissionen
Beim Anbau von eigenem Futter können Milchkuhbetriebe Überdüngung vermeiden, was wiederum Ressourcen spart und das Ausgasen von Lachgas reduziert. Ein weiterer Synergieeffekt kann durch eine verlängerte Weidezeit erreicht werden, denn durch die Kot-Harntrennung auf der Weide wird weniger Ammoniak gebildet. Dieses ist zwar selbst nicht klimaschädlich, kann sich aber in das sehr klimaschädliche Lachgas umwandeln.“ Auch die Anpassung der Fütterung, beispielsweise durch die Nutzung von Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie wie Biertreber, kann Schneider zufolge die Treibhausgasemissionen senken: „Denn durch die Rest- und Abfallstoffe entstehen kaum zusätzliche Emissionen.“ Die Betriebe müssten dann jeweils die individuell besten Lösungen für ihren Standort finden.
Spürbarer Sinneswandel innerhalb der Branche
Seit Beginn des Projekts stellt Schneider „einen spürbaren Wandel beim Interesse der Branche an der Treibhausgas-Reduktion“ fest. Anfangs hätten nur wenige Betriebe, Beratungsstellen und Molkereien die Entwicklungen verfolgt. Kurz vor Abschluss des Leitfadens sei das Interesse jedoch stark gewachsen. „Da konnten wir uns vor Anfragen kaum retten“, sagt Schneider. Aus ihrer Sicht ein klares Indiz für den Sinneswandel der Branche. Die Betriebe hätten „die Chancen einer Umstellung auf eine Milchproduktion mit geringeren Treibhausgasen erkannt – und suchen nach umsetzbaren, praktischen Lösungen“. (Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt über idw.)
Dörpen – Fußgängerin bei Verkehrsunfall in Dörpen leicht verletzt
12.12.2025
Am Mittwoch, 10. Dezember 2025, kam es zwischen 18:20 Uhr und 18:25 Uhr auf der Hauptstraße in Höhe der Ampel hinter der Einmündung Schulstraße zu einem Verkehrsunfall, bei dem eine Fußgängerin leicht verletzt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen befuhr ein bislang unbekannter Fahrzeugführer mit einem weißen Pkw die Hauptstraße aus Richtung B70 kommend in Fahrtrichtung Heeder Straße. Der Fahrer überquerte die Ampel trotz mutmaßlichen Rotlichtes. Zur gleichen Zeit überquerte eine 54-jährige Fußgängerin die Fahrbahn an der Fußgängerfurt bei Grünlicht. Der Pkw-Fahrer übersah die Frau, woraufhin es zum Zusammenstoß kam. Die Fußgängerin stürzte zu Boden und wurde leicht verletzt. Der unbekannte Fahrer entfernte sich im Anschluss unerlaubt vom Unfallort. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Papenburg unter der Rufnummer 04961/9260 zu melden. (Quelle: Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim über Presseprtal)
Öltanker Eventin darf vorerst nicht eingezogen werden – Beschwerde des Zolls abgewiesen
11.12.2025
Der Zoll darf den seit fast einem Jahr vor Rügen liegenden Öltanker „Eventin“ samt Landung vorläufig nicht einziehen und verwerten. Der Bundesfinanzhof (BFH) sieht „begründete Zweifel an der Rechtmäßigkeit“ einer entsprechenden Maßnahme der deutschen Zollbehörde.
In der Pressemitteilung Nummer 079/25 vom 11.12.205 erläutert das Gericht seine Entscheidung. Danach hat der Bundesfinanzhof (BFH) in zwei getrennten, aber sachlich zusammenhängenden Beschwerdeverfahren entschieden, dass ein im Zusammenhang mit den Russland-Sanktionen der Europäischen Union (EU) vom Zoll sichergestelltes Schiff und dessen Ladung vorerst nicht eingezogen und verwertet werden dürfen.
Der betreffende Öltanker war auf dem Weg von Russland nach Indien in der Ostsee havariert und manövrierunfähig in deutsche Hoheitsgewässer getrieben. Das Schiff wurde dann vor Sassnitz auf der Insel Rügen geschleppt, wo es seither liegt. Vor dem Hintergrund der Sanktionsregelungen ordnete das zuständige Hauptzollamt (HZA) zunächst die Sicherstellung des Schiffs und der Ölladung an. Später verfügte es die Einziehung und Verwertung von Ladung und Schiff. Daraufhin wandten sich die Eigentümer bzw. Charterer an das Finanzgericht. Dieses ordnete im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes (sog. Aussetzung der Vollziehung) an, dass die Einziehungs- und Verwertungsverfügungen hinsichtlich Schiff und Ladung vorerst nicht vollzogen werden dürfen.
Beschwerde des Zolls zurückgewiesen
Der BFH hat die dagegen gerichteten Beschwerden des Hauptzollamtes zurückgewiesen, weil begründete Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Einziehungsmaßnahmen bestehen. Was das Schiff angeht, so ist rechtlich unklar, ob das nach der EU-Sanktionsverordnung verbotene „Verbringen in die Union“ auch dann vorliegt, wenn ein Schiff manövrierunfähig ist und ohne eigenen Willensentschluss in EU-Gewässer driftet. Zudem ist zweifelhaft, ob die Sanktionsverordnung auch ein „Verbringen aus der Union“ erfasst, obgleich der einschlägige Tatbestand die Ausfuhr nicht erwähnt. Der BFH betont außerdem, dass zugunsten des Tankers völkerrechtliche Aspekte zu berücksichtigen seien, darunter das Nothafenrecht und das im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ) verankerte Recht auf friedliche Durchfahrt.
Hinsichtlich der Schiffsladung sei schließlich bisher noch nicht geklärt, ob die in der Sanktionsverordnung enthaltene Ausnahme des Art. 3s Abs. 3 VO (EU) 833/2014, die gelisteten Schiffen in Notsituationen das Anlaufen eines sicheren Hafens erlaubt, nach dem Zweck der Regelung auch das Wieder-Auslaufen eines zuvor havarierten und sodann gelisteten Schiffs samt seiner Ladung mit umfassen könnte. Aufgrund der bisher ungeklärten Fragen waren im vorläufigen Rechtsschutz zugunsten der Schiffseigner/Charterer Einziehung und Verwertung von Schiff und Ladung auszusetzen.
Rückbau Gasanschluss: EWE darf Kosten nicht direkt auf Verbraucher umlegen
10.12.2025
Soll der Gasnetzanschluss stillgelegt werden, darf die EWE Netz GmbH die Kosten nicht direkt auf Verbraucherinnen und Verbraucher umlegen. So hat es nun das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hatte Klage eingereicht, weil der Netzbetreiber rund 1.000 Euro für den Rückbau von einem Hauseigentümer verlangte.
Immer wieder erreichen die Verbraucherzentralen Beschwerden von Haushalten, die nach dem Umstieg auf klimafreundliche Heizlösungen hohe Kosten für den Rückbau ihres Gasnetzanschlusses übernehmen sollen. In dem jetzt verhandelten Fall berechnete die EWE Netz einem Verbraucher 965 Euro und verwies dabei auf die Niederdruckanschlussverordnung (NDAV). Die genannte Pauschale leite sich – so das Unternehmen – aus seiner Preisliste für Standard-Netzanschlüsse ab. „Nach unserer Ansicht ist eine Kostenweitergabe durch die Verordnung nicht geregelt – und somit auch nicht zulässig“, erklärt René Zietlow Zahl, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Dieser Auffassung ist das Oberlandesgericht Oldenburg gefolgt.
In seinem richtungsweisenden Urteil stellt das Gericht klar: Die NDAV berechtigt Netzbetreiber nicht dazu, die Kosten für die Stilllegung des Erdgasanschlusses weiterzugeben. Dies gegenüber Kundinnen und Kunden zu behaupten, sei irreführend. Auch die Veröffentlichung der entsprechenden Preisliste sei unrechtmäßig, da so ein falscher Eindruck entstehe. „Das Urteil ist ein wichtiges Signal für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich für klimafreundlichere Heizalternativen entscheiden. Sie dürfen nicht mit hohen Zusatzkosten belastet werden“, so Zietlow-Zahl.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Revision ist ausdrücklich zugelassen worden. (Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Niedersachsen)
Schaumstoff aus Jagdkanzel: Nabu widerspricht Landkreis Emsland
09.12.2025
Am 13.11.2025 haben wir über die Einschätzung des Landkreises Emsland zu Schaumstoffen in der Umwelt berichtet. Anlass der Anfrage bei der Behörde war, dass offenbar Tiere eine größere Menge Schaustoffpartikel aus nicht abgedeckten Sandwichplatten an zwei Jagdkanzeln in den Leher Wiesen gekratzt oder gepickt hatten. Am Boden unterhalb der Kanzeln waren Schaumstoffstücke mit einer Länge, bzw. einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern zu sehen; kleinere Partikel dürfte der Wind in die Landschaft getragen haben.
Nach Ansicht der Experten des Landkreises Emsland stellen diese Partikel kein Problem dar. Aus abfall- und bodenschutzrechtlicher Sicht gebe es keine Umstände, die zu einer Beeinträchtigung von Wirkungspfaden führen würden, hatte uns der Landkreis auf unsere Anfrage mitgeteilt.
Der Naturschutzbund NABU kommt allerdings zu einer anderen Einschätzung. Man verweist darauf, dass Schaumstoff in der Regel aus verschiedenen Kunststoffen bestehen, die in der Natur nicht biologisch abbaubar sind. Gelangen diese Schaumstoffe in die Umwelt und zersetzen sich dann in kleinere Bestandteile, so können sie sich beispielsweise als Mikroplastik negativ auf die Natur auswirken.
Aber auch größere Stücke von Schaumstoffen können in der Natur zu einem Problem werden, stellt der NABU weiter fest. Wenn Vögel etwa mit Schaumstoffstücken ihre Nester in größerer Menge auspolstern, könnte das den Feuchtigkeitsaustausch behindern und möglicherweise zu Schimmelbildung führen. Dies würde sich insbesondere auf die Küken auswirken. Grundsätzlich sollte deshalb der Zugang zu Schaumstoffen für Tiere möglichst verhindert werden.
Grundlegende Informationen zu Mikroplastik findet man auf der NABU-Webseite.
Studie findet keinerlei Beleg für „russische Spur“ bei Drohnenvorfällen in Westeuropa
08.12.2025
Niederländische Analysten haben einen Großteil der angeblichen russischen Drohnen-Sichtungen der letzten Monate in Europa untersucht. Für Westeuropa wurde kein einziger Fall gefunden, in dem eine Verbindung zu Russland nachgewiesen werden konnte. Ein Großteil der untersuchten „Drohnensichtungen“ stellte sich im Nachhinein zudem als optische Fehlsichtungen heraus. Mehr liest man hierzu bei den NachDenkSeiten und bei Dronewatch Europe.
Anwohner beklagt Baumfällung an der Waldstraße
07.12.2025
In der Einwohnerfragestunde der Sitzung des Rates der Gemeinde Dörpen am 04.12.2025 thematisierte ein Anwohner eine Baumfällung, die Anfang November an einem Baugrundstück in der Waldstraße vorgenommen wurde. Er stelle sich die Frage, ob solche Eingriffe wirklich notwendig seien oder ob es bessere, sinnvollere und naturverträglichere Lösungen geben könne. Es handelte sich um eine mindestens 60 Jahre alte, kräftige Eiche, so die Einschätzung des Anwohners.
An dem betreffenden Baugrundstück standen an der Straßenseite zwei Eichen – eine etwa 1,5 Meter vom östlichen Rand des Grundstücks, die andere rund 1,5 Meter von der westlichen Grundstücksgrenze entfernt.
Auf die Baumfällung angesprochen, habe eine auf dem Bauplatz angetroffene Person nur kurz geantwortet, dass der Baum im Bereich der geplanten Auffahrt liege und bei der Pfahlgründung störe. Nach Ansicht des Anwohners wäre die Baumfällung in diesem Fall vermeidbar gewesen, denn an dem Grundstück sei eine etwa zwanzig Meter freie Frontfläche vorhanden, die eine andere Lösung ermöglicht hätte. Zudem hätten die Bauleute beim Kauf des Grundstücks von den Bäumen gewusst, so dass sie ihren Bau entsprechend planen konnten. Schließlich seien die Bäume grundsätzlich zu erhalten.
Zu seinen Beweggründen, diesen Fall in der Bürgerfragestunde vorzutragen, erklärte der Anwohner, es gehe ihm darum, ein stärkeres Bewusstsein zu schaffen. Dabei verwies er darauf, dass in dem Baugebiet an den Grundstücksgrenzen noch rund zehn weitere Eichen vorhanden seien. Er wolle deshalb die Verwaltung und den Rat ausdrücklich dazu auffordern, die Leitlinien zum Schutz von Bäumen zu ergänzen und zu präzisieren. Das Fällen von Bäumen dürfe nur nach Ausschöpfung aller möglichen Alternativen erfolgen und könne nur als letztes Mittel in Betracht gezogen werden. Ansonsten befürchte er, dass weitere Bauleute ebenso Anträge für Baumfällungen stellen könnten, um sich vermeintlich „unbequemer“ Bäume zu entledigen.
Neu gepflanzte Bäume bräuchten Jahrzehnte, um die ökologische, klimatische und landschaftliche Bedeutung eines alten Baumes zu erreichen, erläuterte der Anwohner weiter. Abschließend lud der Anwohner alle Anwesenden dazu ein, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen – vielleicht bei einem Sonntagsspaziergang oder einer kleinen Fahrradtour in die Waldstraße.
Hintergrund:
Der Baumbestand ist im Bebauungsplan Nr. 76 „Am Regenrückhaltebecken“ grundsätzlich als erhaltenswert eingetragen. Allerdings sieht der Bebauungsplan in Abschnitt 4 folgende Ausnahmeregelung vor:
Sollten bei Baumaßnahmen innerhalb des Plangebietes im Zusammenhang z. B. mit Hochbaumaßnahmen oder der Herstellung von Zufahrten, Bäume gefällt oder erheblich beschädigt werden, sind diese im Verhältnis zum Stammdurchmesser des Baumes zu ersetzen. Die Baumrodung ist vor Beginn der Baumaßnahme mit der Gemeinde Dörpen abzustimmen und von dieser schriftlich zu bestätigen.
Im vorliegenden Fall wurde der Rat der Gemeinde Dörpen Ende Oktober 2025 per E-Mail über die gewünschte Baumfällung informiert und um kurzfristige Zustimmung gebeten, da die Gründungsarbeiten zeitnah beginnen sollten. Dabei wurde als Kompensationsmaßnahme eine Aufpflanzung von Hochstämmen angekündigt, und zwar ein Hochstamm pro 10 cm Stammumfang. Nach einer Messung des Umfangs des gefällten Baumes wären dies 28 neue Bäume gewesen.
Da die Ratsmitglieder sich wohl kaum die Festlegungen des Bebauungsplans vor ihrer Antwort an die Verwaltung angesehen haben werden, ist davon auszugehen, dass sie ihre Entscheidung auf Grundlage der Angabe in der E-Mail der Verwaltung getroffen haben, also von Ersatzpflanzungen pro 10 cm Stammumfang und nicht pro 10 cm Stammdurchmesser ausgingen. Somit erfolgte die Zustimmung des Rates auf der Grundlage einer falschen Information durch die Verwaltung.
Nach Protesten von Seiten der Opposition im Rat sah man (bisher) auch von der Fällung des westlichen Baumes ab.
Aber auch die Begründung der Bauleute erscheint – wie es der Anwohner in der Bürgerfragestunde vermutete – eher vorgeschoben. Die vorhandenen Eichen wiesen keineswegs eine ausladende Krone auf. Schnittflächen am Stamm zeigen an, dass die Kronen schon vor Jahren zurückgeschnitten wurden und nur noch wenige Meter auf die Fläche des Bauplatzes ragten. Es erscheint somit nicht nachvollziehbar, dass die Baumkronen beim Einsatz eines Bohrgerätes stören würden, denn das Gebäude wird wohl nicht bis in die beiden Ecken der Straßenfront gebaut werden, wie dies auch an dem bereits vorhandenem Schnurgerüst zu sehen ist.
Ob eine Pfahlgründung auf dem Bauplatz tatsächlich erforderlich, darf also angezweifelt werden.
Auf Nachfrage bestätigte die Verwaltung, dass bei einem weiter westlich gelegenen Gebäude an der Waldstraße keine Pfahlgründungen vorgenommen wurden. Und auch die nachgeschobene Begründung, wonach der östliche Baum die Zufahrt zum Grundstück behindern würde, kann nicht überzeugen. Die Straßenfront des Bauplatzes bot reichlich Möglichkeit, eine Zufahrt an anderer Stelle einzurichten. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich der gefällte Baum auf der Grenze zum Straßennebenraum, also zu einem großen Teil auf einer Gemeindefläche befand. Auch hier hätte sich für die Verwaltung eine Argumentation für den Erhalt des Baumes ergeben. Dass das Holz des gefällten Baumes großzügigerweise den Bauleuten überlassen wurde, rundet den fragwürdigen Verlauf dieser Angelegenheit nur noch ab.
Lebens- und Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
06.12.2025
In ihrer Schriftenreihe veröffentlicht die Gedenkstätte Esterwegen nun den von Co-Gedenkstättenleiter Martin Koers verfassten Band „Sowjetische Kriegsgefangene in den Lagern des Emslandes und der Grafschaft Bentheim 1941–1945“. Die als Dissertation an der Ruhr-Universität Bochum unter der Betreuung von Prof. Dr. Bernd Faulenbach entstandene Studie beleuchtet erstmals umfassend die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener in den Kriegsgefangenenlagern im Emsland und der Grafschaft Bentheim.
Sowjetische Soldaten bildeten während des Zweiten Weltkriegs die größte Gruppe der Kriegsgefangenen in den Emslandlagern. Sie starben zu Tausenden an unzureichender Ernährung, harter Arbeit und menschenunwürdiger Behandlung. Auch der Zwangsarbeitseinsatz im regionalen Umfeld der Emslandlager forderte zahlreiche Tote. Vor allem jedoch im Bergbau und in der Kriegsproduktion der Rhein-Ruhr-Region mussten die Kriegsgefangenen Schwerstarbeit leisten, bis sie zusammenbrachen und zum Sterben in die Emslandlager zurückkehrten. Ihre Schicksale waren bislang in vielen Bereichen nur unzureichend erforscht und dokumentiert.
Koers ordnet die regionale Situation in den Gesamtkontext des Kriegsgefangenenwesens der Wehrmacht und des Arbeitseinsatzes im Wehrkreis VI Münster ein. Er zeichnet erstmals umfassend Lebenswege und Biografien auf, stellt detailliert die Transporte sowie Arbeitskommandos dar und wertet die Zahl der Toten statistisch aus. Es entsteht ein klares Bild von der Funktion der Lager und der Ausbeutung der Arbeitskraft bis in den Tod.
Sowjetische Kriegsgefangene galten bislang – auch in der Forschung – als eine vermeintlich homogene Masse. Diese Studie zeichnet ein sehr viel detaillierteres Bild ihres Lebens in Lagern und Arbeitskommandos, benennt Verweildauer, Lebenserwartung nach der Ausbeutung in der Zwangsarbeit und Todesursachen und skizziert mehr als 29.000 Biografien. Die erstmalige Zusammenstellung der Kommandanten der emsländischen und bentheimischen Stammlager bietet zudem Ansatzpunkte für eine vertiefte Täterforschung.
Auch die Räumungsmärsche zum Ende des Krieges, die Befreiung der Überlebenden und die Nachkriegszeit werden kurz beleuchtet. Die umfassenden Recherchen werden durch Berichte regionaler Zeitzeugen und bisher weitgehend unveröffentlichtes Bildmaterial bereichert. Fünfzehn Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager unterhielt der NS-Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim zwischen 1933 und 1945. Als Haftstätten mit wechselnden, sich zeitlich überschneidenden Funktionen existierten neben den frühen Konzentrationslagern und den Strafvollzugslagern unter Aufsicht der Justizverwaltung ab 1939 auch neun Kriegsgefangenenlager des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) – die sogenannten Stammlager (Stalags) VI B und VI C.
Martin Koers, geb. 1973, ist Historiker, seit 2021 Co-Leiter der Gedenkstätte Esterwegen und Archivar der Gemeinde Geeste. (Quelle: Pressemitteilung Landkreis Emsland)
UPM und Sappi wollen Konzernteile als Joint Venture ausgründen
05.12.2025
Der UPM-Konzern, zu dem auch UPM Nordland Papier in Dörpen gehört, und der Sappi-Konzern haben ihre Absicht öffentlich gemacht, aus Teilen ihrer Konzerne ein neues Unternehmen im Bereich grafischer Papiere zu gründen.
Das Joint Venture würde das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers in Europa und den USA sowie das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa umfassen. Es würde zu gleichen Teilen UPM und Sappi gehören und unabhängig operieren, wobei es seine eigenen Produktionsprozesse, Ressourcen und Entscheidungen innerhalb der vereinbarten Rahmenbedingungen zwischen den Anteilseignern verwalten würde.
Der geplante Umfang des Joint Venture würde das gesamte UPM Communication Papers Geschäft mit acht Papierfabriken in Kymi, Rauma (einschließlich UPM RaumaCell) und Jämsänkoski (PM 6) in Finnland; Nordland (PM 1, PM 4), Augsburg, Schongau in Deutschland; die Papierfabrik UPM Caledonian im Vereinigten Königreich und die Papierfabrik Blandin in den Vereinigten Staaten umfassen.
Bei Sappi wären das grafische Papiergeschäft in Europa mit vier Papierfabriken in Kirkniemi in Finnland, Ehingen in Deutschland, Gratkorn in Österreich und Maastricht in den Niederlanden einbezogen. Es wird erwartet, dass das Joint Venture Synergien in Höhe von ungefähr 100 Mio. Euro pro Jahr durch Anlagenoptimierung, Produkt-Portfolio Rationalisierung, Logistik Optimierung, Effizienz im Beschaffungswesen und weiteren operativen Effizienzverbesserungen schaffen kann.
Die gesamte UPM-Börsenmitteilung ist hier zu finden.
Studie zu systemischen Umweltrisiken von KI veröffentlicht
05.12.2025
Künstliche Intelligenz erzeugt systemische Umweltrisiken. Eine neue Studie der Gesellschaft für Informatik e.V. erfasst und analysiert diese umfassend. Zentrales Ergebnis: Die Risiken sind struktureller Natur, können ökologische Schäden beschleunigen und Verantwortlichkeiten verwischen. Zudem tragen die ökologischen und sozialen Kosten oft nicht diejenigen, die durch KI an Profit und Produktivität gewinnen.
Künstliche Intelligenz (KI) wird häufig als Schlüsseltechnologie zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel bezeichnet. Gleichzeitig wächst ihr ökologischer Fußabdruck rasant. Eine neue vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Studie der Gesellschaft für Informatik (GI) zeigt: Neben direktem Energie- und Ressourcenverbrauch entstehen durch KI auch systemische Umweltrisiken, die weitreichende sozioökologische Folgen haben können.
Julian Schön, Referent bei der GI und Autor der Studie: „Wir sehen KI oft als Werkzeug zur Lösung ökologischer Probleme – doch parallel entstehen Risiken, die tief in unsere sozioökonomischen Systeme hineinreichen. Diese systemischen Effekte sind viel weniger sichtbar als Strom- oder Wasserverbräuche, aber im Zweifel deutlich folgenreicher.“ Die Studie definiert systemische Umweltrisiken von KI als weitreichende, sektorübergreifende Schäden an Klima, Biodiversität, Süßwasser und anderen Erdsystemprozessen, die aus systemischen Wechselwirkungen resultieren und entstehen, wenn KI in soziale, ökonomische und physische Infrastrukturen eingebettet wird. Aufgrund ihrer Komplexität sind diese Risiken nur schwer quantifizierbar.
Ein zentraler Befund der Studie ist, dass systemische Umweltrisiken durch Machtkonzentration, begrenzte Governance, ökonomische Rahmenbedingungen und durch die Komplexität und Unvorhersehbarkeit vieler KI-Systeme begünstigt werden. Durch diese Bedingungen können etwa sogenannte Rebound-Effekte und Pfadabhängigkeiten entstehen. Diese können zu materiellen Schäden wie Ressourcenerschöpfung und Toxizität führen, aber auch den Verlust lokalen und indigenen Wissens bedeuten. Zudem zeigt die Studie eine ungleiche Verteilung von Vorteilen und Belastungen durch KI: Während Produktivitätsgewinne und Profite vor allem bei wenigen ressourcenstarken Akteuren konzentriert sind, tragen marginalisierte Gruppen überproportional die ökologischen und sozialen Kosten – etwa in Regionen, in denen Rohstoffe abgebaut, Abfälle entsorgt oder besonders verletzliche Ökosysteme belastet werden. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Die englischsprachige Studie ist in der digitalen Bibliothek der GI verfügbar:
https://dl.gi.de/items/eb1b3ac4-a1ac-4957-9a34-4f1fd0126874
Assistierte Ausbildung: Kosten werden übernommen
04.12.2025
Die Agentur für Arbeit Nordhorn informiert in einer Pressemitteilung über das Förderinstrument der Assistierten Ausbildung (AsA) der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Auch nach Beginn des Ausbildungsjahres suchen Betriebe weiterhin nach Auszubildenden. Umgekehrt sind noch viele junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Daher ist es wichtig, alle Potenziale für eine Ausbildung zu erschließen und auch Bewerberinnen und Bewerbern Chancen einzuräumen, die nicht alle Anforderungen der Betriebe erfüllen. Hier kann das Förderinstrument der Assistierten Ausbildung (AsA) der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowohl jungen Menschen als auch Betrieben helfen.
Die Assistierte Ausbildung unterstützt förderberechtigte Auszubildende oder Teilnehmende einer Einstiegsqualifizierung (EQ) während ihrer betrieblichen Berufsausbildung oder ihres Praktikums, um diese erfolgreich abzuschließen. Unterstützt wird bei schulischen Herausforderungen, privaten Problemen oder auch möglichen Konflikten im Betrieb. Ebenso kommt Förderunterricht in Frage, um ausbildungsbezogene Wissenslücken zu schließen oder Sprachdefizite abzubauen. Zertifizierte Bildungsträger stellen den Teilnehmenden und Betrieben während der gesamten Ausbildungs- oder Praktikumszeit eine feste Ansprechperson zur Seite. Die Agenturen für Arbeit bzw. Jobcenter übernehmen die Kosten für die Assistierte Ausbildung.
Die verschiedenen Unterstützungselemente der Assistierten Ausbildung sind optional und flexibel. Sie richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden und den Rahmenbedingungen ihrer Betriebe. Die Unterstützung kann punktuell bspw. vor der Zwischen- oder Abschlussprüfung, oder kontinuierlich über die gesamte Ausbildungs- bzw. Praktikumszeit erfolgen. Auch Ausbildungsbetriebe können bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Berufsausbildung optional Unterstützung in Anspruch nehmen und dadurch entlastet werden.
Kontakt zum Arbeitgeber-Service: 0800 4 55520
Webseite zum Arbeitsgeber-Service:
https://www.arbeitsagentur.de/unter-nehmen/arbeitgeber-service
Den Flyer zur Assistierten Ausbildung findet man hier:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/assistierteausbildung-betrieb_ba031785.pdf
Ökologische Wechselwirkungen in Kläranlagen beeinflussen Antibiotikaresistenzen
03.12.2025
Forschende der Universität Koblenz haben jüngst gezeigt, dass das Zusammenspiel von Viren, mikrobiellen Räubern und Bakterien maßgeblich die Zusammensetzung von Resistenzgenen im Abwasser bestimmen.
Antibiotika gehören zu den wichtigsten medizinischen Werkzeugen, doch ihre Wirksamkeit wird zunehmend durch die globale Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bedroht. Kläranlagen gelten dabei als zentrale Knotenpunkte, an denen sich resistente Bakterien und ihre Gene ansammeln und weiterverbreiten können.
Ein Forschungsteam der Universität Koblenz zeigt nun, dass biologische Wechselwirkungen in Kläranlagen stärker auf die Vielfalt von Antibiotikaresistenzgenen wirken als bisher angenommen. Die Studie zeigt, dass Viren und protistische Räuber maßgeblich die Struktur der bakteriellen Gemeinschaften prägen. Die Diversität dieser trophischen Gruppen wirkt sich wiederum direkt auf die Vielfalt der Resistenzgene aus.
„Unsere Ergebnisse belegen, dass man das gesamte ökologische Netzwerk betrachten muss, um Resistenzentwicklungen zu verstehen“, erklärt Prof. Dr. Kenneth Dumack von der Abteilung Biologie der Universität Koblenz. „Viren und Protisten formen die bakterielle Gemeinschaft, und genau diese Struktur entscheidet darüber, welche Resistenzgene sich durchsetzen. Das eröffnet neue Perspektiven für nachhaltige Wassertechnologien.“ (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Neue Wohnungsbauförderung nach EH-55-Plus-Standard startet am 16. Dezember
01.12.2025
Die Zahl der genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig zugenommen. Ende des Jahres 2021 umfasst der sogenannte Bauüberhang bundesweit gut 845.000 Wohnungen. Dies entspricht knapp drei „Jahresproduktionen“ an Wohnungen. (Quelle: Struktur und Gründe des Bauüberhangs; BBSR-Online-Publikation 07/2023)
Eine zeitlich befristete Effizienzhaus 55-Plus-Förderung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien startet am 16. Dezember 2025, um diesen Bauüberhang abzubauen. Damit werden baureife Vorhaben mit bis zu 100.000 Euro zinsverbilligter KfW Kredite pro Wohneinheit gefördert. Förderfähig sind der Neubau oder Ersterwerb von Wohngebäuden im Effizienzhausstandard 55 mit einer Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien. Wärmepumpen, Fernwärme, Solarwärme, Biomasse usw. sind also förderfähig. Es muss zum Zeitpunkt der Antragsstellung eine Baugenehmigung vorliegen, mit dem Bauvorhaben darf jedoch noch nicht begonnen worden sein. (Quelle und mehr: Pressemitteilung Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen)
Verfall der letzten KZ-Täterbaracke in Versen soll verhindert werden
30.11.2025
Auf Einladung der Kolpingsfamilie Dörpen stellte Hermann Krüssel am 19.10.2025 das von ihm und Günter Kathmann verfasste Buch „Dät wuss du nich wääten!“ im Christophorushaus in Dörpen vor. In dem Buch werden die Vorkommnisse und Zustände in und um die Lager und Friedhöfe von Fullen und Versen beschrieben. So entstand ein Plädoyer für eine Erinnerungskultur.
Krüssel berichtete in Dörpen vornehmlich aus Zeugnissen der internierten italienischen Soldaten. Auf dem Lagerfriedhof Fullen waren vor ihrer Umbettung ursprünglich 751 italienische Militärinternierte bestattet. Hierzu findet man weitere Informationen bei Hallo Wippingen.
Über Hermann Krüssel ergab sich ein Kontakt zu den Gefängnisseelsorgern Ulrich Schönrock und Heinz-Bernd Wolters, die sich für den Erhalt der letzten Lagerbaracke auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalten Meppen-Versen einsetzen. Mit Zustimmung des Justizministeriums in Hannover wurde ein Besuchstermin zur Untersuchung der Holzbaracke vereinbart. Der NDR begleitete den Ortstermin mit einem Kamerateam. Es entstand ein kurzer Bericht, der am 29.11.2025 in der Sendung Hallo Niedersachsen im dritten Fernsehprogramm zu sehen war.
Arbeitslosigkeit im Emsland entwickelt sich unterschiedlich
29.11.2025
Im Agenturbezirk Nordhorn der Bundesanstalt für Arbeit entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im November recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Lingen; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegen über dem Vorjahresmonat um 3 %. Dem gegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Papenburg mit einer Zunahme von 10 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Zahlen der Geschäftsstelle Papenburg heben sich also weiterhin negativ von den anderen Geschäftsstellen im Emsland ab. Hier betrugt die Arbeitslosigkeit 4,2 % (Vorjahresmonat 3,8 %), während sie in der Geschäftsstelle Lingen bei 3,0 % (3,2 % im Nov. 2024) lag. Mit 3,1 % lagen die Zahlen für Meppen und Sögel etwas höher. Zum Vergleich: Im November 2024 wurden für Meppen 3,0 % und Sögel 3,2 % angegeben.
„Die Arbeitslosenzahlen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland sind im November zwar minimal gesunken, dennoch hinterlassen die anhaltende Wirtschaftsflaute und die schwierige Lage in der Industrie ihre Spuren auch auf unserem regionalen Arbeitsmarkt “, berichtet René Duvinage, Chef der Nordhorner Agentur für Arbeit. „Eine Arbeitskräftenachfrage ist in unserem Agenturbezirk nach wie vor vorhanden, die Unternehmen stellen aber aktuell nur Personal ein, wenn die vorhandenen Qualifikationen genau zu den benötigten Kompetenzen passen.“ (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn)
Diese Erkenntnis deckt sich mit dem ifo Beschäftigungsbarometer, über den wir am 26.11.2025 berichtet haben.
Am Sonntag Weihnachtsmarkt in Wippingen
28.11.2025
Der Wippinger Weihnachtsmarkt findet am 30.11.2025, dem 1. Advent, von 14 bis 18 Uhr auf dem Heimathof an der Mühle statt. Geboten werden Hausgemachtes und Selbstgebasteltes, Kaffee und Kuchen im Heimathaus und frisches Mühlenbrot vom Mühlenbäcker. Ab 15 Uhr gibt es die Märchenstunde für die Kleinen, die Blaskapelle sorgt für die musikalische Unterhaltung und um 16 Uhr kommt der Nikolaus.
Bundesagentur für Arbeit führt im Einzelfall Bezahlkarte für Personen ohne Bankkonto ein
27.11.2025
Kundinnen und Kunden ohne Bankkonto haben bislang ihre Geldleistungen mittels Scheckeinlösung erhalten. Ab dem 1. Januar 2026 ersetzen Bezahlkarten das bisherige Auszahlungsverfahren.
Rund 8.000 Kundinnen und Kunden der Bundesagentur für Arbeit und der als gemeinsame Einrichtungen betriebenen Jobcenter verfügen über kein eigenes Bankkonto oder möchten ihre Leistungen auf eigenen Wunsch nicht als Überweisung erhalten. Sie sind deshalb auf einen alternativen Zahlungsweg angewiesen, um zum Beispiel Arbeitslosengeld oder Bürgergeld zu beziehen. Bislang konnten sie hierfür die Auszahlung mittels Schecks in den Filialen der Postbank nutzen. Das bisherige Verfahren wird ab dem 1. Januar 2026 durch neue Bezahlkarten abgelöst. Die Regelung gilt zunächst für ein Jahr.
Die Arbeitsagenturen und gemeinsamen Einrichtungen händigen die Bezahlkarten einmalig an betroffene Kundinnen und Kunden aus. Danach werden die Karten monatlich mit der individuell zustehenden Sozialleistung aufgeladen.
Die Bezahlkarte funktioniert überall, wo Visakarten akzeptiert werden. Die Karte kann in zahlreichen Geschäften, Online-Shops und an Geldautomaten genutzt werden. Wie mit einer regulären Bankkarte können Einkäufe bezahlt und Bargeld abgehoben werden. Die Bezahlkarte unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Bankkarten und ist damit diskriminierungsfrei gestaltet.
Die BA und Jobcenter haben betroffene Kundinnen und Kunden bereits über die Einstellung des bisherigen Scheckverfahrens informiert. Informationen zu den neuen Bezahlkarten erhalten Betroffene in Kürze.
Die Einzelfalllösung gilt nur für Kundinnen und Kunden ohne eigenes Konto. Für Kundinnen und Kunden, die ihre Leistungen aufs Konto erhalten, ändert sich nichts. (Quelle: Pressemitteilung Agentur für Arbeit Nordhorn)
Unternehmen streichen weiter Stellen
26.11.2025
Die Unternehmen in Deutschland sind bei ihrer Personalplanung restriktiver geworden. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im November auf 92,5 Punkte, nach 93,5 Punkten im Oktober. „Viele Unternehmen streichen weiter Stellen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Aufgrund der stotternden Konjunktur bleibt die Entwicklung am Arbeitsmarkt schwach.“
In der Industrie setzte das Barometer seine Abwärtsbewegung fort. Dort hält der Trend zum Personalabbau in fast allen Branchen an. Die Dienstleister sind nach einem kurzen Aufatmen im Vormonat wieder merklich vorsichtiger bei Neueinstellungen. Insbesondere das Gastgewerbe plant, weitere Stellen zu streichen. Einzig die Rechtsberatungen und Steuerbüros wollen kräftig neues Personal einstellen. Die Handelsunternehmen planen trotz anstehendem Weihnachtsgeschäft mit weniger Mitarbeitern. Im Baugewerbe steigt der Bedarf an Arbeitskräften etwas. Das Barometer erreichte dort den höchsten Wert seit Mai 2022. (Pressemitteilung Ifo-Institut)
Das Wachstum der letzten Jahrzehnte ging einher mit hoher Belastung der Umwelt und einer Erosion der natürlichen Lebensgrundlagen. „Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt stößt jedoch an Grenzen. Auf Dauer wird wirtschaftlicher Wohlstand nur möglich sein, wenn er mit ökologischer Nachhaltigkeit verbunden wird“, stellt das ifo Institut in einer Stellungnahme vom 14.08.2023 fest. Darüber haben wir bereits am 28.10.2024 berichtet.
Wasserstoffspeicher in der Krummhörn wird massiv vergrößert
26.11.2025
Uniper plant die Erweiterung der Wasserstoff-Speicheranlage in der Krummhörn (nordwestlich von Emden) von 1,8 GWh auf 250 GWh. Die Bewilligung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie läuft über 50 Jahre bis 2075 und erlaubt zunächst die Gewinnung von Salzen, was als Voraussetzung für die Schaffung von Kavernen dient. Der kommerzielle Ausbau der Speicher soll bis spätestens Ende der 2030er Jahre abgeschlossen sein. (Quelle und mehr: Nordwest-Zeitung)
Mehr zur Wasserstoffspeicherung erfährt man bei Uniper.
Jagdunfall in Großefehn: Spaziergänger bei Treibjagd von Schrotkugeln getroffen
25.11.2025
Bei einer Treibjagd im ostfriesischen Großefehn wurden am 22.11.2025 zwei Spaziergänger durch Schrotmunition leicht verletzt. Gegen 11:45 Uhr, spazierten eine 42-jährige Frau sowie ein 45-jähriger Mann mit ihrem Hund im Bereich Verlorenenweg in Großefehn, als sie nach einem Schuss Schmerzen bemerkten. Vor Ort stellte die Polizei fest, dass eine Treibjagd stattfand. Eine beteiligte Jägerin räumte ein, den Schuss abgegeben zu haben. Ihre waffenrechtlichen Unterlagen sowie das Schrotgewehr wurden kontrolliert. Gegen die 40-Jährige wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. (Quelle Polizeiinspektion Aurich/Wittmund)
Die Ermittlungen der Behörden können sich bei Jagdunfällen in die Länge ziehen, wie zwei weitere Fälle zeigen. Zu einem ähnlichen Jagdunfall kam es am 07.12.2024 bei Barßel/Harkebrügge im Landkreis Cloppenburg. Bei einer Treibjagd war eine Frau auf dem Grundstück vor ihrem Haus mit Schrot beschossen worden; sie musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Anfang Januar 2025 wurde ein Jäger bei Ruchow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) bei einer Ansitzjagd auf einem Hochsitz erschossen. Der Schuss wurde von einem befreundeten Jäger aus etwa 200 Metern Entfernung von einem anderen Hochsitz abgegeben und traf den Jagdkollegen in den Hals. Die Jäger waren gemeinsam aus dem Landkreis Cloppenburg zur Jagd nach Mecklenburg-Vorpommern angereist.
Auch in diesem Fall dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin noch an. Der NDR hat wiederholt hierüber berichtet, z. B. hier.
Grüne Dienstpflicht: Rhetorik der Freiheit, Logik des Zwangs
25.11.2025
Die Partei Die Linke sieht die geplante Pflicht zur Musterung als ersten Schritt in einen „militärischen Zwangsdienst“. Ganz anders äußern sich Teile der Grünen, etwa Franziska Brantner, die ein Register mit Freiwilligen für den Kriegsfall anregt und ausdrücklich auch Ältere in Konfliktvorbereitungen einbeziehen möchte.
Schon zuvor hatten die bayerischen Grünen einen verpflichtenden „Freiheitsdienst“ für alle von 18 bis 67 Jahren gefordert – sechs Monate Wehrdienst, Zivilschutz oder Gesellschaftsdienst. Damit knüpft die Politik an eine lange Tradition staatlicher Dienstpflichten an: vom Kaiserreich über NS-Zwangsdienste bis zur Wehrpflicht im Kalten Krieg.
Die Idee, Bürger ab einem bestimmten Alter „abrufbar“ zu machen, taucht vor allem in Zeiten auf, in denen der Staat auf Kriegs- oder Krisenlogiken reagiert. „Freiheitsdienst“ ist dafür ein irreführendes Etikett: Was per Definition freiwillig wäre, wird zur staatlich verordneten Pflicht. Ein altersübergreifender Staatsdienst wäre historisch neu – und ein Schritt in Richtung eines permanenten nationalen Bereitschaftskörpers. (Joop Deters, erstveröffentlicht auf Hallo Wippingen)
Bergen-Belsen-Prozess: Vor 80 Jahren fallen die Urteile
24.11.2025
Ab September 1945 wurden vor einem britischen Militärgericht in Lüneburg erstmals die Verbrechen des Nationalsozialismus verhandelt. Etwa ein halbes Jahr nach der Befreiung stand die Wachmannschaft des KZ Bergen-Belsen vor Gericht. Zwei Angeklagte standen dabei im Mittelpunkt: Irma Grese, Aufseherin der Konzentrationslager in Ravensbrück, Auschwitz und Bergen-Belsen, und Josef Kramer, Lagerkommandant von Bergen-Belsen und zuvor von Auschwitz-Birkenau. Beide wurden zum Tode verurteilt, ebenso Kramers Stellvertreter Franz Hößler, Lagerarzt Fritz Klein und Blockführer Peter Weingärtner.
Insgesamt wurden am 17. November 1945 elf Angeklagte zum Tode verurteilt, neunzehn Angeklagte erhielten eine Gefängnisstrafe, und vierzehn wurden freigesprochen.
Der NDR hat die Vergehen der Angeklagten und den Prozess in seiner Rubrik Geschichte beschrieben.
Ehemalige Zivildienstleistende verabschiedeten „Osnabrücker Erklärung“
23.11.2025
Jahrzehnte nach ihrer Entscheidung, den Kriegsdienst zu verweigern, haben sich ehemalige Zivildienstleistende in Osnabrück getroffen. Sie verabschiedeten dabei eine „Osnabrücker Erklärung“. Darin wird das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen nach Artikel 4, Absatz 3 des Grundgesetzes bekräftigt. Zugleich wird in der „Osnabrücker Erklärung“ die Forderung erhoben, künftige Kriegsdienstverweigerungen von Frauen zu beachten, auch wenn sie derzeit noch von der Wehrpflicht ausgenommen seien. Die Erklärung endet mit einer Selbstverpflichtung der Teilnehmer: „Ich will dafür eintreten, dass Frieden ohne Waffen möglich wird!“ (Quelle und mehr: aus.sicht)
Felix Paul, Beauftragter für Friedensfragen der evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover, sagte, die Landeskirche baue derzeit ein landesweites Beratungsnetz für Kriegsdienstverweigerer auf. Nach seinen Angaben haben sich bereits vermehrt junge Männer gemeldet, die unsicher sind, wie sie sich zum Wehrdienst verhalten sollen. Oft sei schon die Musterung ein Problem, schreibt die NOZ am 15.11.2025 in ihrem Bericht von der Veranstaltung.
NDR-Umfrage: Aktuell keine Mehrheit für Rot-Grün in Niedersachsen
22.11.2025
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des NDR Niedersachsen hat die rot-grüne Landesregierung zurzeit keine Mehrheit in der Bevölkerung. Die SPD erhält eine Zustimmung von 26 Prozent – genau wie die CDU. Die Grünen stehen unverändert bei 12 Prozent, die Linke erreicht 6 Prozent und würde damit bei einer Landtagswahl in den Landtag einziehen.
Die rot-grüne Landesregierung hätte zusammen mit aktuell 38 Prozent also keine Mehrheit und könnte damit die Regierung nicht fortsetzen. Und bis zur nächsten Wahl im Jahr 2027 dürfte sich nicht so viel ändern, dass ein Regierungsbündnis gegen CDU und AfD (aktuell 20 Prozent) möglich wäre. Die Konsequenz aus den vorliegenden Zahlen wäre also eine Regierung aus SPD und CDU, nur bleibt spannend, welche dieser Parteien bei der nächsten Wahl vorn liegen wird und den Ministerpräsidenten stellen darf.
Die Grünen erzielten bei der Wahl im Oktober 2022 mit 14,5 Prozent der Stimmen ihr historisch bestes Wahlergebnis in Niedersachsen. Diesen Wert wird man wohl nicht wieder erreichen, zumal die Linken in Niedersachsen „grüne“ Themen (Beispiel Tierschutz) teilweise konsequenter vertreten als die Grünen selber.
Negative Tendenzen bei Umfragen zwischen den Wahlterminen werden gern als „Momentaufnahme“ mit geringer Aussagekraft abgetan, so auch jetzt von der Grünen Führungsfrau Julia Willie Hamburg. Doch hört man aus der Umgebung der Partei, dass sich weniger bekannte Abgeordnete aus schwächeren Kreisverbänden schon jetzt Sorgen um ihre politische Zukunft machen. Hinter den Kulissen werden offenbar die ersten Kämpfe ausgetragen, um sich zumindest den Rückhalt der eigenen Basis zu sichern.
Für die aktuellen Hinterbänkler im Landesparlament kommt noch erschwerend hinzu, dass in den letzten Wahlen zum Europaparlament und zum Bundestag einige bekannte Niedersachsen-Grüne den Sprung ins Parlament verpasst haben und sich bei der nächsten Wahl für einen der vorderen Plätze der Landtagskandidatenliste interessieren könnten. Keine guten Aussichten also für die grüne Diaspora im Emsland und im weiteren mittleren Westen des Landes.
Zulassung von Unkrautvernichtern darf nicht automatisch befristet verlängert werden
22.11.2025
Die Europäische Union darf die Zulassung von Unkrautvernichtern oder anderen Pflanzenschutzmitteln nicht automatisch befristet verlängern. Das entschied das EU-Gericht in Luxemburg am Mittwoch auf Klagen von Umweltschützern aus verschiedenen Ländern, darunter Deutschland. Entscheidungen der EU-Kommission, mit denen eine interne Überprüfung solcher vorübergehender Verlängerungen abgelehnt wurde, sind demnach nichtig. Unter anderem klagte die deutsche Aurelia Stiftung, die sich für Bienen einsetzt. Das EU-Gericht bestätigt ausdrücklich die von der Aurelia Stiftung im Verfahren geltend gemachte Bedeutung der Befristung von Pestizid-Genehmigungen. Die Befristung stellt die wiederkehrende Risikoprüfung anhand des aktuellen Erkenntnisstandes sicher, schreibt die Aurelia Stiftung in einer Mitteilung vom 19.11.2025 auf Ihrer Homepage.
Meeresspiegelanstieg bedroht Nordseeküste stärker als erwartet
21.11.2025
Das Wattenmeer der Nordsee besteht aus flachen Küstenbuchten, sogenannten Tidebecken. Diese Becken haben eine wichtige Funktion: Sie schützen die Küsten vor Überschwemmungen, zum Beispiel durch Sturmfluten und den steigenden Meeresspiegel. Eine neue Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon zeigt, dass die meisten Tidebecken in der Deutschen Bucht nicht mehr über ausreichend Sedimente verfügen, um den Anstieg des Meeresspiegels auszugleichen.
„Die Sedimentation in den deutschen Tidebecken ist nicht mehr ausreichend, um den steigenden Wasserständen entgegenzuwirken”, sagt der Geophysiker und Co-Autor Dr. Wenyan Zhang. Nur 9 der 24 vorhandenen Becken in der Deutschen Bucht zeigten über den Untersuchungszeitraum von 1998 bis 2022 eine Höhenzunahme, die den relativen Meeresspiegelanstieg übertraf. (Quelle und mehr: Helmholtz-Zentrum Hereon über Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Heute auf Arte TV: Petra Kelly – Act Now!
20.11.2025
Eine Ikone der deutschen Friedens- und Umweltbewegung: Petra Kelly glaubte daran, dass ein einzelner Mensch die Welt verändern kann. In den 1980er Jahren brachte sie hunderttausende Menschen gegen Atomkraft und Atomraketen auf die Straße. Die radikale Pazifistin, Menschenrechtsaktivistin und Feministin war eine Ausnahmeerscheinung – bis zu ihrem tragischen Ende.
Die Produktion erhielt den Deutschen Filmpreis 2025 in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm
Arte TV zeigt den Film heute ab 20:15 Uhr.
Der Film ist auch bei Arte als Video zu sehen.
Niederlande: Großer Sprung zurück im Nexperia-Streit
20.11.2025
Ende September übernahm der niederländische Staat die Kontrolle über das zum chinesischen Wingtech-Konzern gehörende Unternehmen Nexperia, das in Europa Computerprozessoren fertigt. Am Mittwoch gab der niederländische Wirtschaftsminister Vincent Karremans bekannt, dass die staatliche Kaperung des chinesischen Computerprozessorherstellers Nexperia ausgesetzt werde. China hatte mit Ausfuhrverboten reagiert, womit die Niederländer offenbar zur Einsicht kamen, dass die Übernahme kein strategischer Geniestreich war. Mehr liest man hierzu in der Tageszeitung junge Welt.
Uns erinnert dieser Vorgang an das Ameisen-Gedicht von Joachim Ringelnatz:
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.
(Quelle: Wikipedia)
Petition: Baujagd in Niedersachsen komplett verbieten
19.11.2025
Die Tierschutzorganisation Pro Fuchs Deutschland e.V. hat eine Petition ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Baujagd und die Ausbildung an lebenden Füchsen in Schliefenanlagen im Zuge der Novellierung des Jagdgesetzes in Niedersachen zu verbieten.
Hier ein Auszug aus der Begründung:
„Pro Fuchs Deutschland e.V. richtet seine Petition primär an die niedersächsische Landesregierung, damit jahrzehntelange Rechtsverstöße durch die Baujagd und nachfolgend auch bei der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen endlich durch die Novelle des niedersächsischen Jagdgesetzes final beendet werden.
Pro Fuchs Deutschland e.V. verweist hierbei nicht nur auf die Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit, wo u.a. dem Wild unnötige Qualen zu ersparen sind. Denn überhaupt liegt grundsätzlich ein Verbot einer Jagdausübung vor, welche mit mindestens hoher Wahrscheinlichkeit länger andauernde oder sich wiederholende Schmerzen oder Leiden verursacht (Tierschutzgedanke).
Baujagd stellt genau wegen des Verursachens unnötiger Schmerzen nicht die mildere/mildeste Jagdmethode dar, sondern die im Vergleich zu anderen Methoden der Fuchsjagd, die schmerzhaftere…“ Die ausführliche Begründung findet man bei openPetition hier:
https://www.openpetition.de/petition/online/baujagd-in-niedersachsen-komplett-verbieten
Heede: Neuer Turm wohl nur bei Förderung
18.11.2025
Am 09.05.2025 haben wir über die noch vorhandene Bodenplatte mit den Fundamenten des abgerissenen Holzturms im Heeder Moor (auch Neuheeder Moor) auf einer Fläche der niedersächsischen Staatlichen Moorverwaltung berichtet. Etwa zwei Monate zuvor war die Gemeinde Heede von der Landesbehörde aufgefordert worden, „im Hinblick auf die noch bestehenden vorhandenen baulichen Einrichtungen (Punktfundamente aus Beton) im Heeder Moor einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen.“
Ein Rückbau der Bodenplatte und der Fundamente wäre für die Gemeinde sicherlich mit erheblichen Kosten verbunden gewesen. So weit sollte es aber möglichst nicht kommen – es musste also eine Idee mit aufschiebender Wirkung her.
Die Lösung: Man stellte der Moorverwaltung einen neuen Turm auf den vorhandenen Fundamenten in Aussicht.
So gewann man Zeit, denn die Moorverwaltung räumte Aufschub für die Rückbauarbeiten ein, allerdings mit der Bitte um zeitnahe Erledigung.
Ein halbes Jahr später haben wir uns erlaubt, beim Niedersächsischen Umweltministerium (MU), in dessen Zuständigkeit die Staatliche Moorverwaltung liegt, nach dem Stand der Planungen für einen neuen Turm, bzw. zur Räumung der Fundamente im Neuheeder Moor zu fragen.
Das MU hat wiederum bei der Staatlichen Moorverwaltung zum aktuellen Stand in Heede nachgefragt und erfahren, dass die Gemeinde Heede derzeit anstrebe, das Vorhaben im kommenden Kalenderjahr fertigzustellen. Dies hänge jedoch von einer möglichen Förderung ab. Über das weitere Vorgehen könne seitens der Staatlichen Moorverwaltung – in Abstimmung mit der Gemeinde Heede – erst dann entschieden werden, wenn konkrete Unterlagen für diese Planungen vorlägen. Bisher seien entsprechende Planzeichnungen der Staatlichen Moorverwaltung aber nicht vorgelegt worden, teilt das MU mit.
Schaum auf Gewässer nach später Gülleausbringung
17.11.2025
Zurzeit kann man auf vielen Entwässerungsgräber Schaum sehen. Offensichtlich besteht ein Zusammenhang mit der Gülleausbringung kurz vor Beginn der Sperrfrist. Bis zum 30. Oktober durfte noch Gülle auf Grünland ausgebracht werden. Und entsprechend konnte man auch kurz vor dem Beginn der Sperrzeit noch Landwirte mit ihren Güllefässern auf Grünlandflächen sehen. Anfang November war dann vermehrt Schaum auf dem Wasser in Gräben zu sehen.
Stärker wurde die Schaumbildung allerdings erst nach den vermehrten Niederschlägen ab dem 13. November 2025. In fünf Tagen fielen im nördlichen Emsland fast 50 mm Regen pro Quadratmeter. Auf vielen Flächen können die Böden diese Wassermengen nicht aufnehmen.
In der Folge bleibt ein Teil des Niederschlagswassers auf den Flächen stehen oder fließt in Richtung Vorfluter ab, wie am Schaum auf dem Wasser zu erkennen ist. So haben sich beispielsweise auf der Wippinger Dever und der Haardever unterhalb der Staustufen Bereiche mit weißem oder bräunlichem Schaum gebildet. Zu stärkerer Schaumbildung kam es am Zufluss der Wippinger Dever in den Seitenkanal Gleesen-Papenburg östlich von Dörpen.
In ruhigeren Bereichen bildeten sich auf dem Wasser Schäume mit einer Höhe von bis zu 30 cm. Die Schaumbildung zeigt, dass Bestandteile der eigentlich für die Pflanzen gedachten Nährstoffe aus der Gülle – beispielsweise Stickstoff und Phosphat – mit dem fließenden Wasser fortgetragen werden. Über die Ems gelangen diese Pflanzennährstoffe in die Nordsee und tragen zur Überdüngung des Wattenmeeres bei. (Mehr über die Anreicherung von Schad- und Nährstoffen in Nord- und Ostsee erfährt man beim NABU.)
Überangebot: Kartoffeln landen in Biogasanlagen oder bleiben auf dem Acker
16.11.2025
Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis – das ist eine alte Weisheit der freien Marktwirtschaft. Vordergründig betrachtet bestätigt sich diese Theorie zunächst auch in Hinblick auf den aktuellen Markt für Kartoffeln. So einfach funktioniert die Preisgestaltung aber offenbar nicht immer. Im vergangenen Jahr war der Kartoffelpreis hoch. Die Folge für das laufende Jahr war, dass kurzfristig denkende Landwirte auch für 2025 ein gutes Geschäft auf dem Kartoffelmarkt witterten. Die Anbaufläche wurde vergrößert, die Erntemenge stieg folglich in 2025, und zwar um 5,3 Prozent.
Gar nicht so viel mehr, könnte man denken, aber die Auswirkungen auf die Preisbildung war enorm, wenn man den Berichten von Fachmedien wie agrarheute Glauben schenken darf. Die Nachfrage nach Kartoffeln stieg im Inland nicht entsprechend, sie blieb seit der Corona-Pandemie „nur“ stabil.
Auf die Preisgestaltung im deutschen Kartoffelmarkt wirken sich allerdings auch internationale Ereignisse aus, denn Deutschland exportiert in der Regel viele Kartoffelprodukte, hat das ZDF vom Vorstandsvorsitzenden der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. erfahren. „Und da der Euro im Vergleich zum US-Dollar gerade sehr hoch bewertet, also teuer ist, werden diese Produkte jetzt in wichtigen Absatzmärkten in Asien oder Nordafrika weniger nachgefragt„, erläutert der Experte weiter. So landen deutsche Kartoffeln nun in Biogasanlagen, vorausgesetzt, sie können überhaupt aus dem Boden geholt werden.
Das ist keineswegs in jedem Fall gegeben, denn bei der Ausweitung des Anbaus hat man die „gute landwirtschaftliche Praxis“ nicht immer im Blick gehabt und auch auf tieferen Flächen Kartoffeln angebaut, die nun nach Niederschlägen nicht überall mit den schweren Maschinen befahrbar sind.
Bei der heutigen Technikgläubigkeit scheint es kaum noch jemanden zu interessieren, dass Pflanzen, die in der Regel im feuchten Herbst geerntet werden, nicht auf tiefe Böden angebaut werden sollten. Man erntet so viel wie möglich und lässt die Früchte an den nassen Stellen im Boden zurück. An den Rändern der nassen Ackerstellen sieht man, dass Mensch und Technik alles gegeben haben, was aber nicht immer ausreichte.
Doch auch auf befahrbaren Flächen werden nicht alle Kartoffeln geerntet. „Preissturz: Landwirte lassen Kartoffeln auf dem Acker verrotten“, lautet am 14.11.2025 die Schlagzeile eines Artikels der Internetausgabe der Zeitschrift Land & Forst. Und dies, obwohl bereits erhebliche Mengen im Futtertrog oder in der Biogasanlage gelandet seien. Die Erlöse sind dann aber offenbar so gering, dass sich die Ernte nicht mehr lohnt.
In Niedersachsen liegen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln aktuell im Bereich von 10,50 bis 11,50 Euro je Dezitonne (1 dt =100 kg), also rund 50 % niedriger als im Vorjahr, ist dem Bericht zu entnehmen. Bei den im Emsland stark vertretenen Stärkekartoffeln liegen die Preise offenbar noch deutlich niedriger. Angeblich werden derzeit nur etwa fünf Euro je dt gezahlt, sogar ein Euro je dt wird als Preis genannt. Dabei wird aber auch darauf verwiesen, dass Kartoffelanbauer in den vergangenen Jahren gut verdient haben und ein solider Betrieb einen Verlust überstehen kann. Der Staat muss also nicht gleich mit Unterstützungsmaßnahmen eingreifen.
Physiker warnen vor atomarer Aufrüstung
15.11.2025
Deutsche und japanische Physiker haben sich heute in Münster dazu verpflichtet, keinen Beitrag zur atomaren Aufrüstung zu leisten. Im historischen Rathaus in Münster haben die Präsidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Physical Society of Japan (JPS) eine Deklaration unterschrieben. Die Forschenden warnen davor, dass das Risiko für den Einsatz atomarer Waffen aufgrund der zahlreichen internationalen Konflikte bedeutend gestiegen ist.
(Quelle: WDR Text Sa 15.11.2025 16:32:25)
Sozialer Zündstoff auf dem Land durch die Energiewende
15.11.2025
Die Energiewende ist vor allem im ländlichen Raum untrennbar mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen verbunden. Forscher aus Würzburg und Dänemark fordern deshalb eine neue, ganzheitliche Betrachtung.
Die Transformation unseres Energiesystems hin zu erneuerbaren Quellen findet sichtbar vor allem im ländlichen Raum statt; schließlich entstehen hier die großen Wind- und Solarparks, die für das Gelingen der Energiewende entscheidend sind. Doch diese Entwicklung ist für die dort lebenden Menschen weit mehr als ein technischer Prozess. Sie trifft auf bestehende Spannungen um Landnutzung, soziale Ungleichheit und politische Entfremdung und wirkt dabei oft als Katalysator, der diese Konflikte verschärft und neu formiert. Ein aktueller Beitrag hat jetzt diese Prozesse genauer unter die Lupe genommen und mit einer zentralen Forderung verbunden: Anstatt die Energiewende isoliert zu betrachten, sollen die Akteure ein umfassendes Gesamtkonzept für den ländlichen Raum entwickeln. Dieses soll die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner in den Mittelpunkt stellen und darauf abzielen, nicht nur eine nachhaltige Energieversorgung zu sichern, sondern auch eine gerechte Landnutzung, bezahlbares Wohnen, eine gute soziale Infrastruktur sowie zukunftsfähige Lebensgrundlagen zu schaffen. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
UPM will Produktemissionen bis 2030 reduzieren
14.11.2025
UPM Communication Papers veröffentlicht eine Climate Action Roadmap und will seine Kunden gezielt dabei unterstützen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Roadmap baut auf den bestehenden Klimazielen von UPM Communication Papers auf und beschreibt konkrete Maßnahmen zur weiteren Reduzierung von CO2–Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Papier, teil UPM am 13.11.2025 mit.
Bis 2030 sollen die fossilen CO2-Emissionen der europäischen Papierprodukte von UPM Communication Papers auf durchschnittlich unter 100 kg pro Tonne Papier gesenkt werden. Dies entspricht einer Reduktion von über 70 % der fossilen Emissionen aus eigenen Prozessen und aus extern bezogener Energie an europäischen Standorten im Vergleich zum Basisjahr 2023.
Nicht erwähnt wird dabei allerdings, dass bei UPM Nordland Papier in Dörpen im Jahr zuvor noch ein Gaskraftwerk in Betrieb genommen und somit der Einsatz fossiler Energie für viele Jahre festgelegt wurde, siehe auch https://gruenealternative.de/anders-als-nordland-in-doerpen-papier-und-kartonfabrik-varel-will-erdgas-ersetzen/.
In der Mitteilung der UPM-Abteilung Media relations steckt also viel PR (Public Relations, also Öffentlichkeitsarbeit), wie auch im folgenden Zitat zu erkennen ist:
„Wir nehmen die Herausforderung des Klimawandels ernst und setzen auf konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Gunnar Eberhardt. Mehr zur UPM-Climate Action Roadmap findet man auf der Homepage des Unternehmens, allerdings nur in englischer Sprache.
Leher Wiesen: Schaumstoff aus Jagdkanzeln nach Ansicht des Landkreises unproblematisch
13.11.2025
Über zwei Jagdkanzeln in den Leher Wiesen haben wir hier schon wiederholt berichtet. Vor gut einem Monat wurden an einer vor etwa einem Jahr aufgestellten Jagdkanzel Sandwichplatten angebracht, die über Monate am Rande des Weges gelagert worden waren, siehe auch unsere Berichte vom 25.08.2025 und vom 20.10.2025. Allerdings waren darunter neben grünen auch einige weit sichtbare, weiße und beige-cremefarbene Seitenflächen, die dann farblich (grün) angepasst werden mussten.
Einige Zeit nach dem Verbau der Sandwichplatten zeigt sich dann ein weiteres Problem, das eigentlich nicht hätte auftreten dürfen. Die „Bauleute“ aus der Jägerschaft hatten es unterlassen, alle Kanten der Platten abzudecken. Der für Vögel und kleine Nager frei zugängliche Schaumstoff der Platten weckte bald das Interesse dieser Tiere. Es wurde offenbar genagt, gekratzt und gepickt, bis größere Fehlstellen in die Schaumflächen gearbeitet worden waren. Neben diesen Fehlstellen kann man im Schaumstoff auch ein rundes Loch erkennen, das darauf hindeutet, dass hier ein Specht am Werk war.
Da ähnliche Fehlstellen schon zuvor bereits an nicht verdeckten Schaumstoffflächen einer in Sichtweite dieser Konstruktion gebauten Kanzel festzustellen waren, konnten die Schäden eigentlich nicht überraschen.
Der Landkreis Emsland hatte die Jagdkanzel übrigens bereits im Oktober 2024 in Augenschein genommen. Dabei wurde festgestellt, dass für den Bau der Kanzel teerölhaltige Masten verwendet worden waren. Diese wurden nach Aufforderung durch den Landkreis Emsland vom Jagdpächter entsorgt.
Die Freisetzung des Schaumstoffs und die damit einhergehende Verbreitung der Schaumstoffpartikel in der Umgebung stellen für den Landkreis Emsland nun aber offenbar kein Problem dar. Aus abfall- und bodenschutzrechtlicher Sicht gebe es keine Umstände, die zu einer Beeinträchtigung von Wirkungspfaden führen, haben wir vom Landkreis erfahren.
Bedenken sind hier fehl am Platz, lernen wir also aus der Beurteilung des Landkreises Emsland. Dennoch bieten die beiden Jagdkanzeln in den Leher Wiesen weiterhin die Möglichkeit, Erkenntnisse zu gewinnen. Im Sinne der Reallaborforschung kann hier in der Praxis beobachtet werden, wie Mitglieder des anerkannten Naturschutzverbandes Landesjägerschaft Niedersachsen mit Natur und Umwelt umgehen und wie die zuständige Behörde zu ihren Aktivitäten steht.
Landesjagdbericht 2024/2025 erschienen
13.11.2025
Der Landesjagdbericht liefert jährlich Daten, Zahlen und Fakten zu den Wildtierpopulationen und der Jagd ebenso wie neueste wildbiologische Erkenntnisse und wird gemeinsam vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) und der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) veröffentlicht. Neben der Darstellung der Jagdstrecken des vergangenen Jagdjahres stehen bei den Wildarten auch die Entwicklung der Bestandsdaten und des Vorkommens im Mittelpunkt. Grundlage für diese Daten ist die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE), die die Landesjägerschaft Niedersachsen seit dem Jahr 1991 kontinuierlich durchführt.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe des Berichts bildet die Evaluierung der WTE-Daten in Bezug auf Wolf und Luchs. (Quelle und mehr: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Neue Erkenntnisse zu molekularen Ursachen von Long-COVID
10.11.2025
Ein Forschungsteam aus dem Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), der Universität zu Lübeck (UzL) und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat gemeinsam mit weiteren Partnern neue Einblicke in die Entstehung des Post-COVID-Syndroms gewonnen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kombinierten modernste Einzelzell-Transkriptomik (scRNA-seq) mit zellbiologischen Modellen. So konnten sie die zellulären und molekularen Mechanismen entschlüsseln, die hinter den langwierigen Beschwerden vieler Betroffener stehen. Die Studie identifizierte zwei Botenstoffe, die in der Nasenschleimhaut dauerhaft eine Entzündung auslösen. Dieser Entzündungsprozess hemmt offenbar die Regeneration des Gewebes und trägt somit zur anhaltenden Symptomatik bei Post-COVID bei. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Grüne in Niedersachsen präsentieren wirtschaftlichen Kurs, bleiben aber unkonkret
10.11.2025
Beim Landesparteitag betonen die Grünen an diesem Wochenende ihre wirtschaftlichen Positionen. Neben grünem Stahl, der Förderung der E-Mobilität und einer besseren Integration von Geflüchteten sind jedoch keine großen Neuerungen zu erwarten.
Trotz dieser zentralen Schwerpunkte blieb der Parteitag am Samstag weitgehend frei von neuen konkreten Vorschlägen, berichtet der NDR. Stattdessen wurden in den Redebeiträgen bekannte Positionen wiederholt und bekräftigt, darunter die Mobilitätswende, der Bürokratieabbau, ein Industriestrompreis, mehr Anreize für Unternehmen, in Niedersachsen zu bleiben. (Quelle und mehr: NDR)
„Entscheidet Euch!“: Flugschrift gegen Rechtsextremismus
Journalist Hermann Vinke stellt neue Publikation in Gedenkstätte Esterwegen vor
09.11.2025
Der aus dem emsländischen Rhede stammende Hermann Vinke stellt am Dienstag, 18. November, um 18.30 Uhr seine Publikation „Entscheidet Euch!“ mit anschließender Diskussion in der Gedenkstätte Esterwegen (Hinterm Busch 1) vor. Vinke, Journalist und Autor zahlreicher Bücher zum Widerstand im Dritten Reich und zur DDR-Geschichte, macht in der Schrift eine Reihe von Vorschlägen, wie der Vormarsch von Rechtsextremisten und Neonazis gestoppt werden kann. Jungwählerinnen und Jungwähler dürften nicht länger im Netz demokratiefeindlichen Einflüssen ausgesetzt werden, betont der ehemalige ARD-Auslandskorrespondent und frühere Programmdirektor bei Radio Bremen. In ländlichen Regionen müssten „Anker-Personen“ gewonnen werden, um gegen die Unterwanderung ganzer Ortschaften durch Neonazis vorzugehen.
Unter dem Titel „Entscheidet Euch!“ erscheint am Sonntag, 9. November, im Metropol Verlag Berlin eine Flugschrift, die sich im Vorfeld der fünf Landtagswahlen im nächsten Jahr an Wählerinnen und Wähler in Ost- und Westdeutschland richtet. Nach Ansicht ihres Verfassers Hermann Vinke kann sich bereits 2026 entscheiden, ob Freiheit und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland noch Bestand haben oder sich das Land in Richtung eines autoritären Staates entwickelt.
Für die sogenannte „Stille Mitte“ – gemeint sind Wählerschichten, die aus unterschiedlichen Motiven AfD wählen, aber noch nicht zum harten Kern der Partei zählen – nennt die Flugschrift eine Reihe von Überlegungen, wie diese Menschen, die keineswegs allesamt Nazis seien, durch neue Wege der Kommunikation für demokratische Parteien zurückzugewinnen sind.
Vinke vertritt die Auffassung, dass die parlamentarische Demokratie vor ihrer größten Herausforderung seit Kriegsende steht, dass ferner Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in ganz Europa in Gefahr geraten, wenn Deutschland sich zu einem autoritären Staat entwickelt. Seine Flugschrift „Entscheidet Euch!“ sieht er in der Tradition von Stéphane Hessel, dem Widerstandskämpfer der Résistance und großen französischen Diplomaten. Hessel brachte 2010 die Streitschrift „Empört Euch!“ und 2011 „Engagiert Euch!“ heraus – Aufrufe, die damals vor allem bei jungen Menschen in Frankreich und Deutschland auf großen Widerhall stießen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. (Quelle: Gedenkstätte Esterwegen)
2026 wirft seine Schatten voraus: Nato erhält „Westfälischen Friedenspreises“, Zitterpappel ist Baum des Jahres
09.11.2025
Das Jahr 2026 ist nicht mehr weit hin. Zukunftsweisende Entscheidungen müssen nun getroffen werden. Die „Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V.“ hat schon einmal vorgelegt und der Nato den „Westfälischen Friedenspreis“ zugesprochen.
Die Zeiten ändern sich eben, und zwar so sehr, dass ein Kriegsbündnis eben zu einem Friedenspreisträger wird. Man mag sich in Absurdistan wähnen, doch so ist die neue Realität. Uns bleibt nur ein Kopfschütteln.
Alles wandelt sich, müssen wir zur Kenntnis nehmen, und so kommen wir zur Schlagzeile von forstpraxis.de: „Ein Baum für den Wandel: Die Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026“.
Diese Entscheidung gibt uns zumindest eine Orientierung hinsichtlich dessen was, noch kommen mag und hält uns zunächst ein wenig von der inneren Immigration zurück.
Wenn im Frühjahr die neuen Blätter im Wind wehen, können wir uns die innere Kälte gemeinsam mit den Pappeln aus dem Körper zittern und wie Espenlaub im Wind flattern, beispielsweise im Pappelwäldchen beim Wehr am Dortmund-Ems-Kanal. Dabei werden wir sehen, hören und verstehen, wofür diese Baumart ihren Namen bekommen hat und uns dann noch stärker mit der Zitterpappel verbunden fühlen.
Wer sich allerdings noch weiter mit der Vergabe des „Westfälischen Friedenspreises“ an die Nato befassen möchte, der findet im Internet reichlich Gelegenheit dazu, z. B.
https://www.hallo-wippingen.de/wp/2025/11/der-naechste-friedenspreis-direkt-an-das-groesste-kriegsbuendnis-der-erde/
https://www.nachdenkseiten.de/?p=141668
Pflanzenschutzmittel verändern das Verhalten von Nicht-Zielorganismen / Effekte bei Bestäuberinsekten und Fischen
08.11.2025
Pflanzenschutzmittel schützen Kulturpflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern. Sie wirken sich aber auch negativ auf Organismen aus, die nicht das primäre Ziel ihres Einsatzes sind, zum Beispiel Bestäuberinsekten oder Fische. Wie sich deren Verhalten nach Exposition mit Pflanzenschutzmitteln ändert, steht im Fokus der lebensraumübergreifenden Studie von Wissenschaftler:innen des UFZ. Die im Tiermodell gefundenen Verhaltensänderungen fielen deutlich aus. Die Arbeit zeigt, dass es für eine bessere Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln notwendig ist, künftig komplexere und damit relevantere Verhaltenstests einzubeziehen.
Um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf das Verhalten von Süßwasserorganismen zu testen, nutzten die Forscher:innen eine Screening-Methode am Zebrafisch-Embryo-Modell. Damit ist es möglich, Chemikalien schnell auf neurotoxische Wirkungen zu testen, indem veränderte Lern- und Gedächtnisprozesse anhand des Verhaltens von Embryonen des Zebrabärblings gemessen werden. Neben der Einzelbehandlung mit den Pflanzenschutzmitteln wurden die Fischembryonen auch verschiedenen Konzentrationen eines Insektizid-Herbizid-Fungizid-Gemisches ausgesetzt, wie es typischerweise in deutschen Fließgewässern vorkommt. Die Exposition führte zu deutlichen und auch spezifischen Änderungen ihres Verhaltens: War die Konzentration des Gemisches gering, zeigten die Fischembryonen ein Verhalten, wie es normalerweise das Herbizid allein auslösen würde. Bei höherer Konzentration desselben Gemisches wurde dieses Verhalten aber nicht verstärkt, sondern abgelöst: Der Fischembryo verhielt sich nun so wie unter Einwirkung des Fungizids.
Die Forschenden fordern deshalb, mehr relevante Verhaltenstests für niedrig konzentrierte Chemikalien in die Rahmenwerke zur Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln zu integrieren. Dies würde helfen, kritische Substanzen zu identifizieren und Nicht-Zielorganismen besser zu schützen und würde so zum Erhalt der Biodiversität in Agrarlandschaften beitragen. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
UPM meldet 30 Prozent geringeres Betriebsergebnis
07.11.2025
Ende Oktober gab der finnische Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierkonzern UPM für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro bekannt. Das sind 5 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um 30 Prozent auf knapp 0,6 Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn bis Ende September war mit 0,4 Milliarden Euro um 34 Prozent geringer.
Laut Konzernangaben wurde die neue Biochemikalien-Raffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt) in Betrieb genommen. Die Produktion und der Verkauf der ersten kommerziellen Produkte (Industriezucker und Lignin-basierte Produkte) sollen bis Ende des Jahres beginnen.
In Leuna lief bisher allerdings nicht alles rund für UPM. Die ursprünglich geplanten Kosten von 550 Millionen Euro stiegen auf rund 1,3 Milliarden Euro. Wie bei der Einführung neuer Technologien üblich, dürfte es auch in Leuna in der Anlaufphase zu Problemen kommen, die weitere Kosten verursachen werden. Bisher war das UPM-Werk von Nordland Papier in Dörpen in der Regel für hohe Steuerzahlungen verantwortlich, doch die Aussichten für die Gemeindekasse dürften sich nicht verbessern.
Im bayerischen Plattling hat UPM das Werksgelände der ehemaligen Papierfabrik übrigens an die Gesellschaft Bayernhafen verkauft. Dies war für uns Anlass, bei UPM Nordland Papier nachzufragen, ob nicht auch in Dörpen ungenutzte Flächen verkauft werden sollen. Geld kann man bei UPM zurzeit ja sicherlich gut gebrauchen. Ein Verkauf ist in Dörpen aktuell aber nicht geplant, wie man uns mitteilte.
Somit bleibt die Hoffnung auf blühende Landschaften – zumindest am Seitenkanal in Dörpen. Im vergangenen Jahr haben wir wiederholt über die angeblichen Pläne von UPM Nordland berichtet, wonach auf den kahlgeschlagenen Flächen östlich und südlich der Gebäude von UPM NorService Blühwiesen angelegt werden sollten. Dieses UPM-Projekt hat sich jedoch – ähnlich wie in Leuna – deutlich verzögert. Zwar hat man sich bemüht, den Boden entsprechend vorzubereiten, aber eine Einsaat erfolgte nach unserer Kenntnis bisher nicht – und dürfte für dieses Jahr auch nicht mehr geplant sein. Nun bleibt uns also die Hoffnung, dass UPM im kommenden Jahr einen neuen Blühwiesenversuch startet. Wir werden den Verlauf beider Projekte – in Leuna und am Seitenkanal in Dörpen – gespannt verfolgen. (Mit Material vom Holz-Zentralblatt)
Wie KI die globale Sicherheit beeinflusst: Neuer CNTR Monitor zu Technologie und Rüstungskontrolle erschienen
06.11.2025
Autonome Waffensysteme, KI-gestützte Verifikation von Waffenstillstands-Abkommen, geopolitischer Wettlauf um Rechenkapazitäten – Künstliche Intelligenz (KI) verändert sicherheitspolitische Realitäten. Doch der gegenwärtige Hype erschwert oft die Einschätzung tatsächlicher Chancen und Bedrohungen. Der CNTR Monitor 2025, eine neue Publikation von Forschenden des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung sowie der Universitäten Darmstadt und Gießen, richtet den Blick auf Gegenwart und nahe Zukunft. Anstelle von langfristigen Weltuntergangsszenarien stellt er dar, wie KI in bestehenden Systemen zum Tragen kommt und warum wir neue Ansätze zur Regulierung brauchen.
Der gegenwärtige Boom der künstlichen Intelligenz könnte erhebliche Auswirkungen auf die globale Sicherheit haben. So kommen KI-gestützte Anwendungen bereits jetzt im Kriegsgeschehen zum Einsatz. Sie können beispielsweise militärische Ziele finden und auswählen oder auch Missionsplanung und Logistik unterstützen. Aber auch in andere Bereiche, wie Biotechnologie und Chemie, hat KI Einzug gehalten. Sie unterstützt dort die Entdeckung und Synthese neuer Moleküle und kann sogar autonom Experimente durchführen. Dual-Use-Forschung in diesem Bereich kann zu vereinfachten Wegen zu Chemie- und Biowaffen führen. KI kann also destabilisierende Effekte haben, indem sie das Kampfgeschehen beschleunigt und Missbrauchspotenzial für böswillige Akteure bietet.
Doch künstliche Intelligenz bietet auch Chancen. Etwa in der Verifikation von Rüstungskontrollabkommen könnte sie dazu dienen, große Datenmengen auszuwerten und die Maßnahmen damit effektiver zu machen.
Schließlich wird künstliche Intelligenz selbst zum Gegenstand möglicher Konflikte, beispielsweise um die Ressourcen, die zur Herstellung der entsprechenden Chips benötigt werden. Der geopolitische Wettlauf um die KI-Vorherrschaft schafft neue strategische Abhängigkeiten.
Der CNTR Monitor 2025 widmet sich daher dem Schwerpunktthema „Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI“.
„Die Diskussionen um KI sind oft dominiert von düsteren Zukunftsszenarien von vollautomatisierten Kriegen“, erklärt Prof. Malte Göttsche, Co-Herausgeber des CNTR Monitor. „Stattdessen richten wir den Blick auf bereits implementierte oder kurz bevorstehende Technologien. Die Analyse verbinden wir mit konkreten Handlungsempfehlungen an Politik, Fachpraxis und die wissenschaftliche Community.“
Darüber hinaus analysiert die Publikation ausgewählte aktuelle Technologietrends und analysiert deren Auswirkungen auf die globale Sicherheit. Themen dieser Ausgabe sind u. a. neue Reaktortechnologien, Dual-Use-Risiken in der Biotechnologie wie Forschung am sog. Spiegelleben und DNA-Synthese, aktuelle Entwicklungen im Drohnenbereich und eine vergleichende Analyse der Technologiepräferenzen verschiedener Staaten. Der CNTR Monitor ist die jährliche Publikation des Clusters Natur- und Technikwissenschaftlicher Rüstungskontrollforschung (CNTR) und ist auf der Website von CNTR frei zugänglich. Er beinhaltet naturwissenschaftlich-technisch fundierte Erklärungen zu aktuellen Trends und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Rüstungskontrolle.
Der CNTR Monitor – Technologie und Rüstungskontrolle 2025 steht unter dem Titel „Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI“ und kann ab heute unter https://monitor.cntrarmscontrol.org/2025/ gelesen werden. (Quelle und mehr: PRIF – Peace Research Institute Frankfurt / PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung über idw)
Campus Lingen und Agentur für Arbeit Nordhorn unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Berufsorientierung
05.11.2025
Der Campus Lingen und die Agentur für Arbeit Nordhorn haben einen Kooperationsvertrag zur Berufs- und Studienorientierung unterzeichnet. Dies geht aus einer Mitteilung der Agentur für Arbeit Nordhorn hervor. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Studierende und Studieninteressierte besser zu unterstützen und präventiv gegen Studienabbrüche und Orientierungslosigkeit vorzugehen. Zu den gebündelten Kompetenzen gehören unter anderem gemeinsame Veranstaltungsformate für Studieninteressierte, integrierte Beratungsangebote innerhalb der Hochschule und frühzeitige Profilanalysen.
Klima-Bilanz: Wo es in Deutschland hakt
05.11.2025
In Deutschland steigt das Risiko, die eigenen Klimaziele nicht einhalten zu können. Eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change, und Society“ (CLICCS) an der Universität Hamburg bewertet sieben gesellschaftliche Schlüsselprozesse, die für erfolgreichen Klimaschutz in Deutschland auf Kurs sein müssten. Fazit: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft rudern in vielen Bereichen zurück. Die Studie liefert eine fortlaufende Bestandsaufnahme der Klimawende. Im Rahmen der Studie wird auch die erste umfassende Datenbank für Klimaklagen in Deutschland geschaffen.
Derzeit ist es kaum realistisch, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden kann – dieses Ziel hat sich die Bundesregierung gesetzt. Verzögertes Handeln von Politik und Wirtschaft, klimaschädliche Konsumtrends, ein Rechtsruck und weniger Rückhalt in Teilen der Bevölkerung gefährden den dringenden Umbau, wie die jetzt veröffentlichte Studie zeigt.
Ein Beispiel, das in der Studie analysiert wurde, ist die Debatte um das Gebäudeenergiegesetz, auch „Heizungsgesetz“. Gebäude erzeugen erhebliche Emissionen, die aber bisher in Deutschland und Europa viel zu langsam reduziert wurden. Deshalb wird ab 2027 der CO2-Ausstoß aus Gebäuden europaweit verteuert. Darauf wollte die Ampelregierung das Land durch das Heizungsgesetz vorbereiten – auch damit Heizen nicht schlagartig mehr kostet. Doch die konfrontative Diskussion im Jahr 2023 hatte einen gegenteiligen Effekt. Klimaschädliche Öl- und Gasheizungen wurden verstärkt gekauft, während der Absatz emissionsärmerer Wärmepumpen eingebrochen ist. Die gesamte Pressemitteilung der Universität Hamburg und weitere Informationen findet man beim Informationsdienst Wissenschaft e.V. (idw)
Wettbewerb „Torfreduziert in Niedersachsen“ startet
04.11.2025
Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Torfersatzforum Niedersachsen starten im Vorfeld der Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf den Wettbewerb „Torfreduziert in Niedersachsen – innovativ und nachhaltig für den Garten von morgen“. Gesucht werden Beiträge von Unternehmen, die den Einsatz von Torf reduzieren und Torfersatzprodukte erfolgreich vermarkten, beispielsweise über eine innovative Verbraucherkommunikation.
Gartenbaubetriebe aus Produktion und Handel, Erden- und Substrathersteller sowie Gartencenter und Baumärkte sind aufgerufen, ihre kreativen und nachhaltigen Lösungen zur Substitution von Torf einzureichen. Aber auch andere Unternehmen mit Endkundenkontakt können sich mit ihren Beiträgen zur Torfreduzierung bewerben. Eine fachkundige Jury wählt die drei besten Beiträge aus, die von Ministerin Miriam Staudte auf der Landesgartenschau im Rahmen eines Prämierungsabends im Juni nächsten Jahres ausgezeichnet werden.
Bewertet werden Kreativität, Innovationsgrad und Originalität der Beiträge ebenso wie die Reichweite der Kundenansprache, die Wirksamkeit zur Absatzsteigerung torfreduzierter Produkte sowie Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Teilnehmende Unternehmen müssen einen Sitz in Niedersachsen haben.
Die drei besten Beiträge werden auf der Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf präsentiert. Die Prämierung in festlichem Rahmen wird Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte vornehmen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von 5.000 Euro für Platz eins, 2.500 für Platz 2 und 750 Euro für den dritten Platz, sowie eine öffentlichkeitswirksame Begleitung des Wettbewerbs in (Fach-)Medien und auf Social Media.
Weitere Informationen sowie Teilnahmeunterlagen und -bedingungen gibt es auf der Homepage der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft (MGN) https://www.mg-niedersachsen.de/wettbewerb-torfreduziert-gaertnern-in-niedersachsen/, die den Wettbewerb im Auftrag des Ministeriums organisiert. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 22. Februar 2026. (Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Niedersachsen verbietet Kastration junger Kälber ohne Betäubung
03.11.2025
Niedersachsen geht einen weiteren Schritt für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung. Die nach dem bundesweiten Tierschutzgesetz aktuell ohne Betäubung zulässige Kastration von unter vier Wochen alten männlichen Kälbern darf in Niedersachsen ab sofort nur noch unter Gabe eines Beruhigungsmittels (Sedierung) und eines mindestens 24 Stunden wirkenden Schmerzmittels durchgeführt werden.
Möglich wird die Initiative des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums durch eine Regelung im Bundesgesetz. Danach sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Schmerzen oder Leiden während und nach dem Kastrieren sachgerecht zu minimieren. Darüber hinaus empfiehlt Niedersachsen den Betrieben auf Grundlage der sogenannten „Europaratsempfehlung für das Halten von Rindern des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen“, das Kastrieren männlicher Rinder jeden Alters ausschließlich mit Betäubung durchzuführen. Mit einer Sedation und Schmerzmittelgabe soll zum einen das Tierleid reduziert werden und zum anderem auch die Sicherheit während des Eingriffs erhöht werden, da das Tier ruhiggestellt ist und keine schmerzbedingten Abwehrreaktionen zeigt.
Die betäubungslose Kastration unter vier Wochen alter männlicher Kälber sowie die damit verbundene Sedation und Schmerzmittelgabe dürfen auch durch eine andere Person (als einen Tierarzt bzw. eine Tierärztin) vorgenommen werden, die die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat (§ 6 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 TierSchG). Die zuständige Behörde hat nach Prüfung im Einzelfall und unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit festzulegen, welche Nachweise sie dafür fordert. Die sachkundige Person sollte ihre fachliche Einweisung in diese Tätigkeiten durch eine tierärztliche Bestätigung nachweisen können. (Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Suizidgefahr bei älteren Menschen soll früher erkannt werden
02.11.2025
Forschende in Osnabrück entwickeln ein Frühwarnsystem, um eine Suizidgefahr insbesondere bei älteren Männern rechtzeitig zu erkennen. Ein Smart Ring soll dabei ausschlaggebende Informationen übermitteln.
Laut der Universität Osnabrück ist das Suizidrisiko im Alter deutlich erhöht – insbesondere bei Männern über 75 Jahren. Häufig spielten Vereinsamung und der Verlust nahestehender Menschen eine Rolle. Mehr liest man hierzu beim NDR.
Emstunnel wird in mehreren Nächten gesperrt
01.11.2025
Der Emstunnel der A31 bei Leer wird für die Überprüfung der technischen Ausstattung in den Nächten von Dienstag, 4. November, bis Freitag, 7. November, jeweils in der Zeit von 20 bis 6 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Das berichtet die Autobahn AG.
Der Verkehr wird während der Sperrzeiten über die blau beschilderten Bedarfsumleitungsstrecken geführt: In Richtung Oberhausen von der Anschlussstelle (AS) Leer-Nord bis zur AS Weener über die U32 und U34. In Richtung Emden/Leer führt die Umleitung von der AS Weener zur AS Leer-West über die U45 und U47. Weitere Informationen enthält eine Mitteilung der Autobahn GmbH des Bundes)
Landkreis Emsland bildet Nachbarschaftshelfende aus
31.10.2025
Obwohl ehrenamtliche Nachbarschaftshelfende seit dem 15. Oktober 2025 keine formelle Anerkennung mehr benötigen, lädt der Landkreis Emsland am Freitag, 14. November, von 16 bis etwa 20 Uhr zu einer kostenfreien Information und auf Wunsch zu einer anschließenden Schulung ein. Thema der Schulung ist „Stürze und Hilfsmittel“ (AOK Niedersachsen). Am Samstag, 15. November, können alle Teilnehmenden von 8.30 bis 16.30 Uhr im Erste-Hilfe-Kurs, der vom Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Emsland durchgeführt wird, ihr Wissen zu schnellen Hilfeleistungen im Notfall auffrischen. Veranstaltungsort ist das Kreishaus I, Ordeniederung 1, in Meppen.
Ziel des Landkreises Emsland ist es, viele Nachbarschaftshelfende zu gewinnen, damit diese Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung unterstützen und damit deren Lebensqualität erhöhen. Nachbarschaftshelfende begleiten zu Einkäufen, zu Arztterminen, bei der Freizeitgestaltung oder unterstützen im Haushalt. Wichtige Aspekte, wie Selbstständigkeit zu fördern, Lebensqualität zu erhalten und die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte sind hierbei sehr wichtig. Eine pflegerische Tätigkeit ist nicht vorgesehen.
Der Landkreis Emsland möchte Interessierte auf dem bürokratischen Weg der Abrechnung ihrer geleisteten Arbeit mit den Pflegekassen begleiten. Das Angebot des Landkreises Emsland beinhaltet darüber hinaus die Möglichkeit, sich regelmäßig mit anderen Nachbarschaftshelfenden auszutauschen und weitere Qualifizierungen in Anspruch zu nehmen.
Die Arbeit der Nachbarschaftshelfenden wird nach dem SGB XI vergütet; die Pflegekasse zahlt für in der Häuslichkeit lebende Pflegebedürftige mit Pflegegrad von 1 bis 5 einen Entlastungsbetrag von 10,90 € pro Stunde, bis zu 131 Euro im Monat im Rahmen der Ehrenamtspauschale steuerfrei. Eine Anmeldung ist notwendig und wird unter den E-Mail-Adressen gerhard.wuebbe@emsland.de, der Rufnummer 05931/44-1963 und im Internet unter https://www.emsland.de/leben-freizeit/gesundheit/zukunftsregion-gesundheit/gesundheitsregion-emsland.html entgegen genommen.
Börger: Veterinäramt verkleinert Schafherde
30.10.2025
Das Veterinäramt des Landkreises Emsland hat die Schafsherde eines Schäfers aus Börger verkleinert. Der Schäfer war wiederholt wegen falscher Tierhaltung aufgefallen und der Behörde gemeldet worden. Die übrig gebliebenen Tiere würden weiterhin regelmäßig kontrolliert. Dies und mehr hierzu berichtet der NDR.
Vogelgrippe: Stallpflicht im Emsland ab 50 Tieren
29.10.2025
Der Landkreis Emsland weist per Allgemeinverfügung an, sämtliches Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) in Haltungen mit mehr als 50 Stück ab sofort einzustallen. Zweck dieser Maßnahme ist der Schutz vor der Einschleppung der Aviären Influenza vom Subtyp H5N1 insbesondere durch Wildvögel, die das Virus über Kot oder direkten Kontakt verbreiten können. Aktueller Anlass sind erste Verdachtsfälle auf infizierte Wildvögel im Emsland (fünf Wildenten), deren H5N1-Infektion am heutigen Dienstagnachmittag durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt wurde, sowie bundesweite Ausbruchsgeschehen der Vogelgrippe in Geflügelhaltungen, darunter auch mehrere in Niedersachsen (u. a. Nachbarlandkreis Cloppenburg).
Der Landkreis Emsland sei nicht nur Wildvogeldurchzugs- und Rastgebiet für wildlebende Wat- und Wasservögel, sondern weise auch eine hohe Geflügeldichte auf. Derzeit werden rund 33 Mio. Stück Geflügel gehalten, erläutert Landrat Burgdorf hierzu in einer Pressemitteilung.
Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit sind lediglich Haltungen mit weniger als 50 Tieren von der Verfügung ausgenommen.
Gebeiztes Saatgut stellt ein Giftdepot dar
28.10 2025
Im August 2025 berichtete Hallo Wippingen über gebeiztes Saatgut, das im Graben entlang eines Ackers in Dörpen entsorgt wurde. Die schleppende Bearbeitung des Falls ließ Zweifel an der Effizienz der aktuellen behördlichen Strukturen bei der fachlichen Bearbeitung derartiger Vorkommnisse aufkommen.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Niedersachsen e. V. nahm nun Stellung zu dem Vorfall. Wir übernehmen nachfolgend dazu den Bericht von Hallo Wippingen

Offen abgelagertes, gebeiztes Saatgut birgt nach Angaben des Nabu erhebliche Risiken für Wildtiere und Bodenorganismen. Eine Sicherung vor Ort, eine fachgerechte Entsorgung und eine Umweltprüfung hätten in diesem Fall unmittelbar erfolgen müssen. Gerade, weil diese Stoffe langfristig toxisch seien und in der Umwelt verbleiben könnten, sei ein strenges Vorsorgeprinzip mit unabhängigen Feldstudien und einem systematischen Monitoring unerlässlich. Verzögerungen und ein Zuständigkeits-Pingpong zwischen Behörden seien in einer solchen Situation für den Natur- und Artenschutz unzumutbar. „Wir befürworten klare, unabhängige Kontrollen und stringente Zuständigkeiten. Wichtiger als die formale Zuordnung ist, dass die Zuständigkeiten und damit verbundenen Prozesse praxisfest, schnell und transparent sind.“
Das Risiko, das Tiere das gebeizte Saatgut aufgenommen und sich damit vergiftet haben, sei zweifellos gegeben: Fludioxonil und Difenoconazol, wie sie in Saatgutbeizen üblich seien, weisen bspw. eine hohe längerfristige Toxizität für Vögel und Säuger auf. Offen, für Wildtiere frei zugängliches, gebeiztes Saatgut stelle ein Giftdepot dar. Tiere, die Körner aufnehmen, könnten geschädigt werden. Fräßen beispielsweise Vögel die Körner, könne das zu Störungen im Stoffwechsel, Verhalten oder einem geschwächten Immunsystem führen. Ganz besonders schädlich könnten die Stoffe für Insekten sein, wenn die Beizen Neonicotinoide beinhalten.
Der Boden sei ein komplexes Mikrobiom. In ihm arbeiteten unzählige Pilze, Bakterien und Regenwürmer zusammen. Durch Regen, wie im Fall Dörpen aufgetreten, erhöhe sich die Gefahr, dass sich die Wirkstoffe der Fungizide aus der Beize lösten und in den Boden ausgewaschen würden. Eine Umweltanalyse durch Probeentnahmen wäre im Fall Dörpen angezeigt gewesen. Der Nabu unterstützt den Niedersächsischen Weg, bei dem Naturschutz, Landwirtschaft und Politik gemeinsam Vereinbarungen und Maßnahmen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft treffen.
Mit der im Niedersächsischen Weg enthaltenen Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie liegt ein verbindliches Ziel vor, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 zu senken. In der Praxis zeige sich, dass die Umsetzung – trotz erster Maßnahmen wie etwa Beratungsangeboten und Förderprogrammen – noch nicht die notwendige Geschwindigkeit erreicht habe, um das Ziel einer Reduzierung von 25 Prozent bis 2030 zu erreichen. Angesichts des weiterhin dramatischen Rückgangs vieler Insekten- und Vogelarten müssten die Maßnahmen jetzt konsequent in die Fläche gebracht und kontrolliert werden.
Verbände befürchten Wohnungslosigkeit durch Verschärfung bei den Kosten der Unterkunft
28.10.2025
In einem offenen Brief wenden sich Sozial- und Wohlfahrtsverbände sowie die Gewerkschaft Verdi an die Abgeordneten des Bundestags. Sie appellieren eindringlich, die geplanten Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft (KdU) zu stoppen und damit eine drohende Zunahme von Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu verhindern. Die geplante Regelung konterkariere das Ziel der Bundesregierung, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden, auf dramatische Weise.
Besonders gravierend sei, dass die Einstellung der KdU nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Familien treffen werde – darunter Kinder, Schwangere, pflegebedürftige Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen, die bei ihren Eltern lebten, beklagen die Verbände.
Konkret werden die Abgeordneten aufgefordert, mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, dass die geplanten Verschärfungen bei den Kosten der Unterkunft nicht Gesetzeskraft erlangen. Die Abgeordneten sollten gegen jede Gesetzesänderung stimmen, die eine vollständige Einstellung dieser Leistungen ermöglicht und zwangsläufig zu Obdachlosigkeit führt.
Der offene Brief endet mit der Forderung: „Setzen Sie ein klares Zeichen: Wohnungslosigkeit darf kein politisches Druckmittel sein.“
Unterzeichnet haben:
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland
AWO Bundesverband
Der Paritätische Gesamtverband
Deutscher Mieterbund
Diakonie Deutschland
Sozialverband Deutschland SoVD
Sozialverband VdK Deutschland
Ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Volkssolidarität
(Quelle und mehr: Arbeiter-Samariter-Bund)
Der Deutsche Caritasverband e.V. ist unter den Unterzeichnern nicht vertreten. Auf Nachfrage nach den Gründen wurde darauf verwiesen, dass der Gesetzentwurf noch nicht vorliegt und der Verband daher keine fundierte Stellungnahme abgeben könne. Sobald der Gesetzentwurf vorliegt, will man ihn „vernünftig und sachlich prüfen“, bevor man sich dazu äußert.
Kein Witterungsschutz bei der Montage des Holzes an der Wippinger Mühle
27.10.2025
Seit Anfang Oktober wird an der neuen Verschindelung der Wippinger Mühle gearbeitet, doch der Baufortschritt ist wohl als mäßig zu beschreiben. Die vielen Niederschläge der vergangenen Wochen haben sicherlich zu den Verzögerungen beigetragen. An einigen Tagen scheint die ausführende Firma erst gar nicht anzureisen.
Vorkehrungen gegen Niederschläge während der Abwesenheit der Mitarbeiter werden aber offenbar nicht getroffen. An mehreren Stellen ist die Verschindelung noch lückenhaft, und so fällt der Regen bis auf die hölzerne Unterkonstruktion. Dies kann zu einer Auffeuchtung des Holzes führen, die möglichst verhindert werden sollte.
In DIN 68800-2 sind grundsätzliche bauliche Maßnahmen vorgegeben. Es handelt sich um Maßnahmen, die bei Bauteilen aus Holz oder Holzwerkstoffen in jedem Fall vorzunehmen sind.
Im Abschnitt 5.1.1 wird es dann konkreter: „Bei Transport, Lagerung und bei der Montage von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbauteilen ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass sich der Feuchtegehalt durch nachteilige Einflüsse, z. B. aus Bodenfeuchte, Niederschlägen, angrenzenden Bauteilen sowie infolge Austrocknung, nicht unzuträglich verändert.“
Im Kommentar zur Normenreihe DIN 68800 wird hierzu weiter erläutert: „Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur Vermeidung einer unzuträglichen Befeuchtung durch Niederschlagswasser. Dies kann z. B. durch eine rechtzeitige Abdeckung der Hölzer (…) erreicht werden.“
Laut Hallo Wippingen vom 15.10.2025 wird die Sanierung der Mühle mit Mitteln aus dem LEADER-Programm der EU gefördert. Gut wäre es, wenn Baunormen eingehalten würden, dies insbesondere bei Projekten, die mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Ansonsten könnte die nächste Sanierung bald wieder fällig werden.
Regelwerke im Bausektor stehen zurzeit in der Kritik, weil sie angeblich die Baukosten unnötig erhöhen. Dagegen ist zu sagen, dass Normen – soweit sie eingehalten werden – zumindest mittel- und langfristig die Baukosten senken, denn normgerechtes Bauen stellt dauerhafte Konstruktionen ohne hohe Wartungs- und Instandhaltungskosten sicher.

Im Eingangsbereich des Deutschen Instituts für Normung in Berlin findet man dazu auf einem Bildschirm die Information, dass die deutsche Wirtschaft dank Normung etwa 17 Milliarden Euro einspart, und zwar jährlich, wie in einer Untersuchung nachgewiesen wurde. (Der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Normung – Eine Aktualisierung der DIN-Studie aus dem Jahr 2000)
BSW protestiert gegen Entfernung von Friedenslied aus SWR 1-Hitparade
26.10.2025
Die Landesarbeitsgemeinschaft Frieden des BSW Brandenburg hat am Donnerstag mit einem offenen Brief an den Intendanten des Südwestrundfunks, Kai Gniffke, gegen die Entfernung des Liedes »Nein, meine Söhne geb’ ich nicht« von Reinhard Mey aus der Nominiertenliste der SWR 1-»Hitparade« protestiert:
Als Begründung nennt der Sender den »Verdacht der Manipulation«. Diese Erklärung wirkt fadenscheinig und wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Dies und mehr liest man dazu bei der Jungen Welt.
Zuerst hatte die Stuttgarter Zeitung hierüber berichtet. Der Song, der in den vergangenen Jahren regelmäßig auf vorderen Plätzen landete, musste diesmal von Hörern, die für das Lied stimmen wollten, händisch in einem Textfeld eingegeben werden. Sonst konnte man das Lied in einer vorgefertigten Auswahl an Titeln finden, erfährt man bei der Berliner Zeitung.
Themenwoche „Leben, Tod und Trauer“ in der Pfarreiengemeinschaft
26.10.2025
Die Pfarreiengemeinschaft Maria Magdalena der katholischen Kirchengemeinden in Dörpen, Dersum, Heede, Lehe und Neulehe führt vom 02. bis 09. November 2025 eine Themenwoche mit dem Titel „Leben, Tod und Trauer“ durch.
Im Einladungsflyer findet man dazu folgende Erläuterung:
Leben…. ist ein Prozess aus Begegnungen, Wachstum, Sinnsuche und Vergänglichkeit. Es enthält Freude und Leid, Routinen und Wendepunkte.
Tod… Der Tod ist das unausweichliche Ende einzelner Lebensgeschichten. Konkrete Vorbereitung, Abschiedsrituale und Gespräche können Ängste mildern und Abschied ermöglichen.
Trauer… Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust und nimmt vielfältige Formen an. Sie zeigt sich emotional, körperlich und sozial. Es gibt kein „richtiges“ Tempo oder eine feste Reihenfolge; Trauerprozesse sind individuell.
Aus dem Programm:
Die letzte Darstellung – Totenbildchen im Wandel
Offene Ausstellung, durchgehend in der Themenwoche,
2. November bis 9. November in der Kirche in Neulehe:
Tag des Friedhofs
Mit verschiedenen Informationen und Anregungen rund um die Friedhofs- und Grabgestaltung, Friedhofsentwicklung und Friedhofsgestaltung auf dem Friedhof in Dörpen,
Sonntag, 2. November von 14:00 Uhr – 17:00 Uhr
“Ich weiß nicht, was ich sagen soll…”
Sprache als Form der Wertschätzung im Umgang mit schwerkranken und trauernden Menschen,
Montag, 03.11 um 19:00 Uhr im Christophorushaus in Dörpen:
Ein Koffer für die letzte Reise
Ab dem 17. Oktober wird ein Koffer in die Kirche in Dersum gestellt, der mit Dingen gefüllt werden kann/darf.
In der Hl. Messe am Dienstag, 04.11 um 09:00 Uhr in Dersum wird dann dieser Koffer vorgestellt. Im Anschluss der Hl. Messe gibt es ein Beisammensein
“Gott, wir vertrauen dir diesen Menschen an…”
Trost in Liedern entdecken, ergründen und gemeinsam singen.
Dienstag, 04.11. um 19:00 Uhr in Lehe in der Kirche
Pilgermesse in Heede mit Predigt von Pfr. Michael Schiller aus Esterwegen. Das Thema der Predigt ist: „Hoffnung auf das Ewige Leben“
Mittwoch, 05.11. um 15:00 Uhr
Würde bis zuletzt: Wünsche und Herausforderungen im Umgang mit Sterben,
Podiumsdiskussion
Mittwoch, 05.11. um 19:00 Uhr im Christophorushaus in Dörpen,
Sternenkinder
Begleitung von Eltern bei Fehl- und Todgeburt – Informationen und Hilfsangebote.
Vortrag und Gespräch mit Ivonne Fennen, Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie,
Donnerstag, 06.11. um 19:30 Uhr im Christophorushaus in Dörpen
Bestattungskultur im Wandel
Gespräch über den Wandel in der Bestattungskultur.
Freitag, 07.11. um 19:30 Uhr in der neuen Friedhofskapelle in Heede
„Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?“
Abendandacht mit Trost und Hoffnung in Text und Lied Sonntag, 09.11. um 17:00 Uhr in der neuen Friedhofskapelle in Heede
Den Flyer zur Themenwoche findet man hier.
Joshua bringt stürmischen Wind nach Dörpen
25.10.2025
Das Sturmtief Joshua hat im Emsland deutlich geringere Windgeschwindigkeiten erreicht als an der Nordseeküste. Es blieb bei den vom Deutschen Wetterdienst angekündigten Geschwindigkeiten zwischen 60 und 75 Kilometern pro Stunde. Die Wetterstation Dörpen verzeichnet für den gestrigen Nachmittag einen Höchstwert von 68 km/h. Größere Schäden wurden nicht bekannt, einzelne Äste waren jedoch auf den Straßen zu sehen. Diese gemessenen Geschwindigkeiten werden nach dem Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienstes als „stürmischer Wind“ bezeichnet, bei dem üblicherweise Zweige von Bäumen brechen können und das Gehen im Freien erheblich erschwert sein kann.
Nichtsdestotrotz stellt die Windgeschwindigkeit von 68 km/h den bisherigen Spitzenwert dieses Herbstes dar. Anfang Oktober wurde ein Wert von 61 km/h gemessen. Den Höchstwert für das laufende Jahr stellt weiterhin der beim „Sturm“ am 6. Januar gemessene Wert von 86 km/h dar; am 1. Januar waren 80 km/h gemessen worden.
Wertstoffhöfe im Emsland stellen auf „Winterzeit“ um
24.10.2025
Ab Samstag, 1. November, gelten auf den Wertstoffhöfen im Landkreis Emsland wieder die veränderten Öffnungszeiten. Wiederverwertbare Stoffe wie Altmetalle, Bauschutt, Elektrokleingeräte, Grünabfälle, Wertstoffe, Papier sowie Altspeisfette und Pflanzenöle können freitags von 14 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr an allen Sammelstellen im Kreisgebiet abgeben werden.
Erweiterte Öffnungszeiten bieten die Wertstoffhöfe an den Zentraldeponien in Dörpen, Flechum, Venneberg und Wesuwe sowie in Lingen (Greiwehof) und Papenburg (Flachsmeerstraße). Die jeweiligen Zeiten sind auf der Internetseite des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) Landkreis Emsland unter www.awb-emsland.de, im Abfuhrkalender sowie in der AWB Emsland App abrufbar.
Um eine reibungslose Verwertung zu gewährleisten, bittet der AWB darum, alle Materialien vorsortiert anzuliefern. Eine Abgabe ist ausschließlich während der genannten Öffnungszeiten möglich.
Weitere Auskünfte erteilt das Kundencenter des AWB telefonisch unter 05931/599 699 oder per E-Mail an info@awb-emsland.de. (Pressemitteilung Landkreis Emsland)
Ausbau der „Wunderline“ verzögert sich erneut
23.10.2025
Die Inbetriebnahme der „Wunderline“ zwischen Groningen und Bremen verschiebt sich um mindestens ein gutes dreiviertel Jahr. Hochstehendes Grundwasser und technische Herausforderungen verzögern die Bauarbeiten. Dies berichtet die Nordwest-Zeitung und bezieht sich dabei auf eine Information der Deutschen Bahn (DB).
Kaum verwunderlich, darf man wohl kommentieren. Wir ersparen uns eine Auflistung der bisherigen Verzögerungen und verweisen auf unserem Beitrag zur Teil-Eröffnung der Friesenbrücke, die ebenfalls von einigen Verzögerungen und Kostensteigerungen betroffen war.
Wippinger Dever: Treibgut verfängt sich am Gülleschlauch
22.10.2025
Seit Jahren wird die Überfahrt der Wippinger Dever südöstlich von Neudörpen zur Entnahme von Wasser aus dem Graben genutzt. Ein dazu erforderlicher Gülleschlauch ist oben an der hier zur Verkehrssicherung angebrachten Leitplanke befestigt und hängt aktuell mit seinem Ende bis ins Wasser.
Die Folge ist, dass sich Schwemmgut am Schlauch verfängt und so den Abfluss des Wassers verändert. Nachdem kürzlich am Ufer der Wippinger Dever Mäharbeiten durchgeführt wurden und zudem der Wasserstand derzeit im Vergleich zum Sommer erhöht ist, schwimmt ins Wasser geratenes Mähgut in der Dever. Vor allem lange Grashalme verfangen sich am Ende des Gülleschlauches.
Hier reicherte sich nach und nach eine große Menge Treibgut an, die mittlerweile mehr als die Hälfte der Breite der Dever abdeckt. An dieser Stelle verändert sich die Fließrichtung des Grabens und das Wasser wird – wie auf dem Foto zu sehen – an die Ränder des Grabens geleitet. Dadurch drohen Aus- und Unterspülungen des Ufers. Später entstehen dadurch Kosten, wenn die Uferbefestigung erneuert werden muss.
Die Kraut- und Grasansammlung am Gülleschlauch stellen übrigens keinen Einzelfall dar. Wenige hundert Meter weiter in Fließrichtung hat sich unterhalb einer Staustufe ebenfalls eine größere Treibgutmenge angesammelt. Diese Fälle zeigen, dass zurzeit viel Treibgut in der Wippinger Dever Richtung Seitenkanal Gleesen-Papenburg fließt.
Kurz vor dem Kanal war bis zum Jahreswechsel 2024/2025 vor einer Straßenunterführung ein Gitter angebracht, das das Treibgut aufhalten sollte. Allerdings hatte sich hier eine derart große Menge an Treibgut angesammelt, dass der Abfluss weitestgehend unterbrochen war und das Wasser bis an den oberen Rand der Dever reichte; wir haben am 30.12.2024 darüber berichtet.
Das Treibgut wurde dann mit einem Greifer weitgehend entnommen und das Gitter hochgezogen. Da man es später nicht wieder absenkte, gelangt das Treibgut der Wippinger Dever zurzeit ungehindert in den Seitenkanal. Hier verfängt es sich zum Teil an in das Wasser ragenden Zweigen oder lagert sich an Inseln an, die unterhalb des Zuflusses bereits entstanden sind. So vergrößern sich diese nach und nach und behindern den weiteren Abfluss des Wassers.
Der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände hat übrigens zugesagt, die Abflussstörung durch die Kraut- und Grasansammlung kurzfristig zu überprüfen. Die Unterhaltung im Unterlauf der Wippinger Dever soll Ende dieser Woche beginnen. Dann wird auch das Gitter wieder in Funktion gebracht, um Abtrieb in den Seitenkanal zu vermeiden, teilt der Kreisverband weiter mit.
Neue Erkenntnisse zur Plastizität des Gehirns: Es ist nie zu spät, mit dem Singen anzufangen
21.10.2025
Das Gehirn weiblicher Kanarienvögel hält die Fähigkeit zum Singen lebenslang aufrecht, obwohl die Vögel normalerweise nicht singen. Dies zeigt, dass inaktive neuronale Schaltkreise bei Bedarf aktiviert werden können. Fortschrittliche Techniken: Mithilfe moderner Mikroskopie und räumlich aufgelösten Genexpressionsmustern fanden Forschende heraus, dass eine für den Gesang wichtige Gehirnregion („HVC“) nicht an Größe zunimmt, damit Vögel Gesang produzieren können. Stattdessen ändern unter Hormoneinfluss bestehende Neuronen ihr Verhalten: Sie werden mehr oder weniger aktiv, verstärken oder schwächen ihre Verbindungen und verändern ihre Genexpressionsmuster.
Das menschliche Gehirn, von dem man einst annahm, dass es nach der Kindheit einen Großteil seiner Flexibilität verliert, ändert sich während des gesamten Lebens fortlaufend. Es erholt sich von Verletzungen, lernt neue Fähigkeiten und passt sich Herausforderungen an – eine bemerkenswerte Eigenschaft, die als Neuroplastizität bezeichnet wird. Singvögel zeigen eine ähnliche Neuroplastizität auf saisonaler Basis: Veränderungen im Gehirn ermöglichen es ihnen, während der Brutzeit kunstvolle Gesänge zu singen, und selbst nach Jahren mit reduziertem Gesang können sie ihr volles Stimmrepertoire wiedererlangen. Dies wirft eine grundlegende Frage auf: Wie bewahrt das Gehirn diese komplexen Fähigkeiten, selbst wenn sie nicht aktiv genutzt werden?
Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz in Seewiesen befasst sich mit dieser Frage und konzentriert sich dabei auf weibliche Kanarienvögel. In der Studie untersucht wurde die Wildform der Kanarienvögel: Der Kanariengirlitz. Die Weibchen der Kanarienvögel singen normalerweise nicht, verfügen aber dennoch über die vollständige neuronale Ausstattung für den Gesang. So wie Menschen spezielle Gehirnregionen für die Sprache haben, haben Singvögel spezielle Regionen für den Gesang entwickelt. Die Gesangsfähigkeit von Kanarienvögeln ist teils angeboren, teils durch Übung erlernt. Das Hormon Testosteron ist dabei wichtig. Es steigt im Blutspiegel bei Männchen während der Brutzeit stark an. Durch die Gabe von Testosteron an Weibchen konnte das Team über mehrere Wochen beobachten, wie ihre schlummernde Gesangsfähigkeit aktiviert wurde und sie ihre neu entdeckten Stimmen verfeinerten. (…)
Eine Erkenntnis:
„Indem wir untersuchen, wie sich das Verhalten einzelner Zellen ändert, decken wir grundlegende Prinzipien der Plastizität des Gehirns auf. So erfahren wir, wie das Gehirn seine Fähigkeit zu innovativen Veränderungen während des gesamten Lebens beibehält,“ sagt Manfred Gahr, Direktor der Abteilung. „Das Verständnis dieser Mechanismen – also wie Hormone Veränderungen in Gehirnzellen auslösen, wie neuronale Schaltkreise ihre Struktur und Flexibilität bewahren – könnte Aufschluss über die allgemeineren Prinzipien der Plastizität des Gehirns geben. Damit könnten auch weitergehende Fragen beantwortet werden, zum Beispiel, wie alternde Gehirne ihre Anpassungsfähigkeit erhalten oder welche Mechanismen die Genesung nach einem Schlaganfall oder einer Verletzung fördern.“
Was die Forscher zudem noch herausgefunden haben, liest man in einer idw-Pressemitteilung.
Lehe: Sandwichplatten an Jagdkanzel verbaut
20.10.2025
An einer Jagdkanzel in den Leher Wiesen lagerten über Monate Sandwichplatten, die offensichtlich an der Kanzel angebracht werden sollten; mehr liest man dazu in unserem Bericht vom 25.08.2025). Der Landkreis Emsland sah sich anscheinend genötigt, den Jagdpächtern eine Frist für den Verbau zu setzen. Ende September waren die Platten dann auch an der Kanzel angebracht worden, doch es zeigte sich, dass die Bauelemente offenbar aus Restbeständen oder Rückbauten stammten und unterschiedliche Farben hatten.
Nun wies die Jagdkanzel neben grünen auch weiße und beige-cremefarbene Seitenflächen auf, wodurch das Bauwerk sich deutlich von der vornehmlich grünen Umgebung abhob. Auch unter Jägern dürfte weitgehend unumstritten sein, dass Jagdeinrichtungen farblich der Landschaft angepasst sein sollten. Schriftlich festgehalten ist eine derartige Gestaltung beispielsweise in der „Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Natura 2000-Emsauen von Salzbergen bis Papenburg …“. Dort findet man in Paragraf 4 (2) 2., dass eine Neuanlage von mit dem Boden fest verbundenen jagdwirtschaftlichen Einrichtungen (wie z. B. Hochsitzen) nur in ortsüblicher, landschaftsangepasster Art erfolgen darf.
Offensichtlich konnte der Landkreis die Jagdpächter dann auch von einer farblichen Anpassung der hellen Wandteile überzeugen, denn vor einigen Tagen sind diese grün überpinselt worden.
Ende gut, alles gut, könnte man nun denken. Doch leider sind die Kantenflächen der Sandwichplatten weiterhin an vielen Stellen offen, so dass Vögel und kleine Nager weiterhin Zugang zum Schaumstoffe haben und diesen aus den Platten kratzen können. Vielleicht findet sich hierzu ja auch noch eine Lösung. Wir werden das „Projekt Jagdkanzel in den Leher Wiesen“ weiterhin interessiert verfolgen.
Dörpen: „Dat wuss du nich wääten“ – Vortrag mit Buchvorstellung
19.10.2025
Die Kolpingsfamilie lädt heute zu einem Vortragsabend zur NS-Zeit im Emsland und einer Vorstellung des Buches „Dät wuss du nich wääten!“ ins Christophorushaus ein. Vortragen wird der Co-Autor Hermann Krüssel.
Laut Untertitel geht es in dem Buch um die Lager und Friedhöfe von Fullen und Versen, sowie um ein Plädoyer für eine Erinnerungskultur.

Die Erinnerung an die Emslandlager fokussiert sich stark auf die Lager in den Orten Börgermoor und Esterwegen, sowie auf den KZ-Friedhof in Bockhorst an der B401. Das hat historische Gründe: in Börgermoor entstand das Moorsoldatenlied, das Buch „Die Hölle im Moor“ berichtete schon 1936 über Börgermoor und das KZ Esterwegen wurde durch seinen Insassen Carl von Ossietzky bekannt. In Papenburg entstand das Dokumentations- und Informationszentrum und in Esterwegen die Gedenkstätte Esterwegen.
Die Rolle der anderen 13 Lager im Emsland ist den meisten Menschen nicht klar. Das liegt zum Teil daran, dass diese im Laufe der Nazi-Herrschaft immer mal wieder ihre Funktion wechselten. Mal waren sie Strafanstalten der Justiz, in die die Gestapo und die Gerichte die Opfer des Faschismus schickten, mal waren sie Kriegsgefangenenlager, mal waren sie Arbeitslager.
Wer sich auf den Abend vorbereiten will oder grundsätzlich weitere Informationen zu diesem Thema sucht, der findet zwei Beiträge auf Hallo Wippingen:
Beim Lagerfriedhof in Wesuwe-Siedlung ähnliche Erschießungsanlage wie in Fullen
Buchvorstellung im Heimathaus Twist: Plädoyer für eine Erinnerungskultur
Erster Bodenfrost kündet den Winter an
18.10.2025
Heute Morgen wurde an der Wetterstation Dörpen das Temperaturminimum von minus 0,8 °C am Boden (5 cm über Grund) gemessen. Somit herrschte vorübergehend erstmals in diesem Herbst Bodenfrost. Dies bedeutet allerdings nicht, dass auch der Boden gefriert.
Im Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienstes findet man folgende Erläuterung: „Beim Auftreten von Bodenfrost kühlt sich die unmittelbar über dem Erdboden befindliche Luftschicht (bis zu 5 cm Höhe über Grund) bis unter den Gefrierpunkt ab. Der Erdboden muss dabei noch nicht gefroren sein.“
Außerdem kann die gleichzeitig weiter vom Boden entfernt gemessene Lufttemperatur deutlich über Null Grad Celsius liegen. Bodenfrost tritt bereits bei einer gemessenen Lufttemperatur von 3 bis 5 °C auf.
So war es heute Morgen auch in Dörpen: Die Minimum-Temperatur in 8 m Höhe wird mit 2,1 °C angegeben.
In der Landwirtschaft und im Bauwesen spricht man von Bodenfrost, wenn die Temperaturen im Erdboden unter 0 °C liegen, erfährt man weiter im DWD-Wetter- und Klimalexikon. Wie tief der Frost in den Boden eindringt, hängt von Faktoren wie Bedeckung/Bewuchs, Art und Wassergehalt des Bodens oder der Witterung ab; Schnee wirkt beispielsweise als Kälteschutz und verzögert das Gefrieren des Bodens.
Hobbygärtner müssen sich somit aktuell noch nicht um ihre frostempfindlichen Pflanzen sorgen. Die Entwicklung des Wetters sollte mit den fallenden Temperaturen allerdings verfolgt werden, damit bei drohendem Frost Vorsorge getroffen werden kann.
Zum Vergleich: Im Oktober 2024 gab es bis Mitte des Monats bereits acht Tage mit Bodenfrost.
Beratungswochen zur Energiewende: Landkreis Emsland übernimmt Eigenanteil
18.10.2025
Angesichts steigender Energiepreise, schwindender Ressourcen und der zunehmenden Belastung für Klima und Umwelt ist die »Energiewende zu Hause« von entscheidender Bedeutung. Um den Einstieg in dieses wichtige Thema zu erleichtern, bietet die Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen persönliche Energieberatungen an. Für die ersten 50 Vor-Ort-Beratungen übernimmt der Landkreis Emsland den Eigenanteil von 40 Euro.
Der Landkreis will damit einen Anreiz schaffen, das Angebot wahrzunehmen und Bürgerinnen und Bürger durch qualifizierte Beratung und Informationsangebote dabei unterstützen, ihre Wohngebäude energetisch zukunftsfähig zu gestalten und Energie effizient zu nutzen. Dabei spielen die individuellen Gegebenheiten des Gebäudes eine ebenso wichtige Rolle wie die Analyse des aktuellen und zukünftigen Energiebedarfs. Die Energieberaterinnen und -berater der Verbraucherzentrale geben unabhängig und kompetent Tipps zu allen Fragen rund ums Energie sparen. Sie unterstützen auch bei Fragen zur Beantragung von Fördermitteln.
Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Emsland können sich für eine Beratung telefonisch unter 05931/441940 oder per E-Mail unter mailto:johannes.lorenz@emsland.de anmelden. Auch weitere Fragen zum Beratungsangebot werden hier beantwortet. (Quelle und mehr: Pressemitteilung Landkreis Emsland)
Wippinger Mühle erhält neue Schindeln
17.10.2025
Die Wippinger Mühle erhält zurzeit eine neue Eindeckung mit gespaltenen Eichenschindeln. Die Schindeln werden auf einer Lattung befestigt und sind damit besser hinterlüftet als auf einer Bretterschalung. Daraus folgt allerdings, dass auch neue Fenster und Türen eingesetzt werden müssen. Die Fenster sollen zudem mit einer Kupferverkleidung vor der Witterung geschützt werden. Weitere Fotos zu diesen Arbeiten findet man auf Hallo Wippingen vom 8. Oktober 2025.
Am 15. Oktober berichtet Hallo Wippingen übrigens über eine Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe Nördliches Emsland im Heimathaus Wippingen. „Getagt wurde dabei im Schatten der historischen Wippinger Mühle, die derzeit mit Unterstützung von LEADER-Mitteln saniert wird – ein sichtbares Beispiel für die erfolgreiche Förderprojektarbeit in der Region“, ist dort zu lesen.
Geflügelpest im Landkreis Cloppenburg
16.10.2025
In einem Putenmastbetrieb mit rund 20.500 Tieren im Landkreis Cloppenburg wurde die Geflügelpest festgestellt. Die amtlichen Proben wurden im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) positiv auf das hochpathogene aviäre Influenza-Virus des Subtyps H5N1 getestet. Darauf macht das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) aufmerksam. Der Landkreis Cloppenburg hat die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingerichtet und führt Untersuchungen in Nachbarbetrieben durch. Die Tötung der Tiere wurde wie vorgeschrieben durchgeführt. Es handelt sich um den ersten Fall bei Geflügel in Niedersachsen seit April dieses Jahres.
Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium appelliert an die Betriebe, die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt strikt einzuhalten. Tierhalterinnen und Tierhalter, die Auffälligkeiten (zum Beispiel vermehrte Todesfälle oder eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme sowie Leistungsabfall) in ihrem Bestand bemerken, sollten sich umgehend beim Veterinäramt melden.
Das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 zirkuliert inzwischen ganzjährig im Wildvogelbestand und verursacht bei Geflügel die so genannte Vogelgrippe (Geflügelpest). Bisher gab es 2025 neun Ausbrüche der Geflügelpest in niedersächsischen Betrieben. Im Jahr 2024 waren insgesamt acht Betriebe mit rund 195.109 Tieren betroffen. Weitere Informationen enthält die Pressemitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.
Sicheres Aufwachsen in digitalen Welten
15.10.2025
Unter dem Titel „Von Paw Patrol bis Kidfluencer: Informationen und Tipps zum sicheren Aufwachsen in digitalen Welten“ findet am Mittwoch, 29. Oktober, von 20 bis etwa 21.30 Uhr erneut eine Online-Informationsveranstaltung des Landkreises Emsland statt. Das kostenfreie Angebot richtet sich an alle Eltern und Erziehungsberechtigten von Kindern bis sechs Jahren sowie an weitere Interessierte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Themen wie soziale Netzwerke und Werbung, Veröffentlichung von Fotos im Internet sowie die Vor- und Nachteile einer frühen Online-Präsenz. Referentin Dr. Iren Schulz, erfahrene Kommunikationswissenschaftlerin und Medienpädagogin bei der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, geht im Vortrag auf die Mediennutzung von Kindern und deren Bedeutung für den Familienalltag ein. Sie greift Fragen auf, die Eltern und Erziehungsberechtigte besonders beschäftigen, beleuchtet diese aus verschiedenen Blickwinkeln und erläutert Daten, Fakten sowie Hintergründe anhand von aktuellen Beispielen und Szenarien. Weiterhin vermittelt sie Tipps und Hilfestellungen für die Medienbildung.
Anmeldungen für die Online-Informationsveranstaltung sind bis Montag, 27. Oktober, beim Landkreis Emsland unter der E-Mail-Adresse dina.obodova@emsland.de möglich.
(Quelle und mehr Informationen: Pressemitteilung Landkreis Emsland)
Gut abgesichert: Was Frauen über ihre Rente wissen sollten
14.10.2025
Wie wirken sich Kindererziehungszeiten, Minijobs, Teilzeitbeschäftigung oder Phasen der Pflege von Angehörigen auf die spätere Rente aus?
Welche Rentenarten gibt es überhaupt – und welche Zeiten werden dabei berücksichtigt?
Und was gilt im Fall einer Scheidung oder bei einer Hinterbliebenenrente?Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es am 21. Oktober 2025 von 9:30 bis 11:00 Uhr in einem kostenlosen Online-Vortrag der Deutschen Rentenversicherung. Referent ist Josef Wolbers, Experte der Deutschen Rentenversicherung.
Gerade Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit noch immer häufiger wegen Kindererziehung oder Pflegeaufgaben. Viele arbeiten in Teilzeit oder üben einen Minijob aus – oft ohne genau zu wissen, welche Auswirkungen das später auf die eigene Rente hat. Deshalb ist es umso wichtiger, sich frühzeitig zu informieren und das eigene Rentenversicherungskonto im Blick zu haben.
Die Veranstaltung wird von den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agenturen für Arbeit Emden-Leer, Osnabrück, Vechta, Nordhorn sowie Wilhelmshaven-Oldenburg und der Jobcenter Vechta und Cloppenburg organisiert und richtet sich insbesondere an interessierte Frauen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine Anmeldung bis zum 18. Oktober ist wünschenswert.
👉 Termin: 21. Oktober 2025, 9:30–11:00 Uhr
👉 Ort: Online via MS Teams
👉 Anmeldung über eveeno: https://eveeno.com/286115733
(Quelle: Pressemitteilung: Agentur für Arbeit Nordhorn)
Umweltorganisationen fordern Zwischenlager am Forschungsreaktor Garching
13.10.2025
Umwelt- und Friedensorganisationen protestieren gegen die geplanten Transporte von waffenfähigem Uran vom Forschungsreaktor Garching nach Ahaus. Sie fordern, in Garching eine Anlage zu bauen, um das Uran zu verdünnen, abzureichern und unschädlich zu machen. Sie sehen die Technische Universität München (TUM) in der Verantwortung, am Standort Garching ein sicheres Zwischenlager zu schaffen. Am Donnerstag legten Organisationen wie Umweltinstitut München, .ausgestrahlt, Greenpeace und BUND symbolisch den Grundstein für ein solches Lager neben dem Reaktor.
Hallo Wippingen berichet ausführlich hierüber:
https://www.hallo-wippingen.de/wp/2025/10/atommuell-im-forschungsreaktor-garching-umweltorganisationen-fordern-zwischenlager-statt-transporte/
Zugvogeltage beginnen
11.10.2025
Vom 11. Oktober bis zum 19. Oktober 2025 finden die 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und an weiteren Orten statt. An neun Tagen gibt es dann in der gesamten niedersächsischen Wattenmeer-Region – vom Dollart bis zur Elbe, von Borkum bis nach Wangerooge – über 350 Veranstaltungen zum Thema Vogelzug. So groß wie der Nationalpark, so bunt ist die Palette der Angebote, von Spiel und Spaß bis zum Vortrag, von Exkursionen bis zum kulinarischen Erlebnis. So werden wieder einige Exkursionen zu Fuß und per Schiff angeboten.
Nähere Einzelheiten und Angebote findet man in den Programmheften der regionalen Anbieter, so auch für Ostfriesland. Ab Ditzum kann man beispielsweise am Samstag, den 18. Oktober um 10:30 Uhr mit dem Kutter Heike durch das Naturschutzgebiet Unterems fahren.
Wippingen: K113 wird vorübergehend bis Neubörger gesperrt
10.10.2025
In Wippingen sollen die Fahrbahnen der Straßen Heyenhorst, Strootburg und Kluser Straße in der Zeit vom 20.10. bis 14.11.2025 saniert werden. Die Arbeiten erstrecken sich von der Kreuzung „Zum Turm/Heyenhorst“ bis zur Hauptstraße in Neubörger. Während der Arbeiten an der Straße ist eine Vollsperrung über die gesamte Baustrecke erforderlich.
Im Rahmen der Maßnahme wird außerdem der parallel verlaufende Radweg in einem Teilabschnitt auf Höhe Strootburg auf einer Länge von 600 Metern erneuert. Der Radweg der Straße „Zum Turm“ soll ab der Einmündung „Heyenhorst“ auf einer Strecke von ca. 600 Metern verbreitert und mit neuen Asphaltschichten versehen werden. Auch hier kommt es zu teilweisen Sperrungen, bzw. zu einer Verkehrsregelung mit einer Ampelanlage. Mehr Informationen findet man hierzu auf Hallo Wippingen.
Parkplatzerweiterung am Bahnhof Dörpen
09.10.2025
Über die unbefriedigende Parkplatzsituation am Bahnhof Dörpen haben wir wiederholt berichtet, zuletzt vor über einem Jahr am 07.08.2024. In Spitzenzeiten mussten Fahrzeuge auf unbefestigte Grasflächen abgestellt werden, was insbesondere nach Niederschlägen Probleme bereitete, denn oftmals mussten die Nutzer dann durch Matsch oder Wasserpfützen auf dem durchweiten Boden vom Auto zur nächsten befestigten Fläche laufen.
Nun werden dort weitere Stellplätze eingerichtet.
Dazu schreibt uns die Verwaltung: „Um dieses Problem zu lösen, werden genau diese Bereiche, die jetzt schon als Überlaufparkflächen genutzt werden, befestigt. Auf der Westseite ist das durch Einbringen von Rasengittersteinen vorgesehen. Auf der Ostseite ist die Situation etwas anders, da dort die Ausweichflächen hinter der Parkplatzanlage liegen und somit nicht nur die Stellplätze sondern auch die Fahrspuren befestigt werden müssen“.
Fachleute hätten empfohlen, auf der Ostseite großflächiger eine Schotterschicht einzubringen, also werden hier keine weiteren gepflasterten Parkplätze entstehen.
Im Haushalt sei für die Maßnahme ein Budget von 100.000 € eingeplant, es zeichnet sich aber ab, dass diese Summe nicht ausgeschöpft werden müsse.
FC St. Pauli: Wirbel um Jackson Irvine wegen FC Palestine-T-Shirt
09.10.2025
Auch im oft als „links“ beschriebenen Kiezclub FC St. Pauli in Hamburg sorgt die Diskussion um das Vorgehen des Staates Israel gegen die Palästinenser seit Wochen für Wirbel. Im Mittelpunkt steht der Spieler Jackson Irvine, weil er Israels Vorgehen in Gaza kritisierte und sich mit einem FC Palestine-T-Shirt zeigte, auf dem Palästina ohne den Staat Israel zu sehen war. Darauf folgte eine offenbar überzogene Reaktion des Israel-freundlichen Aufsichtsratsmitglied René Born.
Mehr liest man hierzu beim NDR, z. B. „Irvine setzte auch abseits des Rasens Ausrufezeichen, die dem Club und seinen Fans gefielen: Nicht zuletzt als Gewerkschafter oder LGTBQ-Aktivist. Und auch mit seinen langen Haaren mit wechselnden Farben, seinem Bart und seinen Outfits wurde Irvine zum Gesicht des Clubs.“
Und die Taz schreibt dazu: „Irvine spielt nicht nur auf St. Pauli, sondern lebt auch dort. Erst vor ein paar Wochen hatte er in einem Interview für die Fußballer-Gewerkschaft Fifpro davon geschwärmt, wie schön es sei, nach einem Bundesligaspiel vier Minuten zu Fuß nach Hause zu gehen. Er habe sich bewusst dafür entschieden, weil der Stadtteil zu seinem Lebensstil passe…“
Wer einmal auf St. Pauli gewohnt hat, kann dies nachvollziehen.
Niedersachsen fördert Existenzgründungen auf Höfen
08.10.2025
Niedersachsen unterstützt Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger in die Landwirtschaft sowie den Generationswechsel auf den Höfen mit einer neuen Förderung. Die entsprechende Förderrichtlinie (RL Existenzförderung) ermöglicht 100.000 Euro bei außerfamiliären Betriebsgründung. Bei einer innerfamiliären Hofübernahme beträgt die Förderung pauschal 70.000 Euro.
Dabei legt die Landesregierung allerdings Wert auf vielfältige und resiliente Gründungskonzepte, die Umwelt- und Klimaschutz von Anfang an mitdenken. Voraussetzung ist auch die Bereitschaft zu regelmäßiger Betriebsentwicklungsberatung. So soll gesichert werden, dass den jungen Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhabern professionelle externe Vertrauenspersonen zur Seite stehen. Da bislang lediglich 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebsleitungen von Frauen besetzt werden, wird bei einer Überzeichnung des Programms weibliche Betriebsführung neben anderen Faktoren wie Ökolandbau besonders berücksichtigt.
Ein auf die nächsten fünf Jahre ausgerichtetes innovatives Betriebskonzept muss vorgelegt werden und im Wesentlichen folgende Punkte enthalten:
1. Eine ausführliche Betriebsbeschreibung (u.a. Produktionsschwerpunkt, Produktionsausrichtung, Betriebsgröße, Arbeitskräfteeinsatz, Teilnahme an bestimmten Fördermaßnahmen, Maßnahmen zur Erreichung von Klimaschutzzielen oder Treibhausgasreduzierungen, besondere Tierschutzmaßnahmen, Umsetzung bestimmter Maßnahmen für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz)
2. Eine Betriebsplanung, dazu gehört vor allem der Finanzplan, also die Umsatz- und Kostenplanung, die Gründungs- und Betriebskosten, Investitionskosten, Liquiditäts- und Kapitalbedarf, Finanzierungsplan und Rentabilitätsrechnung
3. Eine Beschreibung der geplanten Investitionen und Umstrukturierungen
Weitere Informationen enthält die Pressemitteilung des Niedersächsische Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hier findet man auch die Richtlinie zur Existenzgründung im Original sowie in einer kurzen Zusammenfassung.
35.000 Menschen bei Friedensdemos in Berlin und Stuttgart am 3. Oktober
07.10.2025
20.000 Menschen in Berlin und 15.000 in Stuttgart haben am 3. Oktober ihr Bekenntnis für Frieden und Diplomatie, gegen Krieg und Hochrüstung auf die Straße getragen. Der Vorbereitungskreis „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“ vereinte erfolgreich eine gewachsene soziale und politische Opposition gegen die Hochrüstungspläne und die Verschuldungspolitik der Bundesregierung. Eine Widerstandsbewegung, die sich gegen den sozialen Kahlschlag wehrt, der mit der hochgefährlichen Aufrüstung der Bundesregierung einhergeht, weil das Geld für marode Schulen, den Öffentlichen Nahverkehr, das Gesundheitswesen, die Kultur sowie Klimaschutz und globale Entwicklung gebraucht wird. Dies und mehr berichtet Hallo Wippingen.
In Hinblick auf die Kriegshysterie in Deutschland erscheint uns der nachfolgende Auszug besonders wichtig:
In Stuttgart warnte Sevim Dağdelen, Publizistin und ehem. MdB, außenpolitische Sprecherin BSW, davor, dass die Bundesregierung mit einem deutschen Kriegseintritt gegen die Atommacht Russland, spiele. Der Kurs werde durch eine Welle gezielter Desinformation flankiert: „Die Rakete in Polen – erst hieß es: Russland! Später stellte sich heraus: Es war eine ukrainische Luftabwehrrakete. Vor wenigen Wochen in Polen: „Verdächtige Drohnen“ – angeblich russisch. Einige Quellen vermuteten sogar US-Beteiligung bei Manövern. Ergebnis? Kein Nachweis, aber wochenlang Alarmstimmung. Zivile Drohnen über Dänemark – sofort wurden russische Kampfdrohnen vermutet. Beweise? Keine. Und dann von der Leyens Flugzeug – angeblich von Russland bedroht. Auch das: Fake News!“ All diese Falschbehauptungen hätten eines gemeinsam: Sie sollten Stimmung machen für Aufrüstung, Konfrontation – und letztlich für den Krieg.
Mehr Infos findet man auch beim Netzwerk Friedenskooperative.
Zum Beitrag über die Rede von Sevim Dağdelen ergänzen wir, dass der von Frankreich in internationalen Gewässern vor der bretonischen Insel île d’Ouessant aufgebrachte Tanker „Boracay“ samt Kapitän und Erster Offizier wieder freigelassen werden musste. Russlands Staatschef Putin hatte Frankreich zuvor Piraterie vorgeworfen. Der Kapitän soll sich nun am 23. Februar kommenden Jahres vor einem französischen Gericht verantworten, weil er bei einer Kontrolle auf See offizielle französische Anweisungen nicht befolgt haben soll. Die weiteren Vorwürfe wurden fallen gelassen, berichtet die Tagesschau.
Abhängigkeit der Kipppunkte: Vier zentrale Klimakomponenten destabilisieren sich
06.10.2025
Vier der wichtigsten miteinander verbundenen Teile des Klimasystems der Erde verlieren an Stabilität. Das zeigt eine in Nature Geoscience veröffentlichte internationale wissenschaftliche Studie auf der Grundlage von Beobachtungsdaten. Den Forschenden gelang es, die Warnsignale für eine Destabilisierung des grönländischen Eisschilds, der Atlantischen Umwälzzirkulation, des Amazonas-Regenwalds und des südamerikanischen Monsunsystems aufzuzeigen.
Die große Sorge der Forschenden besteht darin, dass diese Klimasysteme nicht isoliert sind. Die Systeme interagieren über die Ozeane und die Atmosphäre miteinander, was zu Wechselwirkungen und Rückkopplungen führen kann. Damit destabilisieren sie sich im schlimmsten Fall und verstärken die negativen Folgen für das globale Klimasystem. Gleichzeitig könnten diese Effekte echte Warnsignale überdecken und Kipppunkte noch schwerer vorhersehbar machen.
Die Forschenden fordern neben Emissionsreduktionen die Entwicklung eines globalen Überwachungssystems, um die Stabilität zentraler Komponenten des Erdsystems zu verfolgen. Satellitengestützte Beobachtungen, insbesondere von Vegetation und Eisschmelze, werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Studie unterstreicht nicht nur die Dringlichkeit, ein solches System aufzubauen, sondern liefert auch den methodischen Rahmen dafür. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft)
Würdevolle Begleitung in letzter Lebensphase
05.10.2025
Elf Pflegeeinrichtungen konnten das Hospizsiegel des Landkreises Emsland entgegennehmen. Die Auszeichnung würdigt u. a. das Engagement der Einrichtungen bei der würdevollen und qualifizierten Begleitung von Patientinnen und Patienten in ihrer letzten Lebensphase.
Zuvor hatten die Pflegeeinrichtungen am Schulungsangebot des Bildungszentrums für Hospiz- und Palliativversorgung (BHPV) im Landkreis Emsland erfolgreich teilgenommen. Es zielt darauf ab, eine individuelle hospizlich-palliative Versorgung zu gewährleisten sowie die Sterbe- und Trauerbegleitung für Bewohnerinnen und Bewohner in vollstationären Pflegeeinrichtungen und ihre An- und Zugehörigen zu intensivieren und auszubauen.
Ausgezeichnet wurden das Alten- und Pflegeheim Marienstift Bawinkel, Seniorenzentrum St. Martinus Haren, Haus am Vosseberg Papenburg, Johannesstift Papenburg, Johannesstift Dörpen, St. Nikolausstift Rhede, Wohn- und Pflegezentrum „Am Park“ Geeste, Seniorenzentrum St. Elisabeth Schapen, St. Johannesstift Spelle, Bonum Vitae Lingen und Mutter Teresa Haus Lingen.
Für Fragen steht der Landkreis Emsland, Ansprechpartnerin Daniela Fischer (Telefon: 05931/44-2263, E-Mail: gesundheitsregion@emsland.de), zur Verfügung. (Quelle: Pressemitteilung Landkreis Emsland, 01.10.2025)
Von der Kabarettbühne ins Konzentrationslager Esterwegen: Der „Fall“ Werner Finck –Vortrag in Kooperation mit dem Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ)
04.10.2025
Am 10. Mai 1935 ordnet das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin an, Mitglieder aus den Ensembles der Kabaretts Katakombe und Tingel-Tangel „zur Gewährleistung der Sicherheit ihrer eigenen Person“ in „Schutzhaft“ zu nehmen. Als Begründung wird angegeben, dass Partei- und SA-Angehörige planten, am selben Abend eines der beiden Lokale zu demolieren und es zu Ausschreitungen kommen könnte. Zu den Verhafteten gehört der 1902 im sächsischen Görlitz geborene Werner Finck, Mitbegründer und Leiter des Kabaretts „Die Katakombe“.
Acht Tage später wird angeordnet, ihn und fünf weitere „Schutzhäftlinge“ in das Konzentrationslager Esterwegen zu überführen. Anhand von Zeitzeugenerinnerungen, Dokumenten und Fotos erfahren wir, wie der NS-Staat jegliche Form von Opposition zu unterdrücken und auszuschalten versuchte.
Termin: Donnerstag, 09. Oktober 2025, 19:30 – 21:45 Uhr
Kursort: VHS, Hauptkanal rechts 72, 26871 Papenburg, Raum V 1.06, Saal (ist barrierefrei)
Kursgebühr: 10 EUR, zu zahlen an der Eintrittskasse, ab 19 Uhr öffnet.Um Anmeldung wird gebeten unter 04961/9223-17
Welttierschutztag am 4. Oktober – Verantwortung für alle Tiere übernehmen
03.10.2025
Zum Welttierschutztag am 4. Oktober ruft die Landesbeauftragte für den Tierschutz des Landes Niedersachsen, Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting, zu mehr Achtsamkeit und Mitgefühl im Umgang mit Tieren auf – ob Heimtier, Nutztier oder Wildtier.
Der Welttierschutztag wird jährlich am Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere und der Natur, begangen. Franz von Assisi sah Tiere als Mitgeschöpfe an – als Teil einer gemeinsamen Schöpfung, die geachtet und geschützt werden muss. (…)
Verantwortung beginnt mit Wissen – in vielen Haushalten in Niedersachsen leben Heimtiere – sie sind Familienmitglieder, Begleiter und oft auch emotionale Stützen. Doch nicht immer werden ihre Bedürfnisse ernst genommen. „Ein Tier zu halten, bedeutet Verantwortung über viele Jahre hinweg. Fehlende Sachkenntnis, Überforderung oder unüberlegte Anschaffungen führen immer wieder zu Problemen – und in letzter Konsequenz zur Abgabe im Tierheim“, warnt die Landestierschutzbeauftragte.
Sie appelliert, Tiere niemals spontan oder als Geschenk anzuschaffen, sich vorab gründlich zu Haltung und Pflege zu informieren und vor allem immer seriöse Quellen, wie z. B. das örtliche Tierheim oder anerkannte Züchter, zu nutzen, wenn ein Tier angeschafft werden soll. „Wichtig ist auch, immer die Kosten für zum Beispiel Futter und Tierarzt mit einzuplanen bzw. eine Tierkrankenversicherung abzuschließen.“
Im Sinn von Franz von Assisi sind auch die sogenannten Nutztiere in der Landwirtschaft als unsere Mitgeschöpfe mitzudenken. Viele Tiere leben unter Bedingungen, die nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind.
Tiertransporte über lange Strecken, nicht tiergerechte Haltungsformen oder die Zucht auf extreme Leistungsfähigkeit sind nur einige der kritischen Punkte. „Der Respekt vor dem Tier muss auch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sichtbar werden – in Haltung, Umgang und Vermarktung“, so Pfeiffer-Schlichting weiter. Jede und jeder Einzelne kann sich heute informieren über gute Reportagen, wie beispielsweise zum Thema Qualzucht: „Leiden auf vier Pfoten. Züchten wir unsere Haustiere kaputt? Auch gibt es Partizipationsmöglichkeiten, die jede Einzelne und jeder Einzelne von uns nutzen kann, um dem Tierschutz mehr politisches Gewicht zu verleihen“, so Pfeiffer-Schlichting.
So kann zum Beispiel jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger bis zum 12. Dezember 2025 an der aktuell laufenden Online-Konsultation der EU-Kommission zum „Schutz des Tierwohls bei bestimmten Nutztieren im Haltungsbetrieb: Modernisierung der EU-Rechtsvorschriften“ teilnehmen und sich dort für mehr Tierschutz in der EU-Rechtssetzung stark machen: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/14671-On-farm-animal-welfare-for-certain-animals-modernisation-of-EU-legislation/public-consultation.de. (…)
Der Welttierschutztag ist eine Mahnung und ein Appell: Tiere brauchen Schutz – durch Gesetze, durch Aufklärung und durch jeden Einzelnen. (…)
(Quelle: Mitteilung der Landesbeauftragten für den Tierschutz in Niedersachsen, verbreitet über Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, redaktionell bearbeitet)
UPM verkauft sein Sägewerk
02.10.2025
Der Umbau des finnischen Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierkonzerns UPM, zu dem auch Nordland Papier in Dörpen gehört, geht weiter. „UPM strengthens its wood sourcing through a strategic partnership in Finland“, lautet der Titel einer „Investor news“ des Konzerns vom 29.09.2025. UPM und die Versowood-Gruppe, Finnlands größter Produzent und Verarbeiter von Schnittholz, haben mehrere Vereinbarungen getroffen, ist der Investoreninformation zu entnehmen. UPM hat sein Kiefernholz-Sägewerk Korkeakoski in Juupajoki (Finnland) an Versowood verkauft und wird im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung an Versowood erhalten. Die Vereinbarung betrifft auch den Holzeinkauf. Danach wird UPM zukünftig Industrierundholz für seine Zellstoffwerke und Nebenprodukte von den Sägewerken der Versowood-Gruppe beziehen.
UPM wird die Sägewerke von Versowood mit Rundholz beliefern, das UPM aus seiner eigenen Holzbeschaffung bezieht. Das Inkrafttreten der Vereinbarung unterliegt einem Genehmigungsvorbehalt durch die Aufsichtsbehörden. (Quelle der Übersetzung: Holz-Zentralblatt)
Die nun zwischen den beiden finnischen Unternehmen getroffene Vereinbarung ist übrigens keineswegs spektakulär, sondern in der Branche üblich. Sägefähiges Rundholz sollte zu Schnittholz verarbeitet werden, während das für diese Verwendung ungeeignete Holz in der Zellstoffindustrie sinnvoll eingesetzt wird. Ökologisch weniger sinnvoll ist dagegen die direkte Verarbeitung von Schwachholz zu Brennholz, egal ob als Pellets oder grob zerkleinert in Biomassekraftwerken.
Arbeitslosigkeit im September wie üblich gesunken, gegenüber Vorjahresmonat aber gestiegen
01.10.2025
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim) im September 2025 gegenüber dem August zwar gesunken, im Vergleich zum Vorjahres-September aber um 7 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug 3,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,2 Prozent. Dabei heben sich die Zahlen der Geschäftsstelle Papenburg weiterhin negativ von den anderen Geschäftsstellen im Emsland ab. Hier betrugt die Arbeitslosigkeit 4,3 % (Vorjahresmonat 3,9 %), während sie im den Geschäftsstellen Lingen und Sögel wie im Vorjahresmonat bei 3,1 % lag. In Meppen betrug die Arbeitslosigkeit im September 3,2 % gegenüber 3,0 % im Vorjahresmonat.
„Die Arbeitslosigkeit ist erfreulicherweise merklich gesunken, von einer nachhaltigen Trendwende gehen wir allerdings noch nicht aus. Die wirtschaftliche Gesamt-Entwicklung verläuft nach wie vor eher im „Schnecken-Tempo“, bilanziert Reinhard Greß, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur Nordhorn, die aktuellen Zahlen. „Im September war der Rückgang besonders bei jüngeren Arbeitslosen durch Beginn von weiterem Schulbesuch oder Studium festzustellen – eine jahreszeitlich übliche Entwicklung.“ Die Entwicklung bei den Arbeitsstellen gibt Anlass zu gedämpft vorsichtigem Optimismus: „Der Stellenzugang hat mit 721 gemeldeten Stellen gegenüber Vormonat und Vorjahr zugelegt. Von einem durchschlagenden Aufbruch zu sprechen, ist aber verfrüht.“ (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn)
Forschungsergebnisse zu Veränderungen in der Fischfauna der Elbmündung auf die Ems übertragbar
30.09.2025
Eine fast vier Jahrzehnte umfassende Studie zeichnet ein klares Bild vom Wandel der Fischfauna in der Elbmündung: Forschende des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) haben in Kooperation mit der Universität Hamburg Daten von 1984 bis 2022 ausgewertet. LIB-Doktorand Jesse Theilen untersuchte, wie Umweltfaktoren im Verlauf von vier Jahrzehnten die Bestände wichtiger Fischarten beeinflussten.
Die Ergebnisse zeigen zunächst eine Erholungsphase von den 1980er-Jahren bis etwa 2010. Damals verbesserte sich die Wasserqualität, was zu einem Anstieg der Bestände führte, insbesondere beim Stint. Seit 2010 jedoch kam es zu einem dramatischen Rückgang: Der gesamte Fischbestand sank um über 90 %. Neben dem Stint waren auch Arten wie Finte, Flunder und Kaulbarsch stark betroffen.
Alle Lebensstadien sind in Mitleidenschaft gezogen: bei vielen Arten verringerte sich das Aufkommen von Larven und Jungfischen. Ursachen sind unter anderem die Verschlickung wichtiger Aufwuchsgebiete. Bei Jungfischen des Zanders und subadulten sowie adulten Kaulbarschen wurde ein verringertes Wachstum beobachtet.
Im gleichen Zeitraum nahmen allerdings einzelne Meeresfische wie Hering und Wittling zu. Dies weist auf eine strukturelle Verschiebung der Fischfauna hin, wie sie für makrotidale Ästuare – also in Flussmündungsgebieten, die durch einen hohen Tidenhub geprägt sind – typisch ist.
Die langfristigen Veränderungen in den Fischbeständen der Elbmündung lassen sich eng mit verschiedenen Umweltfaktoren verknüpfen. Während in den 1990er-Jahren eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität die Erholung vieler Arten begünstigte, haben sich die Bedingungen in den letzten Jahren klar verschlechtert.
Als wesentlicher Faktor gilt die Zunahme von Schwebstoffen infolge von Fahrwasseranpassungen und Unterhaltungsbaggerungen. Sedimentierende Schwebstoffe haben wichtige Aufwuchsgebiete verschlickt, zudem erschwert die hohe Trübung den Nahrungserwerb. Auch verringerte Abflüsse infolge geringerer Niederschläge haben die Problematik mit den Sedimenten verschärft. Durch den geringeren Abfluss werden weniger Sedimente aus dem Ästuar herausgespült. Zudem steigt der Salzgehalt in vormals weniger salzhaltigen Bereichen, was das ökologische Gleichgewicht stört. Hinzu kommt Sauerstoffmangel in den Sommermonaten, der aquatische Organismen zusätzlich belastet. (Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)
Auf Nachfrage wurde uns von Jesse Theilen bestätigt, dass sich die Ergebnisse zumindest teilweise auf das Ems-Ästuar übertragen lassen; auch hier wirken ähnliche Stressoren. Durch die hydromorphologischen Veränderungen im Ems-Ästuar konnten, bedingt durch dessen geringere Größe, Auswirkungen auf das Ökosystem bereits vor einigen Jahrzehnten festgestellt werden.
Hier folgten auf die Flussvertiefungen und den dadurch bedingten stärkeren Meerwassertransport bei auflaufendem Wasser höhere Salzkonzentrationen flussaufwärts, womit sich veränderte Bedingungen für Lebewesen im Wasser ergaben. Diese Annahme bestätigen auch Untersuchungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), wonach sich in den letzten Jahrzehnten in Folge der Ausbaumaßnahmen der seewärtige Einfluss auf die Bewegungs- und Transportvorgänge der Unterems vergrößerte. Dieses äußert sich auch in einem Anstieg der Salzgehalte, und zwar besonders des maximalen Salzgehalts zum Ende der Flutstromphase.
Nach 2004 setzte insbesondere in den Sommermonaten Juni bis Oktober eine starke Zunahme der Salzgehalte in der Unterems ein, was auch mit dem geringen Oberwasserzufluss während dieser Zeit erklärbar ist. Eine Folge hiervon ist beispielsweise das Vorkommen der Holzbohrmuscheln oberhalb des bisher bekannten Verbreitungsgebiets in der Ems; dies gilt auch für die Weser.
Niedersachsen fördert elektronische Fangmelder
30.09.2025
Über elektronische Fangmelder erhalten Jägerinnen und Jäger eine sofortige Benachrichtigung, sobald ein Tier in die Falle gegangen ist. So kann die Verweildauer des Tieres in der Falle verkürzt werden. Das Land Niedersachsen hat daher eine Richtlinie veröffentlicht, um elektronische Fangmelder mit bis zu 150 Euro pro Stück zu fördern. Die Fangjagd soll insbesondere dem Schutz von seltenen Arten wie zum Beispiel Rebhuhn, Kiebitz und anderen Feld- und Wiesenvögel vor Prädatoren wie Fuchs, Marder, Waschbär und Marderhund dienen. Letztere zählen wie Nutria oder amerikanischer Mink zu den invasiven Arten, die heimische Arten gefährden und in ihrem Bestand reguliert werden müssen. Zudem schädigt die Nutria Deiche und Uferböschungen und stellt daher eine Gefahr für den Hochwasserschutz dar.
Gefördert wird die Erstanschaffung von Fangmeldern zur Montage an vorhandene Lebendfanggeräte, die bisher nicht über einen solchen verfügen. Die zu fördernden Fangmelder müssen moderne technische Voraussetzungen erfüllen wie beispielsweise eine Alarmmeldung mittels Messenger, Push Up-Nachricht/App oder E-Mail.
Die Kreisjägerschaften sind im Sinne der Richtlinie gegenüber dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz antragsberechtigt und bündeln für alle Jägerinnen und Jäger – auch für solche, die nicht Mitglied der jeweiligen Jägerschaft sind – die entsprechenden Anträge. Anträge können bis zum 15. November 2025 gestellt werden. Die Richtlinie sowie Antragsformulare gibt es online auf https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/wald_holz_jagd/jagd_in_niedersachsen/gesetze-und-andere-bestimmungen-rund-um-das-thema-jagd-und-jager-5137.html
Greenpeace fordert: Milliardäre besteuern, Klima retten
29.09.2025
„Stiftung Familienunternehmen“: Der Name ist geschickt gewählt – er klingt nach Mittelstand, nach Tradition, nach über Generationen geführten kleinen oder mittelgroßen Betrieben. In Wahrheit aber steht die Stiftung für ein elitäres Netzwerk, das vor allem die Interessen der Reichsten vertritt.
Hinter verschlossenen Türen nutzen sie ihre Macht, um politische Entscheidungen in Berlin und Brüssel im Sinne ihrer Konzerne zu beeinflussen – auf Kosten von Klimaschutz und Steuergerechtigkeit. Wer dazugehört, zählte bislang zu den am strengsten gehüteten Geheimnissen der Stiftung und ihres politischen Ablegers, der „Stiftung Familienunternehmen und Politik“.
Greenpeace hat monatelang recherchiert, Gespräche mit Insider:innen geführt und Einblicke in interne Dokumente der Stiftung erhalten. Das Ergebnis: eine Liste mit 258 Familien und Konzernen, die dem Netzwerk der Stiftung zugeordnet werden können. Darunter die Reichsten der Reichen Deutschlands, die gerne außerhalb des Rampenlichts bleiben. Besonders brisant, wenn auch kaum verwunderlich: Fast 90 Prozent der identifizierten Unternehmen stammen aus besonders klimakritischen Wirtschaftszweigen, darunter Chemie, Automobilbau, Lebensmitteleinzelhandel oder dem Transportwesen. Hier geht es zum Report über die Stiftung Familienunternehmen und hier geht es zu einem Panorama-Beitrag zur Lobby für Superreiche. (Quelle und mehr: Hallo Wippingen)
Bahnstrecke zur Nordseeküste wird gesperrt
28.09.2025
Ab Montag, den 29.09.2025 wird die Bahnstrecke zwischen Emden und Norddeich für zwei Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt. Sowohl IC-Verbindungen als auch der Regionalexpress sind davon betroffen. Der Regionalexpress der Linie RE1 (Hannover bis Norddeich Mole) endet dann in Emden oder fährt von dort erst los. Dies und mehr erfährt man beim NDR.
Israels Ex-Geheimdienstchef: Aufruf zur Anerkennung Palästinas
28.09.2025
Ami Ajalon, Ex-Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, plädiert im Nahostkonflikt für eine Zweistaatenlösung und eine entsprechende Positionierung der Bundesregierung. Israels Vorgehen im Gazakrieg seit Ende 2024 kritisiert er.
„Die Anerkennung eines Staates Palästina würde Hoffnung machen, sagte Ajalon dem Deutschlandfunk. Schließlich bestehe der einzige Weg, die islamistische Hamas zu besiegen, darin, eine Realität von zwei Staaten zu schaffen. Die Anerkennung eines Staates Palästina wäre aus seiner Sicht eine Botschaft an die Radikalen auf beiden Seiten des Nahost-Konflikts“, fasst ZDFtext (Sa 27.09.25, 18:36:54) das Interview im Deutschlandfunk zusammen.
Dörpener Markt- und Kirmestage mit einigen Veränderungen
28.09.2025
Vom 10. bis zum 12. Oktober finden wieder die Dörpener Markt- und Kirmestage statt. Das kostenlose Seniorenfrühstück findet wie immer am Freitag um 11 Uhr mit den Dörpener Shantys im Zelt statt.
Neu ist dagegen ein rustikales Bauernfrühstück für alle am Freitag ab 11 Uhr im Zelt für 10 €.
Am Samstag und am Sonntag findet im Zelt von 14 bis 18 Uhr ein Kreativ- und Bauernmarkt statt
Neu ist zudem am Sonntag, ab 12.30 Uhr (nach dem ökumenischen Gottesdienst um 11:00 Uhr) ein Spanferkelessen im Zelt für 15 €.
Karten für die Veranstaltungen gibt es nur im Vorverkauf bis zum 4. Oktober beim Kiosk Gernas City Store, bei der Fleischerei Abeln und im Rathaus an der Information. Tickets können auch über https://www.doerpen.app/programm erworben werden.
Tiertransporte: Staudte fordert nationales Exportverbot in Hochrisikostaaten
27.09.2025
Gestern wurde im Bundesrat ein Antrag Nordrhein-Westfalens diskutiert, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich bei der Europäischen Kommission für mehr Tierschutz bei Tiertransporten in Drittländer einzusetzen. Drittländer sind Länder außerhalb der Europäischen Union.
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte fordert zudem ein nationales Exportverbot für Rinder, Schafe und Ziegen in Hochrisikostaaten.
„Die absolute Mehrheit der Gesellschaft will endlich den Stopp von Tiertransporten in Länder außerhalb der EU. Ein Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg hat deutlich herausgearbeitet, dass leider nicht die Landesebene, aber dafür die Bundesregierung gesetzlich berechtigt ist, ein Verbot in bestimmte Länder zu verhängen. Nur mit dem Finger auf die Europäische Kommission zu zeigen, reicht nicht. Bei Transporten in Länder außerhalb der EU leiden Tiere teils wochenlang an Durst, Hunger oder extremen Temperaturen, sie verenden bereits auf dem Transport – da muss endlich gehandelt werden. Jetzt. Für mich gibt es daher nur einen Weg: Transporte von Nutztieren in Tierschutz-Hochrisikoländer müssen sofort eingestellt werden, und zwar durch ein nationales Exportverbot für Rinder, Schafe und Ziegen,“ erläutert Staudte ihre Forderung.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium könne auf Grundlage des Tierschutzgesetzes mit Zustimmung des Bundesrates eine Verordnung zum Schutz der Tiere erlassen, wenn diese aus dem Inland in einen anderen Staat verbracht werden sollen – das besage auch ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg und ein Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück. Außerdem solle sich das Bundeslandwirtschaftsministerium bei der laufenden Überarbeitung der EU-Tierschutztransportverordnung für ein solches europäisches Exportverbot einsetzen, so Ministerin Staudte. (Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 26. September 2025)
In der Leeraner Innenstadt informierten heute Mitglieder der Gruppe „Ostfriesen gegen Tierleid“ über das leidvolle Leben der Milchkühe. Dabei könne man problemlos auf Milch verzichten, wurde erläutert, denn die Inhaltsstoffe der Kuhmilch seien auch in veganen Produkten vorhanden, beispielsweise Calcium in Blattgemüse oder Omega-3-Fettsäuren in Leinsamen. Mit einer Kaufentscheidung gegen Milch und für vegane Produkte könne die Nachfrage nach Milch, und damit das Tierleid gemindert werden.
Einen aktuellen Beitrag zum Tiertransport per Schiff von Spanien nach Nordafrika und in den Nahen Osten findet man bei ZDFheute – nachfolgend ein Auszug:
Kotverschmiert harren deutsche Rinder am Hafen der spanischen Küstenstadt Cartagena auf einem Lkw aus. Sie sollen von hier übers Mittelmeer exportiert werden – mit Hunderten anderen Tieren aus ganz Europa. Die deutschen Rinder sind teils über Italien, teils über Belgien nach Spanien gekommen. „Und jetzt gehen sie im Alter von 13 Monaten in den Libanon“, sagt Gerit Weidinger von der Tierschutzorganisation Animal Welfare Foundation, deren Team die Szene dokumentiert hat.
Walchum: „Blaues Klassenzimmer“ fertiggestellt
26.09.2025
Das Projekt „EmsLand – Auenentwicklung an der Ems zwischen Salzbergen und Dörpen“ wird seit 2023 im Förderprogramm Auen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ gefördert und zählt mit einem Budget von 6,6 Millionen Euro zu den größeren bewilligten Projekten in diesem Förderprogramm. Anfang September hat das Team vom Blauen Band EmsLand das erste „Blaue Klassenzimmer“ im Emsland fertig gestellt. Es befindet sich direkt am Emsradweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals in Walchum.
Die Maßnahme „M8 – Walchum Ems“ umfasst ein etwa 5000 m² großes, zweiteiliges Stillgewässer, das nun mit verschiedenen Tiefenbereichen entstanden ist. Die Fläche stellte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee zur Verfügung. Ziel der Maßnahme ist es, die hydrologischen Verhältnisse innerhalb der Fläche zu verbessern und damit zur Entwicklung von Auenlebensräumen beizutragen, die im Wechsel feucht sind und trockenfallen. Das Gewässer hat verschiedene Tiefenstufen zwischen 90 und 210 cm. In den Seitenbereichen wird die Wassertiefe auf 10 bis 40 cm reduziert, um flache und strukturreiche Uferzonen zu schaffen. Durch diesen Aufbau sollen für Lebewesen, die wasserabhängig sind, periodisch wechselnde Lebensräume geschaffen werden und gleichzeitig, durch die verbesserten hydrologischen Verhältnisse in der Fläche, die Entwicklung der Vegetation des Biotoptyps gefördert werden.
In dem Lehrbereich ist Platz für eine maximal 30-köpfige Schulklasse. In unmittelbarer Nähe des Gewässers soll zunächst eine Unterrichtseinheit „Theorie“ erlernt werden, um anschließend ein Praxisteil am oder im Wasser durchzuführen. Entsprechend wurden verschiedene Tiefen angelegt, auf denen dann auch Platz für die Schülerinnen und Schüler ist, um die Flora und Fauna in den unterschiedlichen Bereichen zu erkunden. Ein erster Nutzungstermin wurde bereits vereinbart.
Der Bereich, in dem 16 große Steine platziert wurden, bietet sich auch als Pausenplatz für Spaziergänger und Fahrradfahrer an, wie unser Foto zeigt. Auf der Fläche zwischen den Gewässern und dem Radweg will man noch Regiosaatgut ausbringen. Zwei weitere Lernorte an emsländischen Gewässern sollen noch in diesem Jahr an der Leher Pünte und am Borkener Paradies entstehen. (Quelle: Landkreis Emsland)
Größte Kartoffelernte seit 25 Jahren erwartet
25.09.2025
Die Kartoffelernte 2025 erreicht bundesweit historische Höchstwerte. Dies ist eine Folge der erhöhten Anbaufläche als auch hoher Hektarerträge. Die vorläufigen amtlichen Ergebnisse deuten auf eine sehr große Kartoffelernte von etwa 13,4 Millionen Tonnen hin. Das sind 5,3 Prozent mehr als im bereits sehr guten Jahr 2024 und 17 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt. Zuletzt konnte 2000 eine ähnlich gute Ernte eingefahren werden. Erneut wuchs die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent. Sie liegt nun bei 301.000 Hektar und ist damit so groß wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.
Mit den guten Erträgen ist die Versorgung also gesichert, doch die niedrigen Erzeugerpreise bereiten den Landwirten Sorgen. So starteten die Erzeugerpreise für Frühkartoffeln 2025 bereits auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren. Erzeugern wird für die Speisekartoffeln aus der Haupternte derzeit rund ein Drittel weniger als im Vorjahr gezahlt. Verbraucherinnen und Verbraucher mussten im Supermarkt für Speisekartoffeln im August 2025 rund 15 Prozent weniger zahlen als im August 2024. (Quelle und mehr: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)
UPM prüft die Zukunft seines Sperrholzbereichs
24.09.2025
Die Umstrukturierung beim finnischen UPM-Konzern, zu dem auch Nordland Papier in Dörpen gehört, scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Nun will der Konzern verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft seines Sperrholz-Geschäftsbereichs prüfen. Als Optionen werden beispielhaft genannt: der Verkauf, eine Teilausgliederung oder ein Börsengang als eigenständiges Unternehmen. Die Überprüfung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. (Quelle: Holz-Zentralblatt)
Der Rainbutler – Start-up entwickelt Roboter für nachhaltige Feldbewässerung
24.09.2025
Der vom Start-up-Unternehmen rain2soil entwickelte „Rainbutler“ ist ein autonomer Bewässerungsroboter. Er fährt in bereits bestehenden Fahrspuren über die Felder und bringt dabei das Wasser in Bodennähe aus. Die Menge kann präzise je nach Bedarf gesteuert werden. Durch das direkte Bewässern geht laut Geschäftsführer Justus Lange im Vergleich zu herkömmlichen Techniken deutlich weniger Wasser durch Verdunstung, Erosion und Verwehung verloren. Hinzu komme eine Energieeinsparung von 40 Prozent aufgrund des deutlich niedrigeren Wasserdrucks.
Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden spart dies angeblich bis zu 80 Prozent des Arbeitsaufwands. Die Technik ist vor allem für kleine und mittlere Flächen geeignet. Bewässerungsintensive Kulturen wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Gemüse sollen besonders profitieren. Neben ökologischen Vorteilen erhoffen sich die Entwickler auch positive Effekte für die Qualität der Ernte: Weil die Pflanzen gleichmäßiger mit Wasser versorgt werden – also nicht zu viel oder zu wenig auf einmal – lassen sich sowohl Trockenstress als auch Überwässerung vermeiden. Weitere Informationen und Kontaktdaten zum Start-up hier (Quelle: DBUaktuell September 2025)
Buchen auf dem Friedhof zurückgeschnitten und gesichert
23.09.2025
Heute wurden zwei Buchen auf dem alten Friedhof von der Firma Fortwengel aus Spanharrenstätte zurückgeschnitten. Mit Hilfe eines LKW-Steigers wurden die Kronen angesteuert und Äste gekürzt. So bieten die Kronen dem Wind weniger Angriffsflächen.
Nach dem Rückschnitt wurden die starken Äste im Kronenbereich zusätzlich mit Gurten gesichert.
Das gesägte Holz haben ehrenamtliche Mitarbeiter zusammengetragen; es soll der Zeltlagergruppe als Brennholz zur Verfügung gestellt werden.
Mehr Beratungsbedarf zur Kriegsdienstverweigerung – Buch gegen die Kriegstüchtigkeit erschienen
22.09.2025
Seitdem das neue Wehrdienstgesetz Ende August diskutiert worden ist, gibt es deutlich mehr Interesse am Beratungsangebot der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen in Bremen. Im vergangenen Monat verzeichnete die Friedensgesellschaft bundesweit rund 55.000 Besuche auf ihrer Homepage, allein bis zur Hälfte dieses Monats waren es schon 77.000. Mehr hierzu liest man bei buten un binnen.
Zu diesem Thema ist ein neues Buch veröffentlicht worden: Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde, lautet der Titel des Buches von Ole Nymoen gegen die Kriegstüchtigkeit. Hallo Wippingen stellt es ausführlich vor und zeigt dabei auch die Schwächen des Buches auf. Das Fazit lautet: „Nymoens Buch überzeugt, wenn er darstellt, warum man sein eigenes Leben nicht irgendwelchen fremden Machtgelüsten opfern sollte. Welcher Art diese fremden Machtgelüste sind, kann er leider nicht näher beschreiben.“
BSW gründet Kreisverband für westliche Landkreise in Niedersachsen
21.09.2025
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Hasbergen den Kreisverband Osnabrück–Emsland gegründet. Tatsächlich sollen hiermit aber neben den Landkreisen Emsland und Osnabrück, sowie der Stadt Osnabrück auch die Landkreise Vechta und Grafschaft Bentheim abgedeckt werden.
16 stimmberechtigte Mitglieder nahmen an der Versammlung im Gasthaus Thies teil. Zum Kreisschatzmeister wurde Alexandra Böttge gewählt. In den Kreis-Sprecherrat wurden Clemens Hehmann, Karl-Heinz Korfhage, Manuel Roesch, Sören Schröder und Franz-Josef Voss gewählt. Zwei weitere Plätze im Gremium bleiben zunächst vakant und werden bei der nächsten Mitgliederversammlung besetzt. Als Rechnungsprüfer wählte die Versammlung Yunus Güngördü und Benedikt Heineke.
Der Landesvorsitzende des BSW Niedersachsen, Holger Onken, gratulierte dem neuen Kreisverband und machte in seiner Rede die industriepolitischen Schwerpunkte des BSW deutlich:
„Wir müssen in Niedersachsen zurückkehren zu einer starken zivilen Industrie und Wirtschaft. Nur dort entstehen sichere und langfristige Arbeitsplätze. Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie sind erstens viel zu wenige und zweitens nicht krisenfest. Unser Ziel ist es, die industriellen Kernbranchen zu stärken, um die Zukunft unserer Regionen und der dort lebenden Menschen zu sichern.“ (Quelle und mehr: BSW Landesverband Niedersachsen)
Strafantrag gegen deutsche Politiker und Rüstungsmanager wegen Kriegsverbrechen in Gaza
20.09.2025
Eine Gruppe von Berliner Anwälten um Benjamin Düsberg hat sieben aktuelle und ehemalige Mitglieder der Bundesregierung sowie vier Unternehmensvertreter im Zusammenhang mit Waffenlieferungen an Israel angezeigt. Sie sollen unter anderem Beihilfe zum Völkermord geleistet haben. Die Anwälte handeln im Namen von palästinensischen Mandanten, die nahe Angehörige in Gaza verloren haben, berichtet die Taz am 19.09.2025.
Angezeigt wurden die Politiker Olaf Scholz, Boris Pistorius, Annalena Baerbock, Robert Habeck, Friedrich Merz, Johann Wadephul und Katherina Reiche, sowie die Rüstungsmanager Jörg Stratmann (Rolls-Royce Solutions GmbH), Alexander Sagel, Susanne Wiegand (beide Renk Group AG) und Michael Humbek (Dynamit Nobel Defence GmbH), erfährt man bei der Tageszeitung Junge Welt, ebenfalls vom 19.09.2025.
Die Berliner Anwälte fordern mit ihrem Antrag Generalbundesanwalt Jens Rommel dazu auf, Ermittlungen wegen Beihilfe zum Völkermord gegen die Beschuldigten einzuleiten. Allerdings ist der Bundesanwalt gegenüber dem Justizministerium weisungsgebunden, also können ihm die geforderten Ermittlungen vom Ministerium untersagt werden. Anders als bei einer Anzeige besteht bei einem Strafantrag aber die Möglichkeit, Beschwerde einzulegen, wenn die Staatsanwaltschaft keine Ermittlungen aufnimmt, und zudem könnten die Anwälte Akteneinsicht verlangen, berichtet die JW weiter mit Bezug auf Benjamin Düsberg.
Caritas und Bistum Osnabrück: Solidarität statt Stimmungsmache
20.09.2025
Zum Caritassonntag am 21. September rufen der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe und Caritasdirektor Johannes Buß zu mehr Sachlichkeit in der sozialpolitischen Debatte auf. „Ein solidarischer Sozialstaat ist kein Luxus, sondern notwendig für eine funktionierende Gesellschaft“, betont Weihbischof Wübbe. Er kritisiert, dass derzeit viele Diskussionen – etwa rund ums Bürgergeld – von Stimmungsmache geprägt seien: „Wer gegen bedürftige Menschen hetzt, löst keine Probleme, sondern verschärft sie.“
Gemeinsam fordern Wübbe und Buß eine Sozialpolitik, die leistungsfähig und gerecht ist. „Es geht darum, die vorhandenen Mittel sinnvoll einzusetzen und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen im Blick zu behalten“, so Buß. Besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten sei es wichtig, Hilfesysteme ausreichend auszustatten.
„Wir merken bereits heute sehr deutlich, dass wirtschaftliche Spielräume immer enger werden und unsere Angebote sich verändern müssen. Wir brauchen für die unterschiedlichen Hilfefelder realistische Perspektiven, die aber ganz klar erkennen lassen, dass wir Menschen, die Unterstützung benötigen, nicht allein lassen“, ergänzt der Osnabrücker Caritasdirektor Johannes Buß.
Hintergrund
Der Caritassonntag ist ein Aktionstag der katholischen Kirche, an dem bundesweit auf die soziale Arbeit der Caritas aufmerksam gemacht wird. Im Bistum Osnabrück wird er am Sonntag, 21. September, unter dem Motto „Da kann ja jeder kommen! Caritas öffnet Türen“ in vielen Gemeinden gefeiert. Die Kollekte an diesem Tag kommt den vielfältigen Hilfs- und Beratungsangeboten der Caritas im Bistum zugute.
Emden: Am Samstag Demonstration für mehr Lohngerechtigkeit
19.09.2025
Die IG Metall ruft zu einer Demonstration für mehr soziale Gerechtigkeit auf. Am Vormittag gibt es einen Fahrradkorso in der Stadt.
Der Arbeitskreis Senioren schreibt dazu auf der Homepage der IG Metall Emden:
Wir wollen eine Steuerpolitik und eine Reform der sozialen Sicherungssysteme, die sicherstellt, dass alle Menschen von guten sozialstaatlichen Leistungen profitieren und die Kosten fair verteilt werden.
Das bedeutet:
Hohe Einkommen und Vermögende müssen durch eine gerechtere Steuerpolitik mehr zur Finanzierung des Sozialstaates beitragen.
Einführung einer Erwerbstätigenversicherung bei der Rente und einer Bürgerversicherung bei Gesundheit und Pflege. Beamt*innen, freie Berufe, Politiker*innen – alle rein in die solidarische Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung!
Höhere Steuerzuschüsse für die sozialen Sicherungssysteme, die die Kosten für „versicherungsfremde Leistungen“ tatsächlich decken.
Moderate Anhebung der paritätisch finanzierten Sozialbeiträge, um Arbeitgeber angemessen an der Finanzierung zu beteiligen und die Einnahmebasis der Sozialversicherung zu stärken.
Ärztekammer fordert Böllerverbot für Privatleute an Silvester
19.09.2025
Gut drei Monate vor Silvester regt die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). erneut ein Böllerverbot für Privatpersonen zum Jahreswechsel an. „Feuerwerk an Silvester verursacht enorme gesundheitliche Schäden – dabei gäbe es gesundheitsbewusste Alternativen. Die Ärztekammer Niedersachsen fordert daher ein Feuerwerksverbot, wie es die Niederlande bereits beschlossen haben und das eine Mehrheit der Deutschen befürwortet“, teilt die Kammer in einer Pressemitteilung vom 17.09.2025 mit. Hierzu wird erläutert: „Laut einer Anfang Juli 2025 veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind 59 Prozent für ein Verbot der privaten Böllerei. Nur 39 Prozent sprechen sich dagegen aus. Auch Polizeigewerkschaften, Umweltschutzverbände, medizinische Fachgesellschaften und viele andere Organisationen fordern seit Jahren ein Silvester mit deutlich weniger oder gar keinem Feuerwerk.“ Die Pressemitteilung der ÄKN findet man hier.
Neue Obstsorten geben Allergikern wieder Hoffnung
18.09.2025
Ab dem 15. November 2025 werden unter dem Dachmarken-Namen „Pompur“ die ersten beiden offiziell allergikerfreundlichen Apfelsorten im Handel erhältlich sein. Beiden Sorten wurde das ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung verliehen. Da die Bäume jedoch noch wachsen müssen, fällt die Ernte in diesem Jahr noch überschaubar aus.
Die Sorten sind das Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekts der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität München (TUM) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In enger Zusammenarbeit mit der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) wurden Apfelsorten mit besonders geringem Allergengehalt identifiziert und weiterentwickelt. Klinische Tests bestätigten ihre gute Verträglichkeit. Trotzdem sollten sich Allergikerinnen und Allergiker auch bei dieser Sorte langsam rantasten. Dies und mehr erfährt man auf der Homepage der Hochschule Osnabrück.
Ausstellung mit Porträts der letzten Zeitzeugen des NS-Terrors in Leer eröffnet
17.07.2025
Eine neue Ausstellung zeigt in Leer auf dem Liesel-Außen-Platz (vor dem Zollhaus am Bahnhof) großformatige Porträts von NS-Zeitzeugen. „Gegen das Vergessen“ lautet das Motto der Porträtzusammenstellung des Fotografen Luigi Toscano, der gestern zur Ausstellungseröffnung im Zollhaus selber anwesend war.
Luigi Toscano ist ein italienisch-deutscher Fotograf und Filmemacher. Mit seinem Projekt „Gegen das Vergessen“ rückt er weltweit Überlebende der NS-Verfolgung in den Mittelpunkt. Die Ausstellung in Leer wird von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland veranstaltet. Die Wanderausstellung wurde bereits vor den Vereinten Nationen in New York und am UNESCO-Hauptquartier in Paris gezeigt. Vor zehn Jahren begann die Ausstellungstour in Mannheim, dem Wohnort von Toscano, um dann Anfang des Jahres hierher zurückzukehren. Mehr als 400 Holocaust-Überlebende hat er persönlich getroffen und porträtiert.
Bei der Eröffnung im Zollhaus war auch der Holocaust-Überlebende Alfred Weinberg anwesend, der die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat. Zudem haben sich am Teletta-Groß-Gymnasium (TGG) Kursteilnehmer*innen des Seminarfaches „Jüdische Lebenswelten“ zu guides ausgebildet lassen, die bei Bedarf interessierte Gruppen im Verlauf der nächsten drei Wochen durch die Wanderausstellung führen können.
Mit der Eröffnung beginnt die Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen – Für das Leben“, die sich bis zum 9. November hinzieht, wenn der Opfer des Nazi-Pogroms von 1938 gedacht wird. Am 25.09.2025 wird der Film „Schwarzer Zucker, Rotes Blut“ im Kinocenter Leer gezeigt.
In dem Dokumentarfilm begibt sich Luigi Toscano auf die Suche nach der wahren Identität einer Holocaust-Überlebenden. Bei einem seiner Fotoprojekte gegen das Vergessen lernte er die Ukrainerin Anna Strishkowa kennen. Er erfährt, dass sie nicht mal weiß, ob sie wirklich so heißt. So kommt Toscano auf die Idee, die Suche nach ihrer Identität mit der Kamera zu begleiten, schreibt arte.tv dazu auf der Homepage des Senders.
Innovationsindex: Deutschland nicht mehr unter den Top Ten
16.09.2025
Deutschland fällt in der Weltrangliste der innovativsten Länder zurück. Nach Platz 8 im Jahr 2023 und Platz 9 in 2024 liegt die Bundesrepublik nun auf Platz 11, wie die UN-Organisation für geistiges Eigentum (Wipo) berichtet. (Quelle ZDF Text 16.09.2025)
China rückt dagegen auf Platz 10 vor, erfährt man bei ZDFheute. Dagegen schneidet Deutschland bei den sogenannten Innovationsclustern aber weiterhin gut ab. Gemeint sind Standorte mit Technologieparks, an denen Universitäten, Innovatoren und Unternehmen nahe beieinander arbeiten und aus Ideen Lösungen und Produkte machen. Die meisten Cluster hat China (24), gefolgt von den USA (22). Deutschland liegt mit sieben auf dem dritten Platz. Unter den 100 weltweit wichtigsten Clustern liegt München auf Platz 27, Berlin auf Platz 30 und Köln auf Platz 43.
Steuernachzahlung wirkt sich positiv auf den Gemeindehaushalt aus
15.09.2025
Auf der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 11.09.2025 wurden die Ratsmitglieder und anwesende Bürger mit einem Zwischenbericht über die aktuelle Finanzsituation der Gemeinde informiert.
Der Haushaltsplan der Gemeinde Dörpen skizzierte für 2025 ein finanziell durchaus herausforderndes Haushaltsjahr mit rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen bei einer hohen Umlagebelastung, was in Kombination zu einem hohen Haushaltsdefizit von rund 2,4 Mio. € führen würde. Gleichzeitig wurde ein enorm hohes Investitionsvolumen von 11,7 Mio. € geplant, das u.a. mit Kreditaufnahmen in Höhe von 6,5 Mio. € zu finanzieren gewesen wäre.
Die Zahlen des Ergebnishaushaltes deuten an, dass es zu leichten Verbesserungen gegenüber der Planung kommen wird. Dafür sprechen auch verbesserte Steuereinnahmen. Es bleibt aber dabei, dass der Haushalt mit einem hohen Defizit abschließen wird.
Einen erheblichen Anteil zur verbesserten Entwicklung hatte eine Steuernachzahlung in Höhe von gut 700.000 € von einem Unternehmen aus Dörpen für die Jahre 2017 bis 2019 aufgrund einer Steuerprüfung. Diese Nachzahlung ist zudem mit Nachzahlungszinsen in Höhe von 65.000 € verbunden.
Der Liquiditätsbestand ist von +3,7 Mio. € zu Jahresbeginn auf jetzt -3,2 Mio. € abgestürzt. Das liegt vor allen Dingen an den zu Anfang des Jahres fällig gewordenen hohen Kaufpreisen für Grundstücke und an den inzwischen abgerechneten hohen Umlagen im Finanzausgleich. Das Defizit im Liquiditätsbestand könnte durch Nutzung der Kreditaufnahmeermächtigung ausgeglichen werden. Das ist zunächst aber nicht vorgesehen, da im Kassenverbund auf Samtgemeindeebene noch ausreichend Liquidität vorhanden ist.
Von geplanten Investitionen im Umfang von 11,7 Mio. € wurden 6,3 Mio. € verausgabt. Davon entfallen allein 4,7 Mio. € auf Grundstücksankäufe.
Die Ausgaben für Baumaßnahmen sind aktuell noch gering. Mit der Erneuerung des GVZ-Parkplatzes und der Enderschließung des Baugebietes östlich Wittefehn sind aber zwei große Baumaßnahmen angelaufen, so dass noch erhebliche Mittel abfließen werden.
Aktuell beträgt der Schuldenstand noch rund 6,2 Mio. €. Um das hohe Defizit in der laufenden Liquidität auszugleichen, werden aber in jedem Fall Kredite benötigt. Der gesamte Kreditrahmen von 6,7 Mio. € (s.a.u.) wird aber wohl nicht ausgeschöpft werden. (Diese Informationen findet man im Rats- und Bürgerinformationssystem der Samtgemeinde Dörpen.)
Informationen zur Finanzsituation und weiteren Entwicklungen enthalten auch die Amtsblätter für den Landkreis Emsland. Die Ausgabe Nr. 25 vom 31.07.2025 informiert beispielsweise über die 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 „Südlich Hauptstraße“ der Gemeinde Dörpen.
Weiterhin findet man hier die Haushaltssatzung der Gemeinde Dörpen für das Haushaltsjahr 2025. Unter § 2 liest man, dass Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen (Kreditermächtigung) in Höhe von 6.707.900 € veranschlagt wurden. Verpflichtungsermächtigungen werden laut § 3 in Höhe von 1.455.000 € veranschlagt. (Hierbei handelt es sich um die Leistung von Ausgaben in künftigen Jahren.)
Der Höchstbetrag, bis zu dem Liquiditätskredite im Haushaltsjahr 2025 zur rechtzeitigen Leistung von Auszahlungen in Anspruch genommen werden dürfen, wird auf 6.700.000 € festgesetzt, findet man in § 4.
Buche an der Friedhofskapelle wird zurückgeschnitten
14.09.2025
Bei einem stärkeren Wind bracht am 2. Juli 2025 ein dicker Ast aus der Buche an der Friedhofskapelle in Dörpen. Nun hat der Kirchenvorstand über das weitere Vorgehen entschieden.
Äste bis zu einem Durchmesser von 10 cm sollen „zeitnah“ fachgerecht zurückgeschnitten werden, haben wir erfahren. Zudem sollen vier neue Kronensicherungen eingebaut werden.
An einer weiteren Buche will man ebenfalls Äste zurückschneiden lassen. Das gesägte Holz wird für das Zeltlager zur Verfügung gestellt.
Damit scheint eine gute Lösung gefunden zu sein. Es bleibt nur zu hoffen, dass die beauftragte Fachfirma die Maßnahmen tatsächlich zeitnah umsetzt, damit die Bäume den kommenden Herbststürmen weniger Angriffsfläche bieten.
Gesundheitskonferenz befasst sich mit Einsamkeit
13.09.2025
Die diesjährige Gesundheitskonferenz am 3. September 2025 stand ganz im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums des Beirates für Seniorinnen und Senioren im Landkreis Emsland. Zentrale Themen waren die Prävention von Einsamkeit, die Förderung der Gesundheit älterer Menschen und die Stärkung sozialer Begegnungsräume. Dass diese Aspekte relevant sind und einen Nerv treffen, belegen die rund 170 Teilnehmenden der Gesundheitskonferenz, die in Hagens Hotel in Haren (Ems) stattfand. Über die Tagung informiert der Landkreis Emsland in einer Pressemitteilung.
Besonders informativ war der Impulsvortrag von Dr. Christoph Hutter, der deutlich machte: „Einsamkeit isoliert, macht krank – und kann letztlich sogar zum Tod führen.“ Mit seinen Ausführungen stellte er klar, dass Einsamkeit nicht nur individuelles Leid bedeutet, sondern auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für die Gesellschaft.
In diesem Zusammenhang ging Hutter auf neuere Ergebnisse der Extremismusforschung ein.
Die Wir-Ich-Balance komme in der Moderne aus dem Gleichgewicht, stellte Hutter fest. Weitere erläuterte er, die Bindungstheorie gehe davon aus, dass der Mensch erst durch den engen Kontakt zu seinen primären Bindungspersonen seine innere Struktur ausprägen könne. Gebunden und Eingebunden zu sein bleibe ein Leben lang von existentieller Bedeutung.
Hutter zitiert hierzu aus Hannah Arendts Veröffentlichung „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft“ (1986). Danach entstanden die europäischen Massen aus der Zersetzung einer bereits atomisierten Gesellschaft. […] Das Hauptmerkmal der Individuen in einer Massengesellschaft seien nicht Brutalität oder Dummheit oder Unbildung, sondern Kontaktlosigkeit und Entwurzeltsein“.
Hutter führte weiter aus, dass Einsamkeit keineswegs immer ein Problem sein muss und verwies dabei auf selbstgewählte Einsamkeiten, etwa im Kloster oder auf Wanderungen. Die Frage, was fehle, wenn man sich einsam fühle, könne ganz unterschiedlich beantwortet werden. Man unterscheide hier Intimität, soziale Bezogenheit, Gruppenzugehörigkeit, eine vertraute kulturelle und sprachliche Einbindung und physische Einsamkeit.
Im Bereich psychischer Erkrankungen sind die Wechselwirkungen zwischen Einsamkeit und anderen Störungsbildern besonders fatal, weil es schnell zu sich verstärkenden Teufelskreisen kommt. Hutter führt hier Sucht, Depression, Demenz und Psychosen auf.
Und auch das Vertrauen in politische Institutionen sinke mit verstärkter Einsamkeit. So hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Mitte-Studie 2022/23 (gemeint ist die Mitte der Gesellschaft) festgestellt, dass Einsamkeit die Demokratie bedrohe, wenn die eigene Einsamkeit mit demokratiegefährdenden Positionen einhergeht, die sich über Verschwörungsmythen, einen völkisch-rebellischen Aufruf zum »Widerstand« in rechtsextreme Einstellungen bis hin zu einer höheren Billigung von Gewalt steigern (Die distanzierte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2022/23)
Nach Ansicht von Hutter brauchen wir einen Perspektivwechsel. Die Frage sei, wie Zugehörigkeit gehe. Antworten hierzu lieferte er mit der nachfolgenden Darstellung.

(Quelle: Dr. Christoph Hutter, Gesundheitskonferenz Landkreis Emsland, Haren (Ems), 03.09. 2025)
Abschließend zitierte Hutter Richard Sennett. Wir müssen die Frage „Wer braucht mich?“ wieder ins Spiel bringen, eine „Frage, die der moderne Kapitalismus völlig zu negieren scheint“.
Rat der Gemeinde Dörpen beschließt Prämie gegen Vandalismus
12.09.2025
Vor wenigen Wochen wurde zwischen dem Freilaufplatz für Hunde und dem Pumptrack an der Rägertstraße in Dörpen ein einfacher Unterstand mit einer Sitzbank aufgestellt. Ursprünglich sollte das Bauteil als Wetterschutz für Hundebesitzer dienen, die hier ihren Vierbeinern den Freilauf gönnen wollten.
Allerdings wurde der Unterstand nicht im eingezäunten Gelände aufgestellt, sondern außen vor dem Freilauf hinter dem Pumptrack positioniert. Damit, so die Überlegung bei der Gemeinde, könnten auch die Begleiter der jungen Pumptrack-Nutzer bei schlechtem Wetter den Unterstand nutzen.
Mit der Wahl des Standorts wurde allerdings die Sicht auf den Unterstand von der Rägertstraße durch die Hügel des Pumptracks weitgehend verdeckt. Der so geschaffene, nicht einsehbare Bereich wurde offenbar schnell als idealer Treffpunkt von Kleingruppen angenommen.
Dies geschah allerdings nicht ganz unerwartet: Schon bei der Besprechung des Themas im Rat war von Oppositionsseite die Befürchtung geäußert worden, dass ein derartiger Unterstand entfernt von der Straße schnell von Jugendlichen als Ort für Kleingruppentreffen angenommen werden könnte, die dann in der Regel mit Müllablagerungen verbunden sein würden.
Und so kam es dann auch. Neben Müll sieht man nun aber auch Brandspuren an der Bank.
Entsprechende Fälle von Vandalismus sind keineswegs neu in der Gemeinde. In den vergangenen Wochen waren extrem viele Aufkleber und Graffitis von Fußballfans – vornehmlich des SV Meppen – an Straßen- und Bahnschilder, Laternenmasten und auch Trafostationen oder Schaltkästen in der Gemeinde zu sehen.
Der Rat der Gemeinde Dörpen hat deshalb gestern beschlossen, eine Prämie zur Bekämpfung von Vandalismus auszusetzen. Je nach Schwere und Ausmaß der Beschädigungen erhalten Personen, die der Gemeinde Dörpen entscheidende Hinweise zur Feststellung der Verursacher mitteilen, dafür bis zu 5.000 €.
Hinweisgeber können sich an das Ordnungsamt der Samtgemeinde wenden.
Kontakt: ordnungsamt@doerpen.de
Tel: 04963 402 300
CSU-Agrarminister beerdigt Tierschutzprogramm zum Stallumbau
11.09.2025
Alois Rainer lässt die von der Ampel eingeführten Subventionen für tierfreundlichere Ställe auslaufen. Für Treckerdiesel hat der Bund aber Geld. Anträge für Zuschüsse zu Neu- oder Umbauten von Ställen könnten nur noch bis Ende April 2026 gestellt werden, berichtet die taz.
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte kritisiert diese Entscheidung in einer Pressemitteilung:
„(…) Der Bundesminister Rainer stampft ein Programm ein, vor allem weil es von seinem grünen Vorgänger Cem Özdemir kommt. Er opfert das erfolgreich angelaufene Programm auf dem Altar der Parteipolitik. Leidtragende sind die tierhaltenden Betriebe, die sich nun wieder mit neuen Anforderungen befassen und umplanen müssen. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Tierhalterinnen und Tierhalter, die sich auf den Bund verlassen und die Zukunft ihrer Höfe mit dem Programm geplant haben.
Dass mit Niedersachsen als dem wichtigsten Tierhaltungsland mit dem größten Umbaubedarf nicht über die Pläne gesprochen wurde, ist sehr schlechter Stil. Vermutlich ist es Minister Rainer auch ein Dorn im Auge, dass Bayern nicht zu den Hauptantragstellern bei dem Programm gehörte.
(…) Mit der Entscheidung, dass die Förderung künftig über die Gemeinschaftsaufgabe, Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes laufen soll, schiebt man die Verantwortung den Ländern zu, die dann einen Großteil der Kosten tragen müssen. Das bedeutet: Finanzstarke Länder sind hier klar im Vorteil, Länder mit großen Tierbeständen wie Niedersachsen aber auch Nordrhein-Westfahlen werden besonders belastet.
Gelegenheiten, das Thema mit den Ländern zu besprechen, hätte es genug gegeben – zum Beispiel auf der diesen Monat anstehenden Agrarministerkonferenz in Heidelberg.“
Hintergrund:
Mit dem Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden derzeit Investitionen in besonders tier- und umweltgerechte Schweineställe sowie die laufenden Mehrkosten gefördert. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat nun angekündigt, das Programm in dieser Form zu beenden. Anträge für die investive Förderung sollen noch bis Ende April 2026 gestellt werden können, die so genannte konsumtive Förderung soll 2028 auslaufen.
In Niedersachsen ist das Interesse an der Förderung groß: Bis einschließlich Juli 2025 betrug die Anzahl der Anträge auf Zuwendung in der Förderung der laufenden Mehrkosten 108, die Anzahl der bewilligten Anträge in der Investitionsförderung betrug 47 (bis Ende Juli).
Nordland Papier zukünftig ohne Werksleiter
10.09.2025
Werksleiter Klaus Reimann wird UPM Nordland Papier zum Jahresende verlassen. Die UPM-Produktionsstandorte in Finnland und Deutschland werden unter einer gemeinsamen obersten Organisationseinheit zusammengeführt. Das berichten verschiedene Medien, u. a. die NOZ. Zur Abteilung „Germany Operations“ sollen dann Augsburg, Ettringen, Hürth, Dörpen, Plattling und Schongau gehören, wobei Plattling, Ettringen und Hürth sich in der Abwicklung befinden. General Managerin für die Papierproduktionsstandorte in Deutschland wird zum 1. Oktober 2025 Eva Kriegbaum, die laut NOZ vom Chemie- und Pharmakonzern Merck kommt. Mehr erfährt man bei Hallo Wippingen.
Reifen an der alten B401 in Dörpen-Haar abgelagert
09.09.2025
Am ehemaligen Abschnitt der B401 westlich von Dörpen-Haar wurden alte Reifen an einem Feldweg entsorgt. Es handelt sich neben PKW-Reifen um mehrere breitere Reifen, wie sie bei Bau- oder Landwirtschaftsmaschinen eingesetzt werden. Man darf also davon ausgehen, dass es sich nicht um eine rein private Entsorgungsmaßnahme handelt.
Die Verwaltung der Gemeinde hat zugesagt, sich um die Entsorgung zu kümmern – dafür schon jetzt vielen Dank.
Software-Probleme: Bestellte Kriegsschiffe werden teurer und kommen später – wenn überhaupt
08.09.2025
Die Fregatte 126 sollte nicht weniger als eines der modernsten Kriegsschiffe auf den Weltmeeren sein. Doch wegen starker Verzögerungen und Kostensteigerungen steht das Vorhaben vor dem Aus, berichtet die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg.
„Der Auftragnehmer hat eine verspätete Ablieferung der Schiffe F126 aufgrund von Problemen mit IT-Schnittstellen bei der firmeneigenen Konstruktions- und Fertigungssoftware angezeigt“, zitiert die Zeitung das Verteidigungsministerium.
Baubeginn der ersten Fregatten-Einheit war 2023. Das erste Schiff sollte eigentlich 2028 an die Marine ausgeliefert werden. Die Auslieferung könnte sich um bis zu vier Jahre verzögern, berichtete der NDR bereits am 15.07.2025. Bastian Ernst, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Bundesverteidigungsausschuss, würde das Projekt eigenen Angaben zufolge am liebsten stoppen und nur in Deutschland neu ausschreiben, liest man im NDR-Bericht.
Warntag am 11. September – Sirenen heulen um 11 Uhr
08.09.2025
Am Donnerstag, 11. September, findet der nächste bundesweite Warntag statt. Dazu werden auch im Landkreis Emsland sämtliche Warnmittel erprobt. Um 11 Uhr ertönen dann zeitgleich alle Sirenen mit dem Warnton „Warnung“ – ein einminütiger auf- und abschwellender Warnton. Die Entwarnung ist für 11.45 Uhr vorgesehen. Hierzu wird ein einminütiger Dauerton ausgesendet. (Quelle und mehr: Pressemitteilung Landkreis Emsland)
Erinnerungsort Lager XII Dalum nimmt an Tag des offenen Denkmals teil
07.09.2025

Die Trafostation und das Wachgebäude des früheren Emslandlagers XII in Dalum wurden seit Herbst 2022 denkmalschutzgerecht saniert und sind nun als Erinnerungsort „Lager XII Dalum“ zugänglich. Im Juni 1938 erweiterte man das Lagersystem im Emsland auf 15 Lager und auch das Lager XII Dalum entstand. Im Juli 1941 kamen die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen in Dalum an, denen bis Kriegsende Tausende folgen sollten. Mehr als 20.000 von ihnen starben im Komplex der Emslandlager.
Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 14. September 2025 werden um 10:30 Uhr und um 16:00 Uhr kostenlose Führungen angeboten.
Dazu eine Erinnerung. Heute findet um 18:00 Uhr die Gedenkveranstaltung des DGB, Kreisverband Nördliches Emsland, zum Antikriegstag auf der Begräbnisstätte Esterwegen (Friedhof Bockhorst, An der B 401) statt.
Förderung für Projekte zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
06.09.2025
Die Landesregierung hat das Programm zur Förderung von „Projekten zur Inklusion, Partizipation und Bewusstseinsbildung“ für Menschen mit Behinderungen neu aufgelegt. Damit können gemeinnützige Organisationen mit maximal 50.000 € und 80% der Ausgaben bezuschusst werden, die die aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft fördern.
Hintergrund:
Das Land Niedersachsen fördert seit 2016 Projekte und Maßnahmen, die die Verwirklichung von Partizipation und Inklusion zum Ziel haben und die Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Behinderungen und ihre Rechte zu sensibilisieren. Dies fordert auch das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BKR), welches seit 2009 in Deutschland in Kraft ist. Bisher wurden 62 Projekte mit insgesamt 1,3 Millionen Euro vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert. Für das Jahr 2025 stehen bis zu 500.000 Euro zur Verfügung.
Weitere Infos gibt es bei der NBank.
Weener: Friesenbrücke für Fußgänger und Radfahrer geöffnet
05.09.2025
Die Friesenbrücke bei Weener ist heute nach einer Planungs- und Bauzeit von zehn Jahren für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet worden. Viele Interessierte warteten an beiden Seiten der Ems auf die Freigabe und überquerten dann den Fluss.
Im Jahr 2015 hatte ein Frachter die geschlossene Klappbrücke gerammt und zerstört. Seitdem mussten Reisende für die Ems-Überfahrt Busse des Ersatzverkehrs nutzen, und auch der Fuß- und Radverkehr wurde jahrelang über Umwege geleitet. Zwischenzeitlich bot auch eine Fähre zwischen Weener und Mitling-Mark an der Ostseite die Emsüberfahrt an.
Die Nutzung der neuen Brücke durch Radfahrer und Fußgänger ist allerdings tideabhängig und nicht in einem festen Zeitplan geregelt. Zwei Stunden vor und nach Hochwasser sollen größere Schiffe die geöffnete Brücke queren können und steht Radfahrer und Fußgänger in diesen Zeiten somit nicht zur Verfügung. Für die Bahn steht aber trotzdem ein Superlativ im Vordergrund: Nach DB-Angaben soll die 335 Meter lange Anlage die größte Hub-Dreh-Brücke für den Eisenbahnverkehr in Europa werden. Durch den Neubau der Brücke sollen Züge von Leer wieder grenzüberschreitend in die Niederlande fahren können, ab wann, ist jedoch noch nicht klar.
Die Planung der Friesenbrücke war von vielen öffentlichen Diskussionen begleitet. Der Papenburger Werftchef Bernard Meyer bezeichnete den Neubau als eine historische Chance, hatte aber offenbar größere Pläne für die Zukunft, wie sich später zeigte. Eine moderne Konstruktion könne den Schiffsverkehr auf der Ems erleichtern und den Aufwand bei Überführungen von Schiffsneubauten reduzieren, zitiert die Nordwest-Zeitung Meyer am 03.11.2016; Meyer habe dies unter Hinweis auf die 4200 Beschäftigten bei der Werft und in der Hafenwirtschaft in Papenburg vorgebracht.
Zunächst ging man aber weiterhin davon aus, dass spätestens im Jahr 2021 die „längste Eisenbahn-Klappbrücke Deutschlands“ den Zugverkehr an der Bahnstrecke Groningen-Leer wieder ermöglichen würde, konnte man dem Bericht der Zeitung entnehmen. Dazu sollte das Land Niedersachsen der Bahn einen zinslosen Kredit von 30 Millionen Euro geben.
Aus diesen Planungen wurde bekanntlich nichts, denn der Meyer Werft gefiel die schnelle Lösung mit einer Klappbrücke nicht. Sie habe um Aufschub gebeten, damit die unterschiedlichen Entwürfe mehrerer Ingenieurbüros und die Kostenschätzungen abgeglichen werden könnten, berichtete der Weserkurier am 13.04.2017.
Der Wattenrat erinnert am 30.08.2017 an den Aufwand bei Schiffsüberführungen der Meyer Werft: „Für die riesigen Kreuzfahrtschiffsneubauten der Meyer Werft stellte diese Brücke bisher das letzte Nadelöhr auf dem schmalen Fluss dar. Bei jeder Überführung musste das Mittelteil aufwändig mit einem Schwimmkran herausgehoben werden.“ Das war nach der Havarie nicht mehr nötig.
Am 13.06.2018 berichtet die NOZ dann über weitere Kostensteigerungen bei der Friesenbrücke. Durch den Planungswechsel von der Klappbrücke zur Drehbrücke stieg die Kostenschätzung zunächst auf 50 Mio. Euro, danach wurden 66 Mio. Euro angegeben, im Juni 2018 war dann von 80 Millionen Euro die Rede – geplante Fertigstellung im Jahr 2024.
Danach waren 125 Mio. Euro angenommen worden, und im Jahr 2022 ging man dann von 200 Mio. Euro aus, so die NOZ am 23.08.2022. In dem Artikel wird die damalige Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Borkum) wie folgt zitiert : „Die Brücke hätte schon längst wieder passierbar sein können, hätten die Großen Koalitionen in Land und Bund seinerzeit nicht die Zugeständnisse an die Meyer Werft mit einer Drehbrücke gemacht.“ Die Friesenbrücke könne so zur ‚Gorch Fock‘ der Bahn werden, orakelte Janssen-Kucs.“
Bei den 200 Mio. Euro scheint es nun zu bleiben, hörte man heute von der Deutschen Bahn. Warten wir ab, bis die Züge die Ems wieder in Richtung Niederlande überqueren können.
Land fördert Projekt „FrauenPunkte“ im Emsland mit EU-Mitteln
03.09.2025
Das Projekt „FrauenPunkte“ soll die Geschichten von bis zu 50 Frauenpersönlichkeiten des Landkreises Emsland historisch aufarbeiten und kultur-touristisch erlebbar machen. Das Land Niedersachsen fördert diese Maßnahme mit rund 36.000 Euro, wird in einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 01.09.2025 mitgeteilt; auf Nachfrage wird jedoch bestätigt, dass es sich um Mittel der EU handelt.
Ministerin Staudte wird wie folgt zitiert: „Frauen bilden die Hälfte unserer Gesellschaft und doch sind es oft die Taten von Männern, die – sei es durch Denkmäler oder auch in Büchern – für die Gesellschaft sichtbar gemacht werden. Der Landesfrauenrat hat mit der Initiative „frauenORTE Niedersachsen“ eine großartige Idee umgesetzt, die in vielen Regionen unseres Bundeslandes die Geschichten von klugen und mutigen Frauen in Erinnerung ruft und als Teil ihrer Vergangenheit in der Erinnerungskultur in den Kommunen und Regionen fest verankert. Es ist toll und absolut förderwürdig, dass es auch im Emsland künftig in den fünf LEADER-Regionen diese gleichermaßen spannenden wie wichtigen Orte geben wird.“

Hintergrund: Im Jahr 2008 hat der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. die Initiative frauenORTE Niedersachsen gegründet. Ziel dieser Initiative ist es, Frauengeschichte und Frauenkultur in der Erinnerungskultur in den Kommunen und Regionen fester zu verankern. Im Landkreis Emsland gibt es bislang zwei frauenORTE, die den Kriterien entsprechen und eine Aufnahme in die Initiative erreicht haben: Die Stadt Haren (Ems) mit Schwester Kunigunde sowie die Gemeinde Messingen mit Prof. Mathilde Vaerting.
Heute hat auch der Landkreis Emsland hierzu eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin wird – erwartungsgemäß – nicht die grüne Landesministerin zitiert, sondern die Beteiligten im Emsland, so auch Landrat Burgdorf, der feststellt, dass mit der Förderung ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der regionalen Identität und Kultur im Sinn der LEADER-Ziele geleistet wird; auf dem Foto ist Burgdorf allerdings nicht zu entdecken.
„Wir möchten die Frauenpersönlichkeiten sichtbarer machen und ihnen die verdiente Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen lassen“, erläutert Marlies Kohne, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland.
Bei dem Vorhaben kooperieren der Landkreis Emsland (Emsland Touristik und Gleichstellungsbeauftragte), die drei LEADER-Regionen Hümmling, Moor ohne Grenzen und Südliches Emsland, die Städte Meppen und Haselünne sowie die Samtgemeinde Herzlake und damit alle emsländischen Kommunen. Als Lead-Region fungiert die LEADER-Region Nördliches Emstal mit Anke Trecksler als Regionalmanagerin. Ebenso sind die Heimatvereine Haren (Ems) und Messingen – jeweils als „FrauenOrt Niedersachen“ – mit im Boot. Auch die Emsländische Landschaft finanziert das Projekt mit, teilt der Landkreis mit.
Eine bereits eingerichtete Steuerungsgruppe wird die kommenden Arbeiten koordinieren und begleiten. Dieses Gremium ist mit Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises Emsland bzw. der Emsland Tourismus, der LEADER-Regionen und der beiden beteiligten Heimatvereine besetzt. Außerdem wird das Projekt von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet.
„Und Federn überall“ – Roman über migrantisches Leben in der emsländischen Provinz
03.09.2025
Ein neues Buch der iranisch-deutschen Schriftstellerin Nava Ebrahimi spielt im Dunstkreis eines Geflügelschlachtbetriebs in einer fiktiven Kleinstadt im niedersächsischen Emsland. Das Buch „Und Federn überall“ ist für den Deutschen Buchpreis nominiert und könnte damit auch das Emsland in die Schlagzeilen der überregionalen Medien bringen; auch der NDR hat eine Rezension veröffentlicht.
Ein Auszug aus der NDR-Buchvorstellung dürfte das Interesse im Emsland besonders wecken: „Wir lesen vom Rassismus der Alteingesessenen in der ehemaligen polnischen Enklave, vom Druck des kapitalistischen Systems, von der ungewissen Zukunft geflohener Menschen, vom Frauenhass der Chefetage.“
Wir kennen nur die Stadt Haren als eine frühere polnische Enklave im Emsland, und einen Geflügelschlachthof gibt es dort auch.
Diese Bezeichnung scheint man in dem Unternehmen allerdings nicht zu mögen – man hat den Namen Emsland Frischgeflügel gewählt und bezeichnet den Betrieb als Produktionsstätte für Hähnchenfleisch.
Welche Kleinstadt und welches Unternehmen also als Vorlage für den Roman dienten, scheint somit geklärt zu sein. Ob das Buch lesenswert ist, kann man nach der Lektüre der NDR-Rezension entscheiden oder zudem weitere Pressestimmen im Internet lesen, so auch bei Penguin. Gesprächsstoff wird das Buch sicherlich auch Emsländerinnen und Emsländern bieten.
Fördermittelwerkstatt Ehrenamt berät kostenlos zu Finanzierung von Projekten
03.09.2025
In der Fördermittelwerkstatt Ehrenamt der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) erhalten Teilnehmende aus dem Landkreis Emsland wertvolle Einblicke in die Welt der Fördermittelbeschaffung. Es werden Fragen erörtert wie „Wo findet man die passenden Förderungen?“, „Wie formuliert man Anträge, die überzeugen?“ und bekommt Tipps zur präzisen Kurzbeschreibung von Projekten sowie zur erfolgreichen Ausgaben- und Finanzierungsplanung. In den Workshops stehen Expertinnen und Experten den Engagierten beratend zur Seite und vermitteln konkrete Strategien für eine erfolgreiche Mittelakquise.
Die DSEE bietet diese Hilfestellung vor Ort in Kooperation mit dem Landkreis Emsland an. „30 gemeinnützige Organisationen aus dem Emsland erhalten so die Chance auf eine kostenlose professionelle Fördermittelberatung“, sagt Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis. Wer gute Ideen für den Verein, aber keinen Spielraum bei der Finanzierung hat, kann sich ab sofort auf einen Platz im Tagesworkshop bewerben. „Dort wird praxisnah gezeigt, wie man Projekte finanziell absichern kann, damit die Arbeit nachhaltig wirkt.“, so Kraujuttis. Der Workshop findet am Samstag, 29. November, von 9.30 bis 17 Uhr im Kreishaus I, Ordeniederung 1, in Meppen statt.
Angesprochen sind gemeinnützige Organisationen, die überwiegend ehrenamtlich geführt werden (maximal zwei hauptamtliche Mitarbeitende). Bewerbungen sind online unter https://foerdermittelwerkstatt.d-s-e-e.de/bewerbung-einreichen bis Mittwoch, 17. September, möglich. Weitere Informationen sind beim Ehrenamtsservice des Landkreises Emsland unter www.ehrenamt-emsland.de oder persönlich beim Landkreis Emsland, Ansprechpartnerin Sandra Rickermann, unter der Telefonnummer 05931/44-1263 oder per E-Mail an sandra.rickermann@emsland.de erhältlich. (Pressemitteilung Landkreis Emsland)
Wärmster Sommer für Nordsee seit Messbeginn
02.09.2025
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldete für den Juni, Juli und August 2025 außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen in der Nordsee: Vorläufigen Ergebnissen zufolge ist es damit der wärmste Sommer seit Beginn der BSH-Messungen im Jahr 1969. Große Bereiche verzeichneten Oberflächentemperaturen, die 2 Grad und mehr über dem langjährigen Mittel lagen. Der Sommer 2025 folgte auf das wärmste Frühjahr – ein weiteres Zeichen des fortschreitenden Klimawandels.
Auch die deutsche Ostsee war in diesem Sommer deutlich wärmer. Die Temperatur stieg in der südwestlichen Ostsee, einschließlich der deutschen Gewässer, um bis zu 1,5 Grad über das langjährige Mittel von 1997 bis 2021. Im äußersten Norden übertraf sie dieses sogar um mehr als 2 Grad. Dazwischen herrschten gemäßigte Temperaturen, sodass die vorläufigen Auswertungen eine Durchschnittstemperatur von etwa 16,7 Grad zeigen.
„Die Ostsee erwärmt sich langfristig schneller als die Nordsee. Unsere Daten belegen das. Seit 1990 ist die Ostsee im Durchschnitt um fast 2 Grad wärmer geworden“, betont Dr. Kerstin Jochumsen, Leiterin der Abteilung Meereskunde beim BSH. „Langjährige Messreihen, wie die unseres Meeresumweltmessnetzes und unsere jährliche Gesamtaufnahme der Nordsee, sind entscheidend, um diese Trends zu erkennen.“ (Quelle und mehr: Pressemitteilung BSH)

Abweichung des Sommermittels der Oberflächentemperaturen in 2025 zum langjährigen Sommermittel von 1997 bis 2021 für die Nordsee (links) und für die Ostsee (rechts) Quelle: BSH, Stand: 27.08.2025
Übermittlungssperre gegen Weitergabe von Bürgerdaten kann im Bürgerbüro beantragt werden
02.09.2025
Am 28.08.2025 hatten wir über die Weitergabe von Privatadressen aus Melderegistern an Parteien berichtet; Auslöser hierfür war für uns ein Artikel der NOZ.
Allerdings konnten wir in unserem kurzen Beitrag noch nicht angeben, wie eine Übermittlungssperre in der Samtgemeinde Dörpen erreicht werden kann. Nun hat uns die Verwaltung mitgeteilt, dass hierzu Informationen im Bürgerbüro vorliegen und dort auch die Sperre zu beantragen wäre.
Auf der Homepage der Samtgemeinde wird diese Möglichkeit leider noch nicht angeboten. Dagegen findet man weitere Informationen zur Übermittlungssperre bei der Stadt Osnabrück, so z. B., dass der Antrag formlos gestellt werden kann.
Überfall auf Polen 1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs
01.09.2025
Am 1. September 1939 greifen um 4.45 Uhr deutsche Einheiten auf der Westerplatte bei Danzig die polnische Armee an. Deutschland beginnt auf Geheiß Hitlers einen verbrecherischen Krieg ungeahnten Ausmaßes: den Zweiten Weltkrieg. So beginnt ein Artikel in der Rubrik „Geschichte“ des NDR.
Der Beitrag endet wie folgt:
Als Lübeck, Hamburg, Hannover, Bremen und andere deutsche Städte ab 1942 im Bombenhagel versinken, erntet die Bevölkerung in grauenvoller Weise jene Früchte des Terrors, den ihre Führung und Armee am 1. September 1939 entfesselt hat.
Zwischen diesen beiden Sätzen beschreibt der NDR-Beitrag den Vernichtungskrieg gegen Polen. Lesenswert, finden wir.
Hitler sprach damals im Reichstag den bekannten Satz: „Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“
Heute bereitet sich Deutschland auf das nächste „Zurückschießen“ vor. So wurde auch auf dem Niedersachsentag wieder kräftig für die Kriegstüchtigkeit geworben. Und die Kriegspropaganda scheint zu verfangen: Junge Eltern fotografierten ihre Kinder vor gepanzerten Militärfahrzeugen und ließen sich gern von Bundeswehrangehörigen informieren. Dabei durften die zukünftigen Panzerführer schon einmal auf und in die Kriegsfahrzeuge klettern und so erste praktische Erfahrungen sammeln.
Die Szenen auf dem Niedersachsentag erinnert an den Roman „Die Blechtrommel“ von Günter Grass. Dort wird die Kriegsbegeisterung in Danzig kurz vor dem Ausbruch des Krieges ähnlich beschrieben, bzw. in der Verfilmung des Romans gezeigt.
meinBERUF– das neue online-Portal der BA zur Berufsorientierung
01.09.2025
Am ersten September geht das neue online-Portal der Bundesagentur für Arbeit (BA) für junge Menschen am Berufseinstieg an den Start. Es löst die bisherigen online Angebote abi.de und planet-beruf.de ab und bündelt deren Informationen an einem Ort.
meinBERUF liefert Orientierung im gesamten Berufswahlprozess – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Bewerbung. Hier finden sich Themen wie:
- • Noch planlos – Hilfe beim Einstieg in die Berufsorientierung
- • Berufe & Wege – Überblick über Berufe, Ausbildungs- und Studienwege
- • Praktikum – Inhalte zu Praktika, Praktikumssuche und Vorbereitung
- • Ausbildung – Informationen zu Ausbildungsarten und Ablauf
- • Studium – Inhalte zu Studienfeldern, Studienformen und Vorbereitung
- • Bewerbung – Unterstützung vom Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch
meinBERUF bietet jungen Menschen umfangreiche Informationen rund um die Berufsorientierung, alles gebündelt an einem Ort. Zusätzlich richtet sich meinBERUF auch an diejenigen, die sie dabei begleiten, also Eltern und Erziehungsberechtigte und Lehrende und Beratende. meinBERUF ergänzt damit das persönliche Dienstleistungsangebot der Berufsberatung vor dem Erwerbsleben. Das Portal ist zu finden unter: mein-beruf.de
Bistum Osnabrück will Namen von Missbrauchstätern nicht offenlegen
31.08.2025
Mehr als 120 Geistliche des Bistums Osnabrück sollen in den letzten 80 Jahren Minderjährige oder Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben. Zur Aufarbeitung könnte beitragen, die Namen der Täter zu veröffentlichen, wie dies beispielsweise vor zwei Jahren im Bistum Aachen geschehen ist. Im Bistum Osnabrück hat man aber „erhebliche rechtliche Bedenken“ gegen eine Veröffentlichung der Namen, schreibt die NOZ mit Bezug auf einem Bistumssprecher.
Konjunkturabschwächung hinterlässt Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt
30.08.2025
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim) im August 2025 gegenüber dem Juli zwar gesunken, im Vergleich zum Vorjahres-August aber um 10 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug 3,7 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,4 Prozent.
Dabei heben sich die Zahlen der Geschäftsstelle Papenburg weiterhin negativ von den anderen Geschäftsstellen im Emsland ab. Hier betrugt die Arbeitslosigkeit 4,7 %, während sie im den Geschäftsstellen Lingen, Meppen und Sögel bei 3,4 % lag.
„Das Abschwächen der Konjunktur hat sich insgesamt festgesetzt und hinterlässt mittlerweile auch Spuren auf unserem regionalen Arbeitsmarkt“, erläutert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Zwar verzeichnen wir in diesem Monat noch einen minimalen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grafschaft und im Emsland, aber der Arbeitsmarkt ist auch bei uns in Mitleidenschaft gezogen. Das zeigt die Zurückhaltung der Betriebe bezüglich der Stellenmeldungen“, so Duvinage. (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn)
Deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen im August erstmals seit Februar 2015 über die Marke von drei Millionen gestiegen, teilt die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Homepage mit.
Begräbnisstätte Esterwegen: BVB-Kränze werden zukünftig von der Gedenkstätte entsorgt
29.08.2025
Auf der Begräbnisstätte Esterwegen an der B401 sind hin und wieder Kränze mit einem BVB-Aufdruck auf der Schleife vorzufinden. Die Buchstaben stehen für Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund, besser als Borussia Dortmund bekannt.
Allerdings verwittern Kränze mit der Zeit und sollten ordnungsgemäß entsorgt werden, was bisher nicht immer geschah. So lagen die BVB-Kränze manchmal über Wochen beispielsweise vor dem Ossietzky-Gedenkstein, ohne dass sich jemand für die Entsorgung zuständig fühlte.
Eine nicht akzeptable Entsorgung entdeckten wir allerdings Anfang August bei einem Rundgang auf der Begräbnisstätte. Ein älterer BVB-Kranz lag stark verwittert und teilweise von Laub bedeckt außerhalb des Zaunes hinter dem Gedenkstein. Da es sich bei heutigen Kränzen in der Regel nicht um ein biologisch abbaubares Naturprodukt handelt, sondern zum großen Teil um Kunststoffe, die sich nicht in der Natur zersetzen, war diese Entsorgung nicht akzeptabel.
Die Kontaktaufnahme mit BVB-Verantwortlichen war schwierig – nur über die BVB-Service-Mailadresse konnte auf das Problem hingewiesen werden. Nach einigen Tagen meldete sich aber tatsächlich ein BVB-Mitarbeiter von der Abteilung Nachwuchs und erläuterte die Hintergründe. Gemeinsam mit Jugendlichen des Vereins würden mehrmals im Jahr Kränze auf der Begräbnisstätte abgelegt. Bedingt durch die Entfernung zwischen Dortmund und Esterwegen sei es aber schwierig, die Entsorgung der Kränze selbst vorzunehmen.
In dem Telefongespräch wurden verschiedene Lösungsmöglichkeit besprochen, wovon nun eine umgesetzt werden soll: Die Kolleg:innen der Gedenkstätte werden zukünftig eine Woche nach Niederlegung den jeweiligen Kranz fachgerecht entsorgen, teilt uns der BVB-Mitarbeiter später mit.
Wie Parteien an Bürgerdaten kommen und wie man dies verhindert
28.08.2025
Vor Wahlen können Parteien Privatadressen aus dem Melderegister anfordern – hierüber berichtet die NOZ heute. Mit den Daten werden dann Wähler*innen gezielt mit ihren Namen angeschrieben; nicht alle Bürger sind damit einverstanden.
Die praktisch relevante Information hebt sich die Zeitung für das Ende des langen Artikels auf: Wer mit der Datenweitergabe nicht einverstanden ist, kann eine sogenannte Übermittlungssperre bei der Verwaltung beantragen; bei einigen Städten ist dies auch schon digital über das Internet möglich.
Wie der Stand hierzu in der Verwaltung in Dörpen ist, konnten wir heute nicht mehr klären – morgen ist auch noch ein Tag…
Klimastabile Mischwälder: Förderung kann beantragt werden
28.08.2025
Das Land Niedersachsen unterstützt Waldbesitzende beim Umbau ihrer Wälder. Über die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Land Niedersachsen“ (Waldbau-Richtlinie) können bis zum 15. November Förderanträge bei der Landwirtschaftskammer gestellt werden.
Förderfähig sind unter anderem die Erstaufforstung, die naturnahe Waldbewirtschaftung – etwa durch Kulturbegründung, Pflege oder Bodenschutzmaßnahmen – sowie Investitionen in die forstwirtschaftliche Infrastruktur. Auch Waldrandgestaltungen oder die Nachbesserung bestehender Kulturen können bezuschusst werden. Anträge können Personen und Verbände mit Besitz land- und forstwirtschaftlicher Flächen in Niedersachsen, kommunale Körperschaften wie Städte und Gemeinde und anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse stellen.
Weitere Informationen gibt es online auf https://www.agrarfoerderung-niedersachsen.de/agrarfoerderung/news/34293_Forstliche_Foerderung_in_Niedersachsen.
EU-Düngevorgaben reichen nicht, um Stickstoffüberschuss im Boden zu halbieren
27.08.2025
Die EU-Kommission hatte in der „Farm to Fork“ (F2F)-Strategie des „Green Deal“ das Ziel formuliert, bis 2030 die Nährstoffverluste mindestens zu halbieren, indem die EU-Staaten 20 Prozent weniger chemischen Dünger einsetzen sollten. Ein Team des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat nun berechnet, dass ein solcher einheitlicher Düngeverzicht nicht ausreicht.
Überdüngung kann zum Sauerstoffmangel in Seen, Flüssen oder Meeren führen; Fischsterben, Artenverlust und eine schlechtere Badegewässerqualität sind die Folgen. Empfindliche Pflanzenarten, die auf stickstoffarme Böden angewiesen sind, verschwinden. Im Verkehr und durch Industrie freigesetzte Stickstoffoxide tragen zur Bildung von bodennahem Ozon und Feinstaub bei und beim Düngereinsatz entsteht das Treibhausgas Distickstoffmonoxid (Lachgas).
Überschüssiges Nitrat aus der Landwirtschaft gelangt über das Grundwasser ins Trinkwasser, Stickstoffverbindungen wie Ammonium und Nitrat lassen Böden und Gewässer versauern. Dass es insgesamt zu viel Stickstoff in der Umwelt gibt, lässt sich etwa anhand des Stickstoffüberschusses im Boden veranschaulichen. Der Überschuss wird berechnet aus der Differenz der Stickstoffzufuhr (zum Beispiel über Kunstdünger, Gülle oder Einträge aus der Atmosphäre) sowie dem Stickstoff, der dem Boden etwa über das Pflanzenwachstum entzogen wird.
Für die aktuelle Studie haben sich die UFZ-Forscher:innen den jährlichen Stickstoffüberschuss in Europa zwischen den Jahren 1850 und 2019 genauer angeschaut und – je nach Herkunft und Ausmaß – in vier Kategorien geclustert. Demnach gehören zur Kategorie „Wirtschaftsdünger“ Staaten wie etwa die Niederlande oder Dänemark, weil dort aufgrund des hohen Viehbesatzes der Gülleeintrag dominiert und ein hoher Stickstoffüberschuss produziert wird. Zur Kategorie „Kunstdünger“ zählen mitteleuropäische Länder wie Deutschland und Frankreich, denn dort wird mehr mineralischer Dünger als Gülle ausgebracht. Zur Kategorie „Moderater Einsatz von Wirtschafts- und Kunstdünger“ gehören viele osteuropäische und mediterrane Länder, in die Kategorie „Natürliche Landschaften“ ordnen sich vor allem nordeuropäische Länder wie Norwegen, Schweden und Finnland ein, in denen weniger als anderswo mineralisch gedüngt und Gülle ausgebracht wird.
Würden die EU-Staaten die F2F-Strategie mit einer Reduzierung des Einsatzes von mineralischem Dünger um mindestens 20 Prozent umsetzen, wird der Stickstoffüberschuss im Boden zwar reduziert, jedoch nicht wie erhofft um die Hälfte, sondern lediglich um maximal 10 bis 16 Prozent. In keiner der vier regionalen Kategorien geht der Stickstoffüberschuss um die gewünschten 50 Prozent zurück. Nur fünf Länder – Schweden, Dänemark, Lettland, Litauen und Tschechien – würde es nach den Berechnungen gelingen, ihren Stickstoffüberschuss zu halbieren.
Den Berechnungen zufolge müssten Deutschlands Landwirte dafür – die Anwendung moderner Technologien und Bewirtschaftungsmaßnahmen vorausgesetzt – den mineralischen Dünger um 20 Prozent und zusätzlich den Gülle-Einsatz um 50 Prozent senken, um den Stickstoffüberschuss zu halbieren. Modernisieren sie Technologien und Anbau nicht, müssten sie beispielsweise 67 Prozent weniger Gülle ausbringen. Allerdings brächte diese Reduktion auch Ertragseinbußen mit sich: bei modernen Technologien und Bewirtschaftungsmaßnahmen um 17 Prozent, bei den heutzutage gängigen um 25 Prozent. Es würden also weniger Lebens- und Futtermittel erwirtschaftet. (Quelle und mehr: Pressemitteilung UFZ über Informationsdienst Wissenschaft)
Lehe: Sandwichplatten am Weg bei einer Jagdkanzel abgelagert
25.08.2025
Im November 2024 haben wir über eine mit alten Teerölmasten errichtete Jagdkanzel an einem Weg in den Leher Wiesen berichtet. Nachdem sich der Landkreis Emsland mit diesem Fall befasst hatte, mussten die Masten wieder entfernt werden, weil es sich dabei um Altholz der Kategorie A IV und damit um gefährlichen Abfall im Sinne des § 3 (5) des Kreislaufwirtschaftsgesetzes handelte; die Nutzung von mit Teerölen behandelten Holzerzeugnissen sei bereits seit den 1990er Jahren im privaten Bereich untersagt, so der Landkreis.
Auf dem Weg an der Kanzel lagern nun seit Monaten Sandwichplatten in der Art, wie sie nicht weit entfernt an einer weiteren Jagdkanzel verbaut worden waren. Hier wurden die Kanten der offenbar älteren Sandwichplatten nicht verdeckt, so dass Kleintiere leicht Zugang zum Schaumstoff hatten und diesen aus den Platten herauswühlten.
Man darf im aktuellen Fall wohl annehmen, dass die am Weg abgelagerten Sandwichplatten auch zur Bekleidung der wegen der Verwendung von Altholz nicht gerade ansehnlichen Kanzel dienen sollten.
Hierzu wolle der Landkreis Emsland nun erneut Kontakt mit dem Pächter aufnehmen und den weiteren Umgang mit den Platten klären. Eine direkte Gefahr sei jedoch nicht zu erkennen. „Im Nachgang werden die Platten entweder verbaut oder entfernt“, teilt die Pressestelle des Landkreises auf unsere Anfrage weiter mit. Später ergänzt die Pressestelle dann noch: „Der Landkreis Emsland hat den Pächter inzwischen erfolgreich ansprechen können. Er hat zugesichert, die Platten noch im September verbauen zu wollen.“ Weiterer Handlungsbedarf liege somit aus Sicht des Landkreises nicht vor.
Interessant ist der aktuelle Fall auch im Zusammenhang mit einer anderen Sache. Nicht weit entfernt von den Jagdkanzeln wurde im Juni 2025 ein Rehkitz und zwei Enten beim Mähen einer Wiese getötet, berichtete die NOZ am 26.06.2025. Ebenso seien Gelege zerstört worden. Der 79-jährige Jagdpächter aus Papenburg hatte den Vorgang beobachtet und bei der Polizei angezeigt. Verärgert war er insbesondere, weil sich der Landwirt nicht einer vor Ort durchgeführten Kitzrettungsaktion angeschlossen hatte.
Und welcher Zusammenhang besteht nun zwischen der Lagerung von Sandwichplatten am Weg, bzw. dem Verbau von Altholz an den Jagdkanzeln und dem Mähtod von Kitz und Enten?
Es sind Jäger, die es mit der Umwelt nicht so genau nehmen und Abfall in die Landschaft bringen oder hinterlassen, beispielsweise aufgegebene Jagdeinrichtungen nicht entsorgen, andererseits aber zur Anzeige schreiten, wenn ihre zukünftige Jagdbeute zu Schaden kommt.
Dabei wird Wildtieren durch Hobbyjägern unendliches Leid zugefügt, wenn diese etwa bei Treib- und Drückjagden nicht über das erforderliche Schießvermögen verfügen und Tiere mit Fehlschüssen so sehr verletzten, dass diese erbärmlich an ihren Rückzugsorten sterben; mehr Informationen hierzu enthält ein Beitrag auf der Homepage von Wildtierschutz Deutschland e.V.
Zum aktuellen Stand der Anzeige können wir noch mitteilen, dass der Vorgang von der Polizei an die Staatsanwaltschaft in Osnabrück „abverfügt“ wurde. Dort ist er allerdings noch nicht eingegangen bzw. registriert worden; das könne auch länger dauern, haben wir von der Pressestelle erfahren.
DGB- Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag in Esterwegen am 7. September
25.08.2025
Der Kreisverband Nördliches Emsland des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lädt zu einer Gedenkveranstaltung mit anschließender Kranzniederlegung auf der Begräbnisstätte Esterwegen (Friedhof Bockhorst, An der B 401) am 7. September 2025 um 18.00 Uhr ein.
Zum Antikriegstag am 1. September 2025 hat der DGB eine Erklärung veröffentlicht. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern darin die Bundesregierung anlässlich des bevorstehenden Antikriegstages am 1. September dazu auf,
• sicherzustellen, dass zusätzliche Rüstungsausgaben nicht zu Lasten des Sozialhaushalts, der Ausgaben für Bildung und Forschung und von Investitionen in öffentliche und soziale Infrastruktur gehen.
• sich bei der Festlegung zusätzlich notwendiger Verteidigungsausgaben nicht dauerhaft an der abstrakten, sachlich unbegründeten und völlig überhöhten NATO-Zielvorgabe von fünf Prozent des BIP zu orientieren. Stattdessen muss sich jede Ausgabensteigerung an den tatsächlich bestehenden Ausrüstungs- und Kapazitätsbedarfen bemessen. Zu rechtfertigen sind zusätzliche Rüstungsausgaben nur in dem Umfang, der die Bundeswehr wirklich dazu befähigt, ihren grundgesetzlichen Auftrag zur Landesverteidigung und ihre Bündnisverpflichtungen zu erfüllen.
• ihren nun eingeschlagenen sicherheitspolitischen Kurs grundlegend zu korrigieren. Die Bundesregierung muss sich aktiv dafür einsetzen, dass die sich immer schneller drehende Aufrüstungsspirale endlich gestoppt wird. Statt einseitig auf militärische Abschreckung zu setzen, müssen diplomatische Initiativen zur Aufrechterhaltung und Wiederbelebung der multilateralen Ordnung wieder viel stärker in den strategischen Mittelpunkt rücken. Kontraproduktiv sind in diesem Zusammenhang die von der Bundesregierung geplanten massiven Haushaltskürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der humanitären Hilfe. Sie müssen dringend rückgängig gemacht werden.
Dabei geht es auch darum, durch Deutschlands Beitrag Europas eigenständige Rolle als internationale Friedensmacht zu stärken – eine Friedensmacht, die sich geschlossen für eine Politik der Gewaltfreiheit und globale Kooperation einsetzt, aktiv Ansätze zur diplomatischen Konfliktlösung vorantreibt und neue Abrüstungs-, Rüstungskontroll- und Rüstungsexportkontrollinitiativen auf den Weg bringt.
Auf der Homepage des DGB findet man die vollständige Erklärung mit dem Titel
Für eine Politik der Friedensfähigkeit! Nie wieder Krieg – in Deutschland, Europa und weltweit!
Missbrauch, Macht und ein abgesagtes Stück – Theater Osnabrück in der Kritik
24.08.2025
Die Absage des Theaterstücks „Ödipus Exzellenz“ in Osnabrück, in dem es um Missbrauch in der katholischen Kirche geht, sorgt weiter für Wirbel – diskutiert wird, ob es um berechtigte Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle oder um Zensur geht.
Der Konflikt entzündete sich an einer zentralen Szene: einem nachgestellten katholischen Gottesdienst auf der Bühne. Intendant Ulrich Mokrusch fühlte sich „unwohl“ dabei, religiöse Symbole so zu verwenden, weil es keine künstlerische Gestaltung des Gottesdienstes gab. Dagegen war genau diese Gottesdienst-Szene für das Künstlerteam unverzichtbar. Dies und mehr liest man beim NDR.
NASA: Deutschland verliert immer mehr Wasser
23.08.2025
Satelliten-Daten der NASA zeigen: Weltweit trocknen Landflächen immer schneller aus. Deutschland verliert jedes Jahr so viel Wasser wie im Starnberger See. Was dies für die Wasserversorgung bedeutet, wird in einem Video der Tagesschau erläutert.
Handlungen erscheinen angebracht, nach Ansicht eines US-Wissenschaftlers sogar bis zur Besteuerung von übermäßigem Wasserverbrauch, etwa wie beim Kohlendioxid.
Uns erscheint eher angebracht, zunächst das Wasser in der Fläche zu halten und die Niederschläge nicht so schnell wie möglich abzuführen, wie dies beispielsweise über die Wippinger Dever und deren Zuleitungsgräben erfolgt. Der Wasser- und Bodenverband scheint hiervon allerdings nicht überzeugt zu sein, mussten wir einem Beitrag auf Hallo Wippingen entnehmen. Wasserrückhaltesysteme in den kleinen Gräben der „Dritten Ordnung“ ergäben wenig Sinn, weil das meiste Wasser über das Grundwasser abfließe und nicht über die oberirdischen Gräben, wird argumentiert. Das sei leicht erkennbar, weil viele dieser Gräben in regenarmen Zeiten trockenfallen, so dass Wehre und Staustufen keine Wirkung entfalten könnten.
Diese Argumentation können wir nicht nachvollziehen, denn die Rückhalteeinrichtungen sollten Niederschlagswasser nicht nur in regenarmen, sondern in regenreichen Zeiten zurückhalten. So würden sie auch die in Fließrichtung nachfolgenden größeren Gräben entlasten und zur Hochwasservermeidung beitragen. Und bei regelbaren Rückhaltesystemen könnte man sicherlich auch den Wasserabfluss den Bedürfnissen der Landwirtschaft in Hinblick auf die Befahrbarkeit der Äcker, beispielsweise bei der Frühjahrsbestellung, anpassen.
Und bei zeitweise trockenfallenden Gräben müsste für Fische wohl auch keine Durchgängigkeit sichergestellt werden. Im Gegenteil: Fische, die bei hinreichenden Wasserstand Gräben hochziehen, würden sich bei sinkendem Wasserstand zunächst in tiefere Grabenbereiche zurückziehen, hier dann aber bei weiterer Austrocknung keine Ausweichmöglichkeit mehr haben und verenden, sich also in einer tödlichen Falle befinden.
Ostfriesland: Verkaufsverbot für Lokalzeitung in Kliniken nach angeblich tendenziöser Berichterstattung
23.08.2025
In den Kliniken Emden, Aurich und Norden durften seit Montag keine Lokalzeitungen an den Kiosken verkauft werden. Die Klinikleitung begründete dies mit Patientenschutz, nachdem angeblich verstärkt Rückmeldungen von Patienten kamen, die durch die Berichterstattung der lokalen Medien über die Kliniken beunruhigt waren.
Die Entscheidung fiel laut Nordwest-Zeitung nicht isoliert, sondern reihte sich ein in eine Serie von Konflikten zwischen der Trägergesellschaft des geplanten Zentralklinikums und den ostfriesischen Tageszeitungen.
Mittlerweile ist das Verkaufsverbot aber schon wieder aufgehoben, berichtet die Nordwest-Zeitung heute am Nachmittag. In dem neueren Bericht bezieht sich die Zeitung auf den Auricher Landrat Olaf Meinen und den Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff (beide parteilos) als oberste Dienstherren des Klinikgeschäftsführers, die offenbar ein „Machtwort“ gesprochen haben.
Gedenkstätte Esterwegen: Neuer Blick auf Ereignisse von 1933 bis 1945
22.08.2025
Die Ausstellung „…auf deutschem Boden für die ganze Welt“ – Niedersachsen im Nationalsozialismus ermöglicht neue Perspektiven auf die Ereignisse während der Jahre 1933 bis 1945 in dem nordwestlichen Bundesland. Mit dem besonderen Fokus auf Niedersachsen und seinen historischen Orten werden dabei die lokalen und regionalen Bezüge zu weltumspannenden Ereignissen deutlich.

Ein multiperspektivischer Ansatz ermöglicht es, die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und die komplexe Entwicklung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik zu verstehen. Multiperspektivisch bedeutet dabei, dass Täterinnen, Täter, Opfer sowie Zuschauerinnen und Zuschauer in den Blick genommen werden, um sich mit ihren jeweiligen Motivlagen und Handlungsspielräumen auseinanderzusetzen. Wichtige Schwerpunkte sind zudem die individuellen Schicksale und die Selbstbehauptung von Betroffenen sowie die Handlungsspielräume der „Volksgenossinnen und -genossen“.
Von der frühen Phase des NS-Regimes bis hin zur systematischen Massenvernichtung beleuchten die Ausstellung und der entsprechende Begleitband die fortschreitende Radikalisierung, zeigen aber auch Momente des Widerstands und der Menschlichkeit.
Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Leiterin der Gedenkstätte Bergen-Belsen, eröffnet die Ausstellung in der Gedenkstätte Esterwegen am Sonntag, 7. September, um 15 Uhr. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Eröffnung teilzunehmen. Die Wanderausstellung ist bis zum 14. Dezember in der Gedenkstätte zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Rissbegutachtung mit Wolf
21.08.2025
Ein Rind ist am frühen Dienstagmorgen, 19. August, in Marx im Landkreis Wittmund von einem Wolf schwer verletzt worden. Bei der Rissbegutachtung konnte der Gutachter angeblich einen Wolf auf der Weide filmen, hat das Video laut Nordwest-Zeitung aber nicht für eine Veröffentlichung freigegeben. Trotzdem wurde es laut Nordwest-Zeitung „rasant über soziale Netzwerke und WhatsApp-Gruppen“ verbreitet.
Die dümmlich anmutenden Kommentare zum Artikel kann man übrigens ohne Bezahlschranke auf der NWZ-Homepage lesen. „Flinte laden – rausgehen – erledigt – einen Jägermeister trinken – und zufrieden einschlafen“, schreibt ein Gerdo Brauer.
Weit scheinen seine jagdlichen Kenntnisse jedoch nicht zu reichen, denn eine Stunde später wird er von Gerd Klockgether korrigiert: „Bravo. Genau so !!!
Aber korrekt zu bleiben: Büchse, nicht Flinte!!“
Mit der Gesetzestreue scheinen es nicht alle NWZ-Leser ganz so genau zu nehmen.
Wohlstand in Zeiten des Übergangs – Eine Neuvermessung für eine nachhaltige Zukunft
21.08.2025
Wohlstand jenseits von Wirtschaftswachstum und Konsumversprechen, so lautet die Überschrift einer Mitteilung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie über den Informationsdienst Wissenschaft zu einem neuen Fachbuch, die wir nachfolgend – etwas gekürzt – übernehmen.
Wie lässt sich gesellschaftlicher Wohlstand zukunftsfähig gestalten – jenseits von Wachstumszahlen, Konsumversprechen und vertrauten Routinen? Die Autorinnen des Buchs „Wohlstand in Zeiten des Übergangs. Eine Neuvermessung für eine nachhaltige Zukunft“ setzen sich mit dieser Frage auseinander – und schlagen einen Perspektivwechsel vor, der ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Sie eröffnen damit einen Dialog über mögliche Zukunftswege und laden dazu ein, gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen.
Angesichts multipler globaler Krisen, sozialer Spannungen und ausgereizter ökologischer Grenzen gerät das herkömmliche, wachstumsgetriebene Wohlstandsmodell zunehmend ins Wanken. Daher setzt sich das Buch „Wohlstand in Zeiten des Übergangs. Eine Neuvermessung für eine nachhaltige Zukunft“ mit einer der drängendsten Fragen unserer Zeit auseinander: Wie kann Wohlstand unter den Bedingungen ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche zukunftsfähig gestaltet werden?

Mit ihrem Werk laden die Autorinnen Prof. Dr. Christa Liedtke, Professorin für Design und Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal und Leiterin der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut, und Dr. Jola Welfens, ehemalige Mitarbeiterin in der selben Abteilung, zum Perspektivwechsel ein: Sie skizzieren eine Welt, in der Wohlstand nicht länger als individueller Besitzstand verstanden wird, sondern als gesellschaftliches Versprechen – getragen von ökologischer Verantwortung, sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Teilhabe und einer gemeinsamen kulturellen Orientierung.
Das zentrale Argument der Autorinnen: Die aktuelle Zeit des Übergangs, in der es um die Gestaltung verschiedenster Transformationsprozesse geht – wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und der Umgang mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung, – ist nicht nur eine Herausforderung, sondern gleichzeitig auch eine historische Chance. Damit bietet das Buch Orientierung in einer Zeit des Wandels und eröffnet neue Möglichkeitsräume: „Wohlstand ist kein Selbstläufer, er entsteht im gesellschaftlichen Dialog und muss immer wieder neu verhandelt werden“, betonen Liedtke und Welfens.
Daher versteht sich das Buch als Kompass für eine Zeit, in der Zukunft gestaltbar ist. Dabei geht es nicht um Patentrezepte, sondern um Möglichkeitsräume: Die Neuvermessung für eine nachhaltige Zukunft sei ein Abenteuer, das alle einlädt, Perspektiven zu wechseln und zu erweitern, Zusammenhänge zu entdecken und gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft zu arbeiten, ergänzen die Autorinnen.
Das Werk richtet sich an Entscheidungsträger*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, ebenso wie an Studierende, Lehrende, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und interessierte Bürger*innen. Es schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Tiefe und gesellschaftlicher Erzählung – fundiert, dialogisch und inspirierend.
Das Buch „Wohlstand in Zeiten des Übergangs“ von Christa Liedtke und Jola Welfens ist im oekom-Verlag und im Buchhandel (600 Seiten, ISBN 978-3-98726-146-6) erschienen. Es ist als Softcover für 38,00 Euro oder als eBook für 29,99 Euro erhältlich.
Von den 600 Seiten nimmt das Literaturverzeichnis übrigens ca. 50 Seiten ein. Daraus darf man schließen, dass das Buch mit einem wissenschaftlichen Anspruch geschrieben wurde. Dabei bleibt es allerdings auch für Laien und Nicht-Studierte verständlich, denn mit hochwissenschaftlichen Formulierungen hält man sich zurück.
Leider bietet das Buch kein Stichwortverzeichnis, womit man zu bestimmten Fragestellungen schnell fündig werden könnte. Die Ein-Wort-Kapitelüberschriften helfen bei der Suche kaum weiter, auch wenn die einzelnen Kapitel wiederum einleitend untergliedert sind.
Landnutzung dezimiert globale Kohlenstoffspeicher in Pflanzen und Böden massiv
20.08.2025
Menschliche Aktivitäten, wie die Abholzung von Wäldern und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, haben einen massiven Einfluss auf den natürlichen Zustand von Ökosystemen. In der Folge kommt es zur Freisetzung großer Mengen an Kohlenstoff in die Atmosphäre, was erheblich zum menschengemachten Klimawandel beiträgt.
Ein Team um den LMU-Geographen Raphael Ganzenmüller hat nun berechnet, dass der menschliche Einfluss die natürlichen Kohlenstoffspeicher an Land insgesamt um 24 Prozent reduziert – das entspricht 344 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Durch die Kombination hochauflösender Erdbeobachtungsdaten mit historischen und aktuellen Landnutzungsdaten und maschinellem Lernen gelang dem Team eine detaillierte weltweite Abschätzung. Die Forschenden konnten zudem zeigen, dass der Großteil des Verlusts durch die Ausweitung von Weideland und Ackerland sowie die Bewirtschaftung von Wäldern verursacht wird. (Quelle und mehr: Ludwig-Maximilians-Universität München über Informationsdienst Wissenschaft)
Cyberangriffe auf Höfe: Landwirte sollten sich schützen
20.08.2025
Kriminelle nutzen die neue Technikwelt auch in der Landwirtschaft. Landwirte sind auf mehreren Ebenen von Cyberkriminellen betroffen: Direkt, indem ihre Infrastruktur angegriffen und manipuliert wird oder indem ihre Daten verbrecherisch genutzt werden. Indirekt, indem Kriminelle Landtechnikhersteller angreifen, Teile der Logistik, der Verarbeitungssysteme oder des Handels.
Ein Bundestagsgutachten unterstrich, wie verwundbar die Agrar- und Ernährungsbranche theoretisch ist, beispielsweise durch mögliche Angriffe auf Schlepperflotten einzelner Hersteller oder alle Melkroboter einer Firma; Landwirte sollten sich dagegen schützen. Welche Maßnahmen ergriffen werden können, erfährt man in einem Beitrag auf der Homepage der Zeitschrift Land & Forst.
Weiterbildungsagentur Nordwest gegründet
20.08.2025
Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel verändern nicht nur die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte, sondern stellen auch die Akteure am Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Um diesen Transformationsprozessen proaktiv zu begegnen, gründen die Agentur für Arbeit Emden-Leer, die Agentur für Arbeit Nordhorn und das Fachkräftebündnis Ems-Achse gemeinsam die Weiterbildungsagentur Nordwest. Ziel der neuen Partnerschaft ist es, die Kräfte im Nordwesten Niedersachsens zu bündeln, um eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um berufliche Weiterbildung, Qualifizierung und Kompetenzaufbau zu schaffen – für Beschäftigte, Arbeitssuchende, Unternehmen und Institutionen gleichermaßen.
Die Weiterbildungsagentur Nordwest soll beteiligte Institutionen zusammenbringen, Transparenz schaffen und individuelle Weiterbildungsbedarfe gezielt adressieren. Schon zum Start wurde eine zentrale Online-Plattform entwickelt, die ab sofort unter: https://www.weiterbildungsagentur-nordwest.de/ erreichbar ist. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 35/2025 der Agentur für Arbeit Nordhorn)
Krummhörn: Windrad mit Treckern abgerissen
19.08.2025
In der Krummhörn (nördlich von Emden) ist vor einigen Tagen eine ältere Windenergieanlage (WEA) mit Treckern abgerissen worden. Der Landkreis Aurich teilt uns dazu auf Anfrage mit, die Anlage, um die es geht, stehe nachweislich seit mindestens drei Jahren still. Deshalb sei die seinerzeit erteilte Genehmigung erloschen. Somit war die Betreiberin der WEA verpflichtet, den Abbau der WEA vorzunehmen. Der sachgemäße Abbau wurde durch die Betreiberin beauftragt und war in den KW 34 und 35 terminiert. Über den jetzt unsachgemäß durchgeführten Abbau war weder die Betreiberin und Eigentümerin der WEA noch der Landkreis Aurich informiert.
Der jetzt vollzogene „Abbau“ sei nicht fachmännisch und auch nicht ordnungsgemäß erfolgt. Durch diese Art der Demontage bestehe die Gefahr, dass noch in der Anlage befindliche Betriebsstoffe austreten und in den Boden gelangen. Zudem wurde durch die aufschlagenden Teile das Schutzgut Boden beeinträchtigt. Somit war der durchgeführte „Abbau“ unzulässig.
Und weiter: „Der Landkreis Aurich hat gegenüber der Eigentümerin des Flurstücks und der WEA, die zeitgleich auch Betreiberin der Anlage war, die schnellstmögliche ordnungsgemäße Entsorgung aller angefallenen Abfälle sowie die Sanierung des Bodens angeordnet. Des Weiteren ist der Vorgang zur Prüfung, ob ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt ist, an die zuständige Polizei weitergeleitet worden.“
Der unsachgemäße Abriss einer WEA ziehe weitreichende Folgen nach sich. Würden Anlagen im Rahmen des Repowerings abgebaut, sei der Rückbau der Anlage immer über die neue Genehmigung geregelt und ein unsachgemäßer Abbau daher unwahrscheinlich. Sollten Windenergieanlagen, wie in diesem Fall, zur bloßen Beseitigung abgerissen werden, ziehe dies die Einleitung von Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich.
Auf Nachfrage teilt der Landkreis Aurich mit, dass im Kreisgebiet noch 155 WEA mit einem Baujahr vor 2000 vorhanden sind. Die genaue Anzahl für kleine Anlagen, die man evtl. umreißen könnte, liegt allerdings nicht vor.
Die Meldung hat es übrigens auch auf die Homepage der Fachzeitschrift top agrar geschafft. Danach spannten Landwirte kurzerhand ihre Schlepper an den Turm der Windenergieanlage, um sie abzureißen. Nicht geklärt sei, wer Auftraggeber der Abrissaktion war. Bei dem Abriss der Windenergieanlage (WEA) in der Krummhörn handelt es sich allerdings nicht um die erste rabiate Rückbauaktion. Am 10.05.2024 berichtete die Nordwest-Zeitung über einen ähnlichen Fall in Holtgast (Landkreis Wittmund). Dort wurde das 30 Meter hohe Stahlrohr einer WEA mit Maschinen umgeworfen, wobei die Rotorblätter aus Glasfaser und Kunststoff am Boden zersplitterten. Auch in diesem Fall war die Anlage (aus dem Jahr 1992) schon länger nicht mehr in Betrieb.
Tschechen-Hafen in Hamburg: Das Ende eines Unikats naht
19.08.2025
Der Hamburger Hafen hat ein Geheimnis, das auch viele Einwohner der Stadt nicht kennen dürften: Seit 1929 gibt es dort den sogenannten Tschechen-Hafen, auch Moldauhafen genannt, wo einst die Elbe-Schifffahrt florierte. Er befindet sich in der Nähe der Elbbrücken, wo gerade der neue Stadtteil Grasbrook entsteht. Dem soll das Hafengebiet zugeordnet werden, wenn der Pachtvertrag im Jahr 2028 ausläuft.
Im Jahre 1919 wurde ein 30.000 Quadratmeter großes Gelände aufgrund des nach dem Ersten Weltkrieg unterzeichneten Versailler Vertrages 1929 für 99 Jahre an die Tschechoslowakei verpachtet, da die Elbe für dieses Binnenland die einzige schiffbare Verbindung zu den Weltmeeren darstellt. Mit dem Erlöschen des Versailler Vertrags nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Pachtvertrag den Charakter eines privatrechtlichen Vertrags zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg als Grundeigentümerin und Tschechien, erfährt man bei Wikipedia.
Ab den späten 1950er Jahren normalisierte sich das Verhältnis zwischen tschechoslowakischen Vertretern auf der einen Seite und westdeutschen Vertretern auf der anderen. Hamburg warb stark für den Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen zum Ostblock und versuchte, den Umschlag von Gütern aus und in die Tschechoslowakei kontinuierlich zu erhöhen. Beispielsweise bezeichnete man das Gebiet in Hamburg als den größten tschechoslowakischen Hafen. Lesenswert ist hierzu ein Beitrag im Geschichtsblog „Hamburgische Geschichten“.
Vorwurf: Statistisches Bundesamt rechnet Armutszahlen klein
19.08.2025
Bisher ermittelte das Statistische Bundesamt Zahlen zur Armut nach zwei Methoden – die Ergebnisse einer Berechnung wurden jetzt gelöscht. 30 teils prominente Armutsforscher werfen dem Statistischen Bundesamt vor, die Armutsquoten in Deutschland kleinrechnen zu wollen. Dass die Ergebnisse der zweiten Berechnungsmethode nicht mehr veröffentlicht würden und sogar rückwirkend gelöscht wurden, bezeichnen die Forscher als einen nicht akzeptablen Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit.
Das Statistische Bundesamt begründet die Umstellung mit einer EU-weiten Vergleichbarkeit, erfährt man in einem Beitrag vom 14.08.2025 auf der Tagesschau-Homepage.
Ulrich Schneider, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Vorgang sei „brisant“, da nach der verbliebenen Berechnungsmethode (EU-SILC/MZ-SILC) die Armutsquote deutschlandweit 2023 bei 15,5 Prozent lag, nach der nun gelöschten (MZ-Kern) aber bei 16,6 Prozent. „Das heißt, nach den nun nur noch ausgewiesenen Zahlen ist die Armut mal eben um mehr als eine Million Menschen geringer. Da drängt sich schon die Frage nach Manipulation oder doch zumindest einem interessengeleiteten Vorgehen auf.“ (Quelle: n-tv über NSN)
Zu Ulrich Schneider verweisen wir auf unsere Buchvorstellung vom 30.08.2024, Titel: Krise. Das Versagen einer Republik, Westend Verlag.
Neubesetzung des Antisemitismusbeauftragten in Hamburg: Grüne Senatorin durfte Verwaltungsbeamtin nicht versetzen
18.08.2025
Eine hohe Verwaltungsbeamtin hat sich in Hamburg erfolgreich gerichtlich dagegen gewehrt, auf einen unbedeutenden Dienstposten abgeschoben zu werden. Zuvor hatte sie sich mit einem Aktenvermerk gegen die erneute Bestellung des bisherigen Hamburger Antisemitismusbeauftragten Stefan Hensel von der konservativ ausgerichteten Jüdischen Gemeinde Hamburg (JGH) ausgesprochen, da dieser nach ihrer Meinung seine Neutralitätsverpflichtung umgangen und polarisierend gearbeitet habe.
Das Verwaltungsgericht hielt der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFG) unter der neuen Senatorin Maryam Blumenthal (Grüne) vor, die Frau ohne stichhaltige Begründung versetzt zu haben. Das sei rechtswidrig.
Die Beamtin vermutete, dass ihre Ablösung mit dem Verfahren um die Wahl des Antisemitismusbeauftragten zu tun habe. Die Behörde weist das zurück, konnte das Gericht damit aber nicht überzeugen.
Der Bewerber Eike Steinig vom Israelitischen Tempelverband – der weitaus kleineren, liberalen Gemeinde – wurde nicht berücksichtigt, schreibt die Taz am 15.08.2025.
Mit einem Eilantrag gegen die erneute Bestellung des bisherigen Amtsinhabers zum Antisemitismusbeauftragten war der Kandidat des Tempelverbandes im März 2025 teilweise erfolgreich. Mehr liest man dazu in einer Mitteilung der Pressestelle Justiz-Portal Hamburg vom 20.03.2025.
Krummhörn: Windrad mit Treckern abgerissen
18.08.2025
In der Krummhörn (nördlich von Emden) ist vor einigen Tagen eine ältere Windenergieanlage (WEA) mit Treckern abgerissen worden. Der Landkreis Aurich teilt uns dazu auf Anfrage mit, die Anlage, um die es geht, stehe nachweislich seit mindestens drei Jahren still. Deshalb sei die seinerzeit erteilte Genehmigung erloschen. Somit war die Betreiberin der WEA verpflichtet, den Abbau der WEA vorzunehmen. Der sachgemäße Abbau wurde durch die Betreiberin beauftragt und war in den KW 34 und 35 terminiert. Über den jetzt unsachgemäß durchgeführten Abbau war weder die Betreiberin und Eigentümerin der WEA noch der Landkreis Aurich informiert.
Der jetzt vollzogene „Abbau“ sei nicht fachmännisch und auch nicht ordnungsgemäß erfolgt. Durch diese Art der Demontage bestehe die Gefahr, dass noch in der Anlage befindliche Betriebsstoffe austreten und in den Boden gelangen. Zudem wurde durch die aufschlagenden Teile das Schutzgut Boden beeinträchtigt. Somit war der durchgeführte „Abbau“ unzulässig.
Und weiter: „Der Landkreis Aurich hat gegenüber der Eigentümerin des Flurstücks und der WEA, die zeitgleich auch Betreiberin der Anlage war, die schnellstmögliche ordnungsgemäße Entsorgung aller angefallenen Abfälle sowie die Sanierung des Bodens angeordnet. Des Weiteren ist der Vorgang zur Prüfung, ob ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt ist, an die zuständige Polizei weitergeleitet worden.“
Der unsachgemäße Abriss einer WEA ziehe weitreichende Folgen nach sich. Würden Anlagen im Rahmen des Repowerings abgebaut, sei der Rückbau der Anlage immer über die neue Genehmigung geregelt und ein unsachgemäßer Abbau daher unwahrscheinlich. Sollten Windenergieanlagen, wie in diesem Fall, zur bloßen Beseitigung abgerissen werden, ziehe dies die Einleitung von Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich.
Die Meldung hat es übrigens auch auf die Homepage der Fachzeitschrift top agrar geschafft. Danach spannten Landwirte kurzerhand ihre Schlepper an den Turm der Windenergieanlage, um sie abzureißen. Nicht geklärt sei, wer Auftraggeber der Abrissaktion war.
Bei dem Abriss der Windenergieanlage (WEA) in der Krummhörn handelt es sich allerdings nicht um die erste rabiate Rückbauaktion. Am 10.05.2024 berichtete die Nordwest-Zeitung über einen ähnlichen Fall in Holtgast (Landkreis Wittmund). Dort wurde das 30 Meter hohe Stahlrohr einer WEA mit Maschinen umgeworfen, wobei die Rotorblätter aus Glasfaser und Kunststoff am Boden zersplitterten. Auch in diesem Fall war die Anlage (aus dem Jahr 1992) schon länger nicht mehr in Betrieb.
Nach Hurrikan Katrina: Kirchenzugehörigkeit trug zur wirtschaftlichen Erholung bei
17.08.2025
Katrina und weitere Wirbelstürme richteten im Sommer 2005 verheerende Schäden im Südosten der USA an. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigt: In den Jahren nach der Katastrophe erzielten Betriebe in Gebieten mit einer hohen Kirchenmitgliedsrate eine signifikant höhere Leistung.
In Krisenzeiten wirken sich gesellschaftliche Bindekräfte auch wirtschaftlich positiv aus. Das belegt eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) anhand einer der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Während der Sturmsaison vor 20 Jahren verursachte allein der Hurrikan Katrina im Südosten der Vereinigten Staaten mehr als 1.800 Tote, 400.000 Obdachlose und einen Sachschaden von geschätzt 100 bis 150 Milliarden US-Dollar. Nach der Katastrophe ging die Produktivität der Betriebe in den betroffenen Gebieten zurück. Doch wie die Studie zeigt, konnten sich Betriebsstätten in Gegenden mit einem hohen Anteil an christlichen Kirchenmitgliedern wirtschaftlich deutlich besser erholen: Sie erzielten in den Jahren 2005 bis 2010 eine höhere Produktivität als Betriebe in Kreisen mit einer schwach ausgeprägten Kirchenbindung. Wo die Kirchenzugehörigkeit 10 Prozentpunkte über dem Durchschnitt lag, wurde der wirtschaftlich negative Effekt der Katastrophe um die Hälfte abgeschwächt.
Für den positiven Zusammenhang zwischen Religionszugehörigkeit und Wirtschaftskraft gibt es mehrere Gründe. Gläubige treffen in Kirchen Freunde und Bekannte, sie bekommen Essen und Informationen. Das Zugehörigkeitsgefühl stärkt die Hoffnung auf einen Neubeginn nach der Katastrophe. Zumal bei Gläubigen das Vertrauen in Institutionen und die Verbundenheit zur eigenen Region überdurchschnittlich stark ausgeprägt sind.
Wie die IWH-Studie nachweist, blieben Menschen in Kreisen mit hoher Zugehörigkeit zum Christentum öfter als andere in ihren Heimatregionen, nachdem diese von Katrina und weiteren Wirbelstürmen getroffen worden waren. Somit waren dort mehr Menschen verfügbar, um den Wiederaufbau zu stemmen, und zwar sehr talentierte Menschen: Gläubige sind nachweislich besonders wirtschaftsaffin, sie gründen öfter, neigen zu Sparsamkeit und zeigen eine hohe Kooperationsbereitschaft. Bei Protestanten wirken diese Faktoren stärker als bei Katholiken.
Die IWH-Studie zeigt, dass Religion sowie weitere kulturelle Faktoren ökonomische Entwicklungsprozesse mitprägen und Menschen in Ausnahmesituationen stützen.
Die Forscher unterschieden zwischen Betriebsstätten in Gebieten mit einer hohen und mit einer niedrigen Zugehörigkeit zu christlichen Kirchgemeinden. Mit Hilfe des Differenz-von-Differenzen-Ansatzes ermittelten sie den Einfluss der Religion auf die Leistungskraft der Betriebe.
Nach mehreren Überprüfungen konnten die Forscher eine Scheinkorrelation weitgehend ausschließen: Die höhere Produktivität lässt sich unmittelbar auf den Faktor Religion in bestimmten Kreisen zurückführen. Denn weder hatten die Menschen dort bessere Verbindungen in die Politik, noch erhielten sie mehr Hilfsgelder als andere. (Quelle und mehr: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle über Informationsdienst Wissenschaft e.V.)
Uns hat interessiert, ob die Ergebnisse der Studie auf Deutschland übertragbar sind. Dazu haben wir eine Nachfrage an das IWH gerichtet. Hierauf antwortet der Ökonom und Co-Autor der Studie, Professor Dr. Felix Noth wie folgt:
Wahrscheinlich wären die Effekte in einem vergleichbaren Setup (Aartal, obwohl wahrscheinlich nicht mit dem Ausmaß von Katrina vergleichbar) geringer, da die Schäden meistens im Schnitt nicht so existenziell und die Sicherungssysteme allgemein besser ausgestattet seien. Es wäre vorstellbar, dass dort, wo eine stärkere Bindung durch Religionszugehörigkeit vorhanden sei, die Abwanderungswahrscheinlichkeit sinke und dadurch die wirtschaftliche Erholung anders verlaufe.
Allerdings gebe es Hinweise, dass Religionszugehörigkeit auch in Deutschland zu Effekten führen könne. So wurde beispielsweise nachgewiesen, dass es in stärker protestantischen Regionen zu einer viel stärkeren Reaktion auf den VW-Dieselskandal kam: Es wurden weniger Autos von VW zugelassen. (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0929119923000925) Weiter führt Noth aus:
„Glaube ist schwierig zu messen. Was wir finden, ist, dass der Effekt der Religionszugehörigkeit stabil bleibt, selbst wenn wir für die Administration/Struktur/Organisation von Kirchen oder familiäre Wurzeln kontrollieren. Es muss also einen Effekt von Religionszugehörigkeit über so etwas wie die Anzahl von kirchlichen Hilfeeinrichtungen (Suppenküchen, Bahnhofsmissionen) geben. Ob das Glaube ist oder eine gemeinsame Basis, die es dann einfacher macht, mit anderen in Kontakt zu kommen und Hilfe zu organisieren, ist nicht klar zu beantworten. Meine Einschätzung ist, dass Religionszugehörigkeit hier die Funktion eines „sozialen Klebers“ erfüllt, der die soziale Distanz (die wahrscheinlich heute im Schnitt höher ist als noch vor 50 Jahren) minimiert und damit
– physische soziale Kontakte (wie in einem Verein) erhöht
und
– die Wahrscheinlichkeit verringert, Regionen zu verlassen.“
Statistische Bundesamt revidiert Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland – und gerät unter Manipulationsverdacht
16.08.2025
Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland massiv revidiert. „Steckt dahinter politischer Betrug?“, fragt das Handelsblatt in einem Beitrag vom 14.08.2025.
Alle drei Monate veröffentlicht das Statistische Bundesamt neue Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im zweiten Quartal 2025 sankt das BIP um 0,1 Prozent, wurde vor einigen Tagen mitgeteilt. (s.a. unser Bericht vom 31.07.2025)
Ebenso hat das Statistikamt die BIP-Zahlen seit 2008 überarbeitet, womit sich für die vergangenen vier Jahre massive Änderungen ergeben haben, berichtet das Handelsblatt. Die Neubewertung zeigten, dass Politik, Medien und Unternehmen zwischen 2021 und 2024 ein völlig verzerrtes Bild von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland hatten, schreibt das Blatt weiter.
Laut ARD-Tagesschau berichtete bereits am 30.07.2025, dass das BIP in 2023 tatsächlich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent gesunken war; zuvor war nur von einem Minus von 0,3 Prozent die Rede gewesen. 2024 schrumpfte das BIP ebenfalls stärker als bislang angenommen, und zwar um 0,5 und nicht um 0,2 Prozent.
Das Statistische Bundesamt begründete die Änderung der Zahlen mit neu verfügbaren statistischen Informationen, die nachträglich in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen worden seien. Dabei hätten sich für das preisbereinigte BIP in den jeweiligen Quartalen Änderungen der bisherigen Ergebnisse von minus 0,7 bis plus 0,6 Prozentpunkten ergeben.
Die Tageszeitung Die Welt schrieb dazu:
„Mit den aktuellen Zahlen wurde das Wachstum für das zweite Quartal von Minus 0,1 auf Minus 0,3 Prozent zurückgenommen. Von diesem niedrigeren Niveau aus ist es leichter, ein Wachstum zu produzieren. Genau dieses Muster, bei dem sich jeweils ein positives und ein negatives Quartal abwechseln, existiert bereits seit zwei Jahren: Seit dem dritten Quartal 2022 gab es keine zwei Quartale in Folge mehr mit einem durchgängigen Wachstum oder einer durchgängigen Schrumpfung. Deutschlands Konjunkturkurve ähnelt damit einem flattrigen Herzschlag.“
Und die NachDenkSeiten schreiben, es bestehe der Verdacht, dass das Statistische Bundesamt mit seinem Vorgehen politisch gewünschte Ergebnisse produzieren wollte und „eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Kennziffer, die über den Zustand der deutschen Wirtschaft informieren soll, geschönt“ habe.
Borkum: Aktivisten planen Protestcamp und Demo
15.08.2025
Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die Gasförderung vor Borkum gegeben. Der niederländische Konzern One Dyas dürfte danach neben dem Weltnaturerbe Wattenmeer – zur Hälfte auf niederländischem Gebiet und zur Hälfte auf deutschem Gebiet – nach Gas bohren.
Die Deutsche Umwelthilfe und Aktivisten von „Fridays for Future“ wollen im September mit einem Camp auf Borkum gegen die geplante Gasförderung im Wattenmeer protestieren; dies berichtet der NDR. Geplant sind demnach etwa Workshops, Podiumsdiskussionen und Konzerte. Am 5. September soll außerdem ein gemeinsamer Klimastreik mit Bürgerinnen und Bürgern auf der Insel stattfinden.
Postbank bleibt in Papenburg
15.08.2025
Im März 2025 hatte die Postbank die Schließung ihrer Filiale in Papenburg angekündigt, doch dieser Plan wurde laut NOZ vom 14.08.2025 aufgegeben. Dafür wird der Standort in Leer ab 2026 geschlossen. Dort soll das Postgebäude in der Nähe des Bahnhofs abgerissen werden, womit die Entscheidung für Papenburg begründet wird.
Höchste Jahrestemperatur: 33,9 °C in Dörpen gemessen
14.08.2025
Gestern (Mittwoch, den 13.08.2025) verzeichnete die Wetterstation in Dörpen die Tageshöchsttemperatur von 33,9 °C. Damit wurde die bisher höchste Tagestemperatur im laufenden Jahr gemessen.
Zuvor waren am 2. Juli 33,6 °C festgehalten worden, am 1. Juli knapp darunter 33,3 °C.
Heute wurde noch ein Maximalwert von 31,5 °C erfasst, aber der Wert von gestern nicht mehr erreicht.
Da die Temperaturen auch in den kommenden Tagen leicht zurückgehen sollen, schließen wir nicht aus, dass 33,9 °C bis zum Jahresende der Höchstwert für 2025 in Dörpen bleibt.
Damit ist der Sommer aber noch nicht vorbei, und besonders ältere Menschen dürften Temperaturen um 25 °C den Werten über 30 °C vorziehen – später dann hoffentlich auch bei einigen schönen Herbsttagen, wie im Indian Summer.
Meyer-Kreuzfahrtschiff in Wismar: Subunternehmen hebeln Arbeitsrecht aus
14.08.2025
Auf der Meyer Werft in Wismar wird für den Disney-Konzern gerade eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt fertig gebaut. Für den Innenausbau des Schiffes hat die Werft einen Werkvertrag mit der Firma NIT geschlossen. NIT hat wiederum dafür die litauische Firma Maviga Pro beauftragt. Diese wiederum rekrutierte ausländische Arbeitskräfte, die über drei bis vier Ländergrenzen hinweg vermittelt werden. So nutzen Subunternehmer Schlupflöcher und missbrauchen die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union, berichtet der NDR.
Papierfabrik in der Schweiz kündigt Stellenabbau an
14.08.2025
Die letzte Papierfabrik der Schweiz mit zwei Papiermaschinen wird 65 der 360 Mitarbeiter entlassen. Das ist einer Pressemitteilung der Perlen Papier AG zu entnehmen. In Perlen, wo die Fabrik seit über 150 Jahren existiert, wurden bisher aus 500.000 Tonnen Altpapier und Holzschnitzel jährlich 560.000 Tonnen neues Papier produziert.
Trotz höherer Umsätze stagnierten im letzten Jahr die Gewinne. Die Perlen Papier AG wurde deshalb aus dem Mutterkonzern CPH Chemie + Papier Holding ausgegliedert, um den Kurswert der Chemiesparte zu erhöhen.
In der Pressemitteilung ist von bisherigen Sparmaßnahmen die Rede, die aber nicht ausreichen würden, um die Situation zu entspannen. Die 65 Kündigungen sind somit die nächste Einsparung. Wie einem Pressebericht zu entnehmen ist, war der Versuch, auf dem großen Firmengelände andere Betriebe anzusiedeln wohl eine der Maßnahmen zur Sicherung der Rentabilität.
Die Mitarbeitenden seien über die beabsichtigten Maßnahmen informiert worden. Das gesetzliche Konsultationsverfahren sei eröffnet worden. Für die betroffenen Mitarbeitenden komme ein Sozialplan zur Anwendung.
Die Chefs hatten im letzten Jahr die Strategie des «Last man standing» verkündet. Das heißt, man sah sich in der Lage abzuwarten, bis Mitbewerber aufgeben. Dass neue Papierhersteller auf dem Markt auftreten hielt man angesichts der großen dazu erforderlichen Investitionen für ausgeschlossen. (Erstveröffentlicht auf Hallo Wippingen)
Meppen: Hakenkreuz auf Altkleidercontainer geschmiert
13.08.20225
Vermutlich in der letzten Woche, in der Nacht von Dienstag, 05.08.2025, auf Mittwoch, 06.08.2025, sprühten bislang unbekannte Täter mit schwarzer Farbe zwei Hakenkreuze auf einen Altkleidercontainer in der Straße ‚Nagelshof‘. Dabei blieben die Täter bislang unerkannt.
Die Polizei sucht Zeugen, die in den Abendstunden oder in der Nacht den/die Täter beobachtet haben. Die Ermittlungen werden wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole im Zentralen Kriminaldienst in Lingen geführt. Mögliche Tatzeugen werden gebeten sich zu melden. Ebenso können Hinweise zur Tat unter der Telefonnummer 0591-87444 gemeldet werden. (Quelle: Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim über Presseportal)
Dies ist heute allerdings nicht die einzige Meldung von Hakenkreuzschmierereien im Nordwesten. In Emden sorgt ein Hakenkreuz auf der Fußgängerbrücke zwischen Barenburg und Tholenswehr für Aufregung. Hierzu ermittelt der Staatsschutz, berichtet die Oldenburger Nordwest-Zeitung. Für Eigentümer – in diesem Fall die Stadt – gelte, dass die Darstellung nach der Beweissicherung per Fotos zu entfernen sei.
Norddeich: Hundert Liter Diesel ausgelaufen
13.08.2025
Gut fünf Wochen nach dem Ölunfall historischen Ausmaßes im Osthafen von Norddeich ist es am Dienstagvormittag erneut zu einer Dieselverschmutzung im Hafenbereich gekommen. An Bord eines Offshore-Schiffs hatte die Besatzung Kraftstoff umgepumpt – dabei liefen schätzungsweise 100 Liter Diesel ins Hafenbecken. (Quelle und mehr: Nordwest-Zeitung)
Zum vorherigen Ölunfall findet man weitere Informationen beim NDR. Anfang Juni hatte sich Öl auf 4.000 Quadratmetern im Hafen verteilt. Ein technischer Defekt an einem Ölabscheider der Werft war damals angeblich die Ursache. Wegen Starkregens war dieser übergelaufen, berichtete der NDR am 09.07.2025.
Gericht erlaubt umstrittene Seekabel-Verlegung vor Borkum
13.08.2025
Im Rechtsstreit um die Gasförderung vor Borkum hat das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg am Montag die Seekabelverlegung erlaubt. Es hob damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg auf, wonach einige Befreiungen vom Naturschutzrecht zunächst nicht gelten sollen. Damit ist die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit der Klage gescheitert, will aber keineswegs den Kampf gegen die Gasbohrungen aufgeben.
Nun setzt die DUH auf das Hauptverfahren gegen die Trassengenehmigung sowie auf ihre Klagen gegen die Bohrgenehmigungen auf deutscher und niederländischer Seite, um das fossile Großprojekt noch zu stoppen. Dies teilte die Umweltschutzorganisation in einer Pressemitteilung vom 11.08.2025 mit.
Mit der Entscheidung des OVG könnte das niederländische Unternehmen One-Dyas nun unmittelbar mit den Bauarbeiten durch ein geschütztes Steinriff beginnen – trotz massiver Kritik von Umweltorganisationen, Wissenschaft und Bevölkerung, schreibt die DUH weiter.
Weiterhin Sperrmüll an der Hauptstraße in Dörpen
12.08.2025
An einem Wohn- und Geschäftshaus an der Dörpener Hauptstraße (gegenüber dem Combi-Verbrauchermarkt) lagert seit Wochen Sperrmüll. Der Müll liege allerdings auf Privatgrund, teilt uns die Gemeindeverwaltung am 05.08.2025 auf Anfrage mit. Somit hat man offenbar keine Möglichkeit, die Abfuhr des Abfalls zu veranlassen.
Gegenüber der Verwaltung habe der Eigentümer aber angegeben, dass eine Sperrmüllabfuhr beantragt sei und in den nächsten Tagen erfolgen solle.
Tatsächlich wurde offenbar ein Teil des Sperrmülls abgefahren, doch noch liegt weiterer Wohnabfall an gleicher Stelle. Die Hoffnung der Verwaltung, dass der komplette Unrat abgefahren werde, hat sich also nicht erfüllt.
Hitlergruß von SV Meppen-Fan? Ermittlungen nach Spiel gegen Altona 93
12.08.2025
Nach dem Spiel des SV Meppen gegen Altona 93 am vergangenen Samstag ermittelt die Hamburger Polizei gegen einen Meppener Fan, der den Hitlergruß gezeigt haben soll. In einem Video auf Instagram soll zu sehen sein, wie der Fan im Meppener Gästeblock den verbotenen Hitlergruß zeigt. (Quelle: NDR)
Laut NDR gilt Altona 93 als politisch links positionierter Club, was man vom SV Meppen wohl nicht annehmen kann.

Die Leitung des SV Meppen „distanziert“ sich vom Verhalten des Zuschauers. Für eine aktive Fan-Arbeit gegen rechts braucht es wohl ein wenig mehr.
Übrigens findet man auch auf Raststätten entlang der A1 nach Hamburg viele Aufkleber von Meppen-Fans, was von der zufällig angetroffenen Reinigungskraft auf der Raststätte Thünen beklagt wurde. Dort entstand unser Foto im Juni 2025, also dürften die Aufkleber auf einer Reise der SVM-„Fans“ zu einem Auswärtsspiel in der Vorsaison aufgebracht worden sein.
Zu den vielen Aufklebern mit Bezug zum SV-Meppen wollte sich der Verein nicht äußern – dies berichteten wir bereits am 14.07.2025.
Parvovirose bei Hundewelpen im Landkreis Cloppenburg
11.08.2025
Das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg informiert über das vermehrte Auftreten von Parvovirose-Fällen bei Hundewelpen. Die Fälle stehen im Zusammenhang mit einem illegalen Welpenhandel, der aus dem Landkreis Cloppenburg heraus organisiert wird. Betroffene Tiere wurden auch überregional verkauft, wodurch sich das Infektionsrisiko bundesweit erhöht.
Die Parvovirose ist eine hochinfektiöse Viruskrankheit, die vor allem ungeimpfte Welpen betrifft. Symptome sind schwerer Durchfall, häufig blutig, Erbrechen, Fieber, Apathie und rascher Kräfteverfall. Ohne sofortige tierärztliche Behandlung kann die Erkrankung binnen weniger Tage tödlich verlaufen. Das Virus ist äußerst widerstandsfähig und kann in der Umgebung lange überleben.
Im Zuge aktueller Ermittlungen wurden nicht geimpfte, gesundheitlich stark geschwächte Hundewelpen sichergestellt, die illegal ohne gültige Papiere und Impfungen verkauft wurden. Oft stammen diese Tiere aus dubiosen Zuchten im In- oder Ausland und werden über Online-Plattformen inseriert. Die Übergabe erfolgt dabei häufig auf Parkplätzen oder der Welpe wird vom Verkäufer in sein neues Zuhause gebracht.
Das Veterinäramt empfiehlt allen Hundebesitzerinnen und -besitzern, besonders bei Welpen, auf einen vollständigen Impfschutz gegen Parvovirose zu achten. Auch bereits geimpfte Hunde sollten regelmäßig entsprechend den tierärztlichen Empfehlungen nachgeimpft werden.
Auf Anfrage teilt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit, dass die Parvovirose nach dem Tiergesundheitsrecht der Europäischen Union keine gelistete Seuche darstelle. Es bestehe insofern keine Bestimmungen zur Seuchenprävention und -bekämpfung. Auch nach dem nationalen Recht bestehe weder eine Anzeige- noch Meldepflicht.
Tierhalterinnen und -halter seien dennoch gemäß Unionsrecht für die Gesundheit der gehaltenen Tiere und die Minimierung des Risikos hinsichtlich der Ausbreitung von Seuchen verantwortlich. Dies gebiete auch das Tierschutzgesetz, nach dem der Tierhalter zu einer angemessenen Pflege des Tieres verpflichtet sei. Hierzu gehöre auch die Gesundheitsvorsorge einschließlich Impfungen und Entwurmungen.
Der wirksamste Schutz sei eine gegen alle Virus-Varianten (CPV 2a, 2b und 2c) schützende Impfung im Welpenalter, wofür eine Reihe von Impfstoffen erhältlich seien, erläutert das ML weiter. Laut ML empfiehlt auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin in ihrer Leitlinie zur Impfung von Kleintieren dringend Impfungen gegen die Parvovirose durchzuführen.
Zoll informiert über Berufsaussichten: Tag der offenen Tür am 26. September 2025 beim Zollamt in Lingen
11.08.2025
Am 26. September 2025 veranstaltet das Zollamt in Lingen von 15:00 bis 18:00 Uhr einen Tag der offenen Tür und lädt hierzu alle Berufsstarter oder Quereinsteiger ein, die sich über die Berufsaussichten im Zolldienst des Bundes informieren möchten. Der Zoll ist heute eine moderne Bürger- und Wirtschaftsverwaltung des Bundes, deren Tätigkeitsspektrum von der reinen Dienstleistung bis zum hoheitlichen Handeln reicht. In ganz Deutschland sind mehr als 48.000 Zöllnerinnen und Zöllner für die Sicherung der Staatsfinanzen, den Schutz der Sozialsysteme sowie den Umwelt- und Verbraucherschutz zuständig.
Für all diejenigen, die kurz vor dem erfolgreichen Realschulabschluss oder Abitur stehen oder vielleicht beruflich noch einmal neu durchstarten wollen, besteht am Freitag den 26. September 2025 die Möglichkeit, sich umfassend vor Ort über das abwechslungsreiche Aufgabenspektrum des Zolls zu informieren. Für die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist zwingend eine Anmeldung per Mail an
presse.hza-osnabrueck@zoll.bund.de
erforderlich. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Bestätigung mit weiteren Informationen.
Jährliche Wartung und Wasserwechsel – Dünenbad schließt vom 14.08. bis 03.09.
10.08.2025
Das Dünenbad in Dörpen bleibt in diesem Jahr vom 14. August bis einschließlich 3. September 2025 geschlossen. Die Schließzeit ist eine jährlich geplante Routine, die für notwendige Wartungsarbeiten sowie einen vollständigen Wasserwechsel im Becken genutzt wird. Ziel dieser Maßnahme ist es, auch weiterhin einen sicheren, hygienischen und störungsfreien Badebetrieb für alle Gäste zu gewährleisten.
Nach dem Abschluss aller Arbeiten öffnet das Bad wieder wie gewohnt. (Mitteilung Samtgemeinde Dörpen)
Wind zeigt Anfälligkeit alter Bäume auf dem Friedhof in Dörpen
09.08.2025
Beim „Sturm“ am 2. Juli sind im Emsland Bäume entwurzelt worden und Äste abgebrochen. Eine genauere Betrachtung der Ursachen erscheint angebracht. Anwohner der Straße „Neuer Wall“ in Lingen fordern beispielsweise seit knapp 15 Jahren einen „deutlichen Rückschnitt“ der Bäume, um die Angriffsflächen für Wind zu reduzieren, was die Stadt Lingen allerdings ablehnt, berichtet die NOZ am 07.08.2025.
Auch an der Friedhofskapelle in Dörpen brach ein dicker Ast von einer alten Buche. Der Ast fiel auf das Gelände des „alten“ Friedhofs und traf dort lediglich eine Laterne, womit der Schaden überschaubar blieb.
Bei genauerer Betrachtung der vorliegenden Wetterdaten erscheint jedoch die Frage angebracht, wie sicher die alten Bäume auf dem Friedhofsgelände sind.
In der Grafik der Michael Theusners Wetter- und Klimaseite findet man für den 2. Juli lediglich einen Spitzenwert von 55 km/h. Nach der Beaufort-Skala handelt es sich bei einer mittleren Windgeschwindigkeit mit diesem Wert um „steifen Wind“ (50 – 61 km/h). Als Beispiel für die Auswirkungen wird angegeben, dass sich ganze Bäume bewegen. Für „Sturm“ läge der Wert zwischen 75 und 88 km/h, also deutlich höher. Dabei können Äste von Bäumen brechen, erläutert der Deutsche Wetterdienst in einem Wetter- und Klimalexikon auf seiner Homepage. Die Skala reicht von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan), „Sturm“ hat den Grad 9.
Ursache des Astabbruchs in Dörpen dürfte aber nicht in erster Linie der „steife Wind“ gewesen sein, sondern ein Pilzbefall im Baum. Dieser hat das Holz im Bereich des Astansatzes stark zersetzt, wie es an der Abbruchstelle deutlich zu erkennen ist. Pilzfruchtkörper zeigen zudem an, dass der Befall schon älter ist, denn derartige Fruchtkörper treten erst auf, wenn das Pilzmyzel hierfür reichlich Stoffe angereichert hat.
Eigentürmer des Baumes ist die Katholische Kirchengemeinde Dörpen. Hier bemüht man sich um Klärung der erforderlichen Schritte.
Am 5. August 2025 lag der Spitzenwert des Windes an der Wetterstation in Dörpen übrigens bei 49 km/h, was gerade noch als „starker Wind“ bezeichnet wird. Den haben die Bäume und ihre Äste auf dem Friedhof offenbar gut überstanden.
Anders als Nordland in Dörpen: Papier- und Kartonfabrik Varel will Erdgas ersetzen
08.08.2025
Im November 2022 wurde ein neues Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) der Papierfabrik UPM Nordland Papier in Betrieb genommen. In Dörpen baut man also weiter auf fossile Energie.
Einen anderen Weg wählt die Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV). Das Unternehmen wird in eine CO2-freie Zukunft geführt. Bis 2045 soll Papier und Karton klimaneutral aus Altpapier hergestellt werden. Hierzu investiert die PKV einen dreistelligen Millionenbetrag. Auf dem Fabrikgelände sollen eine Großwärmepumpe und ein Ersatzbrennstoff-Kraftwerk gebaut werden, berichtet die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg.
Geschäftsführern der PKV ist übrigens Rolf Bauer. Er wechselte im Oktober 2022 von UPM Nordland Papier nach Varel, teilt die PKV auf ihrer Homepage mit.
Ideen für eine ressourcenschonende Land- und Ernährungswirtschaft gesucht
08.08.2025
Niedersachsen startet gemeinsam mit Hamburg zum neunten Mal einen Projektaufruf zur Förderung innovativer Ideen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Landwirtinnen und Landwirte, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind eingeladen, ihre Projektskizzen für die Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) einzureichen. Die Frist endet am 15. Oktober. Die Projekte werden für drei Jahre mit einer maximalen Fördersumme von 500.000 Euro unterstützt.
Im Mittelpunkt des aktuellen Aufrufs steht das Thema „Kreislaufwirtschaft“ (Circular Economy). Gesucht werden fortschrittliche Ansätze, die Ressourcen effizient nutzen, Abfälle vermeiden und neue Wertschöpfung aus bisher ungenutzten Nebenströmen schaffen – etwa aus Reststoffen, beziehungsweise Abfallmaterialien. Dabei geht es nicht nur um Recycling im klassischen Sinn, sondern um ganzheitliche Konzepte: etwa geschlossene Systeme in der Tierhaltung oder der gezielte Einsatz von Nebenprodukten in der Verarbeitung. Aber darüber hinaus sind natürlich auch andere Projekte förderfähig: von nachhaltiger Tierhaltung, zu klimafreundlichen Pflanzenbaukonzepten bis hin zu einem effizienteren Einsatz von Nährstoffen mittels digitaler Lösungen.
Grundvoraussetzung ist, dass die Projekte einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Land- und Ernährungswirtschaft leisten und unter aktiver Beteiligung der landwirtschaftlichen Praxis konzipiert und umgesetzt werden.
Weitergehende Informationen, das Projektskizzenformular und die Richtlinie mit den Projektauswahlkriterien finden sich auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter
https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/1901/article/27198.html.
Bei Fragen und für Anregungen zur erfolgreichen Projektbewerbung stehen Fabian Storm und Dr. Katja Kulke vom EIP Netzwerk Niedersachsen (Kontaktdaten: E-Mail Storm@nds.de, Tel.: 0162 24 53 53 5) bzw. Kulke@nds.de, Tel.: 0173 61 59 88 5) beratend zur Seite. Auch auf der Website des Netzwerks https://www.eip-nds.de findet man zusätzlich weitere Informationen. (Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 05.08.2025)
Landrat Burgdorf legt Nebeneinkünfte nicht offen
07.08.2025
Zusätzlich zu ihrem Grundgehalt bekommen Bürgermeister und Landräte Geld für Tätigkeiten in Aufsichtsgremien von Sparkassen, Energieversorgern oder Verbänden. Nebenbei werden so vier- bis fünfstellige Beträge im Jahr erreicht. Eine umfassende Veröffentlichung der Zusatzerträge ist nicht vorgeschrieben, und diese Freiwilligkeit bei der Offenlegung nutzt der emsländische Landrat Marc-André Burgdorf für sich. Im Gegensatz zu seinen Amtskollegen aus Aurich und Leer legt er seine Nebeneinkünfte nicht offen. Dies berichtet die NOZ am 06.08.2025.
Unter dem NOZ-Artikel findet man die Kommentare der Leser. „Transparenz ist kein freiwilliger Akt der Großzügigkeit, sondern ein Gebot demokratischer Kultur. Wer Vertrauen will, muss Offenheit zeigen“, ist hier zu lesen. Dem schließen wir uns gern an.
Kein Gebot für Nordsee-Windkraftflächen
07.08.2025
Zwei Windkraftflächen in der Nordsee sind bei einer Auktion der Bundesnetzagentur nicht versteigert worden. Angeblich ist damit erstmals eine Versteigerung von Windflächen auf See in Deutschland fehlgeschlagen.
Es habe sich für zwei Flächen mit einer Gesamtleistung von 2.500 Megawatt kein Investor gefunden. „Das erstmalige Ausbleiben von Geboten zeigt, dass die Risiken für Offshore-Windpark-Entwickler in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben“, zitiert die Tagesschau Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
Ein zentrales Problem der nun gescheiterten Ausschreibung war offenbar die geringere Wirtschaftlichkeit der Flächen. Wegen der geplanten hohen Bebauungsdichte würden sich die Windräder gegenseitig verschatten, was die sogenannten Volllaststunden und damit die Erträge deutlich senke, berichtet die Tagesschau weiter. Daher spricht sich der BDEW in einer Pressemitteilung unter anderem für die Reduktion der Leistungsdichte in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) auf unter 10 MW/km² aus, um die Abschattungseffekte in und zwischen Windparks zu reduzieren und hohe Volllaststunden zu erhalten.
Bundeslandwirtschaftsminister entlässt Tierschutzbeauftragte
06.08.2025
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) trennt sich von der Tierschutzbeauftragten Ariane Kari. Ende Mai habe das Bundeskabinett beschlossen, den Vertrag der Tierärztin nur noch um drei Monate bis Ende August zu verlängern, teilte ein Sprecher des Ministers auf dpa-Anfrage mit. „Darüber hinaus ist eine Fortführung nicht geplant.“ (Quelle: Bayerischer Rundfunk, BR24)
Dazu kommentiert der Deutsche Tierschutzbund: „Dass der Vertrag von Ariane Kari als Bundestierschutzbeauftrage nicht verlängert wird, kommt einem tierschutzpolitischen Beben nahe. Wir bedauern diese Personalentscheidung außerordentlich! Ariane Kari hat das Amt fachlich und politisch sehr gut ausgefüllt.“
Fakt sei, dass der Bundesminister mit dieser Entscheidung Vertrauen bei den Tierschützerinnen und Tierschützern verspiele. Die Tierschutzgemeinschaft sei eben keine Randgruppe, sondern repräsentiert große Teile der Gesellschaft. Rainer wäre gut beraten, die Belange des Tierschutzes ernst zu nehmen, so der Deutsche Tierschutzbund e.V. in seinem Kommentar vom 04.08.2025.
Aktualisiertes Wohnraumversorgungskonzept: Sozialverband Emsland fordert Konsequenzen – keine Sozialwohnung in der Samtgemeinde Dörpen
06.08.2025
Der Landkreis Emsland hat das Wohnraumversorgungskonzept aus dem Jahr 2021 für 14 Kommunen im Kreisgebiet aktualisiert. Dies sind alle Kommunen mit Ausnahme der Städte Lingen (Ems), Meppen, Papenburg und Haren (Ems) sowie der Samtgemeinde Spelle, die ein eigenes Konzept haben. „Unsere Zielsetzung war es, nach weiteren vier Jahren neue Entwicklungen und die zentralen Rahmenbedingungen, die sich daraus für den Wohnungsmarkt ergeben, zu beleuchten und die wesentlichen Handlungsbedarfe daraus abzuleiten“, erläutert Landrat Marc-André Burgdorf die Motivation für die Fortschreibung des Konzepts.
Der Landkreis hatte das erste Wohnraumversorgungskonzept für die Städte, Einheits- und Samtgemeinden des Emslandes erstellen lassen, die nicht über ein solches verfügten. Damit wurde einer gesetzlichen Pflicht Genüge getan. Aber aus diesem Konzept ist kaum eine Konsequenz im Emsland zu erkennen.
In einer Stellungnahme des Sozialverbands Emsland wird darauf hingewiesen, dass das Emsland im Jahr 2024 niedersachsenweit den dritten Platz bei der Anzahl wohnungsloser Menschen belegte. Das aktualisierte Konzept zeigt, dass insgesamt ein Wohnraumbedarf besteht, der nicht gedeckt ist. Es werden Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern gebraucht. Zusätzlich besteht ein großer Bedarf an Wohnungen für Menschen mit sehr wenig Einkommen. In der Samtgemeinde Dörpen beträgt der Anteil einkommensschwacher Haushalte 14,9 %.
Gleichzeitig stellt das Konzept fest, dass es immer weniger Sozialwohnungen gibt und dieser Wert auch noch weiter sinkt, weil laufend Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Für geförderte Sozialwohnungen müssen nur für einen bestimmten Zeitraum Regeln zur Miethöhe eingehalten werden. Ist dieser Zeitraum vorbei, entfällt die Sozialbindung und es können marktübliche Mieten verlangt werden. In der Samtgemeinde Dörpen gibt es seit 2023 keine einzige Sozialwohnung.
Den ganzen berichtet findet man auf Hallo Wippingen.
Die Linke zu Fegebanks Wehrpflichtsforderung: Keine Emanzipation, sondern Kriegsverklärung
05.08 2025
Hamburgs zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank fordert eine Grundgesetzänderung hin zur Wehrpflicht für Männer und Frauen. Für Fegebank sei es nicht mit ihrem „Verständnis von Gleichstellung vereinbar, die Wehrpflicht nur für Männer wieder einzuführen“.
Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Feminismus der Fraktion Die Linke in der Hamburger Bürgerschaft „Wer Wehrpflicht als feministische Errungenschaft darstellt, betreibt nicht Emanzipation, sondern gefährliche Kriegsverklärung. Feminismus heißt nicht, für alle gleichermaßen den Marschbefehl – sondern für alle das Recht auf Frieden. Es ist absurd, dass ausgerechnet eine grüne Umwelt-Politikerin den Krieg wieder in die Mitte der Gesellschaft tragen will – und das auch noch als Gleichberechtigung verkauft.“
„Duftes Holz“ – wie Gerüche die Raumluftqualität beeinflussen
05.08.2025
Wie Menschen Gerüche beurteilen, hängt keineswegs allein vom Geruchsstoff ab. Der Kontext beeinflusst die Wahrnehmung. Ein Forschungsteam vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund (IfADo) hat mit Hamburger Forschenden vom Thünen-Institut für Holzforschung nachgewiesen, dass Holzgerüche deutlich angenehmer bewertet werden, wenn gleichzeitig eine passende Abbildung von Holz gezeigt wurde. Die Ergebnisse aus zwei aktuell veröffentlichten Studien legen nahe, dass der gesundheitliche Nutzen von regulierten Geruchsbewertungen von Bauprodukten fraglich ist.
Basierend auf den Ergebnissen raten die Forschenden: Bei der gesundheitlichen Beurteilung von Raumluftqualität müssen die tatsächlichen VOC-Konzentrationen im Mittelpunkt stehen, die Ergänzung um eine Geruchsprüfung in der aktuellen Form hat vor dem Hintergrund der Studienergebnisse keinen gesundheitsrelevanten Mehrwert. Die Experimente weisen darauf hin, dass Geruchsbewertungen – wie sie aktuell in Normen oder Umweltzeichen vorgesehen sind – leicht beeinflussbar sind und nicht die Wirkung von Gerüchen widerspiegeln. (Quelle und mehr: Leibniz-Institut für Arbeitsforschung über Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Graffiti-Kunst am Zugang zum Pumptrack
04.08.2025
Am Zugang zum Pumptrack ist neuerdings ein Graffiti-Bild zu sehen. Das Team vom Jugendtreff hat es mit Jugendlichen gestaltet und gefertigt. Die Gemeinde Dörpen übernahm die Kosten für die Farben und das verwendete Material. Aufgestellt wurde das Kunstwerk durch Mitarbeiter des Bauhofs.

Ein Hinweis auf die Künstler dürfte nach unserer Meinung noch an dem tollen Bild angebracht werden.
IHK: Ausfallwahrscheinlichkeit in Papenburg besonders hoch
04.08.2025
Am 31.07.2025 haben wir über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Emsland im Juli berichtet. Die Geschäftsstelle Papenburg verzeichnete mit einer Zunahme von 11 % einen deutlich höheren Wert als die weiteren Geschäftsstellen im Emsland. Eine Nachfrage zu möglichen Gründen für die negative Entwicklung in Papenburg wurde von der Agentur für Arbeit Nordhorn nicht beantwortet. Wir hatten nachgefragt, weil die Arbeitslosenquote in der Geschäftsstelle Papenburg seit Monaten – und auch schon im Vorjahr – über den Wert der anderen emsländischen Geschäftsstellen Lingen, Meppen und Sögel lag.
Nun berichtete die IHK für Ostfriesland und Papenburg über das Gründungsgeschehen und das Ausfallrisiko in Ostfriesland und Papenburg 2024. Die Angaben mögen nicht direkt vergleichbar sein, da die betrachteten Regionen nicht deckungsgleich sind, aber zumindest deuten die Arbeitslosenzahlen und die Insolvenzen in Papenburg in die gleiche Richtung.
Die Ausfallwahrscheinlichkeit – also der Anteil der insolventen oder aufgegebenen Unternehmen war 2024 in Papenburg mit einer Ausfallrate von 2,59 Prozent besonders hoch. Zum Vergleich: Besonders positiv fiel der Landkreis Aurich auf, der mit einer Ausfallrate von 1,18 Prozent den niedrigsten Wert der betrachteten Regionen aufwies. Emden (1,38 Prozent) und Leer (1,36 Prozent) lagen leicht darüber, aber immer noch deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert. Niedersachsen insgesamt verzeichnet eine Ausfallrate von 1,61 Prozent.
Ein differenzierter Blick auf die Branchenstruktur zeigt laut IHK deutliche Unterschiede in den jeweiligen Ausfallwahrscheinlichkeiten. In Emden weist das Baugewerbe mit 3,51 Prozent die höchste Ausfallrate auf. In Papenburg sind es sogar 4,73 Prozent, was auf konjunkturelle Unsicherheiten, steigende Zinsen und verschobene öffentliche Investitionen zurückzuführen sein dürfte, schlussfolgert die IHK. Aurich (1,74 Prozent), Leer (1,52 Prozent) und Wittmund (1,9 Prozent) bleiben in dieser Branche unter dem Bundesdurchschnitt von 2,31 Prozent.
Ein Sonderfall stellt aus Sicht der IHK die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung dar. In Papenburg lag die Ausfallrate hier bei alarmierenden 11,11 Prozent – ein Wert, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 1,64 Prozent liegt. (Quelle: Pressenotiz IHK Ostfriesland und Papenburg vom 30.07.2025)
Spendenaufruf für ein Pilot-Projekt: „Menschen des Aktionskomitees“
03.08.2024
Das Aktionskomitee für ein DIZ Emslandlager e.V. bittet mit nachfolgendem Spendenaufruf um Unterstützung für ein Projekt zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte.
„Liebe Freundinnen und Freunde des DIZ!
Seit seiner Vereinsgründung 1981 leistet unser Aktionskomitee Gedenk-, Erinnerungs- und Bildungsarbeit. Unser Bestreben ist es seit jeher, die Geschichte der Emslandlager 1933 bis 1945 aufzuarbeiten und an diejenigen zu erinnern, die ausgegrenzt, verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. In diesem Wirken hat auch unser Verein seine eigene Geschichte geschrieben. Ihr wollen und müssen wir uns nun widmen. Dafür bitten wir um Eure Spenden.
„Grabe wo du stehst“ – Unter diesem Motto begannen vor rund 50 Jahren Menschen aus der Zivilgesellschaft – von ehemaligen Häftlingen der Emslandlager über politische (Jugend-)Gruppen bis hin zu kirchlichen Gruppen – der regionalen Vergangenheit ins Auge zu blicken und sich zu fragen: Was ist hier eigentlich passiert? Vor genau 40 Jahren erreichten diese Menschen einen wichtigen Erfolg: die Eröffnung des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) Emslandlager in Papenburg.
Dieser Prozess war weder geradlinig noch einfach. Seit seiner Gründung ist der Verein mit Widerständen konfrontiert, und diese Widerstände hörten auch mit der Eröffnung des DIZ 1985 nicht auf. Dass unser Verein nun also auf 44 Jahre Geschichte zurückblicken kann, ist denjenigen zu verdanken, die diesen Widerständen zum Trotz für die Ziele unseres Vereins gekämpft und für sie gearbeitet haben.
Diejenigen, die einst mit den Zeuginnen und Zeugen der Zeit, den Überlebenden der Emslandlager, für deren Sichtbarkeit kämpften, sind mit diesen Kämpfen selbst zu Zeuginnen und Zeugen der Zeit geworden – zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Aufarbeitung.
Auch für diese Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gilt, was einst für die ehemaligen Häftlinge galt: Eines Tages werden sie ihre Geschichten nicht mehr erzählen können. Und deshalb ist es nun an uns als Verein, auch diese Geschichten zu dokumentieren und damit für nachfolgende Generationen festzuhalten. Es ist an uns festzuhalten, dass Gedenk- und Erinnerungskultur keine Selbstverständlichkeiten sind und nicht immer „alle schon dafür waren“.
Wir möchten noch in diesem Jahr mit einer „Pilot-Studie“ beginnen. Dazu wollen wir erste, altersbedingt besonders dringende Interviews führen, so z.B. mit unserem heute in Erlangen lebenden langjährigen ersten Vorsitzenden Prof. Dr. Werner Boldt, dem wir vor kurzem zu seinem 90. Geburtstag gratulieren konnten.
Ein solches Projekt bedeutet viel Arbeit und fordert finanzielle Ressourcen. Im Alltagsgeschäft ist das für uns nicht zu realisieren, weder personell noch finanziell. Wir konnten aber zwei erfahrene und qualifizierte Personen für dieses Vorhaben gewinnen, eine für die Erstellung eines Fragenkatalogs und die Durchführung der Interviews, eine für die Aufzeichnung der Interviews mit eigener Bild- und Tontechnik. Neben den für sie anfallenden Honorarkosten entstehen natürlich auch Sachkosten für Reisen und für Sachmittel.
Um dieses Vorhaben realisieren zu können, bitten wir Euch um finanzielle Unterstützung durch eine Spende unter Angabe des Spendenzwecks „Menschen des Aktionskomitees“ auf unser Vereinskonto des
AK DIZ Emslandlager e.V. bei der Volksbank Papenburg (Ostfriesische Volksbank), IBAN DE46 2859 0075 2135 6106 00, BIC GENODEF1LER
Zuwendungsbestätigungen für Mitgliedsbeiträge und Spenden werden im Januar 2026 verschickt.
Versalzung bedroht die Wasserversorgung aus Flüssen mit Gezeiteneinfluss
02.08.2025
Wasser, das aus Gezeitenflüssen (Flussmündungen mit Tide-Einfluss) für die menschliche Nutzung gewonnen wird, ist weltweit von Versalzung bedroht. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie eines internationalen Forschungsteams unter Federführung der amerikanischen University of Maryland; auch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) war beteiligt. Ursachen sind vor allem Klimawandelfolgen wie anhaltende Dürreperioden und der Anstieg des Meeresspiegels. Aber auch lokale menschliche Eingriffe direkt an den Tideflüssen begünstigen einen Anstieg des Salzgehalts in diesen lebenswichtigen Süßwasserressourcen.
Zentrale Ergebnisse der Studie sind:
Der Klimawandel ist der Haupttreiber der Versalzung. Der beschleunigte Meeresspiegelanstieg, immer längere Trockenheitsphasen und dadurch bedingte sehr niedrige Abflussraten in Flussläufen, aber auch Extremwetterereignisse, die durch Starkregen zu punktuell sehr hohen Einträgen von Salzen aus den Wassereinzugsgebieten führen, sorgen für eine erhebliche Zunahme des Versalzungsproblems.
Menschliche Aktivitäten und Eingriffe in die betroffenen Flüsse, wie die Vertiefung von Fahrrinnen in Flussmündungen, die übermäßige Verwendung von Streusalz und durch Menschen beschleunigte Verwitterungsprozesse an Land tragen ebenfalls zu erhöhten Salzgehalten bei und verschärfen die Probleme zusätzlich.
Tideflüsse auf allen Kontinenten und in allen Klimazonen sind betroffen, von halbtrockenen bis zu niederschlagsreichen gemäßigten Zonen, sowohl, was die Trinkwasserproblematik als auch die Schäden für Umwelt und Infrastruktur angeht.
Die Versalzung von Süßwasser kann außerdem zu schädlichen Sekundäreffekten führen, wie die Verschärfung von Sauerstoffdefiziten und die zusätzliche Schad- und Nährstoffmobilisierung in den betroffenen Flüssen, einschließlich Schwermetall- und radioaktiver Belastung.
Hans Burchard, IOW-Experte für ozeanographische Prozesse in Ästuaren und Küstenmeeren, hat an der jetzt vorgelegten Studie mitgewirkt und erklärt: „Auch in Deutschland, das nicht zu den typischen Trockengebieten der Erde zählt, sind in den letzten Jahren Dürreperioden aufgetreten, bei denen der Süßwasserabfluss in einigen Flüssen extrem niedrige Werte angenommen hat.“ So verzeichnete beispielsweise der Rhein im Sommer 2022 mit 673 m3/s den niedrigsten jemals gemessenen Abfluss. Dabei drang in den Niederlanden gezeitenbedingt das Salzwasser mehr als 10 km weiter in den Fluss ein als im langjährigen Mittel. Auch die Weser und die Elbe zeigten in den letzten Jahren die niedrigsten Abflüsse seit den 1950er Jahren mit ähnlichen Folgen.
„Immer waren langanhaltende Dürreperioden in den Fluss-Einzugsgebieten der Grund für diese aktuellen Salzintrusionen. Zusätzlich tragen aber auch die Vertiefung von Ästuaren in den letzten 100 Jahren für Schiffe mit immer mehr Tiefgang zum Langzeittrend zunehmender Flussversalzung bei“, so Burchard.
Aufgrund des Klimawandels mit immer trockeneren Sommern müsse man zukünftig auch in Deutschland mit einer Zunahme dieses Phänomens rechnen. „Damit werden Probleme bei der Wasserentnahme für Landwirtschaft und Trinkwasser zunehmen, sowie Einschränkungen der Biodiversität entlang der Ästuare, da viele Süßwasserarten häufiges Eindringen von Salzwasser- nicht tolerieren“, erklärt Burchard. (Quelle und mehr: IOW über Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Juli in Niedersachsen zu warm, zu nass und zu trüb
01.08.2025
Das Wetter im Juli in Niedersachsen lässt sich nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kurz und knapp zusammenfassen – es war zu warm, zu nass und zu trüb. Im Mittel betrug die Temperatur 18,4 °C. Das waren 1,7 Grad mehr als im Klimamittel (16,7 °C). Die Niederschlagssumme lag bei 93 l/m². Das war über ein Viertel mehr als im vieljährigen Mittel (73 l/m²). Besonders nass war es vom Emsland bis zur Elbmündung und in Richtung Harz, denn dort kamen bis zu 130 l/m² vom Himmel.
Die Sonne hatte es häufig schwer sich gegen die kompakten Wolkenfelder durchzusetzen. Dadurch kamen bis Monatsende unterdurchschnittliche 167 Sonnenstunden (191 Stunden in der Periode 1961 bis 1990) zusammen und nur in Hamburg war es im Juli noch trüber.
Der DWD betreibt in Dörpen eine Wetterstation, deren Daten aus dem OpenData-Bereich des DWD übernommen werden. Hier die Darstellung für Juli 2025:

(Darstellung: Michael Theusners Wetter- und Klimaseite, Erläuterungen auf https://www.mtwetter.de/meteogramm36h_info.php),
Die Niederschlagssumme betrug in Dörpen 97,2 l/m². Das waren etwa 20 % mehr als beim vieljährigen Mittel von 80,7 l/m² (nicht der Darstellung zu entnehmen). Die Anzahl der Sonnenstunden lag mit 161,1 wiederum deutlich unter dem Wert für Niedersachsen von 167 Stunden.
Klimaschutz: Politiker unterschätzen Bereitschaft der Bürger
01.08.2025
Deutsche Politiker unterschätzen die Bereitschaft der Bevölkerung, wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Zu diesem erstmalig ermittelten Befund kommt eine von Dr. Timur Sevincer an der Leuphana Universität Lüneburg zusammen mit Prof. Dr. Wilhelm Hofmann von der Ruhr-Universität Bochum geleitete Studie.
Der Psychologe und Experte für nachhaltiges Verhalten und sein Kollege haben unter anderem herausgefunden: „Die Unterschätzung ist am größten für Maßnahmen, die den wirksamsten Beitrag zum Klimaschutz leisten könnten, wie etwa Regulierungen und Besteuerung von klimaschädlichen Produkten.“ Auch Bürgerinnen und Bürger unterschätzen die Bereitschaft ihrer Mitmenschen, mehr Klimaschutzmaßnahmen zu akzeptieren, sind aber näher an der Realität als die Politiker, haben die Wissenschaftler festgestellt.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass politische Entscheidungsträger – und zwar unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – ihre Politikagenda vermutlich zu vorsichtig ausrichten. Die falsche Annahme, die Bevölkerung sei weniger bereit zu wirksamen Klimaschutzmaßnahmen, als sie es tatsächlich ist, kann als ein wesentliches Hindernis für wirksame Klimaschutzmaßnahmen angesehen werden. (Quelle und mehr: Leuphana Universität Lüneburg über Informationsdienst Wissenschaft e. V.)
Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn gestiegen – außer in Sögel
31.07.2025
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim) im Juli 2025 gestiegen. 10.480 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 609 Personen mehr (6 Prozent) als im Juni und 457 Personen bzw. 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,7 Prozent und lag mit 0,2 Prozent über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,6 Prozent. Die Arbeitslosenquoten änderten sich dementsprechend im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn. Dabei reichte die Spanne der Quoten in den Geschäftsstellenbezirken im Juli 2025 von 3,4 % in Lingen und Sögel bis 4,7 % in Papenburg.
In Sögel reduzierte sich der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 %, die Geschäftsstelle Papenburg verzeichnet dagegen eine Zunahme um 11 %. Eine Nachfrage zu möglichen Gründen für diese unterschiedliche Entwicklung wurde von der Agentur für Arbeit Nordhorn nicht beantwortet.
Im Landkreis Emsland waren im Juli 7.506 Menschen arbeitslos gemeldet, 526 Personen mehr (8 Prozent) als im Juni und 327 Personen bzw. 5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
René Duvinage, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur, erläutert in einer Pressemitteilung seiner Agentur dazu: „Die wirtschaftliche Situation bleibt insgesamt eher eingetrübt. Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist aktuell eine Herausforderung, da der Arbeitsmarkt insgesamt nicht von der Stelle kommt…“. (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn)
In Niedersachsen stieg die Quote im Vergleich zum Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Im Land Bremen erreichte die Arbeitslosenquote mit 11,8 % sogar den höchsten Wert seit fünf Jahren. So hoch hatte sie zuletzt im Juli 2020 gelegen. Nachdem die Quote im August 2020 noch auf zwölf Prozent gestiegen war, sank sie wieder, berichtet buten un binnen.
Langsam Richtung Degrowth? Bruttoinlandsprodukt sinkt um 0,1 % gegenüber Vorquartal
31.07.2025
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,1 % gesunken. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung vom 30. Juli 2025 mit.
Anhänger eines Degrowth-Kommunismus sollten sich allerdings nicht zu früh freuen, denn im Vorjahresvergleich lag das BIP im 2. Quartal 2025 preisbereinigt auf demselben Niveau wie im 2. Quartal 2024 (0,0 %), wobei im 2. Quartal 2025 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand. Preis- und kalenderbereinigt war es um 0,4 % höher als im Vorjahresquartal.
Interessierte können sich aber schon einmal mit dem Buch „Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ von Kohei Saito in die Degrowth-Thematik einlesen. Eine Rezension haben wir bereits am 16.03.2025 veröffentlicht.
Munich Re: Katastrophen kosten Milliarden
30.07.2025
Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr 2025 weltweit immense Schäden in Höhe von 131 Milliarden Dollar angerichtet. Dies waren nach Analyse des Rückversicherers Munich Re die zweit höchsten Schäden in der ersten Jahreshälfte seit 1980.
Die Buschbrände im Großraum von Los Angeles nach langer Trockenheit verursachten die teuerste Naturkatastrophe des ersten Halbjahres – und das im Winter während der sonst üblichen Regenperiode. Der Gesamtschaden wird auf 53 Mrd. US$ geschätzt, etwa 40 Mrd. US$ davon war versichert. Noch nie haben Waldbrände höhere Schäden angerichtet. Die Gesamt- wie auch die versicherten Schäden dieses Ereignisses sind beinahe doppelt so hoch wie die weltweiten Schäden im Jahr 2018, dem bisher teuersten Waldbrandjahr. 29 Menschen kamen ums Leben.
Der Einfluss des Klimawandels auf Wetterkatastrophen ist von der Forschung vielfach belegt: Bei vielen der beobachteten Wetterkatastrophen geht die Wissenschaft davon aus, dass sie durch den Klimawandel häufiger und heftiger ausfallen. Nach dem Rekordjahr 2024 ist auch das laufende Jahr wieder auf dem Weg, eines der wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen zu werden. Nach Daten der US-Wetterbehörde NOAA lagen die weltweiten Durchschnittstemperaturen zwischen Januar und Juni im Schnitt um rund 1,4°C über denen der vorindustriellen Zeit (1850-1900). Es war damit das zweitwärmste Halbjahr überhaupt.
Die meisten Menschenleben forderte mit 4.500 Toten das Erdbeben in Myanmar am 28. März. (Quelle und mehr: Munich RE-Medieninformation vom 29.07.2025)
Niederlande exportieren wieder mehr Gülle nach Deutschland
30.07.2025
Eine Verschärfung der Düngevorschriften und das Auslaufen der Derogation von der EU-Nitratrichtlinie erhöhen den Druck auf die niederländischen Tierhalter, denn die Gülleentsorgung verursacht beträchtliche Kosten. Nachdem die Gülleausfuhren seit 2019 deutlich zurückgegangen waren, haben die Exporte im ersten Halbjahr 2025 extrem zugenommen. Die größten Mengen an Stickstoff und Phosphat gehen nach Deutschland. Weitere Informationen findet man in einem Artikel der Zeitschrift Land & Forst.
UPM im ersten Halbjahr weniger profitabel
29.07.2025
Für das erste Halbjahr 2025 hat der finnische Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierkonzern UPM, Helsinki, Ende Juli einen Umsatz von 5,0 Mrd. Euro gemeldet – das sind 3 % weniger als in den ersten sechs Monaten 2024. Das Betriebsergebnis war mit 305 Mio. Euro um 25 % geringer als im ersten Halbjahr des Vorjahrs. Der Bilanzgewinn fiel mit 215 Mio. Euro 31 % geringer aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg auf 3,3 Mrd. Euro (+20 %) an. (Quelle: Holz-Zentralblatt)
Wer tiefer in die UPM-Zahlen einsteigen möchte, findet weitere Details im UPM Half Year 2025 Financial Report. Dort liest man auch, dass UPM das Projekt zum Bau einer Bioraffinerie in Rotterdam aufgegeben hat.
Zu UPM gehört auch Nordland Papier in Dörpen.
Norderney: 3,5 Millionen Euro für Strandaufspülung
29.07.2025
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) lässt ab August 260.000 Kubikmeter Sand aus der Robbenplate großflächig in die Buhnenfelder am Norderneyer Westkopf einspülen. Je nach Wetterlage erwartet der Landesbetrieb, dass die erforderlichen Arbeiten etwa sechs Wochen andauern.
Vermessungen des NLWKN hatten hier gezeigt, dass das Strandniveau zuletzt deutlich abgenommen hatte; ein reduziertes Strandniveau berge das Risiko, dass die Fußsicherungen und Einfassungen der Uferpromenade und Buhnen unterspült werden. Eine Gefährdung des gesamten Bauwerks wäre die Folge, wird in einer Pressemitteilung erläutert.
Insgesamt soll das Strandniveau auf einer Gesamtstrecke von zwei Kilometern nach und nach erhöht werden. Bei den großflächigen Aufspülungen des Strandes handelt es sich laut NLWKN um ein erprobtes Verfahren: Die Premiere in Deutschland fand 1951/52 auf Norderney statt, wird weiter mitgeteilt. Zuletzt war die Insel 2019 Schauplatz einer Aufspülung, die sich als naturnahe Maßnahme zum Schutz vor den Angriffen des Meeres nicht nur auf Norderney, sondern weltweit bewährt habe.
Für das offenbar international anerkannte Verfahren hat man sich dann auch ein Schlagwort auf Englisch ausgedacht: „Building with Nature“ lautet das Motto. Das klingt doch viel besser als „Aufspülungen mit Baggerschiff, Spülrohren und Planierraupen am Strand in der Haupturlaubszeit“.
Zu hinterfragen wäre auch, ob die Maßnahme mit oder gegen die Natur umgesetzt wird. Offensichtlich ist, dass das Wasser, also die Natur, immer wieder Uferabbrüche verursacht. Diesem natürlichen Vorgang will man mit Küstenschutzmaßnahmen entgegenwirken, was seine Berechtigung haben mag, solange die Arbeiten noch finanzierbar sind. Eine verklausulierte Beschreibung der Maßnahmen ändert jedoch nichts daran, dass der natürliche Trend hier aufgehalten werden soll.
Für die Planung und Umsetzung der aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanzierten Arbeiten sind insgesamt rund 3,5 Millionen Euro eingeplant.
(Quelle und mehr: Pressemitteilung NLWKN vom 25.07.2025)
Umwelthilfe: Zolldeal ist „totale Katastrophe“ für Klimaschutz
28.07.2025
Die EU hat zugesagt, künftig erheblich mehr Kohle, Öl und Flüssiggas aus den USA zu importieren. Constantin Zerger, Energie-Experte der Deutschen Umwelthilfe (DUH), kritisiert diesen Deal in einem Gespräch mit „Umwelt und Verbraucher“ vom Deutschlandfunk als „Rückwärtsgang und völlig falsche Richtung“ beim Klimaschutz.
In einer Pressemitteilung der DUH kann man weitere Details hierzu lesen. Danach verpflichtet sich die Europäische Union im neuen Handelsabkommen mit den USA für drei Jahre zum Import von fossilen Energien in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die EU importiere aktuell fossile Energien in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar jährlich aus den USA. Das Handelsabkommen vervierfache die fossilen Importe.
Deshalb warnt die DUH vor einer neuen fossilen Abhängigkeit zulasten von Klimaschutz und Sicherheit. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, das fossile Importversprechen umgehend zurückzunehmen.
„Wir fordern eine klare Positionierung gegen das Importversprechen durch Bundeskanzler Merz und eine Absage des Handelsabkommens durch Kommissionspräsidentin von der Leyen“, wird Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, zitiert – da kann er wohl lange warten, nehmen wir an.
Offener Brief an König Charles III. für gesunde Hunde und verantwortungsvolle Zucht
28.07.2025
Parallel zur Veröffentlichung eins Merkblattes mit Informationen zum Cavalier King Charles Spaniel hat das Qualzucht Evidenz Netzwerk QUEN einen offenen Brief an König Charles III. verfasst. Darin wird zu einer konsequenten Priorisierung der Gesundheit bei der Zucht und der Ausstellung von Hunden aufgerufen – insbesondere auch bei Rassen wie dem Cavalier King Charles Spaniel. „Wir fordern, dass der Kennel Club die Gesundheit jedes einzelnen Tieres in den Mittelpunkt stellt“, schreibt das QUEN auf seiner Homepage; hier findet man den offenen Brief in deutscher und englischer Sprache.
Der Ursprung des Lebens liegt vermutlich im Weltall
27.07.2025
Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) hat mit dem ALMA-Teleskop komplexe organische Moleküle in der protoplanetaren Scheibe des Protosterns V883 Orionis entdeckt – darunter wahrscheinlich Ethylenglykol und Glykolnitril. Diese Verbindungen gelten als Vorstufen der Bausteine des Lebens. Ein Vergleich verschiedener kosmischer Umgebungen zeigt, dass sowohl die Häufigkeit als auch die Komplexität solcher Moleküle von Sternentstehungsgebieten hin zu Planetensystemen zunimmt. Dies deutet darauf hin, dass die Bausteine des Lebens bereits im Weltraum gebildet werden und weitverbreitet sind.
Komplexe organische Moleküle (COMs; complex organic molecules) wurden bereits an verschiedenen Orten nachgewiesen, die mit der Entstehung von Sternen und Planeten in Verbindung stehen. COMs bestehen aus mehr als fünf Atomen, darunter mindestens ein Kohlenstoffatom. Viele von ihnen gelten als Vorläufer wichtiger biologischer Verbindungen, etwa von Aminosäuren und Nukleinsäuren. Die Entdeckung von 17 COMs in der protoplanetaren Scheibe des Protosterns V883 Orionis schließt eine lang bestehende Lücke im Verständnis der chemischen Entwicklung dieser Moleküle – von der Zeit vor der Sternentstehung bis zur Bildung planetenbildender Scheiben. Erstmals konnten dabei auch die Signaturen von Ethylenglykol und Glykolnitril nachgewiesen werden. Aus Glykolnitril können sich die Aminosäuren Glycin und Alanin sowie die Nukleinbase Adenin bilden.
Die Ergebnisse deuten nach Ansicht von Abubakar Fadul, Leiter der MPIA-Gruppe, auf eine direkte Entwicklungskette zwischen interstellaren Molekülwolken und voll ausgebildeten Planetensystemen hin, mit der die chemische Vielfalt und Komplexität ständig zunimmt. Der Übergang von einem kalten Protostern zu einem jungen Stern, der von einer Scheibe aus Staub und Gas umgeben ist, ist durch heftige Phasen mit Schockwellen, intensiver Strahlung und gewaltigen Gasausstößen gekennzeichnet.
Bislang wurde angenommen, dass diese extremen Bedingungen die zuvor gebildeten chemischen Verbindungen weitgehend zerstören. Gemäß dieses sogenannten „Reset“-Szenarios müssten die meisten chemischen Stoffe, die später zu lebenswichtigen Molekülen werden, erst in protoplanetaren Scheiben neu entstehen – während der Bildung von Kometen, Asteroiden und Planeten. Nun scheint aber genau das Gegenteil der Fall zu sein, schlussfolgern die MPIA-Forschenden aus ihren Erkenntnissen. Protoplanetare Scheiben übernehmen offenbar komplexe Moleküle aus früheren Stadien, und ihre chemische Evolution setzt sich während der Scheibenphase fort. Tatsächlich wäre die Zeit zwischen der energiereichen Protosternphase und der Entstehung einer stabilen protoplanetaren Scheibe zu kurz, um komplexe organische Moleküle in nachweisbaren Mengen neu zu bilden, wird weiter erläutert.
Hintergrund: Komplexe Moleküle wie Ethylenglykol und Glykolnitril senden Radiowellen aus, die das ALMA-Radiointerferometer empfangen kann.
Die MPIA-Forschenden erhielten die Beobachtungszeit am ALMA über die Europäische Südsternwarte (ESO), die das Observatorium in der chilenischen Atacama-Wüste auf 5.000 Metern Höhe gemeinsam mit der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) und den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Republik Chile betreibt. Mit ALMA gelang es dem Team, das System V883 Orionis exakt anzuvisieren und die schwachen Spektralsignaturen nachzuweisen, die die aktuelle Entdeckung ermöglichten. (Quelle und mehr: Max-Planck-Institut für Astronomie über Informationsdienst Wissenschaft e. V., https://idw-online.de/de/news855765)
Mehr über das ALMA findet man auf der Homepage der ESO.
Heino Falcke schreibt in seinem lesenswerten Buch „Licht im Dunkeln“, dass das ALMA aus 66 Schüsseln besteht, deren Durchmesser zumeist zwölf Meter beträgt.
Niedersachsens Reiter bekämpfen Jakobkreuzkraut mit der JKK-Challenge 2025
26.07.2025
Die Zeitschrift Land & Forst berichtet aktuell über eine Bekämpfungsaktion der Freizeitreiter gegen das Jakobkreuzkraut: „Eine Aktion zum Mitmachen, Aufklären und Eindämmen der Giftpflanze. Landwirte, Tierhalter und Kommunen sind gefragt, denn nur gemeinsam lassen sich befallene Flächen erkennen und Tiere wirksam schützen“. Dies und mehr liest man auf der Homepage der Zeitschrift.
Weitere Informationen erhält man auf der Homepage der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD). Noch bis zum 31. August dieses Jahres läuft die größte Kreuzkraut Kampagne der VFD Niedersachsen, die es je gegeben hat: alle Pferdemenschen sind angehalten das Kreuzkraut auf und um ihre Pferdeweiden und Mähwiesen zu entfernen, aber auch mit Anträgen an die Gemeinden dafür zu sorgen, dass Container für die kostenlose Entsorgung bereitgestellt werden oder das Straßenbegleitgrün gemäht wird. Die Bezirksverbände werden gebeten, das Ganze für ihren Bereich zu koordinieren.
Heute in Wippingen: „Mühle im Wind“
26.07.2025
Heute heißt es in Wippingen wieder „Mühle im Wind“ – das Open-Air-Konzert an der Wippinger Mühle startet um 19 Uhr.
Den Auftakt machen die „Hoofbeats“, die mit handgemachter Musik für beste Festivalatmosphäre sorgen. Danach übernimmt die „New Edition Band“ die Bühne und begeistert mit einem vielseitigen Repertoire aus Pop, Rock und Klassikern zum Mitsingen und Tanzen.
An der Abendkasse kosten die Tickets 14 Euro, bzw. 12 Euro für Mitglieder des Heimatverein Wippingen. (Quelle: Hallo Wippingen)
UPM plant Ende der Papierproduktion im finnischen Werk Kaukas
25.07.2025
Der finnische Zellstoff- und Papierkonzern UPM, zu dem auch Nordland Papier in Dörpen gehört, plant die Einstellung der Papierherstellung bei UPM Kaukas und die Verlagerung der Produktion gestrichener Papiere innerhalb Finnlands nach Rauma.
Das Werk UPM Kaukas liegt rund 220 Kilometer von Helsinki entfernt in der finnischen Stadt Lappeenranta. Die Papierfabrik beschäftigt ca. 250 Mitarbeiter und gehört zum 1975 gegründeten integrierten Werksstandort UPM Kaukas, erfährt man in der Beschreibung des Werks auf der UPM-Homepage.
Die Umsetzung der Pläne würde zur jährlichen Kapazitätsreduzierung von 300.000 t gestrichener Papiere führen. Die Stilllegung der Papiermaschine (PM 1) ist für Ende 2025 geplant.
UPM erhofft sich jährliche Kosteneinsparungen von 32 Mio. Euro. Als Gründe nennt UPM strukturelle Überkapazitäten im grafischen Papiermarkt und die Notwendigkeit, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit seiner Aktivitäten sicherzustellen. Leider erfordere die Marktentwicklung solche Maßnahmen, die eine Fortsetzung schwieriger, aber notwendiger Schritte darstellen, um die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Papiergeschäfts sicherzustellen. Man sei sich bewusst, dass diese Pläne erhebliche Auswirkungen auf die Belegschaft in Lappeenranta haben werde, und sei bestrebt, Lösungen zu finden, „die den lokalen Vorgaben entsprechen“. UPM werde umgehend in den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern einsteigen.
Die Produktion von Zellstoff, Schnittholz und Biokraftstoffen sowie die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wie bisher bei UPM Kaukas fortgesetzt. (Quelle: Mitteilung UPM vom 24.07.2025)
Dörpen: Fahrspurerneuerung am LKW-Parkplatz im Industriegebiet
25.07.2025
Die Gemeinde Dörpen lässt zurzeit die Fahrspuren am LKW-Parkplatz im Industriegebiet erneuern. Dazu haben wir folgende Informationen von der Verwaltung erhalten:
Bei dem LKW-Parkplatz handelt es sich um einen der verkehrlich am höchsten frequentierten Bereiche im GVZ Emsland. Streng genommen geht es allerdings bei der aktuellen Baumaßnahme nicht um den eigentlichen Parkplatz, sondern um die Fahrspuren und die Verkehrswege rund um den Parkplatz. Die gepflasterten Abstellflächen werden im Grunde gar nicht angefasst. Allenfalls in den Übergangsbereichen zwischen asphaltierter Fahrspur und gepflasterter Parkfläche sind geringfügige Anpassungen erforderlich. Durch das hohe Verkehrsaufkommen in dem Bereich sind die Fahrspuren in einem sehr schlechten Zustand. Dabei ist der Verkehr nicht in erster Linie durch die parkenden LKW bedingt. Über die betroffenen Straßen fließt fast vollständig auch der interne Shuttleverkehr zwischen der Papierfabrik, dem Gleisterminal, dem Hafen und den verschiedenen Lagerhallen im GVZ. Besonders betroffen sind die Kurvenbereiche, weil hier große Radialkräfte auf den Belag wirken. Da das Ganze ein in relativ kurzen Abständen von 10-15 Jahren wiederkehrendes Problem ist, haben Fachleute vorgeschlagen, das Thema grundsätzlicher zu lösen und eine deutlich über die sonst übliche Deckensanierung hinausgehende Baumaßnahme vorgeschlagen.
Die gerade in der Umsetzung befindliche Maßnahme entspricht einem Neubau der Straßen. Der komplette Unterbau der Straßen wird entfernt und in verstärkter Form in der dann höchsten Ausbauklasse wieder aufgebaut. Außerdem soll erstmals und wegen der hohen Kosten auch nur explizit in diesem Bereich mit den vielen Kurven und dem hohen Verkehrsaufkommen ein anderes Material als Oberbelag zum Einsatz kommen. Die Fachleute sprechen von einer „halbstarren Decke“ mit einer Mischung aus Asphalt und Mörtel. Das Material soll die positiven Eigenschaften von Asphalt (Flexibilität) und Beton (Festigkeit) vereinen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Maßnahme die Sanierungsintervalle zukünftig deutlich verlängert und somit wirtschaftlicher ist als die bisherige Praxis.
Deutlich zur verbesserten Wirtschaftlichkeit bei trägt eine Bezuschussung durch das Land Niedersachsen in Höhe von 60 % der förderfähigen Kosten nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat eine Förderung in Höhe von ca. 1,23 Mio. € zugesagt. Davon werden allerdings nur 400.000 € im Jahr 2025 bereitgestellt. Weitere Raten sind für die Jahre 2026 und 2027 bewilligt. Die Gemeinde muss also zunächst einen größeren Teil der veranschlagten Gesamtkosten von rund 2,4 Mio. € vorfinanzieren. Ein Teil der Kosten (z.B. Planungsaufwand, Beleuchtung etc.) wird lt. GVFG grundsätzlich nicht als förderfähig anerkannt. Die tatsächliche Förderquote liegt daher eher bei 50 % als bei 60 %. Die Maßnahme ist im Übrigen in ein größeres zusammenhängendes Ausbaukonzept zur Erneuerung aller wesentlichen Verkehrswege im GVZ Emsland eingebunden. Schon im Jahr 2019 wurde das gesamte Straßennetz im GVZ in das sogenannte Mehrjahresprogramm nach GVFG aufgenommen. Mit der Hauptzufahrt auf die Papierfabrik und einem daran anschließenden Teil bis zum Osthafen sind zwei Bauabschnitte schon fertiggestellt und abgerechnet. Beim LKW-Parkplatz handelt es sich also um den dritten Bauabschnitt. Als vierter und voraussichtlich letzter Bauabschnitt soll in den nächsten Jahren das Teilstück zwischen Osthafen und Kreisstraße 157 (Dörpen-Haar) erneuert werden.
Die aktuelle Baumaßnahme ist auf einen Zeitraum von ca. 4,5 Monaten ausgelegt. Bis Mitte November 2025 soll der Bau abgeschlossen werden. Wegen der benötigten höheren Außentemperaturen bei Verwendung des Mörtels im Vergleich zu herkömmlichem Asphalt, wird die Deckschicht spätestens Ende September aufzubringen sein. Danach sind noch Restarbeiten geplant. Als Ausweichmöglichkeit für das Abstellen und Abfertigen von LKW wird eine Logistikfläche im Osthafen vorübergehend genutzt.
Agrar-Gewerkschaft: Erntehelfer im Emsland sind keine „Feldarbeiter 2. Klasse“
24.07.2025

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) appelliert an die Obst- und Gemüsebauern in der Region, bei Saisonkräften für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen und faire Löhne zu zahlen.
„Vom Spargel über Erdbeeren und Gurken bis zu Äpfeln und Kirschen: Die Obst- und die Gemüseernte ist harte Arbeit – gebückt, auf den Knien, oft im Regen oder in sengender Sonne. Die Menschen, die diese Jobs machen, müssen dafür auch ordentlich bezahlt und anständig untergebracht werden. Saisonarbeiter haben mindestens den Mindestlohn verdient. Ausnahmen darf es dabei auch in Zukunft nicht geben“, sagt der stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Herbert Hilberink.
Oft kämen die Saisonkräfte aus osteuropäischen Ländern – vorwiegend aus Rumänien. Aber auch aus Bulgarien, Polen und Kroatien. Und zunehmend sogar aus Zentralasien. „Viele kommen Jahr für Jahr zur Erntesaison. Sie bleiben dann drei Monate. Oft aber auch länger. Während dieser Zeit leben die Saisonkräfte in Unterkünften, die häufig auch noch ziemlich heruntergekommen sind. Trotzdem zahlen sie dafür oft eine hohe Miete“, so Herbert Hilberink. Auch die Verpflegung gehe vom Lohn ab. Dazu kämen die Transport- und Vermittlungskosten zu den Landwirten im Kreis Emsland. „Unterm Strich bleibt dabei für Saisonkräfte, die den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, am Monatsende nicht mehr wirklich viel übrig“, so Hilberink. Die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim warnt: Die Arbeit auf dem Feld dürfe nicht zur Ausbeutung werden. Erntehelfer aus dem Ausland seien keine „Feldarbeiter 2. Klasse“.
Dabei sei, so Hilberink, der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 12,82 Euro pro Stunde das Minimum, das Landwirte ihren Saisonbeschäftigten zahlen müssten. „Alles darunter ist strafbar und ein Fall für den Zoll. Und für Landwirte, die davon geträumt haben, Saisonarbeiter aus dem Ausland mit absoluten Billigst-Löhnen abspeisen zu können, gibt es jetzt eine klare Botschaft: Das Bundesagrarministerium in Berlin hat klargestellt, dass es für die Landwirtschaft keine Ausnahmen vom Mindestlohn geben wird“, so der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Agrar-Gewerkschaft. Damit sei die „respektlose Forderung“ des Deutschen Bauernverbandes, Saisonarbeitern in der Landwirtschaft nur 80 Prozent des gesetzlichen Mindestlohnes zu zahlen, endlich vom Tisch. Denn das hätte, so die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, insgesamt das Lohnniveau gedrückt – auch für Fachkräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben.
Bereits heute werde in der Landwirtschaft nicht gerade üppig verdient: „Viele Betriebe suchen händeringend nach Arbeitskräften – vor allem auch nach Saisonkräften. Jede Lohndrückerei würde den Mangel an Arbeitskräften noch verschlimmern“, so Hilberink. Es sei auch nicht gerechtfertigt, „bei den Löhnen zu knausern“. Denn wirtschaftlich passiere gerade eine Menge, wovon auch die Landwirte im Kreis Emsland erheblich profitierten: So plane die schwarz-rote Bundesregierung eine Senkung der Stromsteuer für die Landwirtschaft. Und ab 2026 werde es zudem wieder die volle Rückvergütung beim Agrar-Diesel von immerhin 21,4 Cent pro Liter geben.
Herbert Hilberink verweist außerdem auf die Niederlande: „Die Bauern in Holland zahlen heute bereits einen Mindestlohn von immerhin 14,40 Euro pro Stunde. Sie liegen damit 1,58 Euro über dem gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Und sie beliefern trotzdem den deutschen Markt mit Obst und Gemüse.“ Der Mindestlohn in Deutschland steige im kommenden Jahr auf 13,90 Euro pro Stunde und liege dann immer noch unter dem untersten heutigen Lohnniveau der Niederlande.
Wer im Kreis Emsland auf Saisonkräfte treffe, die Hilfe benötigten, könne sich an das Beratungsnetzwerk Faire Mobilität vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wenden: kontakt@faire-mobilitaet.de oder 030-219 65 37 21. Die Homepage https://www.faire-mobilitaet.de/ bietet zudem Informationen in Sprachen, die für Saisonkräfte relevant sind, so die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.
Die Agrar-Gewerkschaft nennt zu der Hilfe, die sich Landwirte im Kreis Emsland für die Arbeit auf den Feldern holen, auch Zahlen: So waren genau vor einem Jahr – im Juli 2024 – rund 160 kurzfristig Beschäftigte zur Erntesaison in der Landwirtschaft im Landkreis Emsland im Einsatz, so die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Die Agrar-Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur. (Quelle: Pressinformation IG BAU vom 24.07.2025)
Altkleider wurden abgeholt
23.07.2025
Der Altkleidercontainer in Neudörpen wurde entleert und die zwischenzeitlich davor abgelagerten Altkleidersäcke wurden ebenfalls abtransportiert. Seit Wochen war der Altkleidercontainer bis an den Rand gefüllt; wir hatten am 16.07.2025 darüber berichtet.
Die Verwaltung der Gemeinde hatte sich mit der verantwortlichen Firma in Verbindung gesetzt und sie nachdrücklich zur Abholung aufgefordert. Dies hat offenbar gereicht, um den Betreiber nun zur Abholung zu bewegen – ein Dank an die Verwaltung…
BSW: Lies auf Kuschelkurs bei Merz-Besuch in Hannover
23.07.2025
Der Landesverband Niedersachsen der Partei Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) veröffentlicht zum Antrittsbesuch des Bundeskanzlers in Hannover die nachfolgende Pressemitteilung:
Die rot-grüne Landesregierung und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) haben den offiziellen Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nicht genutzt, um dem Gast aus Berlin die wirklichen Sorgen und Nöte des Flächenlandes zu vermitteln. Vielmehr habe Lies sich erneut als „Frühstücksdirektor“ präsentiert, dem es darum gehe, mit „schönen Bildern eine heile Welt“ vorzugaukeln, reagierte der Landesverband Niedersachsen des BSW (Bündnis Sarah Wagenknecht) auf den mehrstündigen Besuch des Kanzlers in der Landeshauptstadt.
So hätten sich Merz und Lies öffentlichkeitswirksam mit einem VWBus autonom zur Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) fahren lassen, kritisierte Holger Onken, BSW-Landesvorsitzender (Oldenburg) in einer Presseerklärung seiner Partei. Dabei hätte er eher erwartet, dass Lies den Bundeskanzler auf die prekäre Situation der Krankenhäuser im Land anspricht und mehr Hilfe des Bundes einfordert. Niedersachsen könne mit seiner Krankenhausreform mittelfristig nicht allein für die finanziellen Probleme der Kliniken aufkommen. Hier stehe die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung auf dem Spiel, mahnte Onken mehr Engagement des Ministerpräsidenten an.
Auch zum Thema Stromsteuer hat der BSW-Landesverband ein deutliches Wort des Ministerpräsidenten vermisst. Co-Landesvorsitzender Thorsten Renken (Westerstede) erklärte, Olaf Lies habe die Chance verstreichen lassen, sich beim Bundeskanzler für die Einhaltung des Koalitionsvertrages einzusetzen und die Senkung der Stromsteuer für alle Bürger anzumahnen. Lies habe seinen Parteifreunden im schwarz-roten Bundeskabinett nicht in die Parade fahren wollen, begründet Renken den Kuschelkurs des Landesvaters.
Brücke über den Küstenkanal bei Neubörger wird halbseitig gesperrt
22.07.2025
Aufgrund von Arbeiten am Stahlfachwerk wird die Straßenbrücke Neubörger Nr. 27 im Zuge der L62 über den Küstenkanal (Strecke Neulehe – Neubörger) ab dem 28. Juli 2025 über Tag halbseitig für den Straßenverkehr gesperrt. Die Arbeiten dauern ca. 5 Tage; abends wird die Verkehrseinschränkung zurückgebaut. (Quelle: Pressemitteilung Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee)
Berentzen leidet unter Alkoholverzicht
21.07.2025
Ob zur christlichen Fastenzeit oder im Rahmen eines alkoholfreien Monats wie dem Dry January: Immer mehr Menschen verzichten ganz oder für eine bestimmte Zeit auf Alkohol, ebenso konsumieren Bundesbürger häufiger beim Essen oder anlässlich von Feiern vornehmlich alkoholfreie Getränke. Anfang des Jahres wurde in den Medien vermehrt über die Gefahren durch Alkohol berichtet, und viele Menschen sind mittlerweile davon überzeugt, dass ein bewusster, längerer Alkoholverzicht positive Effekte auf Körper und Psyche hat. Was eine Zeit ohne Alkohol bewirkt, erfährt man z. B. bei der Krankenkasse AOK.
Weniger Konsum bedeutet allerdings für die Anbieter von alkoholischen Getränken weniger Umsatz, und daraus folgt oftmals auch ein geringerer Gewinn. Dies musste man nun auch bei Berentzen in Haselünne (gern auch gelegentlich „Fusellünne“ genannt) zur Kenntnis nehmen.
Die Berentzen-Gruppe verzeichnet im ersten Halbjahr einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im ersten Halbjahr von 5,1 Millionen (2024) auf 3,2 Millionen (2025). Grund sei die anhaltende Kaufzurückhaltung bei Alkohol. Eine Zunahme verzeichnet das Unternehmen dagegen bei Limonaden, berichtet die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg.
Grüne kritisieren Windpark-Aussagen von Rastdorfs Bürgermeister
19.07.2025
Gegen die im Eleonorenwald in Vrees geplanten 36 großen Windkraftanlagen hat Rastdorfs Bürgermeister Hartmut Moorkamp (CDU) „Bedenken“ angemeldet, war in der NOZ vom 01.07.2025 zu lesen. Dies kritisiert wiederum die Grüne Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung; wie die CDU hatten auch die Grünen der Flächenausweisungen im verabschiedeten Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) zugestimmt.
Von der Verwaltung und der Mehrheitsfraktion seien großen Abstandsregelungen priorisiert bzw. explizit gefordert worden, erläutern die Grünen. Die Konsequenz daraus seien die vorliegenden Flächenausweisungen im verabschiedeten Regionalen Raumordnungsprogramm.
„Die Ausweisung von Waldflächen für die Windenergienutzung ist schmerzhaft“, sagt Theresa Gothe, Kreisvorsitzende der Grünen im Emsland, laut Pressemitteilung der Kreistagsfraktion der Grünen im Emsland vom 17.07.2025, also über zwei Wochen nach der Äußerungen von Moorkamp.
„Die Aussagen von Herrn Moorkamp im Nachgang zum abgeschlossenen RROP-Verfahren kann man aus unserer Sicht nur als scheinheilig und unglaubwürdig bezeichnen. Die Frage ist: Warum hat er sich mit diesen Aussagen nicht bereits während des laufenden Prozesses und vor dem Beschluss des Kreistages öffentlich in die Debatte eingebracht“, wird das Grünen-Kreistagsmitglied Klemens Grolle in der Pressemitteilung zitiert. Die Kritik Moorkamps komme zu spät.
Auch diese Pressemitteilung hat die NOZ in einem Artikel vom 18.07.2025 verarbeitet. Wirklich neue Infos erhält der nicht, aber die hierzu eingegangenen Kommentare der registrierten Leser zeigen, wie umstritten die Windkraftanlagen im Eleonorenwald sind.
Unsere Meinung: Die Stellungnahme der Grünen zu Moorkamps „Bedenken“ kommt ebenfalls ziemlich spät. Offenbar brauchte die Fraktion Zeit für eine Positionsbestimmung zu einer Kritik, die man doch eher von den Grünen selbst erwarten durfte.
Folglich kann die inkonsequente Haltung der Grünen zu Windkraftanlagen im Wald mit der Mitteilung nicht verdeckt werden. Sie stellt lediglich eine der üblichen „Rechtfertigungslehren“ der Grünen dar, die vorgebracht werden, wenn man mal wieder von eigenen, urgrünen Positionen abweicht.
Ergänzend verweisen wir auf unseren Beitrag „Windenergieanlagen in Wäldern – Vom forstlichen Widerstand und dem Schweigen der Lämmer“ vom 07.07.2025.
Neue Möglichkeiten für die Quantentechnologie
18.07.2025
Vor einigen Jahren entwickelten Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Molekül, das als potenzielles Qubit – also als Recheneinheit in einem Quantencomputer – funktionieren kann. Mithilfe dieses Kupferkomplexes haben sie nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Florenz die Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen in der Quantentechnologie enorm vergrößert. Denn erstmals gelang es ihnen, den Spin Zustand eines Moleküls direkt mit elektrischen Feldern zu steuern, indem man gezielt in die Wechselwirkungen zwischen den Spins eingreift.
Entscheidend für die Interaktion zwischen elektrischem Feld und Spin ist der Ligand des Moleküls – also die spezielle organische Verbindung, die die drei Spins miteinander verbindet. Die Versuche haben gezeigt, dass sich diese „Spin-Brücke“ vom elektrischen Feld verändern lässt und die Änderungen an die Kopplung zwischen den Spins weitergibt.
Durch den Beweis, dass sich Spin-Zustände in Molekülen direkt durch elektrische Felder beeinflussen lassen, eröffnet das Forschungsteam neue Perspektiven für die Quantentechnologie.
Dank der vorliegenden Forschungsergebnisse und der identifizierten Rolle des Liganden lassen sich Moleküle künftig gezielt für solche Anwendungen maßschneidern. (Quelle und mehr: Informationsdienst Wissenschaft, Pressemitteilung vom 17.07.2025)
Wer tiefer in die Quantenwelt einsteigen möchte, kann mit dem Buch „Warum wir nicht durch Wände gehen“ von Florian Aigner loslegen – es wird als Reiseführer durch die Welt der Quanten angepriesen.
Zwiegespaltenes Urteil im CO₂-Schlachthof-Prozess
17.07.2025
Das Landgericht Oldenburg hat heute der Zivilklage des Schlachthofs Brand gegen zwei Tierrechtsaktivist*innen in wesentlichen Punkten stattgegeben. Die beiden hatten 2024 verdeckt Videoaufnahmen im Betrieb gemacht, die den qualvollen Todeskampf von Schweinen bei der CO₂-Betäubung dokumentieren – in bisher nie gesehener Deutlichkeit. Die Bilder sorgten bundesweit für Aufsehen und öffentliche Diskussion.
Das Gericht stellte unmissverständlich fest, dass die Aufnahmen authentisch und nicht manipuliert sind – und dass bereits veröffentlichtes Material, etwa in Beiträgen der ARD, weiterhin gezeigt werden darf. Dennoch verpflichtete es die Aktivist*innen dazu, auf eine Löschung des Materials von der Website von Animal Rights Watch (ARIWA) hinzuwirken und erteilte ein Betretungsverbot für das Betriebsgelände.
Ein Urteil mit widersprüchlicher Botschaft: Das dokumentierte Leid wird anerkannt – aber nicht beanstandet. Ein legitimer Beitrag zur Aufklärung wird juristisch geahndet, während das eigentliche Unrecht unangetastet bleibt.
Melanie Bühner, Vorstandsvorsitzende von ARIWA, erklärt:
„Dieses Urteil ist ein Rückschlag für alle, die Missstände öffentlich machen. Wer das Töten von Tieren dokumentiert, darf nicht kriminalisiert werden – sondern sollte gesellschaftlich unterstützt werden.“
Svenja Knoppik, Pressesprecherin von ARIWA, ergänzt:
„Dass Aufnahmen, die Tierleid ungeschönt zeigen, zwar als echt anerkannt, aber trotzdem verboten werden sollen, stellt unsere Zivilgesellschaft vor eine zentrale Frage: Wollen wir Aufklärung – oder wollen wir wegschauen?“
Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig. Die Aktivist*innen prüfen derzeit rechtliche Schritte und können in Berufung gehen. Bis dahin bleiben die Aufnahmen online – ein wichtiger Beitrag für Transparenz und öffentliche Debatte über Tierleid hinter verschlossenen Türen.
Für ARIWA bleibt klar:
Die Bilder zeigen, was sonst im Verborgenen bleibt. Sie sind von erheblichem öffentlichem Interesse – insbesondere, da es kaum andere vergleichbare Aufnahmen aus CO₂-Schlachthöfen in Deutschland gibt. Wir stehen solidarisch an der Seite der Aktivist*innen und setzen uns weiter für Aufklärung und Tierrechte ein. (Quelle: Pressemitteilung Animal Rights Watch e.V.)
Entscheidung über Millioneninvestition nach einem Bier
17.07.2025
„Emsland – Zuhause bei den Machern“, so lautet ein Slogan des Landkreises Emsland. Sie fragen sich vielleicht, warum das Emsland so erfolgreich ist? Die Antwort findet man auf www.emsland.info: Die Emsländer machen den Unterschied: Menschen, die sich für ihre Heimat einsetzen und Dinge bewegen. Echte Macher.
Zu den Machern muss man wohl auch die Firma Butterweck Rundholzlogistik in Lehe zählen, zumindest nach dem Vortrag von Vera Butterweck-Kruse auf der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbands Niedersachsen. Hier berichtete sie über den neuen Lignew-Holzschaumwerkstoff, den das Unternehmen Butterweck Holzstoffe GmbH & Co. KG in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) entwickelt habe. So liest man es in der Pressemitteilung des Verbandes vom 21.03.2025.
Auch ein Redakteur der Fachzeitschrift Forst & Technik berichtete von der Versammlung und den dort vorgestellten Innovationen. „Vom Baum zum Holz“ lautet seine Zwischenüberschrift zum Vortrag von Frau Butterweck-Kruse.
Danach lief der Entscheidungsprozess über die Entwicklung wie folgt ab: „Ich hab da ´ne super Idee“, habe Heiner Butterweck, Geschäftsführer der Butterweck Holzstoffe, verkündet, nachdem er einen Artikel des WKI über den Holzschaum und das Patent dazu gelesen hatte.
Ein Bier später habe man beschlossen, den Holzschaum zu produzieren und unter dem Namen Lignew in den Markt einzuführen. So beschrieb Vera Butterweck-Kruse (laut Forst & Technik 6/2025) den Entscheidungsprozess zum Bau einer neuen Produktionsanlage in ihrem Vortrag.
Wer sollte da nicht beeindruckt sein. So geht Wirtschaft – so geht Innovation im Emsland.
Weitere Informationen findet man auf der Homepage https://www.lignew.eco/
Was wir noch gefunden haben: Die Pilotanlage wurde mit rund 7,5 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium gefördert. (Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Pressemitteilung Nr. 159/23)
Ob man die Entscheidung über die Investition tatsächlich nach einem Bier getroffen hat, womöglich vor Eingang des Förderbescheids? Unwahrscheinlich, würden wir annehmen, ohne die Entschlusskraft echter emsländischer Macher anzweifeln zu wollen.
Das neue Werk im Papenburger Nordhafen produziert in einer „Gebrauchsmusteranlage“ Holzschaumplatten aus 100 % Holz. Schon in der aktuellen Testproduktion fallen Verschnitte an, die gesammelt und geschreddert werden. Aus diesen Verschnitten stellt man Lignew eco fire Presslinge her, die sich perfekt zum nachhaltigeren Grillen eignen, liest man in einer Mitteilung auf der Homepage des Unternehmens.
AGRAVIS erweitert Standort in Dörpen
16.07.2025
Um den Service für die Kundschaft weiter zu verbessern und den Standort Dörpen zukunftsfähig aufzustellen, investiert die AGRAVIS Technik Münsterland-Ems GmbH in eine umfassende Erweiterung. Auf einer neu erworbenen Fläche von rund 4.100 Quadratmetern entsteht ein moderner Anbau an die bestehende Werkstatt. Dies teilt uns die AGRAVIS Raiffeisen AG, (Münster) auf Anfrage mit.
Der Neubau erstreckt sich über eine Fläche von 31 mal 25 Metern. Vier der fünf Bereiche dienen künftig als moderne Werkstatt, während der fünfte Teil Sozial- und Lagerräume auf zwei Etagen beherbergt. Zur neuen Ausstattung zählen eine leistungsfähige Kranbahn, eine Scherenhebebühne sowie drei Werkstattfelder mit praktischer Durchfahrtsmöglichkeit. Im Außenbereich sorgen befestigte Flächen für reibungsloses Rangieren. Zusätzlich entstehen Stellplätze für Maschinen und Parkmöglichkeiten für Mitarbeitende. Die Fertigstellung ist für Dezember 2025 geplant.
Am Standort Dörpen sind aktuell 23 Mitarbeitende beschäftigt. Zum 1. August starten zwei neue Auszubildende ihre Ausbildung. Damit verstärken künftig insgesamt sechs Auszubildende im Bereich Land- und Baumaschinenmechatronik das Team.
Vermüllung an Altkleidercontainern: Abholung soll nun zeitnah geschehen
16.07.2025
Seit Wochen ist der Altkleidercontainer in Neudörpen bis an den Rand gefüllt, und weitere Säcke mit Altkleidern wurden vor Ort am Container abgelegt. Dies ist kein Einzelfall, denn die Branche hat offenbar Absatzprobleme und wohl auch Personalmangel. Somit verwundert es nicht, dass an weiteren Altkleidersammelstellen in der Samtgemeinde ähnliche Bedingungen wie in Neudörpen vorzufinden sind.
Doch als Entschuldigung können die Branchenprobleme nicht gelten, und eine weitere Duldung der Situation erscheint nicht angemessen, zumal mit der Ablagerung um die Container eine Vermüllung der Standorte droht und Ungeziefer angelockt werden kann.
Die Verwaltung der Gemeinde hat sich mit der verantwortlichen Firma in Verbindung gesetzt und diese zur Abholung aufgefordert. Bis Mitte nächster Woche sollten die Altkleider abgeholt sein, ansonsten müssten wohl weitere Maßnahmen von der Verwaltung ergriffen werden.
Verkehrszählungen mit Kameras auf Autobahnen
16.07.2025
Auf der A31 werden vom 17.07. bis zum 22.07.2025 Daten zur Verkehrsmenge und -stärke erfasst. Die Maßnahme ist Teil einer Verkehrszählung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, die seit dem 14. Juli in mehreren Bundesländern vorgenommen wird, erläutert die Autobahn GmbH des Bundes; Niederlassung Nordwest, in einer Pressemitteilung vom 09.07.2025.
Üblicherweise werden die Zählgeräte an kleineren Brückenbauwerken, die die Autobahn überspannen, befestigt. Es handelt sich nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes um reine Zählstellen; eine Überwachung von Abständen oder Geschwindigkeit erfolgt nicht. Die Datenerfassungen liefern wertvolle Erkenntnisse über Verkehrsmengen und -stärken, die als Grundlage für weitere Planungen dienen.
Verkehrsteilnehmende sollten sich wie gewohnt voll auf den Verkehr konzentrieren und sich nicht durch die Messeinrichtungen ablenken lassen.
Gedenkstätte Esterwegen: Kurzführungen in der Sommerzeit
15.07.2025
Auch in diesem Jahr bietet die Gedenkstätte Esterwegen in der Ferienzeit wieder zusätzliche Kurzführungen auf dem Außengelände der Gedenkstätte Esterwegen an. Die Führungen von ca. 1 Stunde finden draußen auf dem ehemaligen Lagergelände statt.
Es soll gezeigt werden, wie die heutige Landschaftsgestaltung die Spuren des früheren Lagers in eine moderne Formensprache übersetzt hat. Dazu gibt es Erläuterungen zum Leben in der Haft, zur Zwangsarbeit und zu Einzelschicksalen von Häftlingen und Gefangenen.
Folgende Termine stehen noch an:
Mittwoch, 23. Juli um 15 Uhr
Mittwoch, 30. Juli um 15 Uhr
Mittwoch, 06. August um 15 Uhr
Mittwoch, 13. August um 15 Uhr
Gericht gibt DUH-Antrag statt: Baustopp für das Stromkabel von One-Dyas
15.07.2025
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg einen Zwischenerfolg erzielt: Das Gericht gab dem Antrag der DUH auf sofortigen Baustopp für das Stromkabel zur geplanten Gasplattform von One-Dyas statt. In der Begründung stellt das Gericht klar, dass „die unterstellten Schäden an der Natur, konkret die erhebliche Beeinträchtigung oder teilweise Zerstörung der geschützten Biotoptypen, schwerwiegender sind als die zu erwartenden Nachteile einer Verzögerung der Verlegung des Seekabels.“
Zudem unterstreicht das Gericht die Absurdität des Vorhabens: „Mit der Verlegung des Stromkabels sollen CO2-Emissionen reduziert werden, um auf der anderen Seite CO2-Emissionen zu fördern.“ Das öffentliche Interesse an kurzfristiger Gasförderung trete hinter dem Interesse der Allgemeinheit an der Unversehrtheit der Riffe und dem Schutz des marinen Ökosystems zurück, so das Gericht. Vorgesehen war der Baubeginn nach DUH-Informationen ab dem 18. Juli. (Quelle und mehr: Pressemitteilung DUH vom 14.07.2025)
Fußballfans verursachen enorme Kosten mit Aufklebern und Graffiti
14.07.2025
Im gesamten Emsland sind seit Monaten verstärkt Aufkleber und Graffitis an Straßen- und Bahnschilder, Laternenmasten und auch Trafostationen oder Schaltkästen zu sehen, die offenbar von Fans des SV Meppen angebracht wurden. So findet man an den Laternenmasten zwischen der B70 und dem Bahnhof in Dörpen viele blaue Aufkleber mit dem Vereinszeichen. Daneben besprühen die Fans ganze Seiten von größeren und kleineren Schaltkästen, etwa an der Schwebahn zwischen Wippingen und Kluse oder an Straßenrändern in Neulehe, Rhede oder Dersum, aber natürlich ebenso in Meppen.
Bedauerlicherweise komme es auch in der Stadt Meppen immer wieder zu Vorfällen dieser Art, lässt Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein über seine Pressestelle hierzu auf Anfrage mitteilen. Man habe diese Thematik u. a. in Sicherheitsbesprechungen, an denen auch der SV Meppen sowie die Polizei teilnehmen, bereits behandelt. Die Verursacher könnten allerdings nicht identifiziert werden, weshalb Strafanzeigen im Sande verlaufen würden. „Auch über die Mitarbeitenden unseres Fanprojekts versuchen wir, Fans und Fußballanhänger hinsichtlich dieses Problems zu sensibilisieren“, erklärt der Bürgermeister.
Wir haben allerdings nicht den Eindruck gewinnen können, dass sich der SV Meppen besonders für die fragwürdigen Aktionen seiner Fans interessiert. „Da wir nicht Verursacher oder Beschädiger sind, werden wir uns zu diesem Thema nicht äußern“, teilt Geschäftsführer Florian Egbers auf unsere Anfrage mit.
Ob diese Linie dauerhaft beibehalten werden kann, bleibt abzuwarten, denn auch SV Meppen-Sponsor EWE zeigt sich über die Verunstaltungen eigener Betriebsanlagen verärgert.
„Wir können bestätigen, dass in den vergangenen Monaten vereinzelt Trafostationen im Emsland mit Aufklebern und Graffiti – überwiegend mit Bezug zum SV Meppen – versehen wurden, teilt EWE mit. Man nehme die Sauberkeit und Unversehrtheit der eigenen technischen Anlagen und Infrastruktur grundsätzlich sehr ernst. Dazu gehörten auch Trafostationen, die in der Regel Eigentum der EWE NETZ GmbH seien.
„Das Bekleben oder Besprühen dieser Anlagen gilt in der Regel als Sachbeschädigung. Aktuell stellen wir jedoch fest, dass es sich bei den genannten Fällen um Ausdrucksformen der Fankultur handelt – insbesondere um Sympathiebekundungen für den SV Meppen“, schreibt EWE dazu weiter.
Da die genannten Ausdrucksformen bislang jedoch keine beleidigenden, politisch oder anderweitig problematischen Inhalte enthielten, habe man bislang von einer Anzeige abgesehen. „Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir diese Form der Verunreinigung akzeptieren oder auf Dauer dulden. Wir behalten uns ausdrücklich vor, Maßnahmen zu ergreifen, sollte das Ausmaß zunehmen oder sollten Inhalte auftreten, die gegen rechtliche oder gesellschaftliche Standards verstoßen“, erklärt EWE weiter.
Auch die Polizeiinspektion Emsland bestätigt, dass „dem subjektiven Empfinden nach“ deutlich mehr Sachbeschädigungen (durch Aufkleber & Graffiti) in den vergangenen Monaten begangen wurden als tatsächlich an entsprechenden Strafanzeigen eingegangen sei. „Offenbar nehmen viele Versorgungsunternehmen (Stadtwerke, Telekom, etc.) die Sachbeschädigungen an ihren Versorgungseinrichtungen (z.B. Stromkästen etc.) einfach hin, anstatt entsprechende Anzeigen zu erstatten.“
Anders geht man in München mit diesem Problem um. Die Polizei fahre wegen des merklichen Anstiegs der Graffitis vermehrt Streife, und dies mit Erfolg, berichtet der Nachrichtensender BR24 des Bayerischen Rundfunks: „In sechs Fällen konnten insgesamt 24 Tatverdächtige festgenommen werden. Alles Männer im Alter zwischen 15 und 22 Jahren.“
Doch trotz des Erfolges zeigt sich auch in München eine gewisse Machtlosigkeit gegen die sogenannten Fußballfans. Ein besprühtes Brückengeländer wird beispielsweise zunächst nicht gereinigt, denn dies würde alles in allem bis zu 10.000 Euro an Kosten verursachen. Dazu komme: Die Polizei rechne damit, dass das Graffiti nach dem Entfernen innerhalb kurzer Zeit wieder angebracht würde.
Und auch die Bahn tut sich schwer damit, die Kosten für die Reinigung von Bahnanlagen den Verursachern in Rechnung zu stellen. Die Mitarbeitenden des Anlagen- und Instandhaltungsmanagements der Deutschen Bahn (DB) kümmern sich darum, dass beschädigte, beschmierte oder beklebte Schilder ersetzt oder gereinigt werden. Die Verursacher kann man allerdings nur belangen, wenn sie bekannt sind.
Zu den Reinigungskosten eines beklebten Andreaskreuzes am Bahnhof Dörpen kann die Bahn aber keine Angaben machen. Eine Vorstellung liefert jedoch folgende Information: Im Jahr 2024 hat die DB bundesweit rund 32.300 Fälle von Vandalismus registriert. Der Anteil der Graffiti-Beschädigungen beträgt dabei rund 21.000 Fälle. Der finanzielle Gesamtschaden der Vandalismusschäden erreichte 2024 etwa 40 Millionen Euro.
Norddeich – Juist: Töwerland-Express zuerst ausgeflaggt, dann stillgelegt
13.07.2025
Schnell von Norddeich nach Juist? Der Töwi-Verkehr machte den Personentransport durch das Wattenmeer relativ einfach – bis vergangenen Donnerstag. Denn an dem Tag überprüfte die deutsche Berufsgenossenschaft (BG) in Norddeich die Schiffspapiere – und stellte bei vier von fünf Töwis einen Mangel fest.
Hintergrund: Vier Schnellfähren der Reederei Töwerland-Express seien derzeit stillgelegt, da im Rahmen der sogenannten Port State Control, bei der ausländische Schiffe kontrolliert werden, die deutsche Berufsgenossenschaft einen Mangel in den Schiffspapieren festgestellt habe, berichtet der NDR.
Zu Jahresbeginn hatte die Reederei vier ihrer fünf Schiffe nach Polen ausgeflaggt, und somit gehörten sie nun zu den kontrollierten ausländischen Schiffen.
Ausflaggungen in andere Länder zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seien in der Seefahrt gang und gäbe, weiß Juist Net News (JNN) zu berichten. Bereits im Januar und Februar habe der Reeder die nach der Ausflaggung notwendigen polnischen Funklizenzen, die sogenannten MMSI-Nummern, beantragt, doch diese seien immer noch nicht eingetroffen, deshalb fahre man vorerst mit der deutschen MMSI-Nummer. Und dies sei scheinbar nicht erlaubt, klagte der Reeder.
Wir würden statt „scheinbar“ eher von „anscheinend“ sprechen, denn die BG wird sich nicht irren. Und der Reeder hätte sich vorher informieren können, falls ihm diese Regelung tatsächlich nicht bekannt war (was bei einem „Reeder“ nicht der Fall sein sollte).
Munition im Seitenkanal: Kampfmittelräumung im Stichkanal Salzgitter zeigt eine mögliche Vorgehensweise auf
12.07.2025
Zurzeit baut die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) den Stichkanal nach Salzgitter aus. Um die Arbeiten verantwortungsvoll und sicher durchführen zu können, muss zunächst der Verdacht auf Kampfmittel ausgeräumt werden, schreibt die WSV in einer Pressemitteilung vom 01.07.2025.
Auch im Seitenkanal Gleesen-Papenburg im Gebiet der Gemeinde Dörpen vermutet die WSV noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Somit könnten die beim Stichkanal Salzgitter gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse evtl. eine Vorstellung davon geben, wie eine Kampfmittelräumung vorzunehmen wäre, falls sie auch im Seitenkanal wegen der Inselbildung und Verlandung beim Zufluss der Wippinger Dever erforderlich sein sollte.
Nachfolgend übernehmen wir Textabschnitte aus der WSV-Pressemitteilung:
(…)
„In der jüngeren Vergangenheit wurde am Kanal bereits eine umfangreiche Kampagne zur Kampfmittelsondierung durchgeführt, bei der auch mehrere Funde aus dem Zweiten Weltkrieg gemacht wurden.
Diese wurden fachgerecht durch Taucher geräumt und durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst sicher entsorgt. Durch diese Maßnahmen konnte im Bereich der anstehenden Ausbaustrecke nördlich der Schleuse Üfingen der Kampfmittelverdacht für so genannte Abwurfmunition bereits ausgeräumt werden. Es besteht darüber hinaus jedoch die Möglichkeit, dass das Baggermaterial noch Kleinmunition enthält.
Um das zu überprüfen, werden Teile des Baggermaterials aus dem Kanal entnommen und in einer so genannten Separationsanlage untersucht. Für diesen Prozess wurden nach Abstimmung mit den zuständigen Fach- und Ordnungsbehörden strenge Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um das Personal und die Umgebung zu schützen
Die Separationsanlage wird auf einem Ponton im unteren Vorhafen der Schleuse Üfingen betrieben. Um den Ponton wird ein Sicherheitsradius von 300 Metern eingerichtet, in dem sich nur das notwendige Personal aufhalten darf.

Zusätzlich wird die nahegelegene Schleusensiedlung noch durch einen Schutzwall aus befüllten Überseecontainern abgeschirmt und der Schiffsverkehr wird eingestellt.“ (…)
Der NDR hat hierzu einen anschaulichen Bericht veröffentlicht.
Weitere niedersächsische Papierfabrik schränkt Produktion ein
11.07.2025
Nicht nur der UPM-Konzern mit seinen Papierfabriken – beispielsweise Nordland Papier in Dörpen – muss sich den Marktgegebenheiten anpassen und Kapazitäten abbauen. Nun plant der Sappi-Konzern Teile seines Zellstoff- und Papierwerks in Alfeld (Niedersachsen) stillzulegen, und zwar die Papiermaschinen 1 und 4, die Offline-Streichmaschine 2 sowie die Formatausrüstung.
Derzeit arbeiten in dem Werk fünf Papiermaschinen. Betroffen sein könnten bis zu 200 von 750 Arbeitsplätzen, berichtet das Holz-Zentralblatt.
Surwold: Brasilianisches Tausendblatt wird aus Kanal entnommen
11.07.2025

Auf dem Kanal zwischen Börgerwald und Börgermoor ist zurzeit ein besonders starker Pflanzenbewuchs zu sehen – es handelt sich um das Brasilianische Tausendblatt. Hierzu teilt uns der Landkreis Emsland mit, dass die Pflanze vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv eingestuft wurde, weil sie eine starke dominierende Wirkung auf die heimische Gewässervegetation im Börgerwaldkanal aufweist.
Aufbauend auf Arbeiten aus dem „Förderprogramm zur Beseitigung oder zum Management invasiver Arten zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Niedersachsen“ wurden im Börgerwaldkanal bereits 2020 unterschiedliche Maßnahmen gegen das Brasilianische Tausendblatt in Zusammenarbeit vom Landkreis Emsland und dem Wasser- und Bodenverband 104 „Ems IV“ durchgeführt. „Wir begrüßen daher jegliche Maßnahme zur weiteren Bekämpfung des Brasilianischen Tausendblatts in diesem Gebiet“, schreibt der Landkreis weiter.
Eine rechtliche Grundlage, die Maßnahmen an und im Gewässer bzw. deren Unterhaltung zu bestimmten Jahreszeiten verbietet, gebe es nicht. Unter Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Vorgaben (Bundesnaturschutzgesetz § 44) dürfen Wiesen gemäht, Hecken behutsam zurückgeschnitten und Gewässer unterhalten werden. Der Nachweis eines artenschutzrechtlichen Verstoßes könne nicht durch eine Vermutung erbracht werden, hierzu bedürfe es immer konkreter Beweise, wird weiter mit Bezug auf die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Maßnahme in der aktuellen Brut- und Setzzeit erläutert.
Radweg an der Küstenkanalschleuse wieder frei
10.07.2025
Die Arbeiten an der Küstenkanalschleuse in Dörpen siind weitgehend beendet und der Betriebsweg der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) nördlich der Schleuse darf wieder von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden; formal ausgedrückt wird die Nutzung nur „geduldet“.
Auf Anfrage weist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee allerdings darauf hin, dass der Zustand des Betriebsweges durch die Arbeiten gelitten hat – der Weg wurde und wird aber weiterhin ausgebessert.
Ein Befahren des Betriebsweges mit KFZ ist der WSV vorbehalten.
Zu den Maßnahmen an der Schleuse wird noch mitgeteilt, dass die Stahl- und Massivbauarbeiten abgeschlossen sind. Es fehlt noch die neue Antriebstechnik, E-Technik und Nachrichtentechnik, die im Frühjahr 2026 eingebaut werden sollen; Ursache für die Verzögerung sind mehrjährige Lieferzeiten bei diesen Komponenten.
Archiviert: Beiträge bis Juli 2025

































































