Anfahrschäden durch Forstmaschinen bei der Holzernte sollten bedacht werden

Anfahrschäden durch Forstmaschinen bei der Holzernte sollten bedacht werden
10.04.2026

Beschädigungen an Baumrinden, wie hier links und rechts im Bild, führen zur Wertminderung des Holzes

Vor wenigen Wochen wurde ein Waldstück nördlich von Neudörpen durchforstet. Dazu hatte der Förster den Bestand mittleren Alters entsprechend ausgezeichnet, also die zu entnehmenden Bäume gekennzeichnet. Anschließend kam ein Forstdienstleister mit Harvester und Forwarder, fällte die Bäume und transportierte das Holz zum Mittelweg, wo es nun in Poltern lagert, bis es per LKW abgefahren wird.

Nach der Durchforstungsmaßnahme waren aber an vielen der im Wald verbliebenen Bäume – insbesondere an den Rückegassen – Schäden an der Baumrinde zu sehen. Diese sogenannten Anfahrschäden legen das im gesunden Baum durch die Rinde geschützte Splintholz frei, sodass hier Pilzsporen das Holz befallen können. Der Pilzbefall entwickelt sich zwar anfänglich langsam, führt aber nach und nach zu einem enormen Wertverlust. Dies ist besonders bedauerlich bei Bäumen, die doch eigentlich als „Zukunftsbäume“ im Wald verbleiben sollten, um später einmal einen guten Ertrag bei der Holzernte zu erbringen. Inwieweit Zeitdruck, Abstumpfung oder Bequemlichkeit der Maschinenfahrer ursächlich für die hohe Zahl der Anfahrschäden sind, bleibt offen.

Ein Beispiel im Wald nördlich von Neudörpen zeigt jedoch, dass einige dieser Schäden vermeidbar wären. Hier ragt ein dünner Baum vom Nachbarbestand schräg in den Rückeweg. Anstatt diesen Baum, der aufgrund seiner Schrägstellung ohnehin keine Zukunft hat, zu fällen und den Weg freizuschneiden, versuchte der Maschinenfahrer offenbar, das Hindernis durch ein „Ausweichmanöver“ zu umfahren. Dabei geriet er mit seiner Maschine auf der anderen Seite des Rückeweges an eine gut gewachsene Lärche und schälte hier einen Teil der Rinde ab. Dadurch hat der Baum wohl eine dauerhafte Schädigung erlitten.

Der Schaden bleibt beim Waldbesitzer, denn der zuvor „zukunftsfähige“ Baum wird nun sicherlich nicht mehr zu teurem Bauholz heranwachsen. Wahrscheinlicher ist, dass der geschädigte Baum beim nächsten forstlichen Eingriff zum billigeren Industrieholz sortiert wird.
Weitere Details zu dieser Problematik enthält der Beitrag „Rindenschäden bei der Holzernte“ auf der Informations- und Kommunikationsplattform waldwissen.net.