Globale Studie: Wie Schmetterlinge auf den Klimawandel reagieren

05.08.2026
Weltweit verändern sich die Verbreitungsgebiete von Schmetterlingen – und zwar häufig im Zusammenhang mit dem Klimawandel und Extremwetter. Eine internationale Metastudie unter Beteiligung der Universität Hamburg hat dafür 1.758 Schmetterlingsarten untersucht. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Nature Ecology and Evolution publiziert.

Den Schmetterling „Admiral“ sieht man zurzeit häufig an und unter Obstbäumen, wo er angefaultes Obst als Nahrungsquelle findet

Schmetterlinge gelten als empfindliche „Frühwarnsysteme“ für Umweltveränderungen, zum Beispiel reagieren sie stark und schnell auf Auswirkungen des Klimawandels. Wie häufig und in welche Richtung sie ihre Lebensräume verlagern, hat nun ein internationales Forschungsteam untersucht.

Dr. Kerstin Jantke vom Exzellenzcluster Climate, Climatic Change, and Society (CLICCS) an der Universität Hamburg und ihre Kollegin Luisa Gensch, die an der Universität Hamburg und am Max-Planck-Institut für Meteorologie forscht, trugen die Daten aus dem deutschsprachigen Raum zusammen. „Durch die Kombination von internationalen wissenschaftlichen Publikationen, lokaler Expertenmeinungen und nicht-englischsprachigen Quellen konnten wir ein viel umfassenderes Bild der weltweiten Artenverschiebungen erstellen als es herkömmliche Datenerhebungen ermöglichen“, sagt Dr. Jantke.

Insgesamt haben die Forschenden über 6.000 Nachweise von Arealverschiebungen gesammelt. Dabei stellten sie fest, dass rund 80 Prozent der Arten ihre Verbreitung ausgedehnt hat und mit steigenden Temperaturen in andere geeignete Gebiete vorgedrungen ist. Gleichzeitig gab etwa ein Viertel der Arten die ursprünglichen Lebensräume auf und wich in höher oder tiefer liegende Gebiete aus.

Problematisch ist die Situation laut Jantke insbesondere für tropische Schmetterlinge, denn sie leben bereits nahe an ihren maximalen Temperaturgrenzen. „Schon eine geringe weitere Erwärmung des Klimas könnte hier rasch zum Aussterben von Arten führen, zumal die Zerstörung von Lebensräumen in den Tropen weiter schnell voranschreitet“, so die Wissenschaftlerin. In der Studie wurde die Häufigkeit einzelner Arten nicht erfasst. Es gibt Hinweise auf einen globalen Rückgang der Populationen, auch in Deutschland, was laut Jantke Anlass zur Sorge ist. Verbesserte, länderübergreifende Monitoringprogramme und die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Insekten bei der Planung von Naturschutzgebieten seien deswegen dringend erforderlich. (Quelle: Universität Hamburg über Informationsdienst Wissenschaft e. V.)