Rezensionen

Empfehlung, Kritik und Diskussion im Kulturbetrieb

Ulrich Schneider: „Krise. Das Versagen einer Republik“
30.08.2024

Deutschland hat versagt, schreibt Ulrich Schneider, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Bundesrepublik stand mit Corona, Energiekrise und explodierenden Lebenshaltungskosten vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, es wurden unvorstellbare Summen in zahllosen Entlastungspaketen ausgegeben. Trotzdem gelang es nicht, die Gesellschaft in ihrer Krise zusammenzuhalten, das Ergebnis ist ein sozial noch tiefer in Arm und Reich gespaltenes Land als zuvor – und die Ampelparteien bekommen bei den anstehenden Landtagswahlen dafür nun womöglich die Quittung.
Der aus Talkshows bekannte Sozialexperte und Autor Ulrich Schneider nimmt in seinem neuen Buch „Krise. Das Versagen einer Republik“ eine schonungslose Abrechnung mit einer Krisenpolitik von Großer Koalition und Ampel vor, die das Auseinanderdriften dieser Gesellschaft nicht nur hingenommen, sondern sogar noch gefördert hat.
Ulrich Schneider: Krise
Erscheinungstermin 24.06.2024
Einbandart kartoniert
Seitenanzahl 176
ISBN 9783864894541
Preis inkl. MwSt. 20,00 €

12.07.2024   Ukrainekrieg: Versagen der deutschen und der EU-Außenpolitik
Seit Februar 2022 herrscht in der Ukraine Krieg, und ein Ende ist nicht abzusehen: Im Gegenteil: Es wird aufgerüstet statt abgerüstet, geschossen statt verhandelt. Im neu erschienenen Buch „Der lange Weg zum Krieg“ beziehen mit Günter Verheugen und Petra Erler zwei ausgewiesene außenpolitische Experten Stellung – und sie legen eine nachvollziehbare Anklage vor: Ohne das Versagen der deutschen und der EU-Außenpolitik wäre es zu dieser verheerenden Eskalation nicht gekommen.
In ihrer Analyse der Vorgeschichte des Ukraine-Krieges wird deutlich, wie seit Anfang der 90er Jahre die Axt an die Wurzeln der bis dahin erfolgreichen Entspannungspolitik gelegt wurde. Zug um Zug sind Konfrontation und Machtstreben an die Stelle von Verständigung getreten, wurde ein neuer Kalter Krieg bewusst ebenso in Kauf genommen wie das Risiko eines »heißen Krieges«, der jederzeit zum Flächenbrand werden kann.
Doch es gibt Lösungen. In ihrem Plädoyer fordern die Autoren: Wir müssen dringend zurückkehren zu Dialogbereitschaft, vertrauensbildenden Maßnahmen, einer neuen Entspannungspolitik! Für politisch interessierte und gut informierte Leser mögen nicht alle Passagen des Buches neu sein. Wer seit einigen Jahrzehnten die Weltpolitik beobachtet, wird also nicht nur neue Details lesen, einige Hintergrundinformationen dürften jedoch auch das Wissen vermeintlicher Experten bereichern.
Das Buch fasst die deutsche Außenpolitik seit der Wiedervereinigung gut zusammen und bietet viele vielleicht schon in Vergessenheit geratene Details, die den Blick auf unsere Politik schärfen und deren Versagen aufzeigen. Mehr Informationen zum Buch und zu den Autoren findet man auf der Homepage der Penguin Radom House Verlagsgruppe.
Eine weitere Vorstellung des Buches gibt es übrigens auf Hallo Wippingen.