Leer: Tierschützer protestieren gegen Fuchsjagd

24.05.2026
In Leer fand am Pfingstsamstag eine Protestaktion gegen die Fuchsjagd statt. Neben auswärtigen Tierschützern nahmen die Bürgerinitiative Pro Fuchs Deutschland e.V. (Bunde) und Ostfriesen gegen Tierleid an der Veranstaltung teil.

Während eines Protestumzugs durch die Fußgängerzone brachten die Teilnehmer ihre Ablehnung der zurzeit üblichen Fuchsjagd lautstark zum Ausdruck. Danach folgte eine Kundgebung auf dem Denkmalplatz.
Insbesondere protestierten die Tierschützer gegen die Ausbildung von „Bauhunden“ in sogenannten Schliefenanlagen. Dabei handelt es sich um künstlich angelegte Fuchsbaue, die genutzt werden, um Jagdhunde für die Baujagd auf Füchse abzurichten. Die Anlagen bestehen aus einem Netz von künstlichen Gängen mit Hindernissen wie Sackgassen oder Steigrohren.
Um die kleinen Jagdhunde (Teckel, Foxterrier) auf die überaus grausame Baujagd vorzubereiten, werden sie immer wieder in die künstlichen Tunnel geschickt und auf den darin eingesperrten Fuchs gehetzt, der dabei unter Todesangst leidet. Die Tiere sind nur durch ein Gitter oder einen Schieber voneinander getrennt. Allerdings weiß der Fuchs nicht, dass der Hund ihn nicht erreichen kann. Weglaufen kann der Fuchs aber auch nicht (Peta). Was auf der Jagd und in Schliefenanlagen an Tierleid passiere, müsse endlich in der breiten Öffentlichkeit bekannt werden – Wildtiere wie Füchse verdienten unseren Respekt wie jedes andere Tier auch, so die Position der Tierschützer.

Übrigens soll nach dem Entwurf zur Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes die Baujagd auf Raubwild in Naturerdbauten mit Hunden künftig verboten werden. Das Landwirtschaftsministerium begründet dies damit, dass bei der Ausübung der Baujagd ein hohes Verletzungsrisiko für die eingesetzten Jagdhunde und die bejagten Tiere besteht. Jagdhunde können bei der Jagd im sehr engen und verklüfteten Naturerdbau verschüttet werden. Auch kann es zu schweren Verletzungen beim direkten Aufeinandertreffen bei den eingesetzten Hunden und den Wildtieren im Bau kommen, insbesondere wenn sich statt eines Fuchses ein deutlich wehrhafterer Dachs im Bau befindet.
Dagegen soll weiterhin die Baujagd mit Hunden im Kunstbau zulässig sein. Diese künstlichen Tunnelsysteme mit gut zugänglichem Kessel und ohne Sackgassen verbessern den Tierschutz bei der Bejagung nach Ansicht des Landwirtschaftsministeriums sowohl für den Hund als auch das Wildtier. Tierschützer dürften von dieser Lösung wenig begeistert sein.